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| − | Bei den Barmsteinen tritt ein ungewöhnliches Phänomen auf, das die Errichtung des Hofbräus Kaltenhausen erheblich erleichterte. Nämlich das Anlegen eines natürlichen Bierkellers. Dazu in der Chronik der Brauerei: ''...Durch den Schutt des Steilhanges strömte von den Barmsteinen unterirdisch kalte Luft zum Bergfuß herab und trat an manchen Stellen als kalter Wind aus dem Boden. Diese Windröhren<ref name="Wind"></ref>, die oft auch als Wind- oder Wetterlöcher bezeichnet werden, bewirkten auch, dass sich am Bergfuß mitten im Sommer Nebel bildeten und das Erdreich bereits in geringer Tiefe gefroren war, weshalb an diesem Platz natürliche Eiskeller zur Lagerung des leicht verderblichen Bieres gebaut werden konnten. Der Name Kaltenhausen wird von diesen Kellern abgeleitet...''<ref>{{Quelle SN|5. Mai 2011}}</ref> | + | Bei den Barmsteinen tritt ein ungewöhnliches Phänomen auf, das die Errichtung des Hofbräus Kaltenhausen erheblich erleichterte. Nämlich das Anlegen eines natürlichen Bierkellers. Dazu in der Chronik der Brauerei: ''...Durch den Schutt des Steilhanges strömte von den Barmsteinen unterirdisch kalte Luft zum Bergfuß herab und trat an manchen Stellen als kalter Wind aus dem Boden. Diese Windröhren, die oft auch als Wind- oder Wetterlöcher bezeichnet werden, bewirkten auch, dass sich am Bergfuß mitten im Sommer Nebel bildeten und das Erdreich bereits in geringer Tiefe gefroren war, weshalb an diesem Platz natürliche Eiskeller zur Lagerung des leicht verderblichen Bieres gebaut werden konnten. Der Name Kaltenhausen wird von diesen Kellern abgeleitet...''<ref>{{Quelle SN|5. Mai 2011}}</ref> |
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| | [[1486]] wurde die Brauerei von [[Fürsterzbischof]] [[Johann III. Beckenschlager]] als Hofbrauerei übernommen. Dazu gab ihm das Testament von Hans Elsenheimer Gelegenheit. Der Fürsterzbischof übernahm den Besitz kurz nach dem Tod von Elsenheimer mit der Begründung, Elsenheimer hätte nicht über seinen Tod hinaus über dieses Lehen verfüge dürfen, wie er es aber testamentarisch getan hatte. Durch das in den Augen des Fürsterzbischofs rechtswidrigen Testament sei Kaltenhausen nach dem Urbarrecht an das [[Erzstift Salzburg]] heimgefallen. | | [[1486]] wurde die Brauerei von [[Fürsterzbischof]] [[Johann III. Beckenschlager]] als Hofbrauerei übernommen. Dazu gab ihm das Testament von Hans Elsenheimer Gelegenheit. Der Fürsterzbischof übernahm den Besitz kurz nach dem Tod von Elsenheimer mit der Begründung, Elsenheimer hätte nicht über seinen Tod hinaus über dieses Lehen verfüge dürfen, wie er es aber testamentarisch getan hatte. Durch das in den Augen des Fürsterzbischofs rechtswidrigen Testament sei Kaltenhausen nach dem Urbarrecht an das [[Erzstift Salzburg]] heimgefallen. |
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| | 150 Jahre später, [[1646]], wurden bereits in zwei Bräupfannen 12 800 Eimer Bier gebraut. Im selbem Jahr wurde auch erstmals das noch heute bekannte ''Märzenbier'' gebraut. Auch bei den folgenden Salzburger Fürsterzbischöfen war die Brauerei immer ein besonderes Liebkind. | | 150 Jahre später, [[1646]], wurden bereits in zwei Bräupfannen 12 800 Eimer Bier gebraut. Im selbem Jahr wurde auch erstmals das noch heute bekannte ''Märzenbier'' gebraut. Auch bei den folgenden Salzburger Fürsterzbischöfen war die Brauerei immer ein besonderes Liebkind. |
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| − | [[1648]] entstand eine Zweigniederlassung in der [[Stadt Salzburg]] im ''[[Kalte Brauhaus|hf Kalten Brauhaus im Kai]]'' beim [[Kajetanertor]]. Seit [[1688]] befand sich im [[Schloss Rif]] im heutigen Hallein-[[Rif]] die vom Kalten Brauhaus hierher übersiedelte Mälzerei. Gut und Schloss Rif gehörten bis [[1911]] zur Brauerei Kaltenhausen. | + | [[1648]] entstand eine Zweigniederlassung in der [[Stadt Salzburg]] im ''[[Kalte Brauhaus|hf Kalten Brauhaus im Kai]]'' beim [[Kajetanertor]]. Seit [[1688]] befand sich im [[Schloss Rif]] im heutigen Ortsteil [[Rif]] die vom Kalten Brauhaus hierher übersiedelte Mälzerei. Gut und Schloss Rif gehörten bis [[1911]] zur Brauerei Kaltenhausen. |
