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| | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> | | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> |
| | ''Steyeregg [!] am 8. Juni 81. Liebe Großmutter! Seit Pfingstsamstag befinde ich mich hier, die Reise hat mich sehr angegriffen obwohl das Wetter schön und warm war, aber ich bin halt so entsetzlich schwach und habe immer Fieber.'' (Auf der Reise hat in Linz der Arzt festgestellt, dass beide Lungenspitzen angegriffen sind; sie darf nicht arbeiten, muss viel Zeit in der frischen Luft verbringen, „täglich eine Flasche Gleichenbergerwasser mit Milch trinken und dieß monatelang fortsetzen, warme Einathmungen mit Terpentinöhl vermischt.“) / (Sie schildert ihr Unglück, ihr „Todes Urtheil“) '', den für mich ist nichts arbeiten dürfen und ein so langes Kranksein, viel schrecklicher als der baldige Tod. – Aber geht es wie immer ich muß es ertragen, Gott hat mir auch dieses Unglück auferlegt.'' […] ''Ich mußte meinen Bruder bitten, daß er mir das Goldkettchen welches ich von der Mutter habe, abkauft, er hat es auch gethan und mir 40 fl [Gulden] dafür gegeben; den trotz Deiner Hilfe ./.'' [Zeichen zum Seitenwechsel] / ''reicht es nicht aus, die theuere Medikamente eine Flasche Gleichenbergerwasser<ref>aus Bad Gleichenberg, Steiermark</ref> kostet 25 Kr[euzer] und ich muß vielleicht 60 Flaschen oder gar mehr trinken, dan den Doktor haben wir auch noch zu bezahlen, aber in der Apotheke sind wir nichts mehr schuldig.'' […] (Sie erhielt eine Karte von den Spänglern ([[Franz Xaver Gregor Spängler]]) in Pottenstein; es geht ihnen gut. / Sie grüßt von ihrem Mann und ihrem Bruder und dessen Frau; der Sohn Hans hat „in seinem Zeugniß in allen Gegenständen: Sehr gut.“ [unterstrichen]) […] ''Meine Schrift wirst Du wohl nicht lesen können, den meine Hand zittert so, daß ich kaum die Feder zu halten weis. Viele Grüße an Frau Mutter Spängler an die Theres Lisi und alle Bekante. Gott erhalte Dich gesund dieß ist mein tägliches Gebet für Dich, mit vielen Grüßen und Küßen verbleibe ich Deine arme unglückliche Betti Katzinger. Wenn Du mir schreibst adresse den Brief an meinen Bruder in Steyeregg an der Donau.'' | | ''Steyeregg [!] am 8. Juni 81. Liebe Großmutter! Seit Pfingstsamstag befinde ich mich hier, die Reise hat mich sehr angegriffen obwohl das Wetter schön und warm war, aber ich bin halt so entsetzlich schwach und habe immer Fieber.'' (Auf der Reise hat in Linz der Arzt festgestellt, dass beide Lungenspitzen angegriffen sind; sie darf nicht arbeiten, muss viel Zeit in der frischen Luft verbringen, „täglich eine Flasche Gleichenbergerwasser mit Milch trinken und dieß monatelang fortsetzen, warme Einathmungen mit Terpentinöhl vermischt.“) / (Sie schildert ihr Unglück, ihr „Todes Urtheil“) '', den für mich ist nichts arbeiten dürfen und ein so langes Kranksein, viel schrecklicher als der baldige Tod. – Aber geht es wie immer ich muß es ertragen, Gott hat mir auch dieses Unglück auferlegt.'' […] ''Ich mußte meinen Bruder bitten, daß er mir das Goldkettchen welches ich von der Mutter habe, abkauft, er hat es auch gethan und mir 40 fl [Gulden] dafür gegeben; den trotz Deiner Hilfe ./.'' [Zeichen zum Seitenwechsel] / ''reicht es nicht aus, die theuere Medikamente eine Flasche Gleichenbergerwasser<ref>aus Bad Gleichenberg, Steiermark</ref> kostet 25 Kr[euzer] und ich muß vielleicht 60 Flaschen oder gar mehr trinken, dan den Doktor haben wir auch noch zu bezahlen, aber in der Apotheke sind wir nichts mehr schuldig.'' […] (Sie erhielt eine Karte von den Spänglern ([[Franz Xaver Gregor Spängler]]) in Pottenstein; es geht ihnen gut. / Sie grüßt von ihrem Mann und ihrem Bruder und dessen Frau; der Sohn Hans hat „in seinem Zeugniß in allen Gegenständen: Sehr gut.“ [unterstrichen]) […] ''Meine Schrift wirst Du wohl nicht lesen können, den meine Hand zittert so, daß ich kaum die Feder zu halten weis. Viele Grüße an Frau Mutter Spängler an die Theres Lisi und alle Bekante. Gott erhalte Dich gesund dieß ist mein tägliches Gebet für Dich, mit vielen Grüßen und Küßen verbleibe ich Deine arme unglückliche Betti Katzinger. Wenn Du mir schreibst adresse den Brief an meinen Bruder in Steyeregg an der Donau.'' |
