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| − | ==== Brief vom 10. März 1881 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ==== | + | ==== Brief vom 10. März 1881 von Betti Katzinger an Fanny Kobler, Salzburg ==== |
| | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen mit blauem Prägestempel „B K“; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> | | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen mit blauem Prägestempel „B K“; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> |
| | ''Grein am 10. März 881. Liebe gute Großmutter! Heute erhielt ich Deinen lieben Brief sammt Einschluß der 20 f [Gulden] ich weinte Freunden Thränen über Deine große Herzensgüte gegen mich, den es ist unsagbar welch‘ tiefen Kummer Du dadurch von meinen Herzen genohmen; den nun kann ich Hr. Doktor und die Apotheke bezahlen und damit nichts schuldig bleiben'' […] ''Tausend herzlichen Dank Dir liebste Großmutter'' […] / […] ''Deinen guten Rath liebe Großmutter werde ich befolgen, ein Schmalztücherl warm auf die Brust leben und den Magen mit Melißengeist einwaschen. Mit Kapaunfett welches mir unsere Frau Nachbarin gab, habe ich mich jetzt so immer Abends die Brust geschmiert; noch nie in meinen Leben habe ich so lange an einem Husten gelitten –'' […] ''Das Du jetzt so oft und stark das fatale Herzklopfen hast, bedauere ich Dich sehr aber ich denke es hat Dich halt der Tod Schlegels<ref>[[Richard Franz Schlegel]], † 1. März 1881 in Salzburg</ref> tief ergriffen, daß geht zum Herzen. ./.'' [Zeichen für Seitenwechsel] / ''Ich muß ja selbst fortwährend an ihm denken, wir haben ja so viel Frohes und auch so viel Trauriges mit ihm zusammen erlebt.'' […] / […] ''Gott hat Dich recht lieb das Er Dir das große Glück schenkte Dein Augenlicht wieder zu erhalten durch die Geschicklichkeit des Hr. D[r]. Kerschbaumer der gerade zu einer Zeit nach Salzburg kam, wo es für Dich nothwendig war. Gott fügt Alles wunderbar!'' […] ''Die Familie Schlegel Schneeberger Fr. v. Klausnitz die Theres und die Lisi lasse ich vielmahls grüßen'' […] ''Lebe wohl gute Großmutter nim nochmahls meinen herzinnigsten Dank für Deine große Güte und Theilnahme, Gott vergelts und erhalte Dich gesund, dieß ist der wärmste Wunsch Deiner Dich liebenden dankbaren Betti Katzinger.'' | | ''Grein am 10. März 881. Liebe gute Großmutter! Heute erhielt ich Deinen lieben Brief sammt Einschluß der 20 f [Gulden] ich weinte Freunden Thränen über Deine große Herzensgüte gegen mich, den es ist unsagbar welch‘ tiefen Kummer Du dadurch von meinen Herzen genohmen; den nun kann ich Hr. Doktor und die Apotheke bezahlen und damit nichts schuldig bleiben'' […] ''Tausend herzlichen Dank Dir liebste Großmutter'' […] / […] ''Deinen guten Rath liebe Großmutter werde ich befolgen, ein Schmalztücherl warm auf die Brust leben und den Magen mit Melißengeist einwaschen. Mit Kapaunfett welches mir unsere Frau Nachbarin gab, habe ich mich jetzt so immer Abends die Brust geschmiert; noch nie in meinen Leben habe ich so lange an einem Husten gelitten –'' […] ''Das Du jetzt so oft und stark das fatale Herzklopfen hast, bedauere ich Dich sehr aber ich denke es hat Dich halt der Tod Schlegels<ref>[[Richard Franz Schlegel]], † 1. März 1881 in Salzburg</ref> tief ergriffen, daß geht zum Herzen. ./.'' [Zeichen für Seitenwechsel] / ''Ich muß ja selbst fortwährend an ihm denken, wir haben ja so viel Frohes und auch so viel Trauriges mit ihm zusammen erlebt.'' […] / […] ''Gott hat Dich recht lieb das Er Dir das große Glück schenkte Dein Augenlicht wieder zu erhalten durch die Geschicklichkeit des Hr. D[r]. Kerschbaumer der gerade zu einer Zeit nach Salzburg kam, wo es für Dich nothwendig war. Gott fügt Alles wunderbar!'' […] ''Die Familie Schlegel Schneeberger Fr. v. Klausnitz die Theres und die Lisi lasse ich vielmahls grüßen'' […] ''Lebe wohl gute Großmutter nim nochmahls meinen herzinnigsten Dank für Deine große Güte und Theilnahme, Gott vergelts und erhalte Dich gesund, dieß ist der wärmste Wunsch Deiner Dich liebenden dankbaren Betti Katzinger.'' |
