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| | ==== Erste urkundliche Erwähnung von Reit ==== | | ==== Erste urkundliche Erwähnung von Reit ==== |
| − | [[976]] übergibt Erzbischof [[Friedrich I.]] tauschweise dem Erzpriester Perhtold und dem edlen Kleriker Rihheri neben Liegenschaften in Abtsdorf ("''Himminga''"), Saaldorf ("''Cheminata''") und Trostberg ("''Engertsham''") noch zwei Höfe in "''Ruite''" (heute Reit in [[Unken]]) bei "''Pisonzia''" (auch "Bisonzia", mittelalterl. Bezeichnung für [[Pinzgau]]) samt allen dazugehörigen Zinsbauern, sowie dreißig namentlich angeführten Sklaven und Sklavinnen ("''mancipia''") auf beider vorgenannter Lebenszeit.<ref>Willibald Hauthaler, Salzburger Urkundenbuch. I. Band: Traditionscodices, Salzburg 1910, 177-178.</ref> | + | [[976]] übergibt Erzbischof [[Friedrich I.]] tauschweise dem Erzpriester Perhtold und dem edlen Kleriker Rihheri neben Liegenschaften in Abtsdorf ("Himminga"), Saaldorf ("Cheminata") und Trostberg ("Engertsham") noch zwei Höfe in "Ruite" (heute Reit in [[Unken]]) bei "Pisonzia" (auch "Bisonzia", mittelalterl. Bezeichnung für [[Pinzgau]]) samt allen dazugehörigen Zinsbauern, sowie dreißig namentlich angeführten Sklaven und Sklavinnen ("mancipia") auf beider vorgenannter Lebenszeit.<ref>[[Willibald Hauthaler]], [[Salzburger Urkundenbuch]]. I. Band: Traditionscodices, Salzburg 1910, 177-178.</ref> |
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| | === Hochmittelalter === | | === Hochmittelalter === |
| − | [[1186]] beschenkt Erzbischof [[Adalbert III.|Adalbert III]] das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Stift St. Peter]] mit einem Gut zu Unken samt zugehöriger Familie, sowie einer Salzquelle.<ref>St. Peter, Archiv der Erzabtei St. Peter, Archiv der Erzabtei (1005-1981) Urk. Nr. 27 - 1186, in: monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/AT-StiASP/Urkunden/Urk_Nr_27-1186/charter>, zuletzt abgerufen: am 12.02.2022 </ref> [[1228]] wird die Grafschaft Pinzgau ([[Mitterpinzgau|Mitter]]-, [[Unterpinzgau|Unter]]- und [[Oberpinzgau]]) des Herzogtums Bayern dem [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] verliehen. [[1234]] einigt sich Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit Ludwig I. der Bayer als Lehensträger der Grafschaft Reichenhall, von Salzburg anerkannt, über die Holzbezugsrechte im Saalachtal. Bis 1260 besitzen die [[Grafen von Plain]] das Saalach- und den östliche Teil des Salzachgebietes mit den Nebentälern als Afterlehen. | + | [[1186]] beschenkt Erzbischof [[Adalbert III.|Adalbert III]] das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Stift St. Peter]] mit einem Gut zu Unken samt zugehöriger Familie, sowie einer Salzquelle.<ref>St. Peter, Archiv der Erzabtei St. Peter, Archiv der Erzabtei (1005-1981) Urk. Nr. 27 - 1186, in: monasterium.net, URL [https://www.monasterium.net/mom/AT-StiASP/Urkunden/Urk_Nr_27-1186/charter www.monasterium.net], zuletzt abgerufen am 12.02.2022 </ref> [[1228]] wird die Grafschaft Pinzgau ([[Mitterpinzgau|Mitter]]-, [[Unterpinzgau|Unter]]- und [[Oberpinzgau]]) des Herzogtums Bayern dem [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] verliehen. [[1234]] einigt sich Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit Ludwig I. der Bayer als Lehensträger der Grafschaft Reichenhall, von Salzburg anerkannt, über die Holzbezugsrechte im Saalachtal. Bis 1260 besitzen die [[Grafen von Plain]] das Saalach- und den östliche Teil des Salzachgebietes mit den Nebentälern als Afterlehen. |
