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| | Wenn diese Grundvoraussetzung gegeben ist, können die Milankoviç-Zyklen ihre Wirksamkeit entfalten. Es sind eigentlich drei Parameter, die zusammen diesen Zyklus ausmachen und zwar: | | Wenn diese Grundvoraussetzung gegeben ist, können die Milankoviç-Zyklen ihre Wirksamkeit entfalten. Es sind eigentlich drei Parameter, die zusammen diesen Zyklus ausmachen und zwar: |
| − | * die Präzession, deren Periodizität ungefähr zwischen 19.000 und 24.000 Jahren schwankt, und bei der sich zwei verschiedene Zyklen überlagern: | + | * die Präzession, deren Periodizität ungefähr zwischen 19 000 und 24 000 Jahren schwankt, und bei der sich zwei verschiedene Zyklen überlagern: |
| − | ** die Präzession der Erdrotationsachse („trudelnder Kreisel“) mit Zyklen von 25.700 bis 25.800 Jahren | + | ** die Präzession der Erdrotationsachse („trudelnder Kreisel“) mit Zyklen von 25 700 bis 25 800 Jahren |
| − | ** die Präzession der Apsiden (Periheldrehung) mit Zyklen von 112.000 Jahren | + | ** die Präzession der Apsiden (Periheldrehung) mit Zyklen von 112 000 Jahren |
| − | * die Variation der Ekliptikschiefe (Neigungswinkel der Erdachse) mit einem Zyklus von 41.000 Jahren | + | * die Variation der Ekliptikschiefe (Neigungswinkel der Erdachse) mit einem Zyklus von 41 000 Jahren |
| − | * die Änderung der Exzentrizität (Variation der Länge der Halbachsen der Erdbahn) mit einem einfachen Zyklus von rund 100.000 Jahren, wobei ein Exzentrizitätsmaximum ungefähr alle 405.000 Jahre auftritt.<ref>Wikipedia 2022, Stichwort ''Milanković-Zyklen</ref> | + | * die Änderung der Exzentrizität (Variation der Länge der Halbachsen der Erdbahn) mit einem einfachen Zyklus von rund 100.000 Jahren, wobei ein Exzentrizitätsmaximum ungefähr alle 405 000 Jahre auftritt.<ref>Wikipedia 2022, Stichwort ''Milanković-Zyklen</ref> |
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| | [[Datei: Milanković_Variations.png|thumb|Die Milanković-Zyklen und die Quartären Eiszeiten, Quelle: Wikipedia 2022, Stichwort ''Milanković-Zyklen'']] | | [[Datei: Milanković_Variations.png|thumb|Die Milanković-Zyklen und die Quartären Eiszeiten, Quelle: Wikipedia 2022, Stichwort ''Milanković-Zyklen'']] |
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| − | Die Abbildung zeigt deutlich, dass die Interglaziale ( Zwischeneiszeiten) sehr kurze Zeiträume sind. Die grauen Balken in der unteren Zeile der Abbildung sind die Warmzeiten zwischen den Kaltzeiten, die nach einer langen Vorbereitungsphase in einem ebenfalls nur sehr kurzen Maximum der Vereisung gipfeln. Bei der letzten Eiszeit, der Würm-Eiszeit, lag das Maximum der Vereisung bei etwa 20.000 bis 23.000 Jahren vor Heute, während die Vorbereitungsphase mit beginnenden Gletschervorstößen den Zeitraum von ca. 100.000 Jahren in Anspruch nahm. Das Spätglazial, das ist der Zeitraum zwischen dem Würm-Maximum und dem Ende des Pleistozän vor 10.000 Jahren vor Heute, dauerte etwa 10.000 Jahre. | + | Die Abbildung zeigt deutlich, dass die Interglaziale ( Zwischeneiszeiten) sehr kurze Zeiträume sind. Die grauen Balken in der unteren Zeile der Abbildung sind die Warmzeiten zwischen den Kaltzeiten, die nach einer langen Vorbereitungsphase in einem ebenfalls nur sehr kurzen Maximum der Vereisung gipfeln. Bei der letzten Eiszeit, der Würm-Eiszeit, lag das Maximum der Vereisung bei etwa 20 000 bis 23 000 Jahren vor Heute, während die Vorbereitungsphase mit beginnenden Gletschervorstößen den Zeitraum von ca. 100 000 Jahren in Anspruch nahm. Das Spätglazial, das ist der Zeitraum zwischen dem Würm-Maximum und dem Ende des Pleistozän vor 10.000 Jahren vor Heute, dauerte etwa 10.000 Jahre. |
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| | == Unser aktuelles Eiszeitalter == | | == Unser aktuelles Eiszeitalter == |
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| | Das kanäozoische Eiszeitalter begann bereits im Tertiär vor etwa 34 Millionen Jahren, als der Kontinent Antarktis den Südpol erreichte und allmählich vergletscherte. Im Pliozän vor etwa 2,7 Millionen Jahren setzt eine verstärkte Eisbildung auch in der Arktis ein. Ab diesem Zeitpunkt wechseln sich längrre Kaltzeiten und kürzere Warmzeiten nach dem Rhythmus der Milanković-Zyklen ab.<ref>Wikipedia 2022, Stichwort: Kanäozoisches Eiszeitalter</ref> | | Das kanäozoische Eiszeitalter begann bereits im Tertiär vor etwa 34 Millionen Jahren, als der Kontinent Antarktis den Südpol erreichte und allmählich vergletscherte. Im Pliozän vor etwa 2,7 Millionen Jahren setzt eine verstärkte Eisbildung auch in der Arktis ein. Ab diesem Zeitpunkt wechseln sich längrre Kaltzeiten und kürzere Warmzeiten nach dem Rhythmus der Milanković-Zyklen ab.<ref>Wikipedia 2022, Stichwort: Kanäozoisches Eiszeitalter</ref> |