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| − | ==== Brief vom 10. April 1881 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ==== | + | ==== Brief vom 10. April 1881 von Betti Katzinger an Fanny Kobler, Salzburg ==== |
| | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen mit blauem Prägestempel „B K“; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> | | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen mit blauem Prägestempel „B K“; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> |
| | ''Grein am 10. April 81. Liebe gute Großmutter! Wenn es mit meiner Erholung nicht gar so langsam ginge, hätte ich Dir schon längst geschrieben'' […] (Sie ist von „großer Müdigkeit und Schwäche“ geplagt, näht trotzdem etwas auf der Maschiene, hat aber müde Hände und die Füße zittern; sie hat das Gefühl, kein Blut zu haben und sie ist mager geworden.) / (Sie fragt nach dem „fatalen Herzklopfen“ der Großmutter und wünscht gesunde Osterfeiertage. Sie berichtet, dass ihr Bruder Wilhelm das Bräuhaus in „Harrachthal“ gekauft hat [vgl. Brief vom 27. August 1879]) ''Wilhelm mußte 4000 f sogleich bezahlen und im Laufe des nechsten Jahres noch 6000 f die anderen 10,000 f bleiben zu 5 % liegen so lange bis sie es selbst zurückbezahlen wollen. Das Bräuhaus sammt Villa Binderhäusl und Schmidhäusl samt allen Gründen und allen Gerätschaften die zum Bräuhaus und zur Oekonomie gehören kostet 20,000 f ÖW. Alle Bekannte von meinen Bruder die das Anwesen kennen, riethen ihm zu diesen Kauf, da es durchaus nicht zu theuer ist. Am 1tn Oktober dieses Jahres müßen sie das Geschäft übernehmen, gebe Gott das es ihnen dort wieder recht wohl ergehe; ich freue mich herzlich darüber das Wilhelm doch noch in dem Besitz dieses Bräuhauses gekommen ist. Der liebe Gott hat es wirklich so haben wollen darum denke ich es wird zu ihrem Glück sein!'' […] (Es bleibt die Frage, ob sich bis zum 1. Oktober für das Bräuhaus in Steyregg ein Pächter meldet.) / (Sie haben eine Anzeige in die Zeitung gesetzt; wenn er keinen Nachfolger in Steyregg findet, muss er dort noch ein Jahr die Pacht zahlen [das Bräuhaus in Steyregg war offenbar nur gepachtet].) […] ''dann das Weggeben der Kinder macht ihnen auch viel Sorge, es muß aber sein, den in Harrachsthal würden sie nicht viel lernen und hätten eine Stunde weit zu gehen in die Schule. Mit Gottes Hilfe wird wohl Alles recht werden!'' (Frau Greisenegger [in Harrachstal] ist verstorben; der Bruder Wilhelm und dessen Frau bekommen nach ihr Kleider, Leinwand, Wäsche, Bilder, „etwas an alterthümlichen Schmuck und die Kinder ein jedes einen goldenen Ring als Andenken“; auch ein Gebetbuch, einen Rosenkranz, ein kleines Marienbild, alles wollen sie in Ehren halten.) ''Die gute Spängler hat mir vor 4 Wochen recht lieb geschrieben, es geht ihnen allen gut und sind gesund. Bitte grüße die Schlegelischen Frau Mutter Spängler die Theres Lisi und Alle vielmals Dich grüßt und küßt 1000 mahl Deine dankbare Betti K.'' | | ''Grein am 10. April 81. Liebe gute Großmutter! Wenn es mit meiner Erholung nicht gar so langsam ginge, hätte ich Dir schon längst geschrieben'' […] (Sie ist von „großer Müdigkeit und Schwäche“ geplagt, näht trotzdem etwas auf der Maschiene, hat aber müde Hände und die Füße zittern; sie hat das Gefühl, kein Blut zu haben und