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| | ==== Erste urkundliche Erwähnung Unkens ==== | | ==== Erste urkundliche Erwähnung Unkens ==== |
| − | [[1137]] beschenkt [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit einer Salzpfanne in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] und sechs Hofstätten in den Wäldern von ''Vnchen'' (Unken).<ref>Reichersberg, Stiftsarchiv Urkunden (1137-1857) 1137, in: monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/AT-StiAR/ReichersbergCanReg/1137/charter>, zuletzt abgerufen: am 12.02.2022 (deutsch).</ref> | + | [[1137]] beschenkt [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit einer Salzpfanne in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] und sechs Hofstätten in den Wäldern von ''Vnchen'' (Unken).<ref>Reichersberg, Stiftsarchiv Urkunden (1137-1857) 1137, in: monasterium.net, URL [https://www.monasterium.net/mom/AT-StiAR/ReichersbergCanReg/1137/charter www.monasterium.net], zuletzt abgerufen am 12.02.2022 (deutsch).</ref> |
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| | ==== Ursprünge geschlossenen Siedlungsraumes in Unken ==== | | ==== Ursprünge geschlossenen Siedlungsraumes in Unken ==== |
| − | Im Siedlungsraum Unken bestehen im Hochmittelalter bereits rund 60 Höfe<ref>Kurt Klein, Historisches Ortslexikon, Statistische Dokumentationzur Bevölkerungs-und Siedlungsgeschichte Salzburg, Wien 2016, ÖAW online unter:https://www.oeaw.ac.at/fileadmin/subsites/Institute/VID/PDF/Publications/diverse_Publications/Historisches_Ortslexikon/Ortslexikon_Einfuehrung.pdf, 125.</ref>, welche im Eigentum von sieben Grundherrschaften stehen ([[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit sechs Güter, das Stift St. Peter neun, das Stift Sankt Zeno mit fünf, [[Kloster Höglwörth]] mit sieben, die [[Fürstpropstei Berchtesgaden|Fürstpropstei Berchtesgaden]] mit sieben, die Stiftung [[Lodron]]<nowiki>kollegialität</nowiki> mit drei und das Fürsterzbistum Salzburg ebenfalls mit drei Hofstätten). Bevorzugt dürfte zu Beginn die große Ebene des [[Unkenbach]]<nowiki>schwemmkegels</nowiki>, der “Boden”, gerodet und besiedelt worden sein. Die Landnahme dürfte im Hochmittelalter großteils zum Abschluss gekommen sein. Siedlungen im Spätmittelalter sind jedoch nicht auszuschließen, gleich die Teilungen von [[Halber Bauernhof|Huben]] oder Halbhuben. Ein Kleinweiler mit den vier Gütern Schrempf, Fritz, Kalchofen und Percht, die anschließende Rotte mit Aschl, Falter, Unterhager, Heistl und Fuchs, die Einzelhöfe am Schemmkegelrand Hölzl und [[Oberrain (Unken)|Oberrain]] und auf der linken oberen Saalachterrasse die Güter Flatscher, Kaltenbach (Forsthaus) bilden möglicherweise den ersten geschlossenen Siedlungsraum von Unken. Das heutige ländliche Siedlungsgefüge gleicht letztlich dem des Mittelalters. Die Neubauten des [[20. Jahrhundert|20.]] und [[21. Jahrhundert]]s stehen auf den, im 11. und 12. Jahrhundert gerodeten Fluren. Von den Almen, den Nieder- wie von den Hochalmen ist die Quellenlage