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[[Datei:Furtwänglerpark, Aufführungsort beim Landes-Chorfest 2010 R0014985.jpg|thumb|Wilhelm-Furtwängler-Garten]]
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[[File:Salzburg Furtwänglerpark 01.jpg|thumb|Wilhelm-Furtwängler-Garten]]
'''Wilhelm-Furtwängler-Garten''', ursprünglich auch ''Wilhelm-Furtwängler-Park'' , ist eine kleine Grünanlage im [[Festspielbezirk]] in der [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]].

== Geschichte ==
=== Frauengarten ===
Bis ins [[16. Jahrhundert]] befand sich an dieser Stelle ein großer Garten mit einer weitläufigen Obstbaumwiese und Gemüsebeeten, genannt der [[Frauengarten]] der [[Petersfrauen]] oder Frohngarten. Er diente im Wesentlichen landwirtschaftlichen Zwecken und reichte von den Häusern der [[Getreidegasse]] und der heutigen [[Sigmund-Haffner-Gasse]] und bis zum [[Klausentor]]. Unter [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf von Lodron]] wurde (schon [[1617]] war das [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|Humanistische Gymnasium]] errichtet worden) [[1622]] in einem Teil dieses Gartens die [[Benediktineruniversität]] unter maßgeblicher Leitung des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]] errichtet.

Von [[1632]] bis [[1820]] wurde das Grünareal als Kollegiumsgarten der Benediktineruniversität genutzt. In den Baumgarten hinein wurde [[1694]] bis [[1707]] nach Plänen [[Fischer von Erlach]]s die [[Kollegienkirche]] errichtet, der verkleinerte Baumgarten blieb aber auch danach noch lange bestehen. Nach Auflassung des Kollegiumsgartens im Jahr [[1780]] pflegte bis [[1820]] der Salzburger Kaufmann und Pflanzensammler [[Franz Anton Ranfftl]] einen privaten botanischen Garten und trieb dabei Handel mit seiner Pflanzensamenbörse.

=== Botanischer Garten ===
[[Datei:Salzburg Altstadt Wilhelm-Furtwängler-Park.jpg|thumb|Im linken Bildteil der einstige Wilhelm Furtwängler-Park in seinen parkartigen Gestalt um 1955.]]
:''Hauptartikel [[Botanischer Garten]]

1780 entstand auf dem Gelände aus dem Kollegiumsgarten ein erster privater botanischer Garten. [[1835]] wurde der Garten erst in Teilen, dann zur Gänze ''k. k. botanischer Garten'' der [[Medizinisch-chirurgische Lehranstalt Salzburg|medizinisch-chirurgischen Lehranstalt]]. Die Anlage wurde bis [[1935]] maßgeblich von Gärtnern der [[Habsburgermonarchie|k.k. Monarchie]] und dann von der Republik betreut. Ab [[1934]]/[[1935]] bemühten sich [[Stadtverein Salzburg|Stadtverein]] und Universitätsverein mit mangelhaftem Erfolg um die Pflege, [[1937]] übernahm die [[Städtische Gärtnerei Salzburg|Stadtgärtnerei]] die Anlage.

=== Die heutige Grünanlage und die Kunstwerke der Moderne ===
[[Datei:Liegende im Furtwänglerpark.jpg|thumb|Skulptur im Furtwängler-Garten]]
[[Datei:Wilhelm Furtwängler-Park Sparkassenstöckl.jpg|thumb|Der Wilhelm-Furtwängler-Garten vor dem Abriss des [[Sparkassenstöckl]]s (rechts im Bild, der flache Bau).]]
In den [[Nachkriegszeit|Nachkriegsjahren]] wurde die Anlage als öffentlicher kleiner Grünraum eingerichtet, der am [[17. Dezember]] [[1954]] in posthumer Ehrung der Verdienste des großen Dirigenten [[Wilhelm Furtwängler]] (* [[1886]]; † [[1954]]) in ''Wilhelm-Furtwängler-Park''<ref>siehe Diskussion</ref> umbenannt wurde. Bei späteren Neugestaltungen wurde der Grünbestand aber nicht mehr als (großräumiger) "Park" sondern auch als "Garten" bezeichnet. Bei den weiteren Umgestaltungen wich der Idee eines landschaftsgerrechten Parks mit verschlungenen Wegen zunehmend der Idee eines architektonisch gestalteten Garten mit geraden und rechtwinkeligen Wegachsen.<ref name="RM">[[Reinhard Medicus]]: Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit. Anton Pustet Verlag, Salzburg 2021, ISBN 978-3-7025-1005-3.</ref>

Im nördlichsten Teil der Grünanlage befand sich zeitweise ein Sportplatz und kurzzeitig auch ein Parkplatz. Die damals mehrfach veränderte Gartenanlage wurde [[1977]] und den Folgejahren durch [[Otto Prossinger]] und Martin Windisch neu gestaltet. Die heutige Gestaltung wurde [[2007]]–[[2008]] umgesetzt. Auch sie wurde meist als ''Wilhelm-Furtwänger-Garten'' bezeichnet.<ref>Diese Aussage stützt sich auf eine Internetrecherche, bei der beide Namen in unterschiedlichen Dokumenten aufscheinen.</ref>