sie ist mager geworden.) / (Sie fragt nach dem „fatalen Herzklopfen“ der Großmutter und wünscht gesunde Osterfeiertage. Sie berichtet, dass ihr Bruder Wilhelm das Bräuhaus in „Harrachthal“ gekauft hat [vgl. Brief vom 27. August 1879]) ''Wilhelm mußte 4000 f sogleich bezahlen und im Laufe des nechsten Jahres noch 6000 f die anderen 10,000 f bleiben zu 5 % liegen so lange bis sie es selbst zurückbezahlen wollen. Das Bräuhaus sammt Villa Binderhäusl und Schmidhäusl samt allen Gründen und allen Gerätschaften die zum Bräuhaus und zur Oekonomie gehören kostet 20,000 f ÖW. Alle Bekannte von meinen Bruder die das Anwesen kennen, riethen ihm zu diesen Kauf, da es durchaus nicht zu theuer ist. Am 1tn Oktober dieses Jahres müßen sie das Geschäft übernehmen, gebe Gott das es ihnen dort wieder recht wohl ergehe; ich freue mich herzlich darüber das Wilhelm doch noch in dem Besitz dieses Bräuhauses gekommen ist. Der liebe Gott hat es wirklich so haben wollen darum denke ich es wird zu ihrem Glück sein!'' […] (Es bleibt die Frage, ob sich bis zum 1. Oktober für das Bräuhaus in Steyregg ein Pächter meldet.) / (Sie haben eine Anzeige in die Zeitung gesetzt; wenn er keinen Nachfolger in Steyregg findet, muss er dort noch ein Jahr die Pacht zahlen [das Bräuhaus in Steyregg war offenbar nur gepachtet].) […] ''dann das Weggeben der Kinder macht ihnen auch viel Sorge, es muß aber sein, den in Harrachsthal würden sie nicht viel lernen und hätten eine Stunde weit zu gehen in die Schule. Mit Gottes Hilfe wird wohl Alles recht werden!'' (Frau Greisenegger [in Harrachstal] ist verstorben; der Bruder Wilhelm und dessen Frau bekommen nach ihr Kleider, Leinwand, Wäsche, Bilder, „etwas an alterthümlichen Schmuck und die Kinder ein jedes einen goldenen Ring als Andenken“; auch ein Gebetbuch, einen Rosenkranz, ein kleines Marienbild, alles wollen sie in Ehren halten.) ''Die gute Spängler hat mir vor 4 Wochen recht lieb geschrieben, es geht ihnen allen gut und sind gesund. Bitte grüße die Schlegelischen Frau Mutter Spängler die Theres Lisi und Alle vielmals Dich grüßt und küßt 1000 mahl Deine dankbare Betti K.'' |
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| − | ==== Brief vom 8. Juni 1881 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ==== | + | ==== Brief vom 8. Juni 1881 von Betti Katzinger an Fanny Kobler, Salzburg ==== |
| | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> | | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> |
| | ''Steyeregg [!] am 8. Juni 81. Liebe Großmutter! Seit Pfingstsamstag befinde ich mich hier, die Reise hat mich sehr angegriffen obwohl das Wetter schön und warm war, aber ich bin halt so entsetzlich schwach und habe immer Fieber.'' (Auf der Reise hat in Linz der Arzt festgestellt, dass beide Lungenspitzen angegriffen sind; sie darf nicht arbeiten, muss viel Zeit in der frischen Luft verbringen, „täglich eine Flasche Gleichenbergerwasser mit Milch trinken und dieß monatelang fortsetzen, warme Einathmungen mit Terpentinöhl vermischt.“) / (Sie schildert ihr Unglück, ihr „Todes Urtheil“) '', den für mich ist nichts arbeiten dürfen und ein so langes Kranksein, viel schrecklicher als der baldige Tod. – Aber geht es wie immer ich muß es ertragen, Gott hat mir auch dieses Unglück auferlegt.'' […] ''Ich mußte meinen Bruder bitten, daß er mir das Goldkettchen welches ich von der Mutter habe, abkauft, er hat es auch gethan und mir 40 fl [Gulden] dafür gegeben; den trotz Deiner Hilfe ./.'' [Zeichen zum Seitenwechsel] / ''reicht es nicht aus, die theuere Medikamente eine Flasche Gleichenbergerwasser<ref>aus Bad Gleichenberg, Steiermark</ref> kostet 25 Kr[euzer] und ich muß vielleicht 60 Flaschen oder gar mehr trinken, dan den Doktor haben wir auch noch zu bezahlen, aber in der Apotheke sind wir nichts mehr schuldig.'' […] (Sie erhielt eine Karte von den Spänglern ([[Franz Xaver Gregor Spängler]]) in Pottenstein; es geht ihnen gut. / Sie grüßt von ihrem Mann und ihrem Bruder und dessen Frau; der Sohn Hans hat „in seinem Zeugniß in allen Gegenständen: Sehr gut.