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| | [[Datei:Marmorsaal Hauptbahnhof 2002.jpg|miniatur|Der Marmorsaal im September 2002]] | | [[Datei:Marmorsaal Hauptbahnhof 2002.jpg|miniatur|Der Marmorsaal im September 2002]] |
| − | Der '''{{PAGENAME}}''' ist ein Saal, der sich im ehemaligen [[Salzburger Hauptbahnhof]] befand. | + | Der '''Marmorsaal des Salzburger Hauptbahnhofs''' ist ein Saal, der sich im ehemaligen [[Salzburger Hauptbahnhof]] befand und sich heute im [[Abt Nicolaus-Saal]] im [[Augustiner Bräustübl Mülln]] befindet. Er zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt. |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Als in den Jahren [[1906]] und [[1907]] die heutige Form der [[Aufnahmsgebäude des Salzburger Hauptbahnhofs|Eingangshalle]] entstand, wurde auch der Ablauf des gesamten Bahnhofs neu gestaltet. Es enstand ein [[Mittelbahnsteig des Salzburger Hauptbahnhofs|Mittelbahnsteig]] (''Inselbahnhof'' genannt), an dem zu beiden Seiten Gleise vorbeiführten. Dieser wurde über drei Tunnels von der Eingangshalle erreicht. Auf dem Mittelperron waren neben der Fahrdienstleitung und Warteräumen auch eine Restauration I. und II., sowie eine in seinen Ausmaßen idente Restauration III. Klasse entstanden. Beide Restaurants war mit einer der Zeit entsprechenden jugendstilartigen Einrichtung mit Wandvertäfelungen, gemaltem Fries und kassettierten Stuckdekorationen ausgestattet. Sie waren ohne Zwischendecke ausgeführt und hatten somit doppelte Raumhöhe. Erster Restaurateur am Mittelbahnsteig war Johann Kratochwill, der 1924 von Anton Pfletschinger abgelöst wurde. | + | Als in den Jahren [[1906]] und [[1907]] die heutige Form der [[Aufnahmsgebäude des Salzburger Hauptbahnhofs|Eingangshalle]] entstand, wurde auch der Ablauf des gesamten Bahnhofs neu gestaltet. Es entstand ein [[Mittelbahnsteig des Salzburger Hauptbahnhofs|Mittelbahnsteig]] (''Inselbahnhof'' genannt), an dem zu beiden Seiten Gleise vorbeiführten. Dieser wurde über drei Tunnels von der Eingangshalle erreicht. Auf dem Mittelperron waren neben der Fahrdienstleitung und Warteräumen auch eine Restauration I. und II., sowie eine in seinen Ausmaßen idente Restauration III. Klasse entstanden. Beide Restaurants war mit einer der Zeit entsprechenden jugendstilartigen Einrichtung mit Wandvertäfelungen, gemaltem Fries und kassettierten Stuckdekorationen ausgestattet. Sie waren ohne Zwischendecke ausgeführt und hatten somit doppelte Raumhöhe. Erster Restaurateur am Mittelbahnsteig war Johann Kratochwill, der 1924 von Anton Pfletschinger abgelöst wurde. |
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| | Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] fielen auch [[Bomben auf Salzburg]]. Unter den Zielen war insbesondere der Verkehrsknotenpunkt Salzburger Hauptbahnhof. Erst in den letzten Kriegsmonaten wurde der Mittelbahnsteig schwer beschädigt, dabei auch die repräsentative Ausstattung des Bahnhofsrestaurants zerstört. Die Neugestaltung nach Kriegsende erfolgte mit großzügigem Einsatz von [[Adneter Marmor|Adneter Rotmarmor]]. Dieser soll eigentlich für den sogenannten „Führerbahnhof“ unter dem [[Schloss Klessheim]] vorgesehen gewesen sein. In beide Restaurationen wurde eine Zwischendecke eingeführt, die auf vier Marmorsäulen ruhte. Über dem "Marmorsaal" wurden rund um einen Lichthof Personalräume angelegt. Sogar ein Wandbrunnen mit Marmorverkleidung wurde eingerichtet. Am [[18. Februar]] [[1949]] wurde der Marmorsaal unter der Leitung von Pfletschingers Sohn Walter wiedereröffnet und war für Jahrzehnte aufgrund seines geschmackvollen Ambientes ein Schmuckstück der Salzburger Gastronomie und Veranstaltungsort für Bälle, Dinées und Tanzabende. Ab 1960 führte die Internationale Schlafwagengesellschaft das Restaurant. | | Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] fielen auch [[Bomben auf Salzburg]]. Unter den Zielen war insbesondere der Verkehrsknotenpunkt Salzburger Hauptbahnhof. Erst in den letzten Kriegsmonaten wurde der Mittelbahnsteig schwer beschädigt, dabei auch die repräsentative Ausstattung des Bahnhofsrestaurants zerstört. Die Neugestaltung nach Kriegsende erfolgte mit großzügigem Einsatz von [[Adneter Marmor|Adneter Rotmarmor]]. Dieser soll eigentlich für den sogenannten „Führerbahnhof“ unter dem [[Schloss Klessheim]] vorgesehen gewesen sein. In beide Restaurationen wurde eine Zwischendecke eingeführt, die auf vier Marmorsäulen ruhte. Über dem "Marmorsaal" wurden rund um einen Lichthof Personalräume angelegt. Sogar ein Wandbrunnen mit Marmorverkleidung wurde eingerichtet. Am [[18. Februar]] [[1949]] wurde der Marmorsaal unter der Leitung von Pfletschingers Sohn Walter wiedereröffnet und war für Jahrzehnte aufgrund seines geschmackvollen Ambientes ein Schmuckstück der Salzburger Gastronomie und Veranstaltungsort für Bälle, Dinées und Tanzabende. Ab 1960 führte die Internationale Schlafwagengesellschaft das Restaurant. |
