Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
3.237 Bytes hinzugefügt ,  19:17, 9. Mär. 2011
Die Seite wurde neu angelegt
Das '''Antlassei''' geworfen oder an einem besonderen Ort platziert sticht unter all den gefärbten und bemalten Ostereiern als Besonderheit heraus.

==Name==
Sein Name leitet sich vom "''Antlasstag''", dem Gründonnerstag, der in [[Land Salzburg|Salzburg]] auch "''Weichenpfingsttag''" heißt, ab.

==Geschichte==
Bis ins späte [[Mittelalter]] war das der Tag, an dem öffentlich von der Kirche verurteilte Personen aus der Kirchenbuße entlassen wurden und ab dann wieder am Gottesdienst teilnehmen durften. Am Karsamstag wurden sie neu getauft.

==Brauchtum==
Das Antlassei ist als Segensbringer, der Gesundheit und das Ausbleiben von Unglück verheißt, für Mensch und Tier seit vielen Jahrhunderten bekannt.
Roh und gekocht, gefärbt und weiß Einigkeit über das Antlassei herrscht allein darin, dass es eine segen- und schutzbringende Besonderheit der Karwoche ist. Diese Eier müssen von den [[Haushuhn|Hennen]] am Gründonnerstag gelegt werden. In vielen Orten können auch karfreitags und am Karsamstag gelegte Eier als Antlasseier Verwendung finden. Aber schon bei der Frage, ob diese Eier gekocht oder roh, ob sie gefärbt oder ungefärbt ihre Wirkung tun, gibt es regionale Unterschiede. Grün und violett, als die heiligen Farben der Karwoche, dominieren bei Antlasseiern jedenfalls vor Rot. Ein Antlassei ist aber jedenfalls auch ohne priesterliche Weihe gesegnet, denn es trägt eine natürliche Weihe, weil von der Henne an diesem besonderen Tag gelegt wurde, in sich.

Recht spektakulär in der Reihe des Segens- und Abwehrzaubers ist der Wurf eines Antlasseis über das Dach eines Hauses, wodurch das Ausbleiben von Muren, [[Unwetter]]n und allen sonstigen Schäden des Gebäudes erwartet wird. Ein Ei kann auch gemeinsam mit einem [[Holz]]stück, das von der "''Scheitlweihe''" anlässlich eines Osterfeuers stammt, vergraben werden. Dann
schützt es vor Feuer und Blitzschlag. Das Ei, in der Nähe eines Baches vergraben, soll vor Hochwasser, Überflutung und zu viel Regen schützen. Ein Antlassei, auch mehrere, im Dachboden auf die Firstpfette gelegt, oder, um Haltbarkeit zu erzielen, in Kalkmilch eingelegt, schützt vor Feuer und [[Blitz]]schlag, vor Sturmschäden und [[Hagel]].

Eingelegte Antlasseier wurden früher bis Weihnachten aufbewahrt und dann verkocht, speziell auch zum Keksebacken verwendet. Antlasseier werden auch heute noch an Patenkinder verschenkt. In [[Mattsee]] war es üblich, dass Gründonnerstags-Eier den Männern, die Freitags-Eier Frauen und Kindern gegeben wurden. An anderen Orten war es wiederum genau umgekehrt. Auch im [[Lungau]] haben die Eier der drei Kartage oft unterschiedliche Bedeutungen, die aber in den Familien nicht einheitlich sind. "Ontlaseier" wurden auch für die österliche Speisenweihe und das Ostermahl ausgewählt. Die "Benedictio ovorum", die Eierweihe stammt aus dem Mittelalter.

Eier galten den Ahnen als "flüssiges Fleisch" und durften deshalb erst ab Ostern wieder verzehrt werden.

Ein Bespiel, dass sich Bräuche wandeln, aber nicht aussterben ist, dass in neuerer Zeit zum Schutz auch im Handschuhfach eines Autos Antlasseier deponiert werden.

==Quelle==
*[[Salzburger Nachrichten]] Sonderbeilage vom 7. April 2007

[[Kategorie:Brauchtum]]

Navigationsmenü