Dabei wurden die bisherigen Gestaltungselemente, abgesehen von drei Bäumen aus der Zeit des Botanischen Gartens, gänzlich entfernt und die Gestaltung auf eine einheitliche pflegeleichte Rasenfläche mit zugehörigen Wegen reduziert. Historische Bezüge sind nicht mehr erkennbar. Die Grünanlage wurde also mehrfach modernisiert und verlor dabei immer mehr seine früheren Strukturelemente. Zurück blieb eine fast banal wirkender Grünanlage mit wenigen jungen Bäumchen, mit lediglich kurzen Hainbuchenhecken, ohne Brunnen und fast ohne Blumen. Sie wurde zur monotonen Rasenfläche mit Wegen.<ref name="RM"></ref>

==== Kunstwerke ====
Das [[1866]] angefertigte [[Schiller-Denkmal Salzburg|Schiller-Denkmal]], das ursprünglich im [[Baron-Schwarz-Park]] stand, wurde - nachdem es der Stadt geschenkt worden war - [[1941]] zum 136. Todestag des Künstlers hierher übersiedelt.

Der ''Tanzschritt'', eine Bronzeplastik von [[Giacomo Manzù]], steht im Norden der Grünanlage. Die ''[[Gurken (Kunstobjekt)|Gurken]]'' - eine [[Kunst der Moderne|Kunstobjektgruppe]] des österreichischen Künstlers [[Erwin Wurm]] - stehen seit [[2011]] im Südwesten des Parks. Das [[A.E.I.O.U. (Kunstwerk)|A.E.I.O.U.]] - Kunstwerk von [[Anselm Kiefer]] - wurde [[2002]] von der Mitte der Grünanlage an der Rückseite der Kollegienkirche und damit auf den [[Max-Reinhardt-Platz]] hin übersiedelt.

=== Römische Funde ===
Archäologische Grabungen, die im Winter [[2007]]-[[2008]] anlässlich der Neugestaltung der Grünanlage durchgeführt wurden, brachten weitere Erkenntnisse über das Leben der [[Römer]] in Salzburg. Man fand dabei alte Fibeln, Keramikscherben, Handwerksgerät, Metallgegenstände aus Bronze, Gürtelbeschläge und Teile von Verzierungen von Riemenzungen sowie einige Münzen.

Dass auf dem Areal dieser Grünfläche zur Römerzeit ein Handwerksviertel lag, war bereits bekannt. Neu war hingegen die Erkenntnis, dass die Leute auch unmittelbar an ihrem Arbeitsplatz lebten. So wurden Reste von Grundmauern von Wohnhäusern mit Fußboden- und Wandheizungen freigelegt, dicht daneben Werkstätten und Feuerstellen. Den gefundenen Resten nach dürften Metall, Leder und Ton verarbeitet worden sein.

== Wilhelm-Furtwängler-Park oder -Garten? ==
Der Umbenennung des ehemaligen botanischen Gartens in ''Wilhelm-Furtwängler-Park'' wurde am 17. Dezember 1954 in [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat]] beschlossen. [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Stanislaus Pacher]] brachte im Namen des [[Stadtsenat]]s im Gemeinderat den Antrag ein, den Botanischen Garten in Wilhelm-Furtwängler-''Park'' umzubenennen, was einstimmig angenommen wurde. Die damalige parkartige Gestalt ist allerdings längst Geschichte, die späteren Gestaltungen im Auftrag der Stadt Salzburg waren und sind Gartenanlagen und wurden auch so benannt. Die Grünanlage wurde seither auch deutlich verkleinert. Niemals wurde die Grünanlage in der heutigen Gestalt gemäß einem bekannten Gemeinderatsbeschluss Wilhelm-Furtwängler-Park getauft.

Wie Dr. [[Reinhard Medicus]] anmerkt, ist ein Gemeinderatsbeschluss zwar für Straßennamen, nicht aber zwangsläufig auch für Grünanlagen bindend. Zudem fasste der Gemeinderat bzw. der Stadtsenat bei späteren Neugestaltungen (derzeit aber noch nicht mit Quellen belegte) neuerliche Beschlüsse über Gestalt und Namen der Grünanlage. Das zuständige Gartenamt der Stadt nennt diese Grünanlage jedenfalls Wilhelm-Furtwängler-Garten. In der Grünanlage stehen derzeit zwei Schilder unterschiedlichem Inhalts: Einmal als "Park" bezeichnet, einmal als "Garten". (Die Tafel mit der "Parkordnung" ist allerdings stadtweit normiert und wird in allen Gärten und Parks gleichermaßen aufgestellt). Den Stadtsalzburgern ist diese Grünanlage sowohl als "Furtwänglergarten" als auch unter dem heute fragwürdigen Namen "Furtwänglerpark" bekannt.

== Bilder ==
{{Bildkat}}
{{Commonscat|Furtwänglerpark (Salzburg)}}
==Quellen==
* [[Reinhard Medicus]]: ''[[Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit]]'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg, 2021. Der Grünraum wird hier "Garten" genannt
* Christiane Gärtner: Der botanische Garten in Salzburg, Schriftenreihe Kulturgut der Heimat des Sbg. Stadtvereines, Eigenverlag Stadtverein, Salzburg, 1978 Der Grünraum wird hier "Garten" genannt
* Beitrag [[Altstadt]]
* [[Salzburger Nachrichten]], ''Römer lebten neben ihren Werkstätten'', 21. Februar 2008
* Salzburgwiki-Beitrag [[Schiller-Denkmal Salzburg]]
{{Quelle Franz Martin}}

== Einzelnachweise ==
<references/>

[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Gartenanlage]]

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