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| | Im Frühjahr 2010 schrieben die [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] dann den Saal zum Verkauf aus. | | Im Frühjahr 2010 schrieben die [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] dann den Saal zum Verkauf aus. |
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| − | [[Maximilian Mayr-Melnhof]] zeigte im November 2010 dann Interesse am Kauf und Wiederaufbau des {{PAGENAME}}. Dazu plant er die Errichtung eines Gebäudes auf dem Gelände des [[Gutshof Glanegg]]. So könnte der Saal wieder Repräsentationszwecken und Veranstaltungen (z. B. Theateraufführungen) der Öffentlichkeit zugänglich werden. Für dieses Vorhaben budgetiert Mayr-Melnhof über eine Million Euro. Gewidmet wäre der Saal seiner 2010 verstorbenen Mutter [[Maria Anna Mayr Melnhof]] und könnte unter dem Marketingnamen ''MAM'', für ''Maria Anna Marmorsaal'', vermarktet werden. Mayr Melnhof bot für den historischen Saal einen symbolischen Kaufpreis von 100 Euro - was den ÖBB deutlich zu wenig war. | + | [[Maximilian Mayr-Melnhof]] zeigte im November 2010 dann Interesse am Kauf und Wiederaufbau des Marmorsaals. Dazu plant er die Errichtung eines Gebäudes auf dem Gelände des [[Gutshof Glanegg]]. So könnte der Saal wieder Repräsentationszwecken und Veranstaltungen (z. B. Theateraufführungen) der Öffentlichkeit zugänglich werden. Für dieses Vorhaben budgetiert Mayr-Melnhof über eine Million Euro. Gewidmet wäre der Saal seiner 2010 verstorbenen Mutter [[Maria Anna Mayr Melnhof]] und könnte unter dem Marketingnamen ''MAM'', für ''Maria Anna Marmorsaal'', vermarktet werden. Mayr Melnhof bot für den historischen Saal einen symbolischen Kaufpreis von 100 Euro - was den ÖBB deutlich zu wenig war. |
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| | Der Materialwert des Marmorsaals wird auf 80.000 Euro geschätzt. Aus ähnlichem Grund scheiterte ein Kaufangebot der Gemeinde Adnet. Bürgermeister Wolfgang Auer (ÖVP) bot für den Saal - gefertigt aus Adneter Marmor - ebenfalls eine symbolische Summe: einen Euro. | | Der Materialwert des Marmorsaals wird auf 80.000 Euro geschätzt. Aus ähnlichem Grund scheiterte ein Kaufangebot der Gemeinde Adnet. Bürgermeister Wolfgang Auer (ÖVP) bot für den Saal - gefertigt aus Adneter Marmor - ebenfalls eine symbolische Summe: einen Euro. |
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| | === Käufer gefunden === | | === Käufer gefunden === |
| − | Nach jahrelanger Suche fand sich im Juli 2016 eine Lösung: Der Marmorsaal soll im [[Augustiner Bräu]] in Salzburg-[[Mülln]] wieder aufgebaut werden. | + | Nach jahrelanger Suche fand sich im Juli 2016 eine Lösung: Der Marmorsaal soll im [[Augustiner Bräustübl Mülln]] in Salzburg-[[Mülln]] wieder aufgebaut werden. |
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| | == Neueröffnung im Müllner Bräu == | | == Neueröffnung im Müllner Bräu == |
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| | * [http://www.bda.at/text/136/Denkmal-des-Monats/17017/Alles-auf-Schiene_Der-Salzburger-Hauptbahnhof-moderne-Verkehrsdrehscheibe-mit-h Bundesdenkmalamt] | | * [http://www.bda.at/text/136/Denkmal-des-Monats/17017/Alles-auf-Schiene_Der-Salzburger-Hauptbahnhof-moderne-Verkehrsdrehscheibe-mit-h Bundesdenkmalamt] |
| | * [[Ronald Gobiet|Gobiet, Ronald]] (Hrsg.): "''Der neue Salzburger Hauptbahnhof. Stationen seiner Geschichte von 1860 bis 2014. Salzburger Beiträge zur Kunst und Denkmalpflege Bd. VI''", [[Verlag Anton Pustet]], 2012 | | * [[Ronald Gobiet|Gobiet, Ronald]] (Hrsg.): "''Der neue Salzburger Hauptbahnhof. Stationen seiner Geschichte von 1860 bis 2014. Salzburger Beiträge zur Kunst und Denkmalpflege Bd. VI''", [[Verlag Anton Pustet]], 2012 |
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| | + | {{Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg}} |
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| | [[Kategorie:Marmor]] | | [[Kategorie:Marmor]] |