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| | == Leben == | | == Leben == |
| − | Geboren in Wien, besuchte Marcic die humanistischen Gymnasien auf Badija und in Široki Brijeg bei Mostar, [[Jugoslawien]], Reifeprüfung 1937 mit Auszeichnung in sämtlichen Fächern. Nach seinem Studium an der Universität Zagreb und Promotion zum Dr. jur. [[1942]] arbeitete er als Presse- und Kulturreferent im Generalkonsulat des „Unabhängigen Staats Kroatien“ in Wien. Zudem Studien an der Universität Wien und an der Hochschule für Welthandel. Nach [[1945]] betrieb er in Salzburg an der [[Theologische Fakultät in Salzburg|Theologischen Fakultät]] und an deren Päpstlichem Institut für Philosophie (Anselmiamum) Fachstudien der Theologie und Philosophie. | + | Geboren in Wien, besuchte Marcic die humanistischen Gymnasien auf Badija und in Široki Brijeg bei Mostar, [[Jugoslawien]], und lebte [[1937]] seine Reifeprüfung mit Auszeichnung in sämtlichen Fächern ab. Nach seinem Studium an der Universität Zagreb und Promotion zum Dr. jur. [[1942]] arbeitete er als Presse- und Kulturreferent im Generalkonsulat des „Unabhängigen Staats Kroatien“ in Wien. Zudem Studien an der Universität Wien und an der Hochschule für Welthandel. Nach [[1945]] betrieb er in Salzburg an der [[Theologische Fakultät in Salzburg|Theologischen Fakultät]] und an deren Päpstlichem Institut für Philosophie (Anselmiamum) Fachstudien der Theologie und Philosophie. |
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| − | [[1946]] wurde er als Gerichtsreporter Mitglied des Redaktionsstabs der [[Salzburger Nachrichten]] und war ab [[1950]] Leiter der juristischen Beilage "Der Staatsbürger". [[1953]] wurde er Gerichtsredakteur. Von [[1954]] bis [[1959]] war er Chefredakteur-Stellvertreter und nach dem Tod von [[Gustav Canaval]] bis [[1964]] dessen Nachfolger als Chefredakteur. | + | [[1946]] wurde er als Gerichtsreporter Mitglied des Redaktionsstabs der [[Salzburger Nachrichten]] und war ab [[1950]] Leiter der juristischen Beilage ''"Der Staatsbürger"''. [[1953]] wurde er Gerichtsredakteur. Von [[1954]] bis [[1959]] war er Chefredakteur-Stellvertreter und nach dem Tod von [[Gustav Canaval]] bis [[1964]] dessen Nachfolger als Chefredakteur. |
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| | In den Jahren [[1958]] bis [[1960]] betätigte sich Marcic als wissenschaftlicher Rechtsberater des Flüchtlingshilfswerks des Hochkommissariates für Flüchtlinge der Vereinten Nationen. Nach der Gründung des österreichischen Presserates ([[1961]]) war Marcic bis [[1963]] dessen Vorsitzender. | | In den Jahren [[1958]] bis [[1960]] betätigte sich Marcic als wissenschaftlicher Rechtsberater des Flüchtlingshilfswerks des Hochkommissariates für Flüchtlinge der Vereinten Nationen. Nach der Gründung des österreichischen Presserates ([[1961]]) war Marcic bis [[1963]] dessen Vorsitzender. |
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| | Rene Marcic trat 1946 in das Redaktionsteam der "Salzburger Nachrichten" ein, wurde 1954 zum Stellvertreter Gustav A. Canavals berufen, dessen Position als Chefredakteur er 1959 nach dem Tode Canavals übernahm. Als er mir 1964 die Nachfolge abtrat, um sich ganz dem Beruf des akademischen Lehrers und Forschers hinzugeben, versprach er uns, nicht nur Freund, sondern auch Weggefährte zu bleiben. Er hat sein Wort getreu gehalten: Bis in die jüngsten Tage erreichten uns seine Briefe und Zettel, noch quer am Außenrand beschrieben, weil ihm jedes Papier zu wenig wurde, um die überquellenden Gedanken niederzulegen. | | Rene Marcic trat 1946 in das Redaktionsteam