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| | [[Datei:Karfreitagratschen in Thalgau 2.4.2010 Karfreitagratschen 2010 014 A.jpg|thumb|[[Ministrant]]en beim Karfreitagsratschen in Thalgau (Bild v. 2.4.2010)]] | | [[Datei:Karfreitagratschen in Thalgau 2.4.2010 Karfreitagratschen 2010 014 A.jpg|thumb|[[Ministrant]]en beim Karfreitagsratschen in Thalgau (Bild v. 2.4.2010)]] |
| | + | [[Datei:Kleppern DSC06881.JPG|thumb|Karfreitags-Kleppern in Thalgau]] |
| | + | [[Datei:Georg Wieser bei der Ratschenerzeugung.jpg|thumb|Georg Wieser bei der Kleppererzeugung]] |
| | + | [[Datei:Ratschenbuam Karfreitagsratschen 1937.jpg|thumb|Ratschenbuam im Jahr [[1937]].]] |
| | Die '''Karfreitagsratschen''' treten am [[Karfreitag]] und [[Karsamstag]] als Ersatz für die verstummenden Kirchenglocken auf. Im Herbst 2015 wurde der [[Brauch]] in die Liste der [[Immaterielles UNESCO Kulturerbe|immateriellen UNESCO Kulturerbe]] aufgenommen<ref>{{Quelle SN|29. September 2015}}</ref>. | | Die '''Karfreitagsratschen''' treten am [[Karfreitag]] und [[Karsamstag]] als Ersatz für die verstummenden Kirchenglocken auf. Im Herbst 2015 wurde der [[Brauch]] in die Liste der [[Immaterielles UNESCO Kulturerbe|immateriellen UNESCO Kulturerbe]] aufgenommen<ref>{{Quelle SN|29. September 2015}}</ref>. |
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| | == Der Brauch == | | == Der Brauch == |
| − | Am [[Gründonnerstag]] läuten die Kirchenglocken zum letzten Mal, bevor sie (der Legende nach) zur Erinnerung an das Leiden des Herrn verstummen und nach Rom fliegen. | + | Am [[Gründonnerstag]] läuten die Kirchenglocken zum letzten Mal, bevor sie (der Legende nach) zur Erinnerung an das Leiden des Herrn verstummen und nach Rom fliegen. Als Ersatz für die Glocken werden die Ratschen eingesetzt. Es gibt Handratschen, in [[Mariapfarr]] gibt es eine Turmratsche gleich mit vier Kurbeln, ebenso in [[St. Martin bei Lofer]]. Die Turmratsche in [[Rauris]] befinden sich sogar drei solcher Kastenratschen im Turm. Um diese zu bedienen braucht es zwei [[Ministrant]]en. Einer setzt sich auf die Kastenratsche, damit diese nicht wegrutscht und der zweite kurbelt. In [[Großarl]] gibt es "Ratschenmädls". In [[St. Johann im Pongau]] und in [[Neukirchen am Großvenediger]] wurde das Ratschengehen [[2016]] wieder ins Leben gerufen. |
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| | + | Aber die "Ratschen-Hochburgen" befinden sich im [[Lungau]]. So sind die Buben in [[Ramingstein]] Frühaufsteher, weil ihr "Tagläutenratschen" bereits um 04 Uhr in der Früh beginnt. In [[Mauterndorf]] ist der Brauch nach wie vor besonders regelmentiert. Da hat der "Altmoasta" (der Dienstälteste) das Sagen. Die Zweiergruppen wechseln jedes Jahr die Gebiete, weil es durchaus unterschiedliche Spendergebnisse in den Ortsteilen gibt. |
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| | + | In manchen Gegenden wie im nordöstlichen [[Flachgau]] oder in den angrenzenden [[Hausruckviertel]] ist es auch ein Heischebrauch. Da ziehen die Ministranten mit den Ratschen von Hof zu Hof. Der Lärm soll die Bauersleute aus dem Haus rufen. Mit dem Spruch "Die Ministranten bitten um d'Osteroa" bitten die Ratscher um eine kleine Gabe, hernach wird wieder geratscht. |
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| − | Die Ratschenbräuche sind in den Pfarren etwas unterschiedlich. In [[Thalgau]] ist dafür der Ausdruck "Kleppern" geläufig. Die Kleppergruppe ist Karfreitag und Karsamstag um 06 Uhr früh, um 11 Uhr vormittags (nur um die Kirche herum) und um 12 Uhr mittags in Aktion, wobei der etwas abseits befindliche Pfarrhof als Ziel gilt. Von dort kehrt die Gruppe auf einer anderen Wegroute wieder zur Kirche zurück. | + | == Herkunft == |
| | + | In den Begriffen "Pumpermette" (für einen Gottesdienst, in dem es besonders rumort wurde) und "Judaskarre" (so bezeichnet man eine Schubkarrenratsche) liegen die Wurzeln des Brauchs. In der Messe am Mittwoch in der Karwoche wird im Evangelium vom Verrat Judas gelesen. Die Gegenreformation entdeckte dann eine besondere Liebe zu Riten und die Gottesdienstbesucher trommelten auf die Kirchenbänke. Damit wollten sie ihre Empörung über den Verrat des Judas ausdrücken. In [[Laufen an der Salzach]], das zur Zeit des [[Fürsterzbistum]]s zu Salzburg gehörte erlaubten die Jesuiten den Schülern "mit Rumpelfässern und Lärminstrumenten im Dorf den Verrat des Judas kundzutun und den Aufruhr der Elemente beim Tod Jesu nachzuvollziehen". |