dürftig. [[1346]] wird die [[Kallbrunnalm]] in [[Weißbach bei Lofer]], genannt, die [[1996]] ihre 650 Jahrfeier hatte. Verbriefte Almrechte der Zeche Gföll scheinen zu Beginn des Jahres [[1405]] auf. | + | Im Siedlungsraum Unken bestehen im Hochmittelalter bereits rund 60 Höfe<ref>Kurt Klein, Historisches Ortslexikon, Statistische Dokumentationzur Bevölkerungs-und Siedlungsgeschichte Salzburg, Wien 2016, ÖAW online unter [https://www.oeaw.ac.at/fileadmin/subsites/Institute/VID/PDF/Publications/diverse_Publications/Historisches_Ortslexikon/Ortslexikon_Einfuehrung.pdf www.oeaw.ac.at], pdf, Seite 125.</ref>, welche im Eigentum von sieben Grundherrschaften stehen ([[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit sechs Güter, das Stift St. Peter neun, das Stift Sankt Zeno mit fünf, [[Kloster Höglwörth]] mit sieben, die [[Fürstpropstei Berchtesgaden|Fürstpropstei Berchtesgaden]] mit sieben, die Stiftung [[Lodron]]<nowiki>kollegialität</nowiki> mit drei und das Fürsterzbistum Salzburg ebenfalls mit drei Hofstätten). Bevorzugt dürfte zu Beginn die große Ebene des [[Unkenbach]]<nowiki>schwemmkegels</nowiki>, der “Boden”, gerodet und besiedelt worden sein. Die Landnahme dürfte im Hochmittelalter großteils zum Abschluss gekommen sein. Siedlungen im Spätmittelalter sind jedoch nicht auszuschließen, gleich die Teilungen von [[Halber Bauernhof|Huben]] oder Halbhuben. Ein Kleinweiler mit den vier Gütern Schrempf, Fritz, Kalchofen und Percht, die anschließende Rotte mit Aschl, Falter, Unterhager, Heistl und Fuchs, die Einzelhöfe am Schemmkegelrand Hölzl und [[Oberrain (Unken)|Oberrain]] und auf der linken oberen Saalachterrasse die Güter Flatscher, Kaltenbach (Forsthaus) bilden möglicherweise den ersten geschlossenen Siedlungsraum von Unken. Das heutige ländliche Siedlungsgefüge gleicht letztlich dem des Mittelalters. Die Neubauten des [[20. Jahrhundert|20.]] und [[21. Jahrhundert]]s stehen auf den, im 11. und 12. Jahrhundert gerodeten Fluren. Von den Almen, den Nieder- wie von den Hochalmen ist die Quellenlage dürftig. [[1346]] wird die [[Kallbrunnalm]] in [[Weißbach bei Lofer]], genannt, die [[1996]] ihre 650 Jahrfeier hatte. Verbriefte Almrechte der Zeche Gföll scheinen zu Beginn des Jahres [[1405]] auf. |
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| | ===== Niederland/Entache ===== | | ===== Niederland/Entache ===== |
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| | === Spätmittelalter === | | === Spätmittelalter === |
| − | [[1285]] werden vom Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]] und dem Baiernherzog Heinrich XIII. die Rechte an Holz im Saalachtal erneut festgehalten. Ende des 13. Jahrhunderts sind die Bayernherzöge, die Wittelsbacher, alleinige Besitzer der Sudrechte in Reichenhall - 70 Pfannen sind im Betrieb, mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. Siebzig Pfannen befinden sich in Betrieb und werden mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. Erst ab [[1328]] ist der Erzbischof auch Landesfürst und somit auch alleiniger Herrscher des Reichsfürstentums und Erzstiftes Salzburg. Fortan wird das Erzstift Salzburg vom [[Fürsterzbischof]] regiert. [[1380 ]] wird das Sodergut am Unkenberg<ref>Friederike Zaisberger, Geschichte Salzburg, Wien 1998, 144.