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| | [[Datei:Maria Plain Stimmung.jpg|thumb|Herbst bei der Basilika mit Statue des hl. Bendikt.]] | | [[Datei:Maria Plain Stimmung.jpg|thumb|Herbst bei der Basilika mit Statue des hl. Bendikt.]] |
| | [[Datei:Maria Plain, Kupferstich um 1690.JPG|thumb|Maria Plain, Kupferstich um [[1690]].]] | | [[Datei:Maria Plain, Kupferstich um 1690.JPG|thumb|Maria Plain, Kupferstich um [[1690]].]] |
| | + | [[Datei:Schwebende Madonna im Mittelschiff vorne.jpg|thumb|150px|left|Die Madonna mit Kind im Mittelschiff, vorne.]] |
| | + | [[Datei:Madonna mit Strahlenkranz Wallfahrtsbasilika Maria Plain.jpg|thumb|200px|left|Die Madonna mit Kind im Mittelschiff, Rückseite mit Strahlenkranz.]] |
| | [[Datei:Maria_Plain_Hochaltar.jpg|thumb|Der Hochaltar der Basilika.]] | | [[Datei:Maria_Plain_Hochaltar.jpg|thumb|Der Hochaltar der Basilika.]] |
| | [[Datei:Kirche B.jpg|thumb|Der Hochaltar nach der Renovierung 2014.]] | | [[Datei:Kirche B.jpg|thumb|Der Hochaltar nach der Renovierung 2014.]] |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Die Basilika wurde für das Gnadenbild „Maria Trost", das von einem unbekannten Maler geschaffen wurde, erbaut. Der [[Sagen und Legenden|Legende]] nach war es während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] nach der Brandschatzung des Ortes Regen in [[Bayern|Niederbayern]] [[1633]] fast unversehrt inmitten des Brandes erhalten geblieben. Die Frau des Pflegers von Fürsteneck, Argula von [[Grimming]], erwarb das Bild für die Schlosskapelle der Burg. Ihr Sohn [[Rudolf von Grimming|Rudolf]] [[Grimming|von Grimming]] brachte es [[1650]] in den salzburgischen Heimatsitz des [[Schloss in Müllegg|Schlosses in Müllegg]] (heute [[St. Johanns-Spital]] in Salzburg). Nachdem das Marienbild nach Salzburg gebracht worden war, ordnete [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] [[1652]] die Errichtung einer hölzernen Kapelle an, der so genannten [[Ursprungskapelle]]. (Der Legende nach verbot der [[Pfarrer von Bergheim]], [[Johann Müllauer|Johann Millauer]], das Gnadenbild in der Kapelle auszustellen, weil dieses nur in einer Kirche ausgestellt werden dürfe. Der Widerspruch eines Landpfarrers gegen eine fürsterzbischöfliche Anordnung scheint aber unglaubwürdig). | + | Die Basilika wurde für das [[Gnadenbild Maria Trost|Gnadenbild „Maria Trost“]], das von einem unbekannten Maler geschaffen wurde, erbaut. Der [[Sagen und Legenden|Legende]] nach war es während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] nach der Brandschatzung des Ortes Regen in [[Bayern|Niederbayern]] [[1633]] fast unversehrt inmitten des Brandes erhalten geblieben. Die Frau des Pflegers von Fürsteneck, Argula von [[Grimming]], erwarb das Bild für die Schlosskapelle der Burg. Ihr Sohn [[Rudolf von Grimming|Rudolf]] [[Grimming|von Grimming]] brachte es [[1650]] in den salzburgischen Heimatsitz des [[Schloss in Müllegg|Schlosses in Müllegg]] (heute [[St. Johanns-Spital]] in Salzburg). Nachdem das Marienbild nach Salzburg gebracht worden war, ordnete [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] [[1652]] die Errichtung einer hölzernen Kapelle an, der so genannten [[Ursprungskapelle]]. (Der Legende nach verbot der [[Pfarrer von Bergheim]], [[Johann Müllauer|Johann Millauer]], das Gnadenbild in der Kapelle auszustellen, weil dieses nur in einer Kirche ausgestellt werden dürfe. Der Widerspruch eines Landpfarrers gegen eine fürsterzbischöfliche Anordnung scheint aber unglaubwürdig). |
