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== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
=== Bis 1985 ===
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=== Die Entstehung der Deklaration  ===
Die Politiker wollten dadurch 3 500 Hektar gewidmetes Grünland auf Dauer erhalten und darin keine Bauten und Maßnahmen zulassen, die diesem Ziel widersprechen.
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Einer der Baumeister der Grünlanddeklaration war der damalige [[Bürgerliste Salzburg|Bürgerlisten]]-[[Salzburger Stadtrat|Stadtrat]] [[Johannes Voggenhuber]].
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Nach dem Ende der Monarchie beginnt ca. ab dem Jahr 1920 eine Expansionsphase der Stadt Salzburg mit einem Bevölkerungszuzug und einer ungesteuerten Siedlungsentwicklung in den Vororten, welche die Einwohnerzahl der Stadt Salzburg auf knapp unter 80.000 steigen ließ und nach dem 2. Weltkrieg setzt jene schleichende Zerstörung der noch weitgehend intakten Altstadtbezirke ein, gegen die sich später der Kunsthistoriker Hans Sedlmayr in seiner Streitschrift „Die demolierte Schönheit“ wendet. Auf Initiative von Landeshauptmann Hans Lechner konnte zwar mit dem Altstadterhaltungsgesetz 1967 dem sukzessiven Verfall vorerst Einhalt geboten werden, doch drohte in der Folge eine Kernausräumung der Altstadthäuser  und eine ebenso allmähliche Zerstörung der das Stadtbild prägenden Landschaftsräume.
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Walter Sedlmayr veröffentlichte das Buch „Stadt ohne Landschaft. Salzburgs Schicksal morgen“, mit dem er „das Ringen um die Erhaltung der Salzburger Stadtlandschaften einläutete“ . Ein wesentlicher Anstoß dafür war die Präsentation des Stadtentwicklungsmodells von 1970, bei dem unter anderem die Verbauung der Flächen westlich und östlich der Hellbrunner Allee durch Wohnbauten für 40.000 Menschen sowie eine Campus-Universität auf den Wiesen von Freisaal vorgesehen war. Zusätzlich war eine hochrangige Verkehrsverbindung in Verlängerung der Michael-Pacher-Straße über eine im Bereich des heutigen Überfuhrstegs geplante Brücke zu einem Kapuzinerbergtunnel sowie nach Westen über die Freisaaler Wiesen in das Nonntal konzipiert („Süd-Ost-Tangente“).
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Aus heutiger Sicht ist festzustellen, dass es sich beim Zeitraum zwischen 1951 bis 1981 um eine weitere Expansionsphase handelt, in welcher die Stadt Salzburg bis 1981 auf knapp 140.000 EinwohnerInnen anwuchs. Seitdem ist eine lediglich geringfügige Zunahme der Bevölkerung zu verzeichnen. Der Wohnungsbedarf bleibt jedoch ungebrochen auf hohem Niveau, was auf die Änderungen in den Haushaltsstrukturen (kleinere Haushalte, gestiegene Nachfrage nach periodischen Wohnsitzen) zurückzuführen ist.  
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Die Grünlanddeklaration war die Reaktion der Stadtpolitik auf den Aufstand der Bürger, die sich vehement gegen weitere Verbauung des wertvollen Grünraumes der Stadt einsetzten. Vor allem in den [[Nachkriegszeit|Nachkriegsjahren]] bis um [[1980]] war in der Landeshauptstadt ein Wohnblock nach dem anderen errichtet worden. Unter anderem war auch vorgesehen gewesen, die besonders wertvollen Grünflächen in [[Freisaal]] und beiderseits der einzigartigen [[Hellbrunner Allee]] zu verbauen. Auch eine [[Stadtautobahn]] quer durch die [[Stadt Salzburg]] war in Diskussion.
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Insbesondere die geplante Errichtung der Campus-Universität mit allen vier Fakultäten in Freisaal war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Obwohl die Errichtung der Universitätsgebäude bereits politisch weitgehend fixiert war, erreichte die durch den Schauspieler Herbert Fux, den Bäckermeister Richard Hörl und den Richter Eckehart Ziesel gegründete Bürgerinitiative „Schützt unser Grünland“, dass sich neben dem eigentlichen „Vordenker“ Hans Sedl-mayr weitere prominente Persönlichkeiten für den Erhalt der Freisaal-Wiesen einsetzten, z.B. Altlandeshauptmann und Altbundeskanzler Josef Klaus, Pater Thomas Michels OSB, einer der Gründer der Volluniversität im Jahr 1963, sowie auch der Dichter Peter Handke, welcher der Gegend zwischen Moosstraße und Hellbrunner Allee im Jahr 1983 auch ein literarisches Denkmal schenkte.
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Die Altstadt-Universität wurde so Realität. Als sich auch die Salzburger Nachrichten mit einem Leitartikel am 23. Juni 1977 kurz vor der Gemeinderatswahl auf die Seite der Grünlandschützer stellten, das „schwindlige Mikro-Manhattan beim Bahnhof als Spottgeburt aus Rücksichtslosigkeit und Beton“ bezeichneten und feststellten, dass sich „Salzburgs Murksokratie anschickte, dem vorstädtischen Mikro-Manhattan im Süden bei Hellbrunn ein Gegenstück zu verpassen“, schlug nach einem Leitartikel in den Salzburger Nachrichten von Clemens M. Hutter mit dem Titel „Die Salzburger Murksokratie“ auch die öffentliche Meinung um. Die Bürgerinitiative kandidierte für die Gemeinderatswahl 1977 und erreichte am 2. Oktober 1977 zwei Mandate. Bei der nächsten Gemeinderatswahl im Jahr 1983 wurden sogar sechs Mandate und ein Regierungssitz für die Bürgerliste erreicht. Auf Initiative von Stadtrat Johannes Voggenhuber, der Ende April 1984 einen konkreten Diskussionsentwurf für eine Grünlanddeklaration vorlegte, wurde ein Expertengremium eingerichtet, dem neben Vertretern der Stadtgemeinde auch die Landesplanung, der Gemeindeverband, die Arbeiterkammer, die Wirtschaftskammer, die Landwirtschaftskammer und der Regionalverband Salzburg Stadt und Umgebungsgemeinden angehörten. Im Rahmen des Expertengremiums wurde zwischen Herbst 1984 und Juni 1985 die Deklaration „Geschütztes Grünland“ fertig ausgearbeitet und am 28. Juni 1985 als „heiliger Schwur“ des Gemeinderates beschlossen. Die Politiker wollten dadurch 3 500 Hektar gewidmetes Grünland auf Dauer erhalten und darin keine Bauten und Maßnahmen zulassen, die diesem Ziel widersprechen.
    
=== Bis 2007 ===
 
=== Bis 2007 ===

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