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| − | [[Bild:Angertalbrücke 1992.jpg|thumb|right|300px|Die Angertalbrücke von Vorderschneeberg oberhalb der Angerschlucht aus gesehen. Aufnahme [[1992]]]] | + | [[Bild:Angertalbrücke 1992.jpg|thumb|Die Angertalbrücke von Vorderschneeberg oberhalb der Angerschlucht aus gesehen. Aufnahme [[1992]]]] |
| | Die '''Angertalbrücke''' (auch: Angerschluchtbrücke) ist eine Bogenfachwerkbrücke auf der [[Tauernbahn]]strecke bei [[Bad Hofgastein]] im [[Gasteinertal]]. | | Die '''Angertalbrücke''' (auch: Angerschluchtbrücke) ist eine Bogenfachwerkbrücke auf der [[Tauernbahn]]strecke bei [[Bad Hofgastein]] im [[Gasteinertal]]. |
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| | ==Bedeutung== | | ==Bedeutung== |
| − | Die Angertalbrücke ist nach dem 8.550 Meter langen [[Tauerntunnel (Bahn)|Tauerntunnel]] das größte Bauwerk der Tauernbahn-Nordrampe und stellte ein wichtiges Teilstück des von [[1901]] bis [[1909]] gebauten Abschnitts der damals neuen Nord-Süd-Verbindung in die österreichische Hafenstadt Triest im Küstenland (heute Trieste, Italien) dar. | + | Die Angertalbrücke ist nach dem 8.550 Meter langen [[Tauerntunnel (Bahn)|Tauerntunnel]] das größte Bauwerk der Tauernbahn-Nordrampe und stellte ein wichtiges Teilstück des von [[1901]] bis [[1909]] gebauten Abschnitts der damals neuen Nord-Süd-Verbindung in die österreichische Hafenstadt Triest im Küstenland (heute Trieste, Friaul-Julisch Venetien, Italien) dar. |
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| | Sie gilt als bauliche und architektonische Meisterleistung ihrer Zeit und verhinderte mit ihrer Ausführung die Errichtung eines zuvor geplanten Viaduktes mit drei Öffnungen, dessen Spannweiten und Steinbrücken einen weitaus massiveren Eingriff in die landschaftliche Umgebung dargestellt hätten. Durch den Anschluss des Gasteinertals an das Schienennetz der österreichisch-ungarischen Monarchie nahm zudem der Fremdenverkehr im Tal einen wichtigen Aufschwung. | | Sie gilt als bauliche und architektonische Meisterleistung ihrer Zeit und verhinderte mit ihrer Ausführung die Errichtung eines zuvor geplanten Viaduktes mit drei Öffnungen, dessen Spannweiten und Steinbrücken einen weitaus massiveren Eingriff in die landschaftliche Umgebung dargestellt hätten. Durch den Anschluss des Gasteinertals an das Schienennetz der österreichisch-ungarischen Monarchie nahm zudem der Fremdenverkehr im Tal einen wichtigen Aufschwung. |
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| | Die [[Bürgerinitiative Lebenswertes Gastein]], der Gemeinde Bad Gastein und die [[Landesumweltanwaltschaft]] haben 2010 dann einen Rechsstreit um die neue Brücke über das Angertal mit den Bundesbahnen begonnen, der diese Millionen kosten wird. Denn die ÖBB müssen nun bis zum Entscheid, der mehrere Jahre dauern kann, die alte Brücke weiter benützen und zu diesem Zweck aber sofort sanieren. | | Die [[Bürgerinitiative Lebenswertes Gastein]], der Gemeinde Bad Gastein und die [[Landesumweltanwaltschaft]] haben 2010 dann einen Rechsstreit um die neue Brücke über das Angertal mit den Bundesbahnen begonnen, der diese Millionen kosten wird. Denn die ÖBB müssen nun bis zum Entscheid, der mehrere Jahre dauern kann, die alte Brücke weiter benützen und zu diesem Zweck aber sofort sanieren. |
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| − | =====Die Hintergründe des Streits===== | + | ===== Die Hintergründe des Streits ===== |