</ref>, bei dem es sich um einen der ältesten [[Erbhof|Erbhöfe]] im Land Salzburg handelt<ref>N.N., die ersten hundert Erbhöfe im Lande Salzburg, in: Salzburger Chronik für Stadt und Land 109, 11.05.1935, 5.</ref>erwähnt. [[1400]] werden das [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#M|Moargut]] und das Wimmergut in Hintergföll erstmalig erwähnt.[[1412]] beschwert sich Herzog Heinrich XVI. von Bayern beim Fürsterzbischof [[Eberhard III. von Neuhaus]], dass die Schwarzwälder im Pinzgau durch Einfänge und Schwendungen stark leiden. Herzog Albrecht V. klagt um 1560 erneut gegenüber Fürsterzbischof [[Johann Jakob Kuen von Belasy]] über das Brennen und Schwenden der Bauern. Durch den Vertrag von [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] [[1525]] unter Fürsterzbischof Kardinal [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und Herzog Ludwig X. sind die Rechte Bayerns über die Schwarzwälder im Saalchtal endgültig verbrieft. | + | [[1285]] werden vom Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]] und dem Baiernherzog Heinrich XIII. die Rechte an Holz im Saalachtal erneut festgehalten. Ende des 13. Jahrhunderts sind die Bayernherzöge, die Wittelsbacher, alleinige Besitzer der Sudrechte in Reichenhall - 70 Pfannen sind im Betrieb, mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. Siebzig Pfannen befinden sich in Betrieb und werden mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. Erst ab [[1328]] ist der Erzbischof auch Landesfürst und somit auch alleiniger Herrscher des Reichsfürstentums und Erzstiftes Salzburg. Fortan wird das Erzstift Salzburg vom [[Fürsterzbischof]] regiert. [[1380 ]] wird das Sodergut am Unkenberg<ref>[[Friederike Zaisberger]], [[Geschichte Salzburgs]], Wien 1998, 144.</ref>, bei dem es sich um einen der ältesten [[Erbhof|Erbhöfe]] im Land Salzburg handelt<ref>N.N., die ersten hundert Erbhöfe im Lande Salzburg, in: [[Salzburger Chronik]] für Stadt und Land 109, 11.05.1935, 5.</ref>erwähnt. [[1400]] werden das [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#M|Moargut]] und das Wimmergut in Hintergföll erstmalig erwähnt.[[1412]] beschwert sich Herzog Heinrich XVI. von Bayern beim Fürsterzbischof [[Eberhard III. von Neuhaus]], dass die Schwarzwälder im Pinzgau durch Einfänge und Schwendungen stark leiden. Herzog Albrecht V. klagt um 1560 erneut gegenüber Fürsterzbischof [[Johann Jakob Kuen von Belasy]] über das Brennen und Schwenden der Bauern. Durch den Vertrag von [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] [[1525]] unter Fürsterzbischof Kardinal [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und Herzog Ludwig X. sind die Rechte Bayerns über die Schwarzwälder im Saalchtal endgültig verbrieft. |
| − | [[1350]] wird die Talsperre "''chniepoz''" ([[Kniepass]]) in den Erzbischöflichen Steuerbüchern<ref>Herbert Klein, Die bäuerlichen Eigenleute des Fürsterzbistums Salzburg im späteren Mittelalter, in: MGSLK 73, 1933, 109ff</ref> (Urbare) erstmalig genannt.<ref>Friederike Zaisberger, Der Kniepass, in: Knieppass-Schriften 1, 1974, 1</ref> | + | |
| | + | [[1350]] wird die Talsperre "chniepoz" ([[Kniepass]]) in den Erzbischöflichen Steuerbüchern<ref>Herbert Klein, Die bäuerlichen Eigenleute des Fürsterzbistums Salzburg im späteren Mittelalter, in: MGSLK 73, 1933, 109ff</ref> (Urbare) erstmalig genannt.<ref>Friederike Zaisberger, Der Kniepass, in: Knieppass-Schriften 1, 1974, 1</ref> |