“ [unterstrichen]) […] ''Meine Schrift wirst Du wohl nicht lesen können, den meine Hand zittert so, daß ich kaum die Feder zu halten weis. Viele Grüße an Frau Mutter Spängler an die Theres Lisi und alle Bekante. Gott erhalte Dich gesund dieß ist mein tägliches Gebet für Dich, mit vielen Grüßen und Küßen verbleibe ich Deine arme unglückliche Betti Katzinger. Wenn Du mir schreibst adresse den Brief an meinen Bruder in Steyeregg an der Donau.'' | | ''Steyeregg [!] am 8. Juni 81. Liebe Großmutter! Seit Pfingstsamstag befinde ich mich hier, die Reise hat mich sehr angegriffen obwohl das Wetter schön und warm war, aber ich bin halt so entsetzlich schwach und habe immer Fieber.'' (Auf der Reise hat in Linz der Arzt festgestellt, dass beide Lungenspitzen angegriffen sind; sie darf nicht arbeiten, muss viel Zeit in der frischen Luft verbringen, „täglich eine Flasche Gleichenbergerwasser mit Milch trinken und dieß monatelang fortsetzen, warme Einathmungen mit Terpentinöhl vermischt.“) / (Sie schildert ihr Unglück, ihr „Todes Urtheil“) '', den für mich ist nichts arbeiten dürfen und ein so langes Kranksein, viel schrecklicher als der baldige Tod. – Aber geht es wie immer ich muß es ertragen, Gott hat mir auch dieses Unglück auferlegt.'' […] ''Ich mußte meinen Bruder bitten, daß er mir das Goldkettchen welches ich von der Mutter habe, abkauft, er hat es auch gethan und mir 40 fl [Gulden] dafür gegeben; den trotz Deiner Hilfe ./.'' [Zeichen zum Seitenwechsel] / ''reicht es nicht aus, die theuere Medikamente eine Flasche Gleichenbergerwasser<ref>aus Bad Gleichenberg, Steiermark</ref> kostet 25 Kr[euzer] und ich muß vielleicht 60 Flaschen oder gar mehr trinken, dan den Doktor haben wir auch noch zu bezahlen, aber in der Apotheke sind wir nichts mehr schuldig.'' […] (Sie erhielt eine Karte von den Spänglern ([[Franz Xaver Gregor Spängler]]) in Pottenstein; es geht ihnen gut. / Sie grüßt von ihrem Mann und ihrem Bruder und dessen Frau; der Sohn Hans hat „in seinem Zeugniß in allen Gegenständen: Sehr gut.“ [unterstrichen]) […] ''Meine Schrift wirst Du wohl nicht lesen können, den meine Hand zittert so, daß ich kaum die Feder zu halten weis. Viele Grüße an Frau Mutter Spängler an die Theres Lisi und alle Bekante. Gott erhalte Dich gesund dieß ist mein tägliches Gebet für Dich, mit vielen Grüßen und Küßen verbleibe ich Deine arme unglückliche Betti Katzinger. Wenn Du mir schreibst adresse den Brief an meinen Bruder in Steyeregg an der Donau.'' |
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| − | ==== Brief vom 14. Juni 1881 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ==== | + | ==== Brief vom 14. Juni 1881 von Betti Katzinger an Fanny Kobler, Salzburg ==== |
| − | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> | + | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der [[Fanny Kobler|Betti]].“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> |
