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Auf dem Berliner Kongress [[1878]] wurde vereinbart, dass [[Österreich#Österreich-Ungarn (ab 1867)|Österreich-Ungarn]] nach dem russisch-türkischen Frieden von San Stefano die Provinz Bosnien und Herzegowina militärisch besetzen und verwalten solle. Diese Aufgabe wurde auf einer Konferenz der Außenminister der europäischen Großmächte noch auf den Sandschak von Novipazar ausgedehnt. 1878 wurden die genannten Regionen nach verlustreichen Kämpfen militärisch besetzt und [[1908]] staatsrechtlich annektiert. <!--Österreich übernahm nach vierhundertjähriger türkischer Herrschaft ein Land ohne geregeltes Schulwesen, mit einer Einwohnerschaft, die fast ausnahmslos aus Analphabeten bestand. Ein Land, in dem die Rechtsprechung der Kadis auf Bestechung beruhte und die felsige zerklüftete Landschaft mit Ausnahme einer einzigen Militärstraße keine befahrbaren Verkehrsverbindungen hatte. Nach der Okkupation wurde Bosnien in das österreichische Schulsystem integriert, sodass es 1912 bereits 519 Volksschulen gab. In nur drei Jahrzehnten österreichischer Kulturarbeit schaffte das Gebirgsland zwischen Save und Drina den Anschluss an die mitteleuropäische Zivilisation. -->[[1912]] wurde der Sandschak von [[Reich#k._k.|k.u.k.]] Truppen geräumt und dem Königreich Serbien einverleibt.
 
Auf dem Berliner Kongress [[1878]] wurde vereinbart, dass [[Österreich#Österreich-Ungarn (ab 1867)|Österreich-Ungarn]] nach dem russisch-türkischen Frieden von San Stefano die Provinz Bosnien und Herzegowina militärisch besetzen und verwalten solle. Diese Aufgabe wurde auf einer Konferenz der Außenminister der europäischen Großmächte noch auf den Sandschak von Novipazar ausgedehnt. 1878 wurden die genannten Regionen nach verlustreichen Kämpfen militärisch besetzt und [[1908]] staatsrechtlich annektiert. <!--Österreich übernahm nach vierhundertjähriger türkischer Herrschaft ein Land ohne geregeltes Schulwesen, mit einer Einwohnerschaft, die fast ausnahmslos aus Analphabeten bestand. Ein Land, in dem die Rechtsprechung der Kadis auf Bestechung beruhte und die felsige zerklüftete Landschaft mit Ausnahme einer einzigen Militärstraße keine befahrbaren Verkehrsverbindungen hatte. Nach der Okkupation wurde Bosnien in das österreichische Schulsystem integriert, sodass es 1912 bereits 519 Volksschulen gab. In nur drei Jahrzehnten österreichischer Kulturarbeit schaffte das Gebirgsland zwischen Save und Drina den Anschluss an die mitteleuropäische Zivilisation. -->[[1912]] wurde der Sandschak von [[Reich#k._k.|k.u.k.]] Truppen geräumt und dem Königreich Serbien einverleibt.
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Die umfangreiche Kulturarbeit Österreichs umfasste auch riesige Investitionen in die Landwirtschaft mit zahlreichen Musterhöfen, in die medizinische Versorgung mit Krankenhäusern sowie Waisenhäusern und Pflegeheimen, in das Verkehrswesen mit zahlreichen Bahnlinien, die mit der legendären bosnischen Spurweite von 760 mm angelegt wurden, was sich für die Bewältigung der Gebirgsstrecken als großer Vorteil erwies. Diese Schmalspur überdauerte sogar noch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] und wurde erst danach auf Normalspur umgestellt. Nachdem auf allen Gebieten große Erfolge erzielt waren, wurde die Region 1908 unter der Bezeichnung "Gemeinsame [[Reich#Reich_und_Reichshälften|Reichs]]<nowiki>lande</nowiki> Bosnien-Herzegowina" staatrechtlich der Doppelmonarchie angeschlossen und unter die gemeinsame Verwaltung von Österreich und Ungarn gestellt.  
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Die umfangreiche Kulturarbeit Österreichs umfasste auch riesige Investitionen in die Landwirtschaft mit zahlreichen Musterhöfen, in die medizinische Versorgung mit Krankenhäusern sowie Waisenhäusern und Pflegeheimen, in das Verkehrswesen mit zahlreichen Bahnlinien, die mit der legendären bosnischen Spurweite von 760 mm angelegt wurden, was sich für die Bewältigung der Gebirgsstrecken als großer Vorteil erwies. Diese Schmalspur überdauerte sogar noch den [[Zweiten Weltkrieg]] und wurde erst danach auf Normalspur umgestellt. Nachdem auf allen Gebieten große Erfolge erzielt waren, wurde die Region 1908 unter der Bezeichnung "Gemeinsame [[Reich#Reich_und_Reichshälften|Reichs]]<nowiki>lande</nowiki> Bosnien-Herzegowina" staatrechtlich der Doppelmonarchie angeschlossen und unter die gemeinsame Verwaltung von Österreich und Ungarn gestellt.  
    
Der Mord am Thronfolgerehepaar [[1914]] in Sarajewo beendete die friedliche Pionierarbeit und war der zündende Funke zur Auslösung des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] (dem Erzherzog [[Franz Ferdinand von Österreich-Este|Franz Ferdinand]] gehörte in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] das [[Schloss Blühnbach]]). In diesem Krieg zählten die Regimenter aus Bosnien und Herzegowina zu den Elitetruppen der Monarchie. Das bosnisch-herzegowinische Infanterieregiment Nr. 2 (Ergänzungsbezirk Banjaluka) war das höchst ausgezeichnete Regiment der gesamten k.u.k. Armee.
 
Der Mord am Thronfolgerehepaar [[1914]] in Sarajewo beendete die friedliche Pionierarbeit und war der zündende Funke zur Auslösung des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] (dem Erzherzog [[Franz Ferdinand von Österreich-Este|Franz Ferdinand]] gehörte in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] das [[Schloss Blühnbach]]). In diesem Krieg zählten die Regimenter aus Bosnien und Herzegowina zu den Elitetruppen der Monarchie. Das bosnisch-herzegowinische Infanterieregiment Nr. 2 (Ergänzungsbezirk Banjaluka) war das höchst ausgezeichnete Regiment der gesamten k.u.k. Armee.