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| | ==== Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren ==== | | ==== Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren ==== |
| | :''Hauptartikel [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Unken)|Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren]] | | :''Hauptartikel [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Unken)|Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren]] |
| − | Durch Erzbischof Konrad I. wurde [[1136]] das [[Augustiner Chorherrenstift St. Zeno| Augustiner Chorherrenstift St. Zeno]] gegründet. Dem Stift St. Zeno obliegt auch die Seelsorge im Saalachtal mit der Mutterkirche [[St. Martin bei Lofer|St. Martin]] und den Filialkirchen in Lofer und in Unken. Die sechs Siedlungsräume in Unken-Reit mit den rund siebzig Gütern bilden ab spätestens [[1353]]<ref>Josef Dürlinger, Von Pinzgau: geschichtliche Übersichten, Orte- und Kirchenmatrikel ; mit chronologischer Tabelle, Salzburg 1866, 93.</ref> die Kreuztracht Unken bzw. die Zechen Boden (heute: Unken), Niederland, [[Unkenberg (Unken)|Unkenberg]] und Gföll. Im Jahr [[1554]] ist die Kirche "''am thurm, Überzimmer und Glockhen durch das wild Feuer verprunnen''". [[1556]] wird das Gotteshaus St. Jakob der Kreuztracht Unken auf Befehl des Fürsterzbischof [[Michael von Kuenburg]] zur Vikariatskirche erhoben<ref>Josef Dürlinger, Von Pinzgau: geschichtliche Übersichten, Orte- und Kirchenmatrikel ; mit chronologischer Tabelle, Salzburg 1866, 128.</ref>, der zwei Chorherrn des Sifts St. Zeno zugeordnet sind. Am 5. September 1756 kommt es zu einem verheerenden Brand, welcher von einem Feuer beim benachbarten Mayrwirtshaus ausging und auf die Kirche übergriff.<ref>Pfarre Unken, Pfarrkirche Unken, online unter: https://www.pfarrverband-saalachtal.at/pfarre-unken/kirchen-kapellen/#.YggotZqZO70, zuletzt abgerufen am: 12.02.2022 (deutsch).</ref> Ab [[1812]] ist Unken eine selbständige [[Pfarre Unken|Pfarre]] der [[Erzdiözese Salzburg]], jedoch weiterhin mit von Augustiner Chorherrn, (Stift 1803 aufgelöst), als Seelsorger betreut. | + | Durch Erzbischof Konrad I. wurde [[1136]] das [[Augustiner Chorherrenstift St. Zeno| Augustiner Chorherrenstift St. Zeno]] gegründet. Dem Stift St. Zeno obliegt auch die Seelsorge im Saalachtal mit der Mutterkirche [[St. Martin bei Lofer|St. Martin]] und den Filialkirchen in Lofer und in Unken. Die sechs Siedlungsräume in Unken-Reit mit den rund siebzig Gütern bilden ab spätestens [[1353]]<ref>Josef Dürlinger, Von Pinzgau: geschichtliche Übersichten, Orte- und Kirchenmatrikel ; mit chronologischer Tabelle, Salzburg 1866, 93.</ref> die Kreuztracht Unken bzw. die Zechen Boden (heute: Unken), Niederland, [[Unkenberg (Unken)|Unkenberg]] und Gföll. Im Jahr [[1554]] ist die Kirche "am thurm, Überzimmer und Glockhen durch das wild Feuer verprunnen". [[1556]] wird das Gotteshaus St. Jakob der Kreuztracht Unken auf Befehl des Fürsterzbischof [[Michael von Kuenburg]] zur Vikariatskirche erhoben<ref>[[Josef Dürlinger]], Von Pinzgau: geschichtliche Übersichten, Orte- und Kirchenmatrikel ; mit chronologischer Tabelle, Salzburg 1866, 128.