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Textersetzung - „Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä.“ durch „Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Faistenau)“
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Durch die relativ späte Besiedlung der Gegend im 12. Jahrhundert kann angenommen werden, dass sie von den ersten Siedlern als ''Tanzlinde'' gepflanzt wurde. Sie wächst seither auf der ''Gschwandt'', womit das durch ''Schwenden'' gerodete Dorf gemeint ist.
 
Durch die relativ späte Besiedlung der Gegend im 12. Jahrhundert kann angenommen werden, dass sie von den ersten Siedlern als ''Tanzlinde'' gepflanzt wurde. Sie wächst seither auf der ''Gschwandt'', womit das durch ''Schwenden'' gerodete Dorf gemeint ist.
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Erst danach, im Jahre [[1324]], stifteten die ''Edlen von [[St. Jakob am Thurn|Thurn]]'' die [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä.|Kirche]].
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Erst danach, im Jahre [[1324]], stifteten die ''Edlen von [[St. Jakob am Thurn|Thurn]]'' die [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Faistenau)|Kirche]].
    
Sie ist eine im Wachsen so geleitete Linde, dass ein kreisförmiges Podest angebracht werden konnte, um auf diesem in der Baumkrone im Ring zu tanzen. Die Tanzpodeste sind längst verschwunden, während die "verwachsene Linde" immer noch auf der "Schwandtn" steht, womit eine "Rodungsinsel" gemeint war; damals ein gerodeter Berg im Auwald von Faistenau. Inmitten dieser "Gschwandt" betrieb eine Familie neben der Linde einen Bauernhof und ein Gasthaus, den "Gasthof auf der Gschwandt", später "Postwirt" und zurzeit "Gasthof Alte Post". Anscheinend wurde der Familienname der Betreiber dieses Wirtshauses durch den Flurnamen "Berg" und vom "Ringtanz" auf der Tanzlinde gebildet. Der Begriff "Tanz" war damals nur im Adelsstand üblich, Bürgerliche nannten ihn "Reigen". Allerdings waren in Faistenau immer wieder Adelige "auf der Gschwandt" zugegen, nachweislich die Brüder ''Jakob'', ''Hartneid'', ''Hermann'' und ''Ulrich von Thurn'', die 1324 die [[Pfarrkirche Faistenau|Kirche in der Faistenau]] stifteten mit dem Recht, jährlich eine [[Dult]] abzuhalten. Durch die Anwesenheit der [[Schloss St. Jakob am Thurn|Adeligen von Thurn]] bei der Dult zum "Tanz" auf dem "Berg", der sicher eine Bewirtschaftung durch die ansässigen Bauersleute erfuhr, hat sich vermutlich deren Familienname "Tanzberger" eingebürgert.<ref>[[Roman Schmeißner]] / Walburga Tanzberger: ''Herkunft des Familiennamens Tanzberger (spekulativ)''. In: ''Erbhof Großbichl. Eigentümerchronik und Stammlinie der Familie Tanzberger'', Eigenverlag, Faistenau 2021, S. 24f.</ref> Diese scheinen bis 1724 als Besitzer des "Gasthauses auf der Geschwandt" auf. Dann heiratet die Witwe Maria Tanzberger (geb. Kerschbaumer, 1690–1762) Herrn Joseph Grill aus [[St. Gilgen]] und nimmt seinen Namen an.<ref>Roman Schmeißner / Walburga Tanzberger: ''Stammlinie Tanzberger ab 1633''. In: ''Erbhof Großbichl. Eigentümerchronik und Stammlinie der Familie Tanzberger'', Eigenverlag, Faistenau 2021, S. 27–36, hier S. 29.</ref>
 
