| − | '''Franz Xaver Mangin''' (* [[1765]] in Graz, [[Stmk]].; † [[3. April]] [[1839]] in Frankenburg, [[OÖ]].)<ref name = "FM">[[Franz Martin]], ''Industrie, Gewerbe und Kunst in Salzburg [[1819]]'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde|Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK)]] 81, 1941, S. 145-160 [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19410003&seite=00000146 (S. 145 FN 5).]</ref> war im frühen [[19. Jahrhundert]] ein Salzburger Leinwandhändler und Fabrikant. | + | '''Franz Xaver Mangin''' (* [[1765]] in Graz, [[Stmk]].; † [[3. April]] [[1839]] in Frankenburg, [[OÖ]].)<ref name = "FM">[[Franz Martin]], ''Industrie, Gewerbe und Kunst in Salzburg [[1819]]'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde|Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK)]] 81, 1941, S. 145-160 [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19410003&seite=00000146 (S. 145 FN 5).]</ref> war im frühen [[19. Jahrhundert]] ein Salzburger Leinwandhändler und Fabrikant. |
| − | Er betrieb in [[Sinnhub (Salzburg)|Sinnhub]] bei (jetzt in) Salzburg einen [[Eisenhammer Sinnhub|Eisenhammer]]<ref>Nekrolog auf [[Franz Zeller (Kaufmann)|Franz Zeller]] in [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 31, 1891, [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18910006&seite=00000416 S. 416.]</ref> und Drahtzug<ref>Franz Martin aaO [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19410003&seite=00000160 S. 159 f.]</ref> und am [[Kranzlmarkt]] in der Salzburger [[Altstadt]] eine [[Textilhaus Thalhammer|Weiß- und Baumwollwarenhandlung]]<ref name = "FM"/>. | + | Er betrieb in [[Sinnhub (Salzburg)|Sinnhub]] bei (jetzt in) Salzburg einen [[Eisenhammer Sinnhub|Eisenhammer]]<ref>Nekrolog auf [[Franz Zeller (Kaufmann)|Franz Zeller]] in [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 31, 1891, [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18910006&seite=00000416 S. 416.]</ref> und Drahtzug<ref>Franz Martin aaO [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19410003&seite=00000160 S. 159 f.]</ref> und am [[Kranzlmarkt]] in der Salzburger [[Altstadt]] eine [[Textilhaus Thalhammer|Weiß- und Baumwollwarenhandlung]]<ref name = "FM"/>. |
| | Zur Zeit der Zugehörigkeit des [[Salzburg (Bundesland)|Landes Salzburg]] zum [[Königreich Bayern]] ([[1810]] bis [[1816]]), jedenfalls 1812, gehörte er dem [[Salzburger Munizipalrat]] an; damals wohnte er in der [[Judengasse]] (Haus [Altstadt] Nr. 66).<ref>[[Franz Xaver Weilmeyr|Franz X. Weilmeyr]], ''Salzburg, die Hauptstadt des [[Salzachkreis|Salzach-Kreis]]es. Ein Hand- und Addreß-Buch für Jedermann. Von Salzburg 1813. In der [[Johann Baptist Mayr|Mayer]]’schen Buchhandlung,'' [http://books.google.at/books?id=ZIwAAAAAcAAJ&pg=PA102&lpg=PA102 S. 102].</ref> | | Zur Zeit der Zugehörigkeit des [[Salzburg (Bundesland)|Landes Salzburg]] zum [[Königreich Bayern]] ([[1810]] bis [[1816]]), jedenfalls 1812, gehörte er dem [[Salzburger Munizipalrat]] an; damals wohnte er in der [[Judengasse]] (Haus [Altstadt] Nr. 66).<ref>[[Franz Xaver Weilmeyr|Franz X. Weilmeyr]], ''Salzburg, die Hauptstadt des [[Salzachkreis|Salzach-Kreis]]es. Ein Hand- und Addreß-Buch für Jedermann. Von Salzburg 1813. In der [[Johann Baptist Mayr|Mayer]]’schen Buchhandlung,'' [http://books.google.at/books?id=ZIwAAAAAcAAJ&pg=PA102&lpg=PA102 S. 102].</ref> |
| − | [[Franz Martin]]<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19410003&seite=00000161 MGSLK 81, 1941, S. 160.]</ref> zitiert einen Bericht Mangins, den dieser dem k. k. Salzburger Kreisamt erstattete: | + | [[Franz Martin]]<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19410003&seite=00000161 MGSLK 81, 1941, S. 160.]</ref> zitiert einen Bericht Mangins, den dieser dem k. k. Salzburger Kreisamt erstattete: |