der "Salzburger Nachrichten" ein, wurde 1954 zum Stellvertreter Gustav A. Canavals berufen, dessen Position als Chefredakteur er 1959 nach dem Tode Canavals übernahm. Als er mir 1964 die Nachfolge abtrat, um sich ganz dem Beruf des akademischen Lehrers und Forschers hinzugeben, versprach er uns, nicht nur Freund, sondern auch Weggefährte zu bleiben. Er hat sein Wort getreu gehalten: Bis in die jüngsten Tage erreichten uns seine Briefe und Zettel, noch quer am Außenrand beschrieben, weil ihm jedes Papier zu wenig wurde, um die überquellenden Gedanken niederzulegen. |
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| | Wir haben in ihm einen treuen Freund verloren. Darüber hinaus hat die gesamte Journalistik und Publizistik des Landes einen schweren Verlust erlitten. Marcic bleibt Vorbild dieses Berufsstandes, an dessen Fortbildung er unentwegt arbeitete, um dessen Anerkennung er unablässig bemüht war. Es war ein Hauptanliegen von ihm, der Journalistik zu Ansehen zu verhelfen. Zu zeigen, daß sie kein Metier verkrachter Existenzen, sondern ernstzunehmender Menschen ist, die auf Grund ihres Wissens und Gewissens arbeiten. Für Österreich als Rechtsstaat, für das Rechtsdenken in der Öffentlichkeit hat er, nicht nur durch seine wissenschaftlichen Publikationen, sondern durch seine gesamte publizistische Tätigkeit entscheidend beigetragen, ja, er hat die Öffentlichkeit und die Politik mitgeprägt. Daß er an der Wiege des Presserates stand, Mitglied der Kommission zur Reform des österreichischen Grundrechtskataloges und anderer öffentlicher Institutionen war, ist die zwangsläufige Erfüllung seines Berufslebens gewesen. Er sagte von sich selbst, sein Leitmotiv sei "Gegensätze aufzudecken und zu versöhnen". In diesen Worten liegt das Wirken eines Journalisten umschlossen, der den Dienst an der Öffentlichkeit, die Bildung der öffentlichen Meinung als Verpflichtung zur Wahrheit erkannt und sich stets aufs neue dazu bekannt hat. Bewundernswert war die Arbeitsintensität dieses Mannes. Möglich aber war sie nur durch die Mitarbeit seiner Frau Blanka, die ausschließlich für ihn und durch ihn lebte. Der Ehe waren Kinder versagt geblieben. Sie fand Erfüllung in der gemeinsamen Arbeit. Sie fand ihre letzte Vollendung im gemeinsamen Sterben. So wie bei uns eine Lücke entstanden ist, genauso entsetzlich ist der Verlust für die Universität Salzburg, deren Profil Marcic entscheidend geprägt hat. Sein Name aber wird nicht verwehen, denn wenn von Politik und Recht gesprochen und geschrieben werden wird, muß er zitiert werden. | | Wir haben in ihm einen treuen Freund verloren. Darüber hinaus hat die gesamte Journalistik und Publizistik des Landes einen schweren Verlust erlitten. Marcic bleibt Vorbild dieses Berufsstandes, an dessen Fortbildung er unentwegt arbeitete, um dessen Anerkennung er unablässig bemüht war. Es war ein Hauptanliegen von ihm, der Journalistik zu Ansehen zu verhelfen. Zu zeigen, daß sie kein Metier verkrachter Existenzen, sondern ernstzunehmender Menschen ist, die auf Grund ihres Wissens und Gewissens arbeiten. Für Österreich als Rechtsstaat, für das Rechtsdenken in der Öffentlichkeit hat er, nicht nur durch seine wissenschaftlichen Publikationen, sondern durch seine gesamte publizistische Tätigkeit entscheidend beigetragen, ja, er hat die Öffentlichkeit und die Politik mitgeprägt. Daß er an der Wiege des Presserates stand, Mitglied der Kommission zur Reform des österreichischen Grundrechtskataloges und anderer öffentlicher Institutionen war, ist die zwangsläufige Erfüllung seines Berufslebens gewesen. Er sagte von sich