</ref>, der zwei Chorherrn des Sifts St. Zeno zugeordnet sind. Am 5. September 1756 kommt es zu einem verheerenden Brand, welcher von einem Feuer beim benachbarten Mayrwirtshaus ausging und auf die Kirche übergriff.<ref>Pfarre Unken, Pfarrkirche Unken, online unter [https://www.pfarrverband-saalachtal.at/pfarre-unken/kirchen-kapellen/#.YggotZqZO70 www.pfarrverband-saalachtal.at], zuletzt abgerufen am 12.02.2022 (deutsch).</ref> Ab [[1812]] ist Unken eine selbständige [[Pfarre Unken|Pfarre]] der [[Erzdiözese Salzburg]], jedoch weiterhin mit von Augustiner Chorherrn, (Stift 1803 aufgelöst), als Seelsorger betreut. |
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| | ==== Die Meislquelle ==== | | ==== Die Meislquelle ==== |
| − | Die Meislquelle, auch Bischofsquelle am Pfannhausberg oder Pfannhausquelle, wurde 1186 erstmalig in einer Schenkungsurkunde Erzbischofs [[Adalbert III. von Böhmen|Adalbert III.]] an das Stift St. Peter erwähnt, welche 1210 erneut bestätigt wurde.<ref>Josef Dürlinger, Von Pinzgau: geschichtliche Übersichten, Orte- und Kirchenmatrikel ; mit chronologischer Tabelle, Salzburg 1866, 202.</ref> Die Salzquelle geriet offenbar im Verlauf der folgenden Jahrhunderte in Vergessenheit. Erst im Jahr 1666 wird die Meislquelle durch die beiden Unkener Bauern Thomas Pfannhauser und Johann Möschl nahe dem Stift Petrischen Pfannhausgut (wieder)entdeckt.<ref>Lorenz Hübner, | + | Die Meislquelle, auch Bischofsquelle am Pfannhausberg oder Pfannhausquelle, wurde 1186 erstmalig in einer Schenkungsurkunde Erzbischofs [[Adalbert III. von Böhmen|Adalbert III.]] an das Stift St. Peter erwähnt, welche 1210 erneut bestätigt wurde.<ref>Josef Dürlinger, Von Pinzgau: geschichtliche Übersichten, Orte- und Kirchenmatrikel ; mit chronologischer Tabelle, Salzburg 1866, 202.</ref> Die Salzquelle geriet offenbar im Verlauf der folgenden Jahrhunderte in Vergessenheit. Erst im Jahr 1666 wird die Meislquelle durch die beiden Unkener Bauern Thomas Pfannhauser und Johann Möschl nahe dem Stift Petrischen Pfannhausgut (wieder)entdeckt.<ref>[[Lorenz Hübner]], Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik: Das Salzburgische Gebirgland : Pangau, Lungau und Pinzgau, Salzburg 1796, 645.</ref> Beim Nachgraben habe man verschiedenes, altes Holzwerk zwischen Stauden und Steinen gefunden, was auf eine frühere Nutzung der Quelle hinweise. Nach einer Wasserprobenentnahme konnte nach dreistündigem Sieden ein zwölfprozentiger Salzgehalt festgestellt werden (2 Pfund Salz bei 6 Viertel Wasser).<ref>Ebd.</ref> Die Salzburger Hofkammer befahl, dass sechs alte Männer über die Entstehung bzw. dem Unterbleiben der bisherigen Nutzung zu befragen seinen. Am [[10. Juli]] [[1666]] bestätigte Sebastian Heitzmann die einstimmigen Angaben der Männer mit den Worten: |
| − | Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik: ¬Das Salzburgische Gebirgland : Pangau, Lungau und Pinzgau, Salzburg 1796, 645.</ref> Beim Nachgraben habe man verschiedenes, altes Holzwerk zwischen Stauden und Steinen gefunden, was auf eine frühere Nutzung der Quelle hinweise. Nach einer Wasserprobenentnahme konnte nach 3-stündigem Sieden ein 12%iger Salzgehalt festgestellt werden (2 Pfund Salz bei 6 Viertel Wasser).<ref>Ebd.</ref> Die Salzburger Hofkammer befahl, dass sechs alte Männer über die Entstehung bzw. dem Unterbleiben der bisherigen Nutzung zu befragen seinen. Am 10 Juli 1666 bestätigte Sebastian Heitzmann die einstimmigen Angaben der Männer mit den Worten: | |