| | ''Steyeregg [!] am 14. Juni 1881. Meine gute gute Großmutter. Tausend tief innigen Herzensdank für die großartige Unterstützung, welche Du mir neuerdings zu Theil werden ließest, eine so große Summe von 40 f [Gulden] hätte ich nicht zu denken gewagt; Dank und Freudenthränen weinte ich als ich Deinen so lieben herzlichen Brief las. Gott segne Dich'' […] (Sie kann jetzt soviel Gleichenberger Wasser trinken wie nötig; sie will den Rat der „Großmutter“ beherzigen, nicht immer ans Sterben zu denken; / sie spürt schon Besserung mit den Wasser mit Milch, hat kein Fieber mehr, der Appetit wird täglich mehr; sie gibt die Hoffnung nicht auf, gesund zu werden; / sie hält sich an die Ratschläge von „Herrn Professor Thalen“ und geht auch bei kaltem Wetter an die Luft; die Schwägerin bringt aus Linz „Fleischextrat“ [!]<ref>Z. B. Liebigs Fleischextrakt ist nach 1870 zunehmend verbreitet als „Fleischbrühe für Kranke“.</ref> mit für eine kräftige Suppe. / Sie bittet, die „gute Schlegel“ zu grüßen; sie erfährt [aus Salzburg], dass Frau Hegenbarth gestorben ist.) […] ''Bitte alle Bekanten vielmahls zu grüßen besonders Frau v. Spängler Schneeberger Clausnitz Laschensky die Theres und Lisi. Nun nochmahls meinen allerbesten innigsten Dank, meine herzlichsten Grüße und Küße, Gott segne Dich und erhalte Dich gesund, dieß ist der wärmste Wunsch Deiner dankbaren Betti Katzinger.'' | | ''Steyeregg [!] am 14. Juni 1881. Meine gute gute Großmutter. Tausend tief innigen Herzensdank für die großartige Unterstützung, welche Du mir neuerdings zu Theil werden ließest, eine so große Summe von 40 f [Gulden] hätte ich nicht zu denken gewagt; Dank und Freudenthränen weinte ich als ich Deinen so lieben herzlichen Brief las. Gott segne Dich'' […] (Sie kann jetzt soviel Gleichenberger Wasser trinken wie nötig; sie will den Rat der „Großmutter“ beherzigen, nicht immer ans Sterben zu denken; / sie spürt schon Besserung mit den Wasser mit Milch, hat kein Fieber mehr, der Appetit wird täglich mehr; sie gibt die Hoffnung nicht auf, gesund zu werden; / sie hält sich an die Ratschläge von „Herrn Professor Thalen“ und geht auch bei kaltem Wetter an die Luft; die Schwägerin bringt aus Linz „Fleischextrat“ [!]<ref>Z. B. Liebigs Fleischextrakt ist nach 1870 zunehmend verbreitet als „Fleischbrühe für Kranke“.</ref> mit für eine kräftige Suppe. / Sie bittet, die „gute Schlegel“ zu grüßen; sie erfährt [aus Salzburg], dass Frau Hegenbarth gestorben ist.) […] ''Bitte alle Bekanten vielmahls zu grüßen besonders Frau v. Spängler Schneeberger Clausnitz Laschensky die Theres und Lisi. Nun nochmahls meinen allerbesten innigsten Dank, meine herzlichsten Grüße und Küße, Gott segne Dich und erhalte Dich gesund, dieß ist der wärmste Wunsch Deiner dankbaren Betti Katzinger.'' |
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| − | ==== Postkarte vom 25. Juni 1881 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ==== | + | ==== Postkarte vom 25. Juni 1881 von Betti Katzinger an Fanny Kobler, Salzburg ==== |
| − | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Correspondenz-Karte, Poststempel „Steyeregg 25. 6. 81“ / „Salzburg 26. 6. 81“<br /> | + | [[Datei:Betti Katzinger 1 25.6.1881.JPG|thumb|Die Postkarte vom 25. Juni 1881 von Betti Katzinger an Fanny Kobler.]] |
| − | ''Wohlgeborn Frau Fanni Kobler [unterstrichen] Privatiere / Alter Mozartplatz'' [richtig: Alter Markt] ''No. 10. II. Stock / Salzburg'' (Sie berichtet, dass die Besserung langsam vorangehe, sie fühlt sich freilich noch schwach; sie habe 18 Flaschen Gleichenberger Wasser getrunken und soll insgesamt 30 Flaschen trinken.) […] ''Von uns allen viele Grüße an Dich Deine dankb. Betti'' | + | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der [[Fanny Kobler|Betti]].“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Correspondenz-Karte, Poststempel „Steyeregg 25. 6. 81“ / „Salzburg 26. 6. 81“<br /> |
