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'''Joseph Kyselak''' (* [[9. März]] [[1798]] in Wien; † [[17. September]] [[1831]] ebenda) war Alpinist und Hofkammerbeamter in Wien. Bekannt wurde er  für seine merkwürdige Gewohnheit, auf Wanderungen seinen Namen auf öffentlichen Gebäuden, Torsäulen, Fels- und Hauswänden in großer Schrift zu hinterlassen.  
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'''Joseph Kyselak''' (* [[9. März]] [[1798]] in [[Wien]]; † [[17. September]] [[1831]] ebenda) war Alpinist und Hofkammerbeamter in Wien. Bekannt wurde er  für seine merkwürdige Gewohnheit, auf Wanderungen seinen Namen auf öffentlichen Gebäuden, Torsäulen, Fels- und Hauswänden in großer Schrift zu hinterlassen.  
 
[[Datei: Kyselak.gif|thumb|Kyselak]]
 
[[Datei: Kyselak.gif|thumb|Kyselak]]
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== Kurzbiographie ==
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== Leben ==
 
Joseph Kyselak wurde 1798 in Wien als älterer von zwei Knaben geboren. Die Familie wohnte bis 1804 in Wien-Josefstadt, Haus Nr. 72, danach im Haus 28 (heute Strozzigasse 8). Sein Vater (* 1768; † 1829) war Kassier bei der Avitikal-Fondskassen-Oberdirektion (staatlicher Familienversorgungsfond). Kyselak besuchte sechs Klassen des Piaristengymnasiums in Wien-Josefstadt und anschließend Vorlesungen an der Universität Wien über die Staatsverrechnungs-Wissenschaft. Er praktizierte von 1818 bis 1823 bei der Dienststelle seines Vaters und wechselte dann zur Registraturs-Direktion, wo er eine Accessistenstelle (Probebeamter bzw. niedriger Rang für Beamte mit höherer Bildung) mit einem Jahresgehalt von 300 [[Gulden]] plus 100 Gulden Quartiergeld erhielt. Kyselak war sehr belesen, er hatte eine beachtliche Bibliothek, vorwiegend topographische Fachbücher und Reisebeschreibungen, aber auch belletristische Literatur. Er wird als enthusiastischer Naturfreund und redseliger und jederzeit wohlgelaunter Zeitgenosse beschrieben, der auch einen kräftigen Körperbau aufwies.
 
Joseph Kyselak wurde 1798 in Wien als älterer von zwei Knaben geboren. Die Familie wohnte bis 1804 in Wien-Josefstadt, Haus Nr. 72, danach im Haus 28 (heute Strozzigasse 8). Sein Vater (* 1768; † 1829) war Kassier bei der Avitikal-Fondskassen-Oberdirektion (staatlicher Familienversorgungsfond). Kyselak besuchte sechs Klassen des Piaristengymnasiums in Wien-Josefstadt und anschließend Vorlesungen an der Universität Wien über die Staatsverrechnungs-Wissenschaft. Er praktizierte von 1818 bis 1823 bei der Dienststelle seines Vaters und wechselte dann zur Registraturs-Direktion, wo er eine Accessistenstelle (Probebeamter bzw. niedriger Rang für Beamte mit höherer Bildung) mit einem Jahresgehalt von 300 [[Gulden]] plus 100 Gulden Quartiergeld erhielt. Kyselak war sehr belesen, er hatte eine beachtliche Bibliothek, vorwiegend topographische Fachbücher und Reisebeschreibungen, aber auch belletristische Literatur. Er wird als enthusiastischer Naturfreund und redseliger und jederzeit wohlgelaunter Zeitgenosse beschrieben, der auch einen kräftigen Körperbau aufwies.
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== Wanderungen==
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== Wanderungen ==
 
1825 nimmt Kyselak Urlaub und geht auf Reisen. Durch sein Tagebuch „Skizzen einer Fußreise durch Österreich“ wird er berühmt, zusätzlich durch seine Gewohnheit, mit schwarzer Farbe und Pinsel an besonders markanten Orten (Felsen, Schlossmauern,Torsäulen etc.) seinen Namenszug in schwarzen Großbuchstaben zu hinterlassen.
 