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| − | Vor etwa 2 Millionen Jahren begann das Quartär, dessen erste Phase als Pleistozän bezeichnet wird. Unsere aktuelle geologische Epoche wird als Holozän bezeichnet und beginnt vor etwa 10.000 Jahren vor Heute. Streng genommen befinden wir uns in einer Zwischeneiszeit, deren warmzeitlicher Höhepunkt bereits überschritten ist. Etwa in 10.000 Jahren wäre nach den Milanković-Zyklen eine neue Eiszeit zu erwarten,<ref>Kroonenberg 2008, S. 12</ref> sofern die Menschheit es nicht schafft, durch die anthropogen verursachte Klimaerwärmung die natürliche Abfolge von Kalt- und Warmzeiten zu zerstören.<ref>Dollinger 2010, S. 17f</ref> | + | Vor etwa zwei Millionen Jahren begann das Quartär, dessen erste Phase als Pleistozän bezeichnet wird. Unsere aktuelle geologische Epoche wird als Holozän bezeichnet und beginnt vor etwa 10 000 Jahren vor Heute. Streng genommen befinden wir uns in einer Zwischeneiszeit, deren warmzeitlicher Höhepunkt bereits überschritten ist. Etwa in 10 000 Jahren wäre nach den Milanković-Zyklen eine neue Eiszeit zu erwarten,<ref>Kroonenberg 2008, S. 12</ref> sofern die Menschheit es nicht schafft, durch die anthropogen verursachte Klimaerwärmung die natürliche Abfolge von Kalt- und Warmzeiten zu zerstören.<ref>Dollinger 2010, S. 17f</ref> |
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| | ==Frühere Eiszeitalter== | | ==Frühere Eiszeitalter== |
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| | Auf dem Gebiet des Landes Salzburg sind Sedimente von drei der vier klassischen Alpinen Eiszeiten nachgewiesen, die von Penck & Brückner als Günz-, Mindel-, Riss- und Würm-Eiszeit bezeichnet wurden. Die Namensgebung erfolgte nach Flüssen im bayerischen Alpenvorland in deren Bereich die Endmoränen gefunden wurden.<ref>Penck & Brückner 1909</ref> | | Auf dem Gebiet des Landes Salzburg sind Sedimente von drei der vier klassischen Alpinen Eiszeiten nachgewiesen, die von Penck & Brückner als Günz-, Mindel-, Riss- und Würm-Eiszeit bezeichnet wurden. Die Namensgebung erfolgte nach Flüssen im bayerischen Alpenvorland in deren Bereich die Endmoränen gefunden wurden.<ref>Penck & Brückner 1909</ref> |
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| − | * Die ältesten erhaltenen eiszeitlichen Sedimente im Land Salzburg sind die mindelzeitlichen Endmoränen nördlich von Köstendorf und südlich des Irrsberges bei Straßwalchen. Sedimente der Günz-Eiszeit sind auf dem Gebiet des Landes Salzburg nicht belegt.<ref>Dollinger 1998, S. 92</ref> | + | * Die ältesten erhaltenen eiszeitlichen Sedimente im Land Salzburg sind die mindelzeitlichen Endmoränen im Norden von Köstendorf und südlich des [[Irrsberg (Neumarkt am Wallersee)|Irrsberges]] (auf der Grenze von [[Neumarkt am Wallersee]] und [[Straßwalchen]]). Sedimente der Günz-Eiszeit sind auf dem Gebiet des Landes Salzburg nicht belegt.<ref>Dollinger 1998, S. 92</ref> |
| − | * Etwas jünger sind die Interglazialen Deltaschichten aus dem Spätglazial der Mindel-Eiszeit im Bereich der Stadt Salzburg, die den Hellbrunner Berg, den Rainberg und den Mönchsberg aufbauen.<ref>ebd.</ref> | + | * Etwas jünger sind die Interglazialen Deltaschichten aus dem Spätglazial der Mindel-Eiszeit im Bereich der [[Stadt Salzburg]], die den [[Hellbrunner Berg]], den [[Rainberg]] und den [[Mönchsberg]] aufbauen.<ref>ebd.</ref> |
| − | * Die Moränen der Riss-Eiszeit findet man als Staffel im Bereich der oberösterreichisch/ salzburgischen Landesgrenze.<ref>Del Negro 1967, S. 20</ref> Diese Endmoränen sind aufgrund ihrer kryogenen Überformung während der nachfolgenden [[Würm-Eiszeit]] deutlich von den Würm-Moränen zu unterscheiden. | + | * Die Moränen der Riss-Eiszeit findet man als Staffel im Bereich der [[oberösterreich]]isch-salzburgischen Landesgrenze.<ref>[[Walter Del-Negro|Del Negro]] 1967, S. 20</ref> Diese Endmoränen sind aufgrund ihrer kryogenen Überformung während der nachfolgenden [[Würm-Eiszeit]] deutlich von den Würm-Moränen zu unterscheiden. |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |