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==Etymologisches zu Erdapfel, Kartoffel und Grundbirne==
 
==Etymologisches zu Erdapfel, Kartoffel und Grundbirne==
Die Übertragung der Bezeichnung „Erdapfel“ auf die Kartoffel stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist mittlerweile in Europa weit verbreitet. Erdapfel, mittelhochdeutsch ''ertapfel'', althochdeutsch ''erdaphul'', ist an sich ein altes deutsches Wort, mit dem ursprünglich verschiedene (Erd)Knollen bezeichnet wurden (Früchte, die auf und im Erdboden wachsen, wie Cyclamen,  Kürbis, Melone und Gurke). Im deutschen Sprachraum wird und wurde der Begriff „Erdapfel“ vor allem aber für die Topinambur verwendet. Hingegen wurde die Bezeichnung „Grundbirne“ im Kontrast zu „Erdapfel“ gebildet und stand ihrer Form wegen mehr für die (länglichere) Kartoffel in Gebrauch.  
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Die Übertragung der Bezeichnung „Erdapfel“ auf die Kartoffel stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist mittlerweile in Europa weit verbreitet. Erdapfel, mittelhochdeutsch ''ertapfel'', althochdeutsch ''erdaphul'', ist ein altes deutsches Wort, mit dem ursprünglich verschiedene heimische (Erd)Knollen bezeichnet wurden, also Früchte, die auf und im Erdboden wachsen, wie Cyclamen,  Kürbis, Melone und Gurke). Mit der Kartoffel hat dieser mittelalterliche Begriff Erdapfel aber nicht zu tun, weil die Kartoffel erst im 17. Jahrhundert in Mitteleuropa bekannt wurde (im Alpenraum z.T. erst deutlich später) Im deutschen Sprachraum wird und wurde der Begriff „Erdapfel“ vor allem aber für die Topinambur verwendet. Hingegen wurde die Bezeichnung „Grundbirne“ im Kontrast zu „Erdapfel“ gebildet und stand ihrer Form wegen mehr für die (länglichere) Kartoffel in Gebrauch.  
    
Der Begriff „Kartoffel“ ist seit dem [[17. Jahrhundert]] bezeugt (älter ist ''tartoffel''). Er stammt aus dem Italienischen ''tartuficolo'', eine Bezeichnung, die „Erdknolle“ bedeutet, unter der aber eigentlich nicht die Kartoffel sondern die Trüffel gemeint war.
 
Der Begriff „Kartoffel“ ist seit dem [[17. Jahrhundert]] bezeugt (älter ist ''tartoffel''). Er stammt aus dem Italienischen ''tartuficolo'', eine Bezeichnung, die „Erdknolle“ bedeutet, unter der aber eigentlich nicht die Kartoffel sondern die Trüffel gemeint war.
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Früher hatte jeder Bauer und Häusler einen Erdäpfelacker zur Deckung des Eigenbedarfes. Erdäpfel wurden daher in allen Gebirgsgauen des Landes bis in hohe Lagen angepflanzt, was heute aus Arbeits- und Ertragsgründen kaum mehr geschieht. Nicht so im [[Lungau]].  
 
