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| − | Dr.[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#R|iur. utr.]] '''Franz Matthias May''' (* ?; † [[23. Juli]] [[1693]] <ref> Sattler, Magnus: Collectaneen-Blätter zur Geschichte der ehemaligen Benedictiner-Universität Salzburg. – Kempten 1890, S. 189</ref> )war ein Salzburger [[Hofrat]] und Rechtsprofessor. | + | Dr.[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#R|iur. utr.]] '''Franz Matthias May''' (* ?; † [[23. Juli]] [[1693]] <ref>Sattler, Magnus: ''Collectaneen-Blätter zur Geschichte der ehemaligen Benedictiner-Universität Salzburg''. Kempten 1890, S. 189.</ref>) war ein Salzburger [[Hofrat]] und Rechtsprofessor. |
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| − | ==Leben== | + | == Leben == |
| − | Er wurde 1652 in Ingolstadt zum Doktor iuris promoviert. Ab 1652 lehrte er an der Universität Salzburg Institutionen, ab 1657 Pandekten.<ref>Die ''Digesten'' oder ''Pandekten'' sind einer der Hauptteile des ''Corpus iuris civilis'', der Grundlage des Römischen Rechts in seiner im Spät[[mittelalter]] und in der Neuzeit im [[Reich#Heiliges_R.C3.B6misches_Reich|Heiligen Römischen Reich]] geltenden Form; vgl. den [[Wikipedia]]-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Corpus_iuris_civilis#Aufbau_des_Werks_und_Abfassungszeit ''Corpus iuris civilis''.]</ref> Dekan der Fakultät war er in den Jahren 1656/57, 1659/60, 1663/64 und 1667-68. Er war Hochfürstlicher Salzburgischer Hofrat und kaiserlicher Hofpfalzgraf, 1671 kam er als churfürstl. Bayr. Assessor des Reichkammergerichts nach Speyer. Danach wurde er kaiserlicher Reichshofrat in Wien und Concommisarius des Reichstags zu Regensburg. | + | Er wurde 1652 in Ingolstadt zum Doktor iuris promoviert. Ab 1652 lehrte er an der [[Benediktineruniversität Salzburg]] Institutionen, ab 1657 Pandekten.<ref>Die ''Digesten'' oder ''Pandekten'' sind einer der Hauptteile des ''Corpus iuris civilis'', der Grundlage des Römischen Rechts in seiner im Spät[[mittelalter]] und in der Neuzeit im [[Reich#Heiliges_R.C3.B6misches_Reich|Heiligen Römischen Reich]] geltenden Form; vgl. den [[Wikipedia]]-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Corpus_iuris_civilis#Aufbau_des_Werks_und_Abfassungszeit ''Corpus iuris civilis''.]</ref> Dekan der Fakultät war er in den Jahren 1656/57, 1659/60, 1663/64 und 1667-68. Er war Hochfürstlicher Salzburgischer [[Hofrat]] und kaiserlicher Hofpfalzgraf, 1671 kam er als churfürstlich Bayerischer Assessor des Reichkammergerichts nach Speyer. Danach wurde er kaiserlicher Reichshofrat in Wien und Concommisarius des Reichstags zu [[Regensburg]]. |
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| | Franz Mathias May war verheiratet mit Maria Anna geborene [[Weckherlin von Adlstetten|Weckherlin<sup>in</sup> von Adelstetten]]; die beiden erwarben in der Stadt Salzburg das sogenannte Krotachhaus.<ref>Schmid aaO S. 329 f Nr. 1159. Das kaufgegenständliche Haus wurde umschreiben als [[Bistum Chiemsee|fürstlich Chiemseeische]] „[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#U|Urbars]]-Behausung“ in [[Krotachgasse|Krottach]], „gegen dem [[Berchtesgadener Hof|Berchtoldsgadner Hof]] über“, „sonst die Suntzingerische Behausung genannt“.</ref> | | Franz Mathias May war verheiratet mit Maria Anna geborene [[Weckherlin von Adlstetten|Weckherlin<sup>in</sup> von Adelstetten]]; die beiden erwarben in der Stadt Salzburg das sogenannte Krotachhaus.<ref>Schmid aaO S. 329 f Nr. 1159. Das kaufgegenständliche Haus wurde umschreiben als [[Bistum Chiemsee|fürstlich Chiemseeische]] „[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#U|Urbars]]-Behausung“ in [[Krotachgasse|Krottach]], „gegen dem [[Berchtesgadener Hof|Berchtoldsgadner Hof]] über“, „sonst die Suntzingerische Behausung genannt“.</ref> |
