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Durch die Salzburger Landesverfassung unter den Erzbischöfen als geistlichen Herren nahm Salzburg im Burgenbau eine Außenseiterrolle ein. Nur in den seltensten Fällen wurde einem Adeligen die Möglichkeit gegeben, durch den Bau einer Burg zu Macht und Ansehen zu gelangen, wie es in anderen Ländern üblich war. Bereits bestehende Anlagen suchte der jeweilige Erzbischof in seine eigene Verwaltung zu bringen. Dort setzte er einen seiner Beamten, z. B. einen Pfleger, als Verwalter ein. So geschehen auf den einstigen Burgen wie  [[Schloss Mittersill]], [[Burg Kaprun]], [[Schloss Lichtenberg]], [[Schloss Goldegg]] und [[Festung Hohenwerfen]].  
 
Durch die Salzburger Landesverfassung unter den Erzbischöfen als geistlichen Herren nahm Salzburg im Burgenbau eine Außenseiterrolle ein. Nur in den seltensten Fällen wurde einem Adeligen die Möglichkeit gegeben, durch den Bau einer Burg zu Macht und Ansehen zu gelangen, wie es in anderen Ländern üblich war. Bereits bestehende Anlagen suchte der jeweilige Erzbischof in seine eigene Verwaltung zu bringen. Dort setzte er einen seiner Beamten, z. B. einen Pfleger, als Verwalter ein. So geschehen auf den einstigen Burgen wie  [[Schloss Mittersill]], [[Burg Kaprun]], [[Schloss Lichtenberg]], [[Schloss Goldegg]] und [[Festung Hohenwerfen]].  
 
==Funktionen und Bedeutungsverlust==
 
==Funktionen und Bedeutungsverlust==
Hochmittelalterliche Burgen auf dem Gebiet des heutigen [[Bundesland SalzburgBundeslandes Salzburg]] vereinten ursprünglich drei Funktionen:  
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Hochmittelalterliche Burgen auf dem Gebiet des heutigen [[Bundesland Salzburg|Bundeslandes Salzburg]] vereinten ursprünglich drei Funktionen:  
 
* die Funktion als Wehranlage,  
 
* die Funktion als Wehranlage,  
 
* die Funktion als Verwaltungssitz und   
 
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Durch die Weiterentwicklung von Belagerungstechniken und Waffen kam es um [[1500]] zu einer Trennung dieser Aufgaben. Gewaltige Festungsbauten – in Salzburg nur die [[Festung Hohenwerfen]] und die [[Festung Hohensalzburg]] – übernahmen die Funktion als Wehranlage. Die veralteten Pflegerburgen wurden zwar noch eine Zeit lang weiter verwendet, aber u.a. durch Zusammenlegungen von bisher selbständigen Gerichten entstanden in den Siedlungszentren neue Pfleg- und Landesgerichtsgebäude, beispielsweise in [[Werfen]], in [[Radstadt]] in [[Taxenbach]] und in [[St. Micheal im Lungau]]. Schlussendlich wurde der Sitz als Wohnstätte zum Ansitz. Solche Ansitze entstanden meist an landschaftlich begünstigten Plätzen, oft in der Nähe nun aufgegebener ehemaliger Burgen. In Salzburg blieb es mangels feudaler Gesellschaftsordnung bei einfachen Bauten wie beispielsweise dem typischen [[Salzburger Ansitz]]. Nur der Erzbischof in seiner Machtfülle konnte prunkvolle Schlösser wie das [[Schloss Hellbrunn]], das [[Schloss Klesheim]] oder das [[Schloss Leopoldskron]] errichten.
 
Durch die Weiterentwicklung von Belagerungstechniken und Waffen kam es um [[1500]] zu einer Trennung dieser Aufgaben. Gewaltige Festungsbauten – in Salzburg nur die [[Festung Hohenwerfen]] und die [[Festung Hohensalzburg]] – übernahmen die Funktion als Wehranlage. Die veralteten Pflegerburgen wurden zwar noch eine Zeit lang weiter verwendet, aber u.a. durch Zusammenlegungen von bisher selbständigen Gerichten entstanden in den Siedlungszentren neue Pfleg- und Landesgerichtsgebäude, beispielsweise in [[Werfen]], in [[Radstadt]] in [[Taxenbach]] und in [[St. Micheal im Lungau]]. Schlussendlich wurde der Sitz als Wohnstätte zum Ansitz. Solche Ansitze entstanden meist an landschaftlich begünstigten Plätzen, oft in der Nähe nun aufgegebener ehemaliger Burgen. In Salzburg blieb es mangels feudaler Gesellschaftsordnung bei einfachen Bauten wie beispielsweise dem typischen [[Salzburger Ansitz]]. Nur der Erzbischof in seiner Machtfülle konnte prunkvolle Schlösser wie das [[Schloss Hellbrunn]], das [[Schloss Klesheim]] oder das [[Schloss Leopoldskron]] errichten.
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==Quellen==
 
==Quellen==
 
* [[Friederike Zaisberger]], [[Walter Schlegel]], Burgen und Schlösser in Salzburg, Pinzgau, Pongau, Lungau, Birken Verlag, Wien, 1978
 
* [[Friederike Zaisberger]], [[Walter Schlegel]], Burgen und Schlösser in Salzburg, Pinzgau, Pongau, Lungau, Birken Verlag, Wien, 1978
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