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| − | ''"Die gemein Sag ist schon lang herumgegangen und gar von denen Alten für ain Prophezeyung gehalten worden, wann man zu Reichenhall dem Arbeither zu hart mitfahre, so werde zu Unken ain Salzbrunn aufstehen und auf der Kranwettau dasselbsten ain Salzpfann aufkommen."''<ref>Dürlinger, Pinzgau, 202.</ref>
| + | "Die gemein Sag ist schon lang herumgegangen und gar von denen Alten für ain Prophezeyung gehalten worden, wann man zu Reichenhall dem Arbeither zu hart mitfahre, so werde zu Unken ain Salzbrunn aufstehen und auf der Kranwettau dasselbsten ain Salzpfann aufkommen."<ref>Dürlinger, Pinzgau, 202.</ref> |
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| | Trotz anschließender Freilegung wurde auf eine wirtschaftliche Nutzung der Meislquelle verzichtet. Bis zum Verbot ab dem Jahr 1710 wurde den Unknerischen Untertanen jeweils auf ein Jahr, gegen 6 Gulden Pacht die Bewilligung erteilt, die Meislquelle zum Benetzen der trockenen Futter zu nützen, um dieses für das Vieh genießbarer zu machen.<ref>Hübner, Beschreibung des Erzstiftes, 646.</ref> Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts werden wieder Pläne zur Nutzung der Meislquelle durch den Bau einer Soleleitung zur ''Bade- und Trink-Cur-Anstalt'' zu Oberrain durch den Badinhaber [[Hermann Schmidtmann]] aufgenommen.<ref>Joseph Ottokar Freiherr von Buschman, Das "Industrie-Salz", Wien 1892, 224.</ref> Das Vorhaben kommt über die Erstellung eines Projektplans nicht hinaus. | | Trotz anschließender Freilegung wurde auf eine wirtschaftliche Nutzung der Meislquelle verzichtet. Bis zum Verbot ab dem Jahr 1710 wurde den Unknerischen Untertanen jeweils auf ein Jahr, gegen 6 Gulden Pacht die Bewilligung erteilt, die Meislquelle zum Benetzen der trockenen Futter zu nützen, um dieses für das Vieh genießbarer zu machen.<ref>Hübner, Beschreibung des Erzstiftes, 646.</ref> Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts werden wieder Pläne zur Nutzung der Meislquelle durch den Bau einer Soleleitung zur ''Bade- und Trink-Cur-Anstalt'' zu Oberrain durch den Badinhaber [[Hermann Schmidtmann]] aufgenommen.<ref>Joseph Ottokar Freiherr von Buschman, Das "Industrie-Salz", Wien 1892, 224.</ref> Das Vorhaben kommt über die Erstellung eines Projektplans nicht hinaus. |
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| | ==== Bad Unken ==== | | ==== Bad Unken ==== |
| | + | :''Hauptartikel [[Bad Unken]] |
| | Am [[27. Juli]] [[1894]] wird mittels Verordnung der k. k. [[Landesregierung]] Salzburg für den ''heilklimatischen Curort Unken'' erstmals eine Kurordnung genehmigt.<ref>Gesetze und Verordnungen für das Herzogthum Salzburg, Jahrgang 1894, Stück 21, 27.07.1894 unter [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=18940004&seite=00000097 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref> Bäder werden verabreicht im ''Schütterbad'' (seit dem [[17. Jahrhundert]]), auf [[Oberrain]]<ref>N.N., Bade- und Trink-Cur-Anstalt zu Oberrain, in: [[Salzburger Volksblatt]]: unabhängige Tageszeitung für Stadt und Land Salzburg, 13.07.1878, 5.