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| | [[1653]] gab Rudolf von Grimming eine Kopie beim Maler [[Johann Franz Pereth]] für die Ursprungskapelle in Auftrag, denn er hatte bereits im Jänner desselben Jahres das Originalbild wieder nach Müllegg zurückbringen lassen, von wo es nach Grimmings Übersiedlung [[1658]] nach Nesselwang in Schwaben, Deutschland, gelangte. | | [[1653]] gab Rudolf von Grimming eine Kopie beim Maler [[Johann Franz Pereth]] für die Ursprungskapelle in Auftrag, denn er hatte bereits im Jänner desselben Jahres das Originalbild wieder nach Müllegg zurückbringen lassen, von wo es nach Grimmings Übersiedlung [[1658]] nach Nesselwang in Schwaben, Deutschland, gelangte. |
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| − | [[1668]] gab es bereits eine Krämerei und einen Brotladen in unmittelbarer Nähe der Ursprungskapelle. Die Zahl der Wallfahrer nahm aber so zu, dass von [[1671]] bis [[1673]] die heutige Kirche nach Plänen des [[Giovanni Antonio Daria]] errichtet wurde. Sie wurde [[1674]] von Fürsterzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] am [[12. August]] [[1674 ]] unter großer Anteilnahme von Pilgern aus nah und fern geweiht. Der Hochaltar mit dem Bild Mariae Himmelfahrt und der Dreifaltigkeit (Oberbild) wurde von [[Frans de Neve]] gestaltet, die "Salzburger" Heiligen (Rupert, Virgil, Vital, Maximilian). Der Hochaltar selbst stammt vom Salzburger Bildhauer [[Jakob Gerold]]. | + | [[1668]] gab es bereits eine Krämerei und einen Brotladen in unmittelbarer Nähe der Ursprungskapelle. Die Zahl der Wallfahrer nahm aber so zu, dass von [[1671]] bis [[1673]] die heutige Kirche nach Plänen des [[Giovanni Antonio Daria]] errichtet wurde. Sie wurde [[1674]] von Fürsterzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] am [[12. August]] [[1674 ]] unter großer Anteilnahme von Pilgern aus nah und fern geweiht. |
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| | Die Wallfahrtsseelsorge wurde den [[Benediktinerorden|Benediktinern]], die in der [[Salzburg|Stadt]] die [[Benediktineruniversität Salzburg|Universität Salzburg]] unterhielten, anvertraut. | | Die Wallfahrtsseelsorge wurde den [[Benediktinerorden|Benediktinern]], die in der [[Salzburg|Stadt]] die [[Benediktineruniversität Salzburg|Universität Salzburg]] unterhielten, anvertraut. |
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| | Papst Pius XII. erhob die Basilika [[1952]] zur ''Basilica minor''. Am [[13. Juli]] 1952 wurde die Erhebung der Wallfahrtskirche Maria Plain zur Basilika mit einem Pontifikalamt mit Erzbischof [[Andreas Rohracher]] gefeiert.<ref>Quelle [[Erich Marx]] (Hg.): ''Befreit und besetzt. Stadt Salzburg 1945–1955'', [[Verlag Anton Pustet]], 1996, ISBN 3-7025-0344-7, Seite 385</ref> | | Papst Pius XII. erhob die Basilika [[1952]] zur ''Basilica minor''. Am [[13. Juli]] 1952 wurde die Erhebung der Wallfahrtskirche Maria Plain zur Basilika mit einem Pontifikalamt mit Erzbischof [[Andreas Rohracher]] gefeiert.<ref>Quelle [[Erich Marx]] (Hg.): ''Befreit und besetzt. Stadt Salzburg 1945–1955'', [[Verlag Anton Pustet]], 1996, ISBN 3-7025-0344-7, Seite 385</ref> |
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| − | == Orgeln == | + | == Innenausstattung == |
| | + | Im Innenraum befinden sich Emporen und ein schmaler Chor. |