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| | Die letzte große Umgestaltung der Brauerei fand unter Fürsterzbischof [[Jakob Ernst Graf Liechtenstein ]] (1745–1747) statt. Mit der Sekularisation des Erzstifts Anfang des [[19. Jahrhundert]]s endete die Geschichte als fürsterzbischöfliches Hofbräu und der [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst]] von Salzburg wurde der neue Besitzer. | | Die letzte große Umgestaltung der Brauerei fand unter Fürsterzbischof [[Jakob Ernst Graf Liechtenstein ]] (1745–1747) statt. Mit der Sekularisation des Erzstifts Anfang des [[19. Jahrhundert]]s endete die Geschichte als fürsterzbischöfliches Hofbräu und der [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst]] von Salzburg wurde der neue Besitzer. |
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| | An Gebäudeaußenwänden sind mehrere Wappen angebracht, die von Besitzern und Bauherrn künden. | | An Gebäudeaußenwänden sind mehrere Wappen angebracht, die von Besitzern und Bauherrn künden. |
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| − | Die bayerische Kurfürstin [[Marie Leopoldine von Österreich-Este|Maria Leopoldine von Pfalz-Bayern]] (* [[1776]]; † [[1848]]) und ihr Sohn [[MMaximilian Graf von Arco-Zinneberg]] machten aus der Brauerei einen der führenden Industriebetriebe des [[19. Jahrhundert]]. | + | Die bayerische Kurfürstin [[Marie Leopoldine von Österreich-Este|Maria Leopoldine von Pfalz-Bayern]] (* [[1776]]; † [[1848]]) und ihr Sohn [[Maximilian Graf von Arco-Zinneberg]] machten aus der Brauerei einen der führenden Industriebetriebe des [[19. Jahrhundert]]. |
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| | [[1832]] fertigte [[Franz Xaver Gugg junior]] eine Dampfmaschine mit einer Leistung von drei PS in der Brechmühle im Hofbräu Kaltenhausen. Es war dies die erste und einzige Dampfmaschine im [[Land Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] und blieb es bis Mitte der [[1850er]]-Jahre. | | [[1832]] fertigte [[Franz Xaver Gugg junior]] eine Dampfmaschine mit einer Leistung von drei PS in der Brechmühle im Hofbräu Kaltenhausen. Es war dies die erste und einzige Dampfmaschine im [[Land Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] und blieb es bis Mitte der [[1850er]]-Jahre. |
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| − | [[1898]] kaufte die Deutsche Bank die Brauerei, aus der sie dann [[1901]] die "''Aktiengesellschaft Brauerei Kaltenhausen''" machte. In der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s war die Brauerei der größte Steuerzahler der Gemeinde [[Taxach (Gemeinde)|Taxach]]. Seit [[1896]] liegt die Brauerei im Stadtgebiet von Hallein. [[1921]] war die Brauerei ein Gründungsbetrieb der ''Österreichischen Brau AG'', die [[1998]] mit der Steirerbrau zur ''Brau Union Österreich AG'' fusionierte. | + | [[1898]] kaufte die Deutsche Bank die Brauerei, aus der sie dann [[1901]] die "Aktiengesellschaft Brauerei Kaltenhausen" machte. In der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s war die Brauerei der größte Steuerzahler der Gemeinde [[Taxach (Gemeinde)|Taxach]]. Seit [[1896]] liegt die Brauerei im Stadtgebiet von Hallein. [[1921]] war die Brauerei ein Gründungsbetrieb der ''Österreichischen Brau AG'', die [[1998]] mit der Steirerbrau zur ''Brau Union Österreich AG'' fusionierte. |
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| | Das Hofbräu Kaltenhausen hatte an der [[Müllner Hauptstraße]] 1 in Salzburg-[[Mülln]] einen [[Kaltenhauser Keller|Bierkeller]] mit Gastgarten<ref>Quelle ein Foto in ''Salzburg Vorstädte Album 1860–1930'', Verlag für Photografie, Wien, 1998</ref> und besaß von [[1950]] bis [[1979]] auch den heutigen [[Urban-Keller]] in der Stadt Salzburg in [[Schallmoos]]. | | Das Hofbräu Kaltenhausen hatte an der [[Müllner Hauptstraße]] 1 in Salzburg-[[Mülln]] einen [[Kaltenhauser Keller|Bierkeller]] mit Gastgarten<ref>Quelle ein Foto in ''Salzburg Vorstädte Album 1860–1930'', Verlag für Photografie, Wien, 1998</ref> und besaß von [[1950]] bis [[1979]] auch den heutigen [[Urban-Keller]] in der Stadt Salzburg in [[Schallmoos]]. |