| | Im Jahre [[1800]] wurde bei der [[Schlacht am Walserfeld]] zwischen den [[Österreich]]ern und [[Salzburg unter Napoleon|Franzosen]] die Ortschaft Himmelreich sehr in Mitleidenschaft gezogen. Die beiden Bauerngüter wurden zusammengeschossen und die Bewohner mussten im wildesten Kugelregen flüchten. Das Mauer-, auch Steinmetzhäusl genannt, wurde arg beschossen. Der kurz zuvor ausgewechselte Dachstuhl zeigte nach der Schlacht angeschossene Sparren und eine eingemauerte Kanonenkugel zeugte von diesem Kriegsereignis. | | Im Jahre [[1800]] wurde bei der [[Schlacht am Walserfeld]] zwischen den [[Österreich]]ern und [[Salzburg unter Napoleon|Franzosen]] die Ortschaft Himmelreich sehr in Mitleidenschaft gezogen. Die beiden Bauerngüter wurden zusammengeschossen und die Bewohner mussten im wildesten Kugelregen flüchten. Das Mauer-, auch Steinmetzhäusl genannt, wurde arg beschossen. Der kurz zuvor ausgewechselte Dachstuhl zeigte nach der Schlacht angeschossene Sparren und eine eingemauerte Kanonenkugel zeugte von diesem Kriegsereignis. |
| − | Als erster nachweisbarer Besitzer des sogenannten Maurerhäusls im Himmelreich erscheint [[1634]] Sebastian Redlinger, Steinbrecher am [[Högl (Berg)|Ulrichshögl]]. Eine Urkunde von [[1674]] belegt das Häusl an der Straße nach [[Reichenhall]], das „Himmelreich" benannt, samt der Maurer- und Steinmetzwerkstätte. Es gehörte dem Andrä Doppler, der das Haus und Werkstatt um sechs [[Schuh (Salzburger)|Schuh]] erweiterte. [[1704]] übergab es dieser seinem Sohn Georg und dessen Eheweib Barbara Eder, die [[1729]] starb, worauf, da die Kinder auf das Erbe verzichteten, das Anwesen dem Vater allein zufiel. [[1754]] war Josef Doppler Besitzer, der 1762 eine Tavernen-[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Gerechtsame]] erhält. [[1799]] erbten nach dessen Tode die Witwe Maria, geb. Keppler, und die Kinder Matthias [[Doppler]], Steinmetzmeister am Ulrichshügel, Rupert, Johann Doppler, bürgerlicher Steinmetzmeister in Salzburg, Anna Maria und Therese Doppler. Matthias Doppler übernahm das ganze Anwesen und die Wirtstaverne samt Steinmetzgerechtsame in Alleinbesitz. Nach dessen Tode heiratete die Witwe Maria Doppler 1806 den Steinmetz Georg Waldhütter. [[1809]] übergibt das Ehepaar den Besitz dem Sohne Matthias, dessen Tochter Maria Waldhütter 1836 den Steinmetz Matthias [[Gollackner]] ehelichte, 1868 übernahm dessen Sohn Alois Gollackner, [[1900]] dessen Sohn gleichen Namens, der 1920 das Steinmetzgewerbe seinem Bruder Ludwig übertrug. 1922 übernahm die Tochter Maria Gollackner das Anwesen samt Wirtshausgerechtsame, die dann Martin Feldinger heiratet. | + | Als erster nachweisbarer Besitzer des sogenannten Maurerhäusls im Himmelreich erscheint [[1634]] Sebastian Redlinger, Steinbrecher am [[Högl (Berg)|Ulrichshögl]]. Eine Urkunde von [[1674]] belegt das Häusl an der Straße nach [[Reichenhall]], das „Himmelreich" benannt, samt der Maurer- und Steinmetzwerkstätte. Es gehörte dem Andrä Doppler, der das Haus und Werkstatt um sechs [[Schuh (Salzburger)|Schuh]] erweiterte. [[1704]] übergab es dieser seinem Sohn Georg und dessen Eheweib Barbara Eder, die [[1729]] starb, worauf, da die Kinder auf das Erbe verzichteten, das Anwesen dem Vater allein zufiel. [[1754]] war Josef Doppler Besitzer, der 1762 eine Tavernen-[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Gerechtsame]] erhält. [[1799]] erbten nach dessen Tode die Witwe Maria, geborene Keppler, und die Kinder Matthias [[Doppler]], Steinmetzmeister am Ulrichshügel, Rupert, Johann Doppler, bürgerlicher Steinmetzmeister in Salzburg, Anna Maria und Therese Doppler. Matthias Doppler übernahm das ganze Anwesen und die Wirtstaverne samt Steinmetzgerechtsame in Alleinbesitz. Nach dessen Tode heiratete die Witwe Maria Doppler 1806 den Steinmetz Georg Waldhütter. [[1809]] übergibt das Ehepaar den Besitz dem Sohne Matthias, dessen Tochter Maria Waldhütter 1836 den Steinmetz Matthias [[Gollackner]] ehelichte, 1868 übernahm dessen Sohn Alois Gollackner, [[1900]] dessen Sohn gleichen Namens, der 1920 das Steinmetzgewerbe seinem Bruder Ludwig übertrug. 1922 übernahm die Tochter Maria Gollackner das Anwesen samt Wirtshausgerechtsame, die dann Martin Feldinger heiratet. |
| | Das Wirtshaus im Himmelreich stand seit jeher hart an der Reichsstraße, die in der [[Neuzeit]] allerlei Umgestaltungen erfahren hatte, dabei niemals aufgerissen wurde, sondern immer Auffüllungen erhielt, ohne dabei Rücksicht auf die an der Straße stehenden Häuser zu nehmen. Als die Straße mit ihrer Decke so hoch geworden war, dass es ausschaute, als wären die Häuser in den Boden versunken, war auch beim Wirtshaus Himmelreich das Erdgeschoß zum Keller geworden. Es blieb seinem Besitzer nichts anderes übrig, als das Wirtshaus umzubauen und es um ein Stockwerk zu erhöhen. | | Das Wirtshaus im Himmelreich stand seit jeher hart an der Reichsstraße, die in der [[Neuzeit]] allerlei Umgestaltungen erfahren hatte, dabei niemals aufgerissen wurde, sondern immer Auffüllungen erhielt, ohne dabei Rücksicht auf die an der Straße stehenden Häuser zu nehmen. Als die Straße mit ihrer Decke so hoch geworden war, dass es ausschaute, als wären die Häuser in den Boden versunken, war auch beim Wirtshaus Himmelreich das Erdgeschoß zum Keller geworden. Es blieb seinem Besitzer nichts anderes übrig, als das Wirtshaus umzubauen und es um ein Stockwerk zu erhöhen. |