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| | == 1885 == | | == 1885 == |
| − | ==== Brief vom 3. Januar 1885 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | + | ==== Brief vom 3. Jänner 1885 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== |
| | Fanny Kobler (* 1796; † 12.7.1886): Brief, 1 Blatt, Salzburg 3. Januar 1885 verschrieben „1886“ und gestrichen; sie ist 88 Jahre alt; mit zittriger Schrift, von „Großmuttter Fanni“ an „Fani“ (Spängler): Dank für Süßigkeiten, Befinden „zimlig gut“, Augen schlecht, die 80er Jahre sind schon überwunden, „doch kann ich mich darüber nicht beklagen. Das Wetter ist sehr schön“ XXX. | | Fanny Kobler (* 1796; † 12.7.1886): Brief, 1 Blatt, Salzburg 3. Januar 1885 verschrieben „1886“ und gestrichen; sie ist 88 Jahre alt; mit zittriger Schrift, von „Großmuttter Fanni“ an „Fani“ (Spängler): Dank für Süßigkeiten, Befinden „zimlig gut“, Augen schlecht, die 80er Jahre sind schon überwunden, „doch kann ich mich darüber nicht beklagen. Das Wetter ist sehr schön“ XXX. |
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| | [gleicher Brief, mit Tinte fortgesetzt:] | | [gleicher Brief, mit Tinte fortgesetzt:] |
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| − | ''31. 7. [1885] Liebster Franz! Heute Morgens bekam ich deine Karte von vorgestern und heute Mittag die gestrige. Ich küße dich tausendmal dafür. - Heute war ich mit den Größeren in Leopoldskron und ließ Toni und Franzi Schwimmunterricht geben. Toni ist noch zu wurstelhaft [?], Franzi scheint sich gut darein zu finden. Sie bettelt, ich soll sie für einen Monat abonniren/ es würde 3 fl kosten. Ich weiß noch nicht was ich thue. | + | ''31. 7. [1885] Liebster Franz! Heute Morgens bekam ich deine Karte von vorgestern und heute Mittag die gestrige. Ich küße dich tausendmal dafür. - Heute war ich mit den Größeren in [[Leopoldskron]] und ließ Toni und Franzi [[Leopoldskroner Weiher#Von der Militärschwimmschule zum Schwimmbad|Schwimmunterricht]] geben. Toni ist noch zu wurstelhaft [?], Franzi scheint sich gut darein zu finden. Sie bettelt, ich soll sie für einen Monat abonniren/ es würde 3 fl kosten. Ich weiß noch nicht was ich thue. |
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| | ''Denke dir, heute Vormittags bekam Großmutter einen Anfall von Verfolgungswahn, sie wollte zum Fenster hinaus rufen um Hilfe und eben jezt 3 Uhr Nachmittags fantasirte sie wieder. Sie spricht von drei ermordeten Kindern und daß man dafür keine Beweise habe, sonst könne die Person in[s] Kriminal. | | ''Denke dir, heute Vormittags bekam Großmutter einen Anfall von Verfolgungswahn, sie wollte zum Fenster hinaus rufen um Hilfe und eben jezt 3 Uhr Nachmittags fantasirte sie wieder. Sie spricht von drei ermordeten Kindern und daß man dafür keine Beweise habe, sonst könne die Person in[s] Kriminal. |
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| | [ziemlich undeutlich mit Bleistift geschrieben; am nächsten Tag nach dem vorigen Brief!] Brief von Fanni Spängler [Nr.19] an ihren Mann, Franz Spängler. | | [ziemlich undeutlich mit Bleistift geschrieben; am nächsten Tag nach dem vorigen Brief!] Brief von Fanni Spängler [Nr.19] an ihren Mann, Franz Spängler. |
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| − | „Hofrichter Spängler“: Joh. Peter Maria Spängler (* 1792; † 1837) ist Hofrichter des Stiftes Nonnberg in Salzburg; vielleicht ist hier die Familie seines (einzigen) Sohns Anton Spängler (* 1831; † 1913) gemeint. - „Schumacher“: [?] Albert Schumacher wird 1888 zum Salzburger Bürgermeister gewählt (vgl. Dopsch, 1996, S. 496). „Leopoldskron“: Salzburger Schloß mit Teich usw., wird in den Briefen öfters als beliebtes Ausflugsziel erwähnt (auch die Badeanstalt ist dort). Das Schloss ist übrigens, nach hochverschuldeten Vorbesitzern, kurzfristig von 1890 bis 1895 zur Hälfte im Besitz des Bankiers Carl Spängler [Auskunft von Roland Widerin, Salzburg 1997]. - „Toni“ (6), „Franzi“ (8). | + | „Hofrichter Spängler“: Joh. Peter Maria Spängler (* 1792; † 1837) ist Hofrichter des [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Stiftes Nonnberg]] in Salzburg; vielleicht ist hier die Familie seines (einzigen) Sohns Anton Spängler (* 1831; † 1913) gemeint. - „Schumacher“: [?] Albert Schumacher wird 1888 zum Salzburger Bürgermeister gewählt (vgl. Dopsch, 1996, S. 496). „Leopoldskron“: Salzburger Schloß mit Teich usw., wird in den Briefen öfters als beliebtes Ausflugsziel erwähnt (auch die Badeanstalt ist dort). Das Schloss ist übrigens, nach hochverschuldeten Vorbesitzern, kurzfristig von 1890 bis 1895 zur Hälfte im Besitz des Bankiers Carl Spängler [Auskunft von Roland Widerin, Salzburg 1997]. - „Toni“ (6), „Franzi“ (8). |
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