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| | + | Der Hochaltar wurde von Fürsterzbischof Max Gandolf von Kuenburg gestiftet. Zentrales Bild ist das Gnadenbild „Maria Trost“. [[Frans de Neve]] gestaltete ihn mit dem Bild Mariae Himmelfahrt, an dessen Stelle nun das Gnadenbild steht, und die Dreifaltigkeit (Oberbild), die "Salzburger" Heiligen ([[Rupert von Worms|Rupert]], [[Virgil]], Vital, Maximilian). Der Hochaltar selbst stammt vom Salzburger Bildhauer [[Jakob Gerold]]. Auf den Seitenaltären befinden sich Schnitzfiguren von [[Thomas Schwanthaler]] (beispielsweise auf dem St.-Benedikt-Altar). Die Altarbilder stammen von [[Johann Friedrich Pereth]] (Altarbild der Hl. Familie), Frans de Neve (Altar der Vierzehn Nothelfer) und [[Christof Lederwasch]] (Altar der hl. Sippe, vorderer rechter Kapellenaltar). |
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| | + | [[Martin Johann Schmidt]], „Kremser Schmidt“ genannt, malte acht Gemälde an den Wänden. Die Kanzel stammt aus [[1682]], die [[Rokoko]]-Beichtstühle aus [[1760]] und die Chorgitter entstanden von [[1683]] bis [[1685]]. Das Rankwerk zeigt zahlreiche, stilisierte Türken mit Trompeten und Waffen. |
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| | + | === Madonna mit Strahlenkranz === |
| | + | Über dem Mittelgang noch vor dem Altarraum hängt eine Madonna mit dem Jesuskind an einer langen Kugelschnur im Raum. An ihrer Rückseite befindet sich ein goldener Strahlenkranz. Es handelt sich um eine [[Votiv]]gabe aus der Zeit um [[1675]] von einem unbekannten Künstler. |
| | + | * {{Kulturklauberin|https://www.sn.at/kolumne/kulturklauberin/diese-sonne-ist-ein-gut-verstecktes-geheimnis-1225505712}} |
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| | + | === Orgeln === |
| | Bei den Einweihungsfeierlichkeiten im Jahr [[1674]] erklang das erste Mal ein Orgel-Instrument, vermutlich ein Positiv. Ob es neu oder gebraucht war, von wem es gestammt hatte und wo es später hingekommen ist, ist bisher unbekannt geblieben. Überliefert ist lediglich, dass das Aufstellen und „Einrichten“ des Instruments ''8 [[Gulden|fl.]] 9 xr.'' (Kreuzer) gekostet hatte.<ref>[…] ''Zurichtung der khlainen Orgl'' […]; [[Archiv Erzabtei St. Peter|ASP]]: Akt 1180/3 (1674), betreffend Maria Plain. Zitiert nach: [[Roman Schmeißner]]: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 249 und 261.</ref> | | Bei den Einweihungsfeierlichkeiten im Jahr [[1674]] erklang das erste Mal ein Orgel-Instrument, vermutlich ein Positiv. Ob es neu oder gebraucht war, von wem es gestammt hatte und wo es später hingekommen ist, ist bisher unbekannt geblieben. Überliefert ist lediglich, dass das Aufstellen und „Einrichten“ des Instruments ''8 [[Gulden|fl.]] 9 xr.'' (Kreuzer) gekostet hatte.<ref>[…] ''Zurichtung der khlainen Orgl'' […]; [[Archiv Erzabtei St. Peter|ASP]]: Akt 1180/3 (1674), betreffend Maria Plain. Zitiert nach: [[Roman Schmeißner]]: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 249 und 261.</ref> |
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| − | ===== Hauptorgel =====
| + | ==== Hauptorgel ==== |
| | Die große Orgel schuf [[Christoph Egedacher]] [[1682]], der seit [[1673]] als [[Orgelmacher#Hoforgelmacher|Hoforgelmacher]] in Salzburg tätig war. Ihre Anschaffung stiftete der Abt der [[Benediktinerabtei Weingarten|Reichsabtei Weingarten]], Reichsprälat (1673–1683) [[Alfons Stadlmayr]], der zwischen 1653 und 1673 [[Rektoren der Benediktineruniversität Salzburg|Rektor]] der [[Benediktineruniversität Salzburg]] gewesen war. Abt Stadlmayrs Vater war der Komponist [[Johann Stadlmayr]]. Das Gehäuse entwarf anscheinend Simon Fries,<ref>P. [[Petrus Eder]] OSB: ''Die neue Orgel in der Wallfahrtsbasilika MARIA PLAIN bei Salzburg'', hg. vom Superiorat Maria Plain, Salzburg 1998 (Faltblatt).