| | + | ''Wohlgeborn Frau Fanni Kobler [unterstrichen] Privatiere / Alter Mozartplatz'' [richtig [[Alter Markt]]] ''No. 10. II. Stock / Salzburg'' (Sie berichtet, dass die Besserung langsam vorangehe, sie fühlt sich freilich noch schwach; sie habe 18 Flaschen Gleichenberger Wasser getrunken und soll insgesamt 30 Flaschen trinken.) […] ''Von uns allen viele Grüße an Dich Deine dankb. Betti'' |
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| − | ==== Postkarte vom 19. Juli 1881 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ==== | + | ==== Postkarte vom 19. Juli 1881 von Betti Katzinger an Fanny Kobler, Salzburg ==== |
| | + | [[Datei:Betti Katzinger 2 19.7.1881.JPG|thumb|Die Postkarte vom 19. Juli 1881 von Betti Katzinger an Fanny Kobler.]] |
| | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Correspondenz-Karte, Poststempel „Steyeregg 19. 7. 81“ / „Salzburg 20. 7. 81“<br /> | | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Correspondenz-Karte, Poststempel „Steyeregg 19. 7. 81“ / „Salzburg 20. 7. 81“<br /> |
| − | ''Wohlgeborn Frau Fanni Kobler [unterstrichen] Privatiere / Alter Mozartplatz'' [richtig: Alter Markt] ''No. 10. 2te. Stock / Salzburg / An Alle viele Grüße.'' (Sie hat sich über den Brief der „Großmutter“ gefreut und die Nachricht, dass diese zur Familie Spängler nach Pottenstein reisen will.) […] ''Gott behüte Dich auf der Reise. Es grüßt Dich Deine Betti'' | + | ''Wohlgeborn Frau Fanni Kobler [unterstrichen] Privatiere / Alter Mozartplatz'' [richtig Alter Markt] ''No. 10. 2te. Stock / Salzburg / An Alle viele Grüße.'' (Sie hat sich über den Brief der „Großmutter“ gefreut und die Nachricht, dass diese zur Familie Spängler nach Pottenstein reisen will.) […] ''Gott behüte Dich auf der Reise. Es grüßt Dich Deine Betti'' |
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| − | ==== Brief vom 21. Juli 1881 von Caroline Kristlbauer [?] an [[Fanny Kobler]], Salzburg ==== | + | ==== Brief vom 21. Juli 1881 von Caroline Kristlbauer [?] an Fanny Kobler, Salzburg ==== |
| | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen (auf der Rückseite unleserlich etwas über die „Pflegerin“ oder „Krankenwärterin“); […] = Auslassungen; [?] = unsichere Lesart<br /> | | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen (auf der Rückseite unleserlich etwas über die „Pflegerin“ oder „Krankenwärterin“); […] = Auslassungen; [?] = unsichere Lesart<br /> |
| | ''Grein vom 21 Juli [18]81 Hochgeehrte Frau! Mitt großen Bedauern ergreife ich heute die Feder um Sie zu verständigen, daß vorgestern von Herrn Nachbarn Katzinger ein Telegramm von Steyregg kam, das die liebe Frau Katzinger sehr schwer krank, u nach Hause gebracht werden wünscht. Herr K. fuhr natürlich gleich hin u brachte heute 10 Uhr vormittag die todtkranke Frau zu Hause, zwei Männer mußten Sie vom Schiff wegtragen'' […] / […] ''Das Gehör hat Sie ganz verloren, man muß selber jetzt aufschreiben, um ihr begreiflich zu machen. / Entschuldigen XX die schlechte Schrift, doch ich bin aufgeregt, es kam zu überraschend. Mitt Hochachtung Karoline Kristlbauer [?].'' Am 9. August 1881 starb Betti Katzinger, 56 Jahre alt. | | ''Grein vom 21 Juli [18]81 Hochgeehrte Frau! Mitt großen Bedauern ergreife ich heute die Feder um Sie zu verständigen, daß vorgestern von Herrn Nachbarn Katzinger ein Telegramm von Steyregg kam, das die liebe Frau Katzinger sehr schwer krank, u nach Hause gebracht werden wünscht. Herr K. fuhr natürlich gleich hin u brachte heute 10 Uhr vormittag die todtkranke Frau zu Hause, zwei Männer mußten Sie vom Schiff wegtragen'' […] / […] ''Das Gehör hat Sie ganz verloren, man muß selber jetzt aufschreiben, um ihr begreiflich zu machen. / Entschuldigen XX die schlechte Schrift, doch ich bin aufgeregt, es kam zu überraschend. Mitt Hochachtung Karoline Kristlbauer [?].'' Am 9. August 1881 starb Betti Katzinger, 56 Jahre alt. |