| | Der Verwaltungsgerichtshof hatte im September 2008 einen Bescheid des Verkehrsministeriums aufgehoben, nach dem keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig ist. Dieser Bescheid erging jedoch erst zwei Jahre nach Baubeginn. Im März 2010 wurde diese UVP schließlich positiv abgeschlossen. Dagegen legten die Gasteiner Beschwerde ein, der aufschiebende Wirkung zuerkannt wurde. Darüber hinaus muss erst noch der Ausgang des laufenden Naturschutzverfahren bei der Bezirkshauptmannschaft abgewartet werden. Ein Gutachten, das von der Bürgerinitiative und der Gemeinde Bad Gastein in Auftrag gegeben wurde, stellte fest, dass der Bahnlärm durch die Beseitigung der Engstelle Angertal massiv zunähme. Und dies obwohl eine Stahlbetonbrücke wesentlich Lärm armer zu befahren sei als eine Stahlbrücke. Die alte Brücke ist einspurig, die neue wäre zweispurig ausgeführt. Die neue Angertalbrücke ist zwar seit dem Baustopp so gut wie fertig, nur die Schienen und die Oberleitung fehlen noch. Das Baulos Angertal wird insgesamt 20 Millionen Euro kosten, für den Rechtsstreit haben die ÖBB bislang zwei Millionen Euro ausgegeben. Wie hoch die Kosten für die Sanierung sein werden, stand im Juli 2010 noch nicht fest<ref>Quelle Salzburger Nachrichten, 7. Juli 2010</ref>. | | Der Verwaltungsgerichtshof hatte im September 2008 einen Bescheid des Verkehrsministeriums aufgehoben, nach dem keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig ist. Dieser Bescheid erging jedoch erst zwei Jahre nach Baubeginn. Im März 2010 wurde diese UVP schließlich positiv abgeschlossen. Dagegen legten die Gasteiner Beschwerde ein, der aufschiebende Wirkung zuerkannt wurde. Darüber hinaus muss erst noch der Ausgang des laufenden Naturschutzverfahren bei der Bezirkshauptmannschaft abgewartet werden. Ein Gutachten, das von der Bürgerinitiative und der Gemeinde Bad Gastein in Auftrag gegeben wurde, stellte fest, dass der Bahnlärm durch die Beseitigung der Engstelle Angertal massiv zunähme. Und dies obwohl eine Stahlbetonbrücke wesentlich Lärm armer zu befahren sei als eine Stahlbrücke. Die alte Brücke ist einspurig, die neue wäre zweispurig ausgeführt. Die neue Angertalbrücke ist zwar seit dem Baustopp so gut wie fertig, nur die Schienen und die Oberleitung fehlen noch. Das Baulos Angertal wird insgesamt 20 Millionen Euro kosten, für den Rechtsstreit haben die ÖBB bislang zwei Millionen Euro ausgegeben. Wie hoch die Kosten für die Sanierung sein werden, stand im Juli 2010 noch nicht fest<ref>Quelle Salzburger Nachrichten, 7. Juli 2010</ref>. |
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| − | ==Ausstellung - Die Angertalbrücke im „Museum Tauernbahn“== | + | === Schlichtung in Sicht === |
| | + | Im Jänner [[2011]] konnten die beiden Kontrahenten, Bad Gastein und Bad Hofgastein eine für beide Seiten tragbaren Kompromiss finden. Die ÖBB müssen an der Bestandsstrecke den Lärmschutz verbessern Im Gegenzug könnte die Gemeinde Bad Gastein, die [[Bürgerinitiative Lebenswertes Gastein]] und die Landsumweltanschaft ihre Einsprüche gegen den zweigleisigen Ausbau zurückziehen<ref>{{Quelle SN|27. Jänner 2011}}</ref>. |
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| | + | == Ausstellung - Die Angertalbrücke im „Museum Tauernbahn“ == |
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| | Das [[Museum Tauernbahn]] in [[Schwarzach im Pongau]] (direkt neben dem Bahnhof) zeigt die umfangreiche Geschichte des Tauernbahnbaus im Bereich der Nordrampe von Schwarzach nach [[Bad Gastein]]. | | Das [[Museum Tauernbahn]] in [[Schwarzach im Pongau]] (direkt neben dem Bahnhof) zeigt die umfangreiche Geschichte des Tauernbahnbaus im Bereich der Nordrampe von Schwarzach nach [[Bad Gastein]]. |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | * Manfred Fischer, Christian Dirninger, Roman Höllbacher und Fritz Lorber: ''Historische Wirtschaftsarchitektur in Salzburg. Bauten – Einrichtungen – Werkzeuge'' [[Verlag Anton Pustet]] Salzburg – München, 1997, ISBN: 3-7025-0354-4 | | * Manfred Fischer, Christian Dirninger, Roman Höllbacher und Fritz Lorber: ''Historische Wirtschaftsarchitektur in Salzburg. Bauten – Einrichtungen – Werkzeuge'' [[Verlag Anton Pustet]] Salzburg – München, 1997, ISBN: 3-7025-0354-4 |
| | + | <references/> |
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| | ==Literatur== | | ==Literatur== |