</ref> der zuletzt noch zwei Schleierbretter anfertigte, die ihm 1685 bezahlt wurden und 16 [[Gulden|fl.]] gekostet hatten.<ref>''Item bezahle ich den Friesen Büldthauer umb zweÿ geschnittene blündtflügl zu der orgel 16 fl.'' In: ASP: Akt 1180/14 (1685), betreffend Maria Plain. Zitiert nach: [[Roman Schmeißner]]: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 249.</ref> | | Die große Orgel schuf [[Christoph Egedacher]] [[1682]], der seit [[1673]] als [[Orgelmacher#Hoforgelmacher|Hoforgelmacher]] in Salzburg tätig war. Ihre Anschaffung stiftete der Abt der [[Benediktinerabtei Weingarten|Reichsabtei Weingarten]], Reichsprälat (1673–1683) [[Alfons Stadlmayr]], der zwischen 1653 und 1673 [[Rektoren der Benediktineruniversität Salzburg|Rektor]] der [[Benediktineruniversität Salzburg]] gewesen war. Abt Stadlmayrs Vater war der Komponist [[Johann Stadlmayr]]. Das Gehäuse entwarf anscheinend Simon Fries,<ref>P. [[Petrus Eder]] OSB: ''Die neue Orgel in der Wallfahrtsbasilika MARIA PLAIN bei Salzburg'', hg. vom Superiorat Maria Plain, Salzburg 1998 (Faltblatt).</ref> der zuletzt noch zwei Schleierbretter anfertigte, die ihm 1685 bezahlt wurden und 16 [[Gulden|fl.]] gekostet hatten.<ref>''Item bezahle ich den Friesen Büldthauer umb zweÿ geschnittene blündtflügl zu der orgel 16 fl.'' In: ASP: Akt 1180/14 (1685), betreffend Maria Plain. Zitiert nach: [[Roman Schmeißner]]: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 249.</ref> |
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| | == Statuen in, an und vor der Wallfahrskirche == | | == Statuen in, an und vor der Wallfahrskirche == |
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| − | Datei:Schwebende Madonna im Mittelschiff vorne.jpg|Schwebende Madonna im Mittelschiff vorne
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| | Datei:Statue an der linken Kirchenseite in Maria Plain .jpg|Eine Statue an der linken Kirchenseite | | Datei:Statue an der linken Kirchenseite in Maria Plain .jpg|Eine Statue an der linken Kirchenseite |
| | Datei:Statue hl. Benedikt in Maria Plain Collage.jpg|Die Statue des hl. Benedikt vor dem Eingang in die Wallfahrtskirche. | | Datei:Statue hl. Benedikt in Maria Plain Collage.jpg|Die Statue des hl. Benedikt vor dem Eingang in die Wallfahrtskirche. |
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| | {{homepage|https://www.mariaplain.at/}} | | {{homepage|https://www.mariaplain.at/}} |
| | * Schmeißner, Roman: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', Duisburg & Köln: WiKu-Verlag 2015, ISBN 978-3-86553-446-0 (zugleich Dissertation: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg'', [[Universität Mozarteum]] 2012). | | * Schmeißner, Roman: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', Duisburg & Köln: WiKu-Verlag 2015, ISBN 978-3-86553-446-0 (zugleich Dissertation: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg'', [[Universität Mozarteum]] 2012). |
| | + | * [[Georg Stadler]]: ''Flachgau'', Seite 228f |
| | * [https://www.bergheim.at/mariaplain/ Gemeinde Bergheim: Maria Plain] | | * [https://www.bergheim.at/mariaplain/ Gemeinde Bergheim: Maria Plain] |
| | * [http://www.salzburg-rundgang.at/sehenswuerdigkeiten/kirchen_und_kloester/maria_plain/allgemein Maria Plain] | | * [http://www.salzburg-rundgang.at/sehenswuerdigkeiten/kirchen_und_kloester/maria_plain/allgemein Maria Plain] |