1825 nimmt Kyselak Urlaub und geht auf Reisen. Durch sein Tagebuch „Skizzen einer Fußreise durch Österreich“ wird er berühmt, zusätzlich durch seine Gewohnheit, mit schwarzer Farbe und Pinsel an besonders markanten Orten (Felsen, Schlossmauern,Torsäulen etc.) seinen Namenszug in schwarzen Großbuchstaben zu hinterlassen.
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In Salzburg z. B. blieb sein „Graffiti“ in den [[Lammeröfen]] und auf dem Weg von Hallein über den [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]] nach [[Berchtesgaden]] teilweise erhalten. Am bekanntesten ist heute sein Namenszug an einer Torsäule beim Schloss Neuwaldegg in Wien.  
 
In Salzburg z. B. blieb sein „Graffiti“ in den [[Lammeröfen]] und auf dem Weg von Hallein über den [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]] nach [[Berchtesgaden]] teilweise erhalten. Am bekanntesten ist heute sein Namenszug an einer Torsäule beim Schloss Neuwaldegg in Wien.  
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Nach seiner Fußreise durch Österreich, die er in seinen Skizzen beschrieben hat, unternahm er im Zeitraum von 1825 bis 1829 weitere Reisen, die ihn nach [[Ungarn]], in die [[Schweiz]], nach[[ Italien]], [[Deutschland#Preußen| Preußen]], [[Deutschland#Freistaat Sachsen|Sachsen]] und nach [[Tschechien#Böhmen|Böhmen]] und [[Tschechien#Mähren|Mähren]] führten.
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Nach seiner Fußreise durch Österreich, die er in seinen Skizzen beschrieben hat, unternahm er im Zeitraum von 1825 bis 1829 weitere Reisen, die ihn nach [[Ungarn]], in die [[Schweiz]], nach [[Italien]], [[Deutschland#Preußen|Preußen]], [[Deutschland#Freistaat Sachsen|Sachsen]] und nach [[Böhmen]] und [[Mähren]] führten.
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== Beschwerden und Legenden==
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== Beschwerden und Legenden ==
 
Im Laufe der Zeit drangen viele Beschwerden von Orten der Monarchie nach Wien, dass es unerträglich sei, dass eine Art Sonderling namens Kyselak überall seinen Namen ohne Genehmigung male. Auch Legenden ranken sich um Kyselaks Reisen. So sollen die Beschwerden sogar zu Kaiser [[Franz I.]] (Kaiser von Österreich  1804 – 1835) gedrungen sein, welcher den Staatsbeamten Kyselak zu sich beordern ließ: „''Er verschandelt mir ja die ganze Monarchie!''“ soll sein Vorwurf an den demütig auftretenden „Delinquenten“ gelautet haben. Der Kaiser entließ ihn nicht ohne ihm das Versprechen abzunehmen, in Hinkunft seine Namensmalereien zu unterlassen. Als Kyselak das Audienzzimmer im Rückwärtsgang und sich mehrmals verneigend verlassen hatte, ging der Kaiser zu seinem Teetischchen und fand auf der Glasplatte mit Kreide geschrieben „KYSELAK“.
 
Im Laufe der Zeit drangen viele Beschwerden von Orten der Monarchie nach Wien, dass es unerträglich sei, dass eine Art Sonderling namens Kyselak überall seinen Namen ohne Genehmigung male. Auch Legenden ranken sich um Kyselaks Reisen. So sollen die Beschwerden sogar zu Kaiser [[Franz I.]] (Kaiser von Österreich  1804 – 1835) gedrungen sein, welcher den Staatsbeamten Kyselak zu sich beordern ließ: „''Er verschandelt mir ja die ganze Monarchie!''“ soll sein Vorwurf an den demütig auftretenden „Delinquenten“ gelautet haben. Der Kaiser entließ ihn nicht ohne ihm das Versprechen abzunehmen, in Hinkunft seine Namensmalereien zu unterlassen. Als Kyselak das Audienzzimmer im Rückwärtsgang und sich mehrmals verneigend verlassen hatte, ging der Kaiser zu seinem Teetischchen und fand auf der Glasplatte mit Kreide geschrieben „KYSELAK“.
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{{SORTIERUNG: Kyselak, Joseph}}
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[[Kategorie:Person]]
 
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[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
 
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[[Kategorie:Person (Kunst)]]
 
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[[Kategorie:Person (Alpinismus)]]
 
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[[Kategorie:Beamter]]
 
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[[Kategorie:Wien]]
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[[Kategorie:Geboren 1798]]
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[[Kategorie:Gestorben 1831]]
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