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Doch das Domkapitel und die Mehrheit der [[Hohe Salzburger Landschaft|Salzburger Landschaft]], angeführt von der Stadt [[Mühldorf am Inn]], waren für den Verbleib Rohrs als (Fürst)Erzbischof. Daraufhin teilte Rohr dem Kaiser am [[17. Jänner]] [[1479]] mit, dass es ihm nicht möglich sei, die Bedingungen für die Resignation zu erfüllen. Er hoffte auf die Unterstützung Ungarns  und von Bayern. Bernhard von Rohr  hatte am [[14. November]] [[1475]] die polnischen Königstochter Hedwig und den Baiernherzog Georg am Hochaltar der noch im Bau befindlichen Martinskirche in Landshut ([[Landshuter Hochzeit]]) getraut und war seither ein gern gesehener Gast am Herzogshof. Aber Herzog Ludwig der Reiche starb am [[27. Jänner]] [[1479]] und der neue Herzog, dessen Sohn, war nicht bereit, das Bündnis seines Vaters mit Rohr zu bestätigen.   
 
Doch das Domkapitel und die Mehrheit der [[Hohe Salzburger Landschaft|Salzburger Landschaft]], angeführt von der Stadt [[Mühldorf am Inn]], waren für den Verbleib Rohrs als (Fürst)Erzbischof. Daraufhin teilte Rohr dem Kaiser am [[17. Jänner]] [[1479]] mit, dass es ihm nicht möglich sei, die Bedingungen für die Resignation zu erfüllen. Er hoffte auf die Unterstützung Ungarns  und von Bayern. Bernhard von Rohr  hatte am [[14. November]] [[1475]] die polnischen Königstochter Hedwig und den Baiernherzog Georg am Hochaltar der noch im Bau befindlichen Martinskirche in Landshut ([[Landshuter Hochzeit]]) getraut und war seither ein gern gesehener Gast am Herzogshof. Aber Herzog Ludwig der Reiche starb am [[27. Jänner]] [[1479]] und der neue Herzog, dessen Sohn, war nicht bereit, das Bündnis seines Vaters mit Rohr zu bestätigen.   
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Die vorschnelle Resignation bereute Bernhard von Rohr bald und widerrief seine Zusage. Der Kaiser war darauf ungehalten und erhöhte den Druck auf den Fürsterzbischof. Er trieb diesen dazu, ein Bündnis mit dem kaiserfeindlichen ungarischen König Matthias Corvinus einzugehen und räumte dabei im Vertrag von [[1479]] dem Ungarnkönig seine Burgen in [[Kärnten]] und der [[Steiermark]] ein, was zu langen und blutigen bürgerkriegsähnlichen Unruhen führte. Erst am [[29. November]] [[1481]] dankte Bernhard von Rohr als regierender Fürst endgültig ab, behielt aber lebenslang den Titel eines Fürsterzbischofs von Salzburg.  
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Die vorschnelle Resignation bereute Bernhard von Rohr bald und widerrief seine Zusage. Der Kaiser war darauf ungehalten und erhöhte den Druck auf den Fürsterzbischof. Er trieb diesen dazu, ein Bündnis mit dem kaiserfeindlichen ungarischen König Matthias Corvinus einzugehen und räumte dabei im Vertrag von [[1479]] dem Ungarnkönig seine Burgen in [[Kärnten]] und der [[Steiermark]], was zu langen und blutigen bürgerkriegsähnlichen Unruhen führte. Erst am [[29. November]] [[1481]] dankte Bernhard von Rohr als regierender Fürst endgültig ab, behielt aber lebenslang den Titel eines Fürsterzbischofs von Salzburg.  
    
Sein Rücktritt und die Ernennung von [[Johann III. Beckenschlager|Johann Beckenschlager]] zum Koadjutor  von Rohr und [[Administrator (Katholische Kirche)|Administrator]] führte zu neuen Spannungen: Bayrische Parteigänger wollten die Ernennung von Johann Beckenschlager nicht hinnehmen und förderten maßgeblich die (erfolglose) Wahl des Erzbischofs und Salzburger [[Domherr]]en, [[Christoph Ebran von Wildenberg]]. Die heimliche Wahl von Ebran von Wildenberg zum Erzbischof hinter dem Rücken des Administrators Beckenschlager in [[Mühldorf am Inn]] wurde aber weder vom Kaiser noch von Papst anerkannt. Ebran konnte sich nicht durchsetzen und wurde samt seinen Anhängern vom Papst exkommuniziert.  
 
Sein Rücktritt und die Ernennung von [[Johann III. Beckenschlager|Johann Beckenschlager]] zum Koadjutor  von Rohr und [[Administrator (Katholische Kirche)|Administrator]] führte zu neuen Spannungen: Bayrische Parteigänger wollten die Ernennung von Johann Beckenschlager nicht hinnehmen und förderten maßgeblich die (erfolglose) Wahl des Erzbischofs und Salzburger [[Domherr]]en, [[Christoph Ebran von Wildenberg]]. Die heimliche Wahl von Ebran von Wildenberg zum Erzbischof hinter dem Rücken des Administrators Beckenschlager in [[Mühldorf am Inn]] wurde aber weder vom Kaiser noch von Papst anerkannt. Ebran konnte sich nicht durchsetzen und wurde samt seinen Anhängern vom Papst exkommuniziert.  
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