selbst, sein Leitmotiv sei "Gegensätze aufzudecken und zu versöhnen". In diesen Worten liegt das Wirken eines Journalisten umschlossen, der den Dienst an der Öffentlichkeit, die Bildung der öffentlichen Meinung als Verpflichtung zur Wahrheit erkannt und sich stets aufs neue dazu bekannt hat. Bewundernswert war die Arbeitsintensität dieses Mannes. Möglich aber war sie nur durch die Mitarbeit seiner Frau Blanka, die ausschließlich für ihn und durch ihn lebte. Der Ehe waren Kinder versagt geblieben. Sie fand Erfüllung in der gemeinsamen Arbeit. Sie fand ihre letzte Vollendung im gemeinsamen Sterben. So wie bei uns eine Lücke entstanden ist, genauso entsetzlich ist der Verlust für die Universität Salzburg, deren Profil Marcic entscheidend geprägt hat. Sein Name aber wird nicht verwehen, denn wenn von Politik und Recht gesprochen und geschrieben werden wird, muß er zitiert werden. |
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| | == Werke == | | == Werke == |
| − | * ''Martin Heidegger und die Existentialphilosophie (1949)'' | + | * ''Martin Heidegger und die Existentialphilosophie'' (1949) |
| − | * ''Vom Gesetzesstaat zum Richterstaat - zwischen Sicherheit und Freiheit (1957) '' | + | * ''Vom Gesetzesstaat zum Richterstaat - zwischen Sicherheit und Freiheit'' (1957) |
| − | * ''Die Krise des Staatsgedankens in der Gegenwart (1960) '' | + | * ''Die Krise des Staatsgedankens in der Gegenwart'' (1960) |
| − | * ''Reine Rechtslehre'' und ''Klassische Rechtsontologie'' ([[1961]]) | + | * ''Reine Rechtslehre'' und ''Klassische Rechtsontologie'' (1961) |
| − | * ''Verfassung und Verfassungsgericht (1963) '' | + | * ''Verfassung und Verfassungsgericht'' (1963) |
| − | * ''Mensch - Recht - Kosmos (1965)'' | + | * ''Mensch - Recht - Kosmos'' (1965) |
| − | * ''Die Stellung der politischen Parteien in der Verfassung (1965)'' | + | * ''Die Stellung der politischen Parteien in der Verfassung'' (1965) |
| − | * ''Die Zukunft der Koalition (1966) '' | + | * ''Die Zukunft der Koalition'' (1966) |
| − | * ''Die Koalitionsdemokratie (1966) '' | + | * ''Die Koalitionsdemokratie'' (1966) |
| − | * ''Das Buch und sein Verwalter (1966) '' | + | * ''Das Buch und sein Verwalter'' (1966) |
| − | * ''Verfassungsgerichtsbarkeit und Reine Rechtslehre (1966) '' | + | * ''Verfassungsgerichtsbarkeit und Reine Rechtslehre'' (1966) |
| − | * ''Ernst Jüngers Rechtsentwurf zum Weltstaat (1966) '' | + | * ''Ernst Jüngers Rechtsentwurf zum Weltstaat'' (1966) |
| − | * ''Der Staatsmann in der Demokratie (1966) '' | + | * ''Der Staatsmann in der Demokratie'' (1966) |
| − | * ''Rechtsphilosophie (1969) '' | + | * ''Rechtsphilosophie'' (1969) |
| − | * ''Recht - Staat - Verfassung, Bd. I (1970) '' | + | * ''Recht - Staat - Verfassung'', Band I (1970) |
| − | * ''Demokratie - Baustil des Wandels (1970) '' | + | * ''Demokratie - Baustil des Wandels'' (1970) |
| − | * ''Hegel und das Rechtsdenken im deutschen Sprachraum (1970)'' | + | * ''Hegel und das Rechtsdenken im deutschen Sprachraum'' (1970) |
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| | == Auszeichnungen == | | == Auszeichnungen == |
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| | * [https://www.oecv.at/Biolex/Detail/13100315 www.oecv.at], abgefragt am 27. Dezember 2017 | | * [https://www.oecv.at/Biolex/Detail/13100315 www.oecv.at], abgefragt am 27. Dezember 2017 |
| | * [[Salzburger Nachrichten]], 4. Oktober 1971, S. 1ff | | * [[Salzburger Nachrichten]], 4. Oktober 1971, S. 1ff |
| | + | == Einzelnachweis == |
| | + | <references/> |
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