</ref> (seit dem [[18. Jahrhundert]]) und beim Gasthof Post (ab [[1870]])<ref>Josef Mayrgschwendtner, Gasthaus zur Post in Unken, in [[Salzburger Zeitung]], 1870, 23.07.1870, 4, online unter [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700623&seite=4&zoom=33 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref>. Vier Gasthäuser, das Gast- und Badhaus Oberrain (siehe auch [[Schloss Oberrain]]), das Gasthaus "Zum weißen Lamm" (Kramerwirt), der Gasthof Post, und das Schütterbad bieten preiswerte Zimmer mit gesamt über 100 Fremdenbetten an. Nikolaus Rainer und die Familie Mayrgwendtner sind die "Investoren". Bei der ''Löwenquelle'' ladet seit [[1844]] ein „Pavillon“ zum Verweilen ein. Westlich von Oberrain bietet eine Kastanienpromenade<ref>noch heute sind Teile des Baumbestandes von damals erhalten, gleich wie Spazierwege</ref> Schatten, gleich wie ein Baumbestand im Gastgarten des Gasthofs Post. Ein Spazierweg an des Saalach, der Josephieweg mit Ruhenbänken ermöglicht unmittelbares Naturerlebnis. In der Fellner Au wird ein Lawn-Tennisplatz (Rasentennis) angelegt. Mit Fuhrwerken ist die Schwarzenbergklamm (seit 1836 ? begehbar) und mit Trägern zu günstigem Tarif sind die Hochalm und das Sonntagshorn erreichbar. | | Am [[27. Juli]] [[1894]] wird mittels Verordnung der k. k. [[Landesregierung]] Salzburg für den ''heilklimatischen Curort Unken'' erstmals eine Kurordnung genehmigt.<ref>Gesetze und Verordnungen für das Herzogthum Salzburg, Jahrgang 1894, Stück 21, 27.07.1894 unter [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=18940004&seite=00000097 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref> Bäder werden verabreicht im ''Schütterbad'' (seit dem [[17. Jahrhundert]]), auf [[Oberrain]]<ref>N.N., Bade- und Trink-Cur-Anstalt zu Oberrain, in: [[Salzburger Volksblatt]]: unabhängige Tageszeitung für Stadt und Land Salzburg, 13.07.1878, 5.</ref> (seit dem [[18. Jahrhundert]]) und beim Gasthof Post (ab [[1870]])<ref>Josef Mayrgschwendtner, Gasthaus zur Post in Unken, in [[Salzburger Zeitung]], 1870, 23.07.1870, 4, online unter [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700623&seite=4&zoom=33 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref>. Vier Gasthäuser, das Gast- und Badhaus Oberrain (siehe auch [[Schloss Oberrain]]), das Gasthaus "Zum weißen Lamm" (Kramerwirt), der Gasthof Post, und das Schütterbad bieten preiswerte Zimmer mit gesamt über 100 Fremdenbetten an. Nikolaus Rainer und die Familie Mayrgwendtner sind die "Investoren". Bei der ''Löwenquelle'' ladet seit [[1844]] ein „Pavillon“ zum Verweilen ein. Westlich von Oberrain bietet eine Kastanienpromenade<ref>noch heute sind Teile des Baumbestandes von damals erhalten, gleich wie Spazierwege</ref> Schatten, gleich wie ein Baumbestand im Gastgarten des Gasthofs Post. Ein Spazierweg an des Saalach, der Josephieweg mit Ruhenbänken ermöglicht unmittelbares Naturerlebnis. In der Fellner Au wird ein Lawn-Tennisplatz (Rasentennis) angelegt. Mit Fuhrwerken ist die Schwarzenbergklamm (seit 1836 ? begehbar) und mit Trägern zu günstigem Tarif sind die Hochalm und das Sonntagshorn erreichbar. |
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