| | Sturm weiß aber auch, dass kein Genuss ohne Verzicht möglich ist. So habe er zwar eine wunderbare Kindheit erlebt. Aber Wörter wie Urlaub, gewerkschaftlich verordnete Ruhepausen und Lifestyle seien an ihm spurlos vorübergegangen. Sturm hat sich nie beklagt. "Du wächst mit dem Kreislauf der Natur auf", sagt er. "Und mit dem Respekt vor den Tieren, die du zum Überleben brauchst." Da wird klar, dass Bauer kein Beruf ist − sondern eine Berufung. | | Sturm weiß aber auch, dass kein Genuss ohne Verzicht möglich ist. So habe er zwar eine wunderbare Kindheit erlebt. Aber Wörter wie Urlaub, gewerkschaftlich verordnete Ruhepausen und Lifestyle seien an ihm spurlos vorübergegangen. Sturm hat sich nie beklagt. "Du wächst mit dem Kreislauf der Natur auf", sagt er. "Und mit dem Respekt vor den Tieren, die du zum Überleben brauchst." Da wird klar, dass Bauer kein Beruf ist − sondern eine Berufung. |
| − | Mitte der [[1990er]] Jahre fühlte sich Sturm zum Biobauer berufen. "Schon mein Vater führte unseren Betrieb weitgehend biologisch", sagt er. Dass er radikal auf Bioprodukte (Eier und Milch) umstieg, habe auch nichts mit einer Ideologie zu tun gehabt. "Das war in einer Phase, als die Milchwirtschaft den Bach runterging", sagt Sturm. Das Umsatteln auf Bioeier habe für ihn wirtschaftlich am meisten Sinn gehabt. So einfach ist das. Heute legen seine 300 Hühner täglich 200 Eier, die er zum Großteil an Gastronomen verkauft − vom [[Gasthof Mayrhof]] in Untermayrhof bis zum [[Schlosshotel Iglhauser]] in Mattsee. | + | Mitte der [[1990er]] Jahre fühlte sich Sturm zum Biobauer berufen. "Schon mein Vater führte unseren Betrieb weitgehend biologisch", sagt er. Dass er radikal auf Bioprodukte (Eier und Milch) umstieg, habe auch nichts mit einer Ideologie zu tun gehabt. "Das war in einer Phase, als die [[Milchwirtschaft]] den Bach runterging", sagt Sturm. Das Umsatteln auf Bioeier habe für ihn wirtschaftlich am meisten Sinn gehabt. So einfach ist das. Heute legen seine 300 Hühner täglich 200 Eier, die er zum Großteil an Gastronomen verkauft − vom [[Gasthof Mayrhof]] in Untermayrhof bis zum [[Schlosshotel Iglhauser]] in Mattsee. |
| − | Dass die Nachfrage nach Eiern zu Ostern sprunghaft steigt und angeblich weitgehend von österreichischen Hühnern gedeckt wird, entlockt ihm ein Schmunzeln. Woher die kommen, das weiß er nicht. Er wisse nur, dass seine Hühner Ostern nicht mehr Eier als sonst legten. Dass ausländische Eier, die in Österreich gefärbt würden, als österreichische Eier verkauft werden dürften, das ärgere ihn schon – ein bisserl zumindest. Trotzdem: "Ich kann nur das richtig machen, was in meiner Hand liegt", sagt er. | + | Dass die Nachfrage nach Eiern zu Ostern sprunghaft steigt und angeblich weitgehend von österreichischen Hühnern gedeckt wird, entlockt ihm ein Schmunzeln. Woher die kommen, das weiß er nicht. Er wisse nur, dass seine Hühner Ostern nicht mehr Eier als sonst legten. Dass ausländische Eier, die in Österreich gefärbt würden, als österreichische Eier verkauft werden dürften, das ärgere ihn schon – ein bisserl zumindest. Trotzdem: "Ich kann nur das richtig machen, was in meiner Hand liegt", sagt er. |