Sie ist eine im Wachsen so geleitete Linde, dass ein kreisförmiges Podest angebracht werden konnte, um auf diesem in der Baumkrone im Ring zu tanzen. Die Tanzpodeste sind längst verschwunden, während die "verwachsene Linde" immer noch auf der "Schwandtn" steht, womit eine "Rodungsinsel" gemeint war; damals ein gerodeter Berg im Auwald von Faistenau. Inmitten dieser "Gschwandt" betrieb eine Familie neben der Linde einen Bauernhof und ein Gasthaus, den "Gasthof auf der Gschwandt", später "Postwirt" und zurzeit "Gasthof Alte Post". Anscheinend wurde der Familienname der Betreiber dieses Wirtshauses durch den Flurnamen "Berg" und vom "Ringtanz" auf der Tanzlinde gebildet. Der Begriff "Tanz" war damals nur im Adelsstand üblich, Bürgerliche nannten ihn "Reigen". Allerdings waren in Faistenau immer wieder Adelige "auf der Gschwandt" zugegen, nachweislich die Brüder ''Jakob'', ''Hartneid'', ''Hermann'' und ''Ulrich von Thurn'', die 1324 die [[Pfarrkirche Faistenau|Kirche in der Faistenau]] stifteten mit dem Recht, jährlich eine [[Dult]] abzuhalten. Durch die Anwesenheit der [[Schloss St. Jakob am Thurn|Adeligen von Thurn]] bei der Dult zum "Tanz" auf dem "Berg", der sicher eine Bewirtschaftung durch die ansässigen Bauersleute erfuhr, hat sich vermutlich deren Familienname "Tanzberger" eingebürgert.<ref>[[Roman Schmeißner]] / Walburga Tanzberger: ''Herkunft des Familiennamens Tanzberger (spekulativ)''. In: ''Erbhof Großbichl. Eigentümerchronik und Stammlinie der Familie Tanzberger'', Eigenverlag, Faistenau 2021, S. 24f.</ref> Diese scheinen bis 1724 als Besitzer des "Gasthauses auf der Geschwandt" auf. Dann heiratet die Witwe Maria Tanzberger (geb. Kerschbaumer, 1690–1762) Herrn Joseph Grill aus [[St. Gilgen]] und nimmt seinen Namen an.<ref>Roman Schmeißner / Walburga Tanzberger: ''Stammlinie Tanzberger ab 1633''. In: ''Erbhof Großbichl. Eigentümerchronik und Stammlinie der Familie Tanzberger'', Eigenverlag, Faistenau 2021, S. 27–36, hier S. 29.</ref>
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=== Eintreffen der Linder-Orgel 2018 ===
 
=== Eintreffen der Linder-Orgel 2018 ===
Um die Mittagszeit des [[5. Juni]] [[2018]] traf die neue [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä.#Linder-Orgel|Kirchenorgel]] bei Glockengeläut und Böllerschüssen unter der Tausendjährigen Linde in Faistenau ein. Die Belegschaft der Firma Linder-Orgelbau aus Nußdorf am Inn wurde von Pfarrer [[Clement Temba]], Bürgermeister [[Josef Wörndl (Faistenau)|Josef Wörndl]], dem Vorsitzenden des Faistenauer Orgelkomitees, Herrn Ing. Matthias Klaushofer, und weiteren Personen willkommen geheißen.
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Um die Mittagszeit des [[5. Juni]] [[2018]] traf die neue [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Faistenau)#Linder-Orgel|Kirchenorgel]] bei Glockengeläut und Böllerschüssen unter der Tausendjährigen Linde in Faistenau ein. Die Belegschaft der Firma Linder-Orgelbau aus Nußdorf am Inn wurde von Pfarrer [[Clement Temba]], Bürgermeister [[Josef Wörndl (Faistenau)|Josef Wörndl]], dem Vorsitzenden des Faistenauer Orgelkomitees, Herrn Ing. Matthias Klaushofer, und weiteren Personen willkommen geheißen.
    
== Gedicht ==
 
== Gedicht ==
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== Quellen ==
 
== Quellen ==
 
* [[Linde]]
 
* [[Linde]]
* [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä.#1863|Volksmission 1863]]
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* [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Faistenau)#1863|Volksmission 1863]]
 
== Einzelnachweise ==
 
== Einzelnachweise ==
 
<references />
 
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