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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| | + | Im Kern stammt das Paschingerschlössl" aus dem [[17. Jahrhundert]], es sei seit [[1639]] als Jagdschlösschen von Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]] dokumentiert.<ref name="SN07Dez2021">[https://www.sn.at/salzburg/politik/wolfgang-porsche-kaufte-einstige-villa-von-stefan-zweig-in-salzburg-113632663 www.sn.at] " |
| | + | Wolfgang Porsche kaufte einstige Villa von Stefan Zweig in Salzburg", ein Beitrag von [[Barbara Haimerl]]</ref> |
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| | Das [[1650]] als Garten ausgewiesene Gelände nordöstlich gegenüber dem [[Kapuzinerkloster Salzburg|Kapuzinerkloster]] war bei Kriegen als Waffenplatz ungeltlich dem [[Erzbischof]] zu überlassen. Obwohl der gesamte Kapuzinerberg in die [[Stadtbefestigung]] einbezogen war, kam es aber nie zu diesem Ernstfall. | | Das [[1650]] als Garten ausgewiesene Gelände nordöstlich gegenüber dem [[Kapuzinerkloster Salzburg|Kapuzinerkloster]] war bei Kriegen als Waffenplatz ungeltlich dem [[Erzbischof]] zu überlassen. Obwohl der gesamte Kapuzinerberg in die [[Stadtbefestigung]] einbezogen war, kam es aber nie zu diesem Ernstfall. |
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| − | Erbaut gegen Ende des [[17. Jahrhundert]]s, ist es benannt nach [[Anton Paschinger]], dem das Schloss zwischen [[1793]] und [[1823]] gehörte. Danach gehörte das Schlösschen von [[1824]] bis [[1867]] Matthias Schznitzer.
| + | Ursprünglich [[1775]] als Herrenstöckl in Form eines Landsitzes konzipiert,<ref name="SN07Dez2021"></ref> befand es sich im Eigentum des namengebenden [[Anton Paschinger]], dem das Schloss zwischen [[1793]] und [[1823]] gehörte. Danach gehörte das Schlösschen von [[1824]] bis [[1867]] Matthias Schznitzer. |
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| | Der österreichische Autor [[Stefan Zweig]] kaufte [[1917]] das Paschingerschlössl (Haus Kapuzinerberg 5) und lebte dort von [[1919]] bis [[1934]] gemeinsam mit seiner ersten Frau [[Friderike Maria Zweig|Friderike]]. Mit dem wachsenden Antisemitismus der [[Zwischenkriegszeit]] und wegen einer Hausdurchsuchung der austrofaschistischen Polizei, aber auch in der Zeit einer immer brüchiger werdenden Ehe sah er sich gezwungen, Salzburg zu verlassen, und emigrierte nach London [[Großbritannien|England]]. | | Der österreichische Autor [[Stefan Zweig]] kaufte [[1917]] das Paschingerschlössl (Haus Kapuzinerberg 5) und lebte dort von [[1919]] bis [[1934]] gemeinsam mit seiner ersten Frau [[Friderike Maria Zweig|Friderike]]. Mit dem wachsenden Antisemitismus der [[Zwischenkriegszeit]] und wegen einer Hausdurchsuchung der austrofaschistischen Polizei, aber auch in der Zeit einer immer brüchiger werdenden Ehe sah er sich gezwungen, Salzburg zu verlassen, und emigrierte nach London [[Großbritannien|England]]. |
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| − | Den Beinamen ''Villa Europa'' erhielt das {{PAGENAME}} angeblich von dem französischen Schriftsteller Jules Romain, der neben vielen anderen europäischen Intellektuellen dieser Zeit wie [[James Joyce]], [[Richard Strauss]] oder Thomas Mann Zweig am Kapuzinerberg besuchte. | + | Den Beinamen ''Villa Europa'' erhielt das Paschingerschlössl angeblich von dem französischen Schriftsteller Jules Romain, der neben vielen anderen europäischen Intellektuellen dieser Zeit wie [[James Joyce]], [[Richard Strauss]] oder Thomas Mann Zweig am Kapuzinerberg besuchte. |
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| | Heute liegt es umgeben von Bäumen und Sträuchern romantisch verwachsen, vom [[Stefan-Zweig-Weg]] aus nur in Ansätzen erkennbar. Die Villa ist in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich. | | Heute liegt es umgeben von Bäumen und Sträuchern romantisch verwachsen, vom [[Stefan-Zweig-Weg]] aus nur in Ansätzen erkennbar. Die Villa ist in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich. |
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| | + | Wie Anfang [[Dezember]] [[2021]] bekannt wurde, hat die geschichtsträchtige Villa bereits seit mehr als einem Jahr einen neuen Besitzer: [[Wolfgang Porsche]], Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG und der Porsche Automobil Holding, hat die Liegenschaft im [[Oktober]] [[2020]] um 8,4 Mill. Euro von der Eigentümerfamilie [[Gollhofer]] gekauft. Der 87-jährige Gunther Gollhofer und sein 77-jähriger Bruder Wolfgang hatten das Haus bis zuletzt bewohnt. Die Villa war seit [[1937]] im Besitz der Kaufmannsfamilie. Zweig hatte das Anwesen in der Zeit der Großen Depression weit unter Wert verkauft. Er bekam nur einen Teil des Erlöses und musste "Judenfluchtsteuer" bezahlen. |
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| | + | Wolfgang Porsche hatte Herbst 2021 in einem Gespräch mit der Tageszeitung "Der Standard" betont, er denke an "eine Mischung aus öffentlicher und privater Nutzung". Angedacht sei eine Seminar- und Vortragsstätte. Mehr möchte der Unternehmer derzeit nicht sagen. Die Liegenschaft steht seit 2005 unter Denkmalschutz und liegt in der Altstadtschutzzone I. |
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| | + | Verhandlungen der [[Universität Salzburg]] gemeinsam mit [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt]] und [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land]] waren vor eineinhalb Jahren an den Vorstellungen der Eigentümer gescheitert. Laut einem Schätzgutachten der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) habe die Villa einen Wert von fünf bis sechs Mill. Euro, schildert [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Harald Preuner]]. Die Eigentümer hätten neun Mill. Euro verlangt. Zwar hätten sich private Sponsoren gefunden, jedoch sei der Betrag von drei Millionen Euro nicht aufbringbar gewesen. Wolfgang Porsche habe ihn vor rund einem halben Jahr davon informiert, dass er die Villa gekauft habe, sagt Preuner.<ref name="SN07Dez2021"></ref> |
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| | ==Bildergalerie== | | ==Bildergalerie== |
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| | * Homepage [[Magistrat Salzburg]] | | * Homepage [[Magistrat Salzburg]] |
| | * [http://www.editionas.net/literart/09_08_literart.html www.editionas.net] Peter Simon Altmann: ''Das Paschinger Schlößl'' (Die Angaben des Journalisten sind nicht immer ganz richtig) | | * [http://www.editionas.net/literart/09_08_literart.html www.editionas.net] Peter Simon Altmann: ''Das Paschinger Schlößl'' (Die Angaben des Journalisten sind nicht immer ganz richtig) |
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| | + | == Einzelnachweise == |
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