| | :„''... Der übrige kleine Theil trägt das Schicksal unserer guten Stadt, die durch vieljährige Leiden und Regierungsveränderungen von dem einstigen Gipfel ihres Wohlstandes und Glückes auf den Boden der Armuth gesunken ist. Ihr früherer glücklicher Zustand hat den Kunstfleiß ihrer Bürger erwärmt und genährt - ihr Fall war auch jener der ihrigen. Die Meister unter ihnen, die sich in früheren Zeiten bei Verfertigung ihrer der Mode und dem Luxus gewidmeten Erzeugnißen wohlhabend befanden, sahen sich genötigt, ihre Kunst zum Handwerk (im engsten Sinn des Wortes) zu reducieren und ihre Hände mißmuthig den gröbsten Arbeiten zu widmen, um nur den dürftigsten Unterhalt für sich und ihre Familien zu erschwitzen. Mancher hat den größten Theil seiner Kunst vergessen, weil jahrelang keine Frage an ihn hierüber, jahrelang keine Aufmunterung an ihn erging. Jene, die wirklich die Hoffnung auf bessere Zeiten für die Zukunft und auf Vorrath arbeiteten, sahen sich getäuscht, denn während die Producenten jährlich zunahmen, ward die Klasse der Consumenten von Jahr zu Jahr geringer, und selbst diese kleine Zahl sieht sich durch die Zeitverhältnisse und Verdienstlosigkeit gezwungen, auf alles, was nicht zum unentbehrlichen gehört, zu verzichten. Auf diese Art blieben des braven Arbeiters Vorräthe liegen - auf ihnen lag ein Kapital, dessen größere Hälfte meist fremdes Eigentum war. Die Zeit der hierauf zu leistenden Bedingniße erschien und der fleißige Bürger sah sich genötigt, - um auch als ehrlich zu erscheinen - seine Vorräthe um jeden Preis zu veräußern, nur um Geld zu lösen, um sein Wort erfüllen zu können. Die Folgen sind zu einleuchtend und bedürfen keine Hinweisung. Unmuth, der größte Feind des Kunstfleißes, lagerte sich in die Werkstätte. Rückwärtsgehen in jeder Hinsicht wird sein Loos sein. - So tief sind wir gesunken! | | :„''... Der übrige kleine Theil trägt das Schicksal unserer guten Stadt, die durch vieljährige Leiden und Regierungsveränderungen von dem einstigen Gipfel ihres Wohlstandes und Glückes auf den Boden der Armuth gesunken ist. Ihr früherer glücklicher Zustand hat den Kunstfleiß ihrer Bürger erwärmt und genährt - ihr Fall war auch jener der ihrigen. Die Meister unter ihnen, die sich in früheren Zeiten bei Verfertigung ihrer der Mode und dem Luxus gewidmeten Erzeugnißen wohlhabend befanden, sahen sich genötigt, ihre Kunst zum Handwerk (im engsten Sinn des Wortes) zu reducieren und ihre Hände mißmuthig den gröbsten Arbeiten zu widmen, um nur den dürftigsten Unterhalt für sich und ihre Familien zu erschwitzen. Mancher hat den größten Theil seiner Kunst vergessen, weil jahrelang keine Frage an ihn hierüber, jahrelang keine Aufmunterung an ihn erging. Jene, die wirklich die Hoffnung auf bessere Zeiten für die Zukunft und auf Vorrath arbeiteten, sahen sich getäuscht, denn während die Producenten jährlich zunahmen, ward die Klasse der Consumenten von Jahr zu Jahr geringer, und selbst diese kleine Zahl sieht sich durch die Zeitverhältnisse und Verdienstlosigkeit gezwungen, auf alles, was nicht zum unentbehrlichen gehört, zu verzichten. Auf diese Art blieben des braven Arbeiters Vorräthe liegen - auf ihnen lag ein Kapital, dessen größere Hälfte meist fremdes Eigentum war. Die Zeit der hierauf zu leistenden Bedingniße erschien und der fleißige Bürger sah sich genötigt, - um auch als ehrlich zu erscheinen - seine Vorräthe um jeden Preis zu veräußern, nur um Geld zu lösen, um sein Wort erfüllen zu können. Die Folgen sind zu einleuchtend und bedürfen keine Hinweisung. Unmuth, der größte Feind des Kunstfleißes, lagerte sich in die Werkstätte. Rückwärtsgehen in jeder Hinsicht wird sein Loos sein. - So tief sind wir gesunken! |