Früher hatte jeder Bauer und Häusler einen Erdäpfelacker zur Deckung des Eigenbedarfes. Erdäpfel wurden daher in allen Gebirgsgauen des Landes bis in hohe Lagen angepflanzt, was heute aus Arbeits- und Ertragsgründen kaum mehr geschieht. Nicht so im [[Lungau]].  
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Der Lungaur [[Eachtling]] (auch Eachtleng), die im Lungau traditionelle Dialekt-Bezeichnung für Erdäpfel, wird auf rund 150 ha in verschieden Sorten auch weiterhin in hohen Lagen angebaut und konnte in den letzten Jahrzehnten als regionale Marke verstärkt Bekanntheit und Popularität gewinnen. Der Eachtling verdankt seine Qualität dem in der Anbauregion herrschenden Vegetationsklima, das von der dort gegebenen Beckenlage und der Seehöhe bestimmt wird. Der Lungauer „Eachtling“ steht im Übrigen nicht nur auf der menschlichen Speisekarte, sondern kommt auch in der [[Landwirtschaft|landwirtschalftlichen]] Nutzttierhaltung als Futterkartoffel zum Einsatz.
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Der Lungauer [[Eachtling]] ("Erdling", auch Eachtleng), die im Lungau xseit den Jahren nach 1800 übliche mundartliche Bezeichnung für Erdäpfel, wird auf rund 150 ha in verschieden Sorten auch weiterhin in hohen Lagen angebaut und konnte in den letzten Jahrzehnten als regionale Marke verstärkt Bekanntheit und Popularität gewinnen. Der Eachtling verdankt seine Qualität dem in der Anbauregion herrschenden Vegetationsklima, das von der dort gegebenen Beckenlage und der Seehöhe bestimmt wird. Der Lungauer „Eachtling“ steht im Übrigen nicht nur auf der menschlichen Speisekarte, sondern kommt auch in der [[Landwirtschaft|landwirtschalftlichen]] Nutzttierhaltung als Futterkartoffel zum Einsatz.
    
===Erdäpfel im Salzburger Kochalltag===
 
===Erdäpfel im Salzburger Kochalltag===
Bereits im ersten Viertel des [[17. Jahrhundert]]s verfasste der Benediktinerabt Caspar Plautz im [[Benediktinerstift Seitenstetten]] in [[Niederösterreich]] ein erstes Kochbuch mit Rezepten zur Zubereitung von Erdäpfeln. In seither gedruckten oder von Hand angelegten und geführten Kochbüchern nimmt der Erdapfel in allen Bereichen von der Suppe über die Hauptspeise bis hin zum Dessert (Kartoffelteig!) eine wichtige Rolle ein. Im Land Salzburg dürfte es dennoch etwas länger gedauert haben, bis Erdäpfel tatsächlich ihren Weg in die Küche gefunden haben. Das suggeriert zumindest eine handgeschriebene Koch- und Heilrezeptesammlung eines Pinzgauer Wirtes aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts, in dem sich kein einziges Rezept mit Erdäpfeln finden lässt...
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Während die Erdäfel (bzw. dei Karteoffel) im Fürsterzbsitum Salzburg, also bis ins frühe 19. Jahrhundert weitestgehend unbekannt bleiben, verfasste bereits im ersten Viertel des [[17. Jahrhundert]]s der Benediktinerabt Caspar Plautz im [[Benediktinerstift Seitenstetten]] in [[Niederösterreich]] ein erstes Kochbuch mit Rezepten zur Zubereitung von Erdäpfeln. In seither gedruckten oder von Hand angelegten und geführten Kochbüchern nimmt der Erdapfel in allen Bereichen von der Suppe über die Hauptspeise bis hin zum Dessert (Kartoffelteig!) eine wichtige Rolle ein. Im Land Salzburg hat es deutlich länger gedauert haben, bis Erdäpfel ihren Weg in die Küche gefunden haben. Das macht auch eine handgeschriebene Koch- und Heilrezeptesammlung eines Pinzgauer Wirtes aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts deutlich, in dem sich kein einziges Rezept mit Kartoffeln finden lässt. Auch im Pinzgau wurde die Kartoffel erst nach 1816 bekannt.  
 
   
Im österreichweit verbreiteten Kochbuch ''Kochen nach Grundrezepten (für Schule und Haus)'' beginnt die beachtlich lange  Auflistung der Rezepte für Speisen, die auf Basis von Erdäpfeln zubereitet werden, bei Kartoffelbrei (Pürree) und führt über Kartoffelstrudel bis hin zum Kartoffelteig (Grundrezepte).
 
Im österreichweit verbreiteten Kochbuch ''Kochen nach Grundrezepten (für Schule und Haus)'' beginnt die beachtlich lange  Auflistung der Rezepte für Speisen, die auf Basis von Erdäpfeln zubereitet werden, bei Kartoffelbrei (Pürree) und führt über Kartoffelstrudel bis hin zum Kartoffelteig (Grundrezepte).
 
   
 
   
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