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| | + | ==== Brief vom 14. Juni 1881 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ==== |
| | + | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> |
| | + | ''Steyeregg [!] am 14. Juni 1881. Meine gute gute Großmutter. Tausend tief innigen Herzensdank für die großartige Unterstützung, welche Du mir neuerdings zu Theil werden ließest, eine so große Summe von 40 f [Gulden] hätte ich nicht zu denken gewagt; Dank und Freudenthränen weinte ich als ich Deinen so lieben herzlichen Brief las. Gott segne Dich'' […] (Sie kann jetzt soviel Gleichenberger Wasser trinken wie nötig; sie will den Rat der „Großmutter“ beherzigen, nicht immer ans Sterben zu denken; / sie spürt schon Besserung mit den Wasser mit Milch, hat kein Fieber mehr, der Appetit wird täglich mehr; sie gibt die Hoffnung nicht auf, gesund zu werden; / sie hält sich an die Ratschläge von „Herrn Professor Thalen“ und geht auch bei kaltem Wetter an die Luft; die Schwägerin bringt aus Linz „Fleischextrat“ [!]<ref>Z. B. Liebigs Fleischextrakt ist nach 1870 zunehmend verbreitet als „Fleischbrühe für Kranke“.</ref> mit für eine kräftige Suppe. / Sie bittet, die „gute Schlegel“ zu grüßen; sie erfährt [aus Salzburg], dass Frau Hegenbarth gestorben ist.) […] ''Bitte alle Bekanten vielmahls zu grüßen besonders Frau v. Spängler Schneeberger Clausnitz Laschensky die Theres und Lisi. Nun nochmahls meinen allerbesten innigsten Dank, meine herzlichsten Grüße und Küße, Gott segne Dich und erhalte Dich gesund, dieß ist der wärmste Wunsch Deiner dankbaren Betti Katzinger.'' |
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| | + | ==== Postkarte vom 25. Juni 1881 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ==== |
| | + | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Correspondenz-Karte, Poststempel „Steyeregg 25. 6. 81“ / „Salzburg 26. 6. 81“<br /> |
| | + | ''Wohlgeborn Frau Fanni Kobler [unterstrichen] Privatiere / Alter Mozartplatz No. 10. II. Stock / Salzburg'' (Sie berichtet, dass die Besserung langsam vorangehe, sie fühölt sich frelich noch schwach; sie habe 18 Flaschen Gleichenberger Wasser getrunken und soll insgesamt 30 Flaschen trinken.) […] ''Von uns allen viele Grüße an Dich Deine dankb. Betti'' |
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| | + | ==== Postkarte vom 19. Juli 1881 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ==== |
| | + | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Correspondenz-Karte, Poststempel „Steyeregg 19. 7. 81“ / „Salzburg 20. 7. 81“<br /> |
| | + | ''Wohlgeborn Frau Fanni Kobler [unterstrichen] Privatiere / Alter Mozartplatz No. 10. 2te. Stock / Salzburg / An Alle viele Grüße.'' (Sie hat sich über den Brief der „Großmutter“ gefreut und die Nachricht, dass diese zur Familie Spängler nach Pottenstein reisen will.) […] ''Gott behüte Dich auf der Reise. Es grüßt Dich Deine Betti'' |
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| | + | ==== Brief vom 21. Juli 1881 von Caroline Kristlbauer [?] an [[Fanny Kobler]], Salzburg ==== |
| | + | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift „Briefe von der Betti.“<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen (auf der Rückseite unleserlich etwas über die „Pflegerin“ oder „Krankenwärterin“); […] = Auslassungen; [?] = unsichere Lesart<br /> |
| | + | ''Grein vom 21 Juli [18]81 Hochgeehrte Frau! Mitt großen Bedauern ergreife ich heute die Feder um Sie zu verständigen, daß vorgestern von Herrn Nachbarn Katzinger ein Telegramm von Steyregg kam, das die liebe Frau Katzinger sehr schwer krank, u nach Hause gebracht werden wünscht. Herr K. fuhr natürlich gleich hin u brachte heute 10 Uhr vormittag die todtkranke Frau zu Hause, zwei Männer mußten Sie vom Schiff wegtragen'' […] / […] ''Das Gehör hat Sie ganz verloren, man muß selber jetzt aufschreiben, um ihr begreiflich zu machen. / Entschuldigen XX die schlechte Schrift, doch ich bin aufgeregt, es kam zu überraschend. Mitt Hochachtung Karoline Kristlbauer [?].'' Am 9. August 1881 stirbt Betti Katzinger, 56 Jahre alt. |
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