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| − | Im Jahr 1679 war Franz Mathias May bereits Salzburgischer [[Adelsstand|Landmann]] und erwarb mehrere Güter im [[Pfleggerichte|Pfleggericht]] [[Bezirksgericht Neumarkt|Lichtenthann]] und im Pfleggericht [[Tittmoning]].<ref> Schmid aaO S. 342 f Nr. 1200.</ref> | + | Im Jahr 1679 war Franz Mathias May bereits Salzburgischer [[Adelsstand|Landmann]] und erwarb mehrere Güter im [[Pfleggerichte|Pfleggericht]] [[Pfleggericht Alt- und Lichtenthann|Lichtenthann]] und im Pfleggericht [[Tittmoning]].<ref> Schmid aaO S. 342 f Nr. 1200.</ref> |
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| − | Derselbe, nun benannt als Franntz Mathias ''May von und zu Obertäching'', erhielt im Jahr 1682 und nochmals 1693 den bereits 1678 erhaltenen Sitz und Hof zu [[Taching|Täching]] im [[Pfleggericht Tättlham|Pfleggericht Tettlhamb]] zu Lehen.<ref> Schmid aaO S. 343 f (Nr. 1203) und 348 (Nr. 1217). Derartige Wiederbelehnungen fanden insbesondere bei Wechsel des Lehensherrn statt.</ref> | + | Derselbe, nun benannt als Franntz Mathias ''May von und zu Obertäching'', erhielt im Jahr 1682 und nochmals 1693 den bereits 1678 erhaltenen Sitz und Hof zu [[Taching|Täching]] im [[Pfleggericht Tettelham]] zu Lehen.<ref> Schmid aaO S. 343 f (Nr. 1203) und 348 (Nr. 1217). Derartige Wiederbelehnungen fanden insbesondere bei Wechsel des Lehensherrn statt.</ref> |
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| − | Im Jahr 1669 war Franz Mathias May nicht mehr am Leben. Er hinterließ seine Witwe Maria Anna (* [[1637]]; † [[6. Mai]] [[1668]]) und (zumindest) die drei gemeinsamen Kinder Maria Ursula Francisca, Franz Joachim und Polycarp<ref> Schmid aaO S. 332 f Nr. 1167.</ref><ref>[[Franz Martin|Martin, Franz]], ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte: 57. Weckherlin von Adlstetten'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] Band 78 (1938) S. 165-168 (167) = Derselbe, ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' (Verlag der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Salzburg [[1946]]), S. 210-212. Da für das Jahr 1669 belegt ist, dass Maria Anna Witwe war, ist Franz Martins Angabe für Franz Matthias Mays Todestag († 23. Juli 1693) zu verwerfen und ist davon auszugehen, dass es einen zweiten Franz Matthias May gab, auf den diese Angabe zutreffen mag.</ref> (siehe auch den Artikel "[[May]]"). | + | Im Jahr 1669 war Franz Mathias May nicht mehr am Leben. Er hinterließ seine Witwe Maria Anna (* [[1637]]; † [[6. Mai]] [[1668]]) und (zumindest) die drei gemeinsamen Kinder Maria Ursula Francisca, Franz Joachim und Polycarp<ref> Schmid aaO S. 332 f Nr. 1167.</ref><ref>[[Franz Martin|Martin, Franz]], ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte: 57. Weckherlin von Adlstetten'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] Band 78 (1938) S. 165-168 (167) = Derselbe, ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' (Verlag der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Salzburg [[1946]]), S. 210-212. Da für das Jahr 1669 belegt ist, dass Maria Anna Witwe war, ist Franz Martins Angabe für Franz Matthias Mays Todestag († 23. Juli 1693) zu verwerfen und ist davon auszugehen, dass es einen zweiten Franz Matthias May gab, auf den diese Angabe zutreffen mag.</ref> (siehe auch den Artikel "[[May]]"). |
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| − | ==Quellen und Anmerkungen== | + | == Quellen und Anmerkungen == |
| | * Schmid, Joseph: ''Urkunden-Regesten des Kollegiatstiftes U. L. Frau zur Alten Kapelle in Regensburg.'' [http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/quellen/altekapelle/Band-2.pdf Zweiter Band.] Regensburg 1912. | | * Schmid, Joseph: ''Urkunden-Regesten des Kollegiatstiftes U. L. Frau zur Alten Kapelle in Regensburg.'' [http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/quellen/altekapelle/Band-2.pdf Zweiter Band.] Regensburg 1912. |
| | <references/> | | <references/> |
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