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| − | Der Klepperauftritt erfordert stets alljährlich zuvor einige Übungszusammenkünfte. | + | == Kleppern heißt es in Thalgau == |
| − | [[Datei:Georg Wieser bei der Ratschenerzeugung.jpg|thumb|Georg Wieser bei der Kleppererzeugung]]
| + | Die Ratschenbräuche sind in den Pfarren etwas unterschiedlich. In [[Thalgau]] ist dafür der Ausdruck "Kleppern" geläufig. Die Kleppergruppe ist Karfreitag und Karsamstag um 06 Uhr früh, um 11 Uhr vormittags (nur um die Kirche herum) und um 12 Uhr mittags in Aktion, wobei der etwas abseits befindliche Pfarrhof als Ziel gilt. Von dort kehrt die Gruppe auf einer anderen Wegroute wieder zur Kirche zurück. Der Klepperauftritt erfordert stets alljährlich zuvor einige Übungszusammenkünfte. |
| − | ==Aufbau der Klepper== | + | |
| | + | === Aufbau der Klepper=== |
| | Die KLepper besteht aus einem kleinen und dünnen Hartholzbrettbrett mit Haltegriff, auf dem darüber beweglich gelagerte kleine Holzhämmer durch Auf- und Abbewegen auf das Brett klopfen, wodurch ein lautes Schlaggeräusch entsteht. Die Klepper werden in Thalgau von einem einheimischen Wagner erzeugt. Das Holz bezieht er von Bauern in der Umgebung von Thalgau. Die Holzqualität spielt bei der Ratschenerzeugung eine wesentliche Rolle, damit sich das Holz nicht verzieht und die freie Beweglichkeit der KLepperhämmer gewährleistet ist. Pro Klepper beträgt die Erzeugungsdauer einige Tage, weil dazu unzählige Arbeitsschritte notwendig sind. | | Die KLepper besteht aus einem kleinen und dünnen Hartholzbrettbrett mit Haltegriff, auf dem darüber beweglich gelagerte kleine Holzhämmer durch Auf- und Abbewegen auf das Brett klopfen, wodurch ein lautes Schlaggeräusch entsteht. Die Klepper werden in Thalgau von einem einheimischen Wagner erzeugt. Das Holz bezieht er von Bauern in der Umgebung von Thalgau. Die Holzqualität spielt bei der Ratschenerzeugung eine wesentliche Rolle, damit sich das Holz nicht verzieht und die freie Beweglichkeit der KLepperhämmer gewährleistet ist. Pro Klepper beträgt die Erzeugungsdauer einige Tage, weil dazu unzählige Arbeitsschritte notwendig sind. |
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| − | Die örtliche Pfarre ist ein wesentlicher Klepperabnehmer, weil die [[Ministrant]]en mit Ratschen für die Karwoche ausgestattet werden. | + | Die örtliche Pfarre ist ein wesentlicher Klepperabnehmer, weil die Ministranten mit Ratschen für die Karwoche ausgestattet werden. |
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| − | ==Bildergalerie== | + | ==Bilder == |
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| − | Datei:DSC01765.JPG|Auftakt zur Klepperrunde am Karfreitag-Mittag in Thalgau
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| − | Datei:Ratschengruppe am Weg zum Dechanthof.jpg|Kleppergruppe am Weg zum Dechanthof
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| − | Datei:Ratscherbild.jpg|Bild über die Funktionsweise der Klepper
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| − | Datei:In der Pfarrhofallee.jpg|In der Pfarrhofallee
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| − | Datei:Ratschengruppe Karfreitag 2015 in Thalgau.jpg|Kleppergruppe Karfreitag 2015 in Thalgau
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| − | Ratschenbuam Karfreitagsratschen 1937.jpg|Ratschenbuam im Jahr [[1937]]
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| − | Datei:Kleppern DSC06881.JPG|Karfreitags-Kleppern in Thalgau
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| − | === weitere Bilder ===
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| | ==Weblink== | | ==Weblink== |
| | * [http://antennesalzburg.oe24.at/Besonderer-Osterbrauch-in-Thalgau/277836624 Kleppern, ein Osterbrauch in Thalgau] | | * [http://antennesalzburg.oe24.at/Besonderer-Osterbrauch-in-Thalgau/277836624 Kleppern, ein Osterbrauch in Thalgau] |
| − | ==Quelle== | + | ==Quellen== |
| | * [[Benutzer:Franz Fuchs|Franz Fuchs]] | | * [[Benutzer:Franz Fuchs|Franz Fuchs]] |
| | + | * [[Salzburger Brauch]], Seite 142ff |
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| | == Einzelnachweis == | | == Einzelnachweis == |
| | <references/> | | <references/> |