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Ethnische Gruppen sind: Franzosen (94 Prozent), Algerier, Portugiesen, Marokkaner, Italiener und weitere kleine Minderheiten; <br/>
 
Ethnische Gruppen sind: Franzosen (94 Prozent), Algerier, Portugiesen, Marokkaner, Italiener und weitere kleine Minderheiten; <br/>
Sprachen: Französisch (Amtssprache), regionale Dialekte und Sprachen sind u. a. Provençalisch, Bretonisch, Korsisch, Baskisch, Flämisch; <br/>
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Sprachen: Französisch (Amtssprache), regionale Dialekte und Sprachen sind u. a. Provenzalisch, Bretonisch, Korsisch, Baskisch, Flämisch; <br/>
 
Religionszugehörigkeit: Katholiken 90 Prozent, Protestanten zwei Prozent; Juden ein Prozent, Muslime ein Prozent und religionslos sechs Prozent.
 
Religionszugehörigkeit: Katholiken 90 Prozent, Protestanten zwei Prozent; Juden ein Prozent, Muslime ein Prozent und religionslos sechs Prozent.
    
===Politische Einteilung===
 
===Politische Einteilung===
Frankreich ist ein zentralistischer Einheitsstaat, der seit der Französischen Revolution von 1789 in Départements gegliedert ist; derzeit (2011) sind es 101, davon 96 im Mutterland (zwei davon in Korsika). Die Départements wurden 1964 zur Regionen zusammengefasst. Davon gibt es im Mutterland derzeit (2011) 26<ref>Einschließlich Korsikas, das allerdings rechtlich nicht eine Region, sondern eine Gebietskörperschaft mit Sonderstatus ist.</ref>zusammengefasst, während jede Überseeregion nur ein Département umfasst. Die heutigen Regionen decken sich teilweise mit wohlbekannten historischen Landschaften, wie zB Bretagne, (Haute- und Basse-)Normandie, Picardie, Champagne(-Ardenne), Lothringen (Lorraine), Elsass (Alsace), Burgund (Bourgogne), Franche-Comté (Freigrafschaft Burgund), Aquitanien (Aquitaine, Hauptstadt Bordeaux), Auvergne, zum Teil erscheinen sie als künstliche Gebilde (Centre, Midi-Pyrénées, Pays de la Loire (Hauptstadt Nantes), Provence-Alpes-Côte d’Azur („PACA“, Hauptstadt Marseille), Rhône-Alpes (Hauptstadt Lyon); letztere Region umfasst auch die historische Region Savoyen (Départements Haute-Savoie und Savoie), die erst 1860 zu Frankreich kam (Vgl [[Italien#Das_Ende Österreichs_in_Italien|Italien,Geschichte]]).
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Frankreich ist ein zentralistischer Einheitsstaat, der seit der Französischen Revolution von 1789 in Départements gegliedert ist; derzeit (2011) sind es 101, davon 96 im Mutterland (zwei davon in Korsika). Die Départements wurden 1964 zur Regionen zusammengefasst. Davon gibt es im Mutterland derzeit (2011) 26<ref>Einschließlich Korsikas, das allerdings rechtlich nicht eine Region, sondern eine Gebietskörperschaft mit Sonderstatus ist.</ref>zusammengefasst, während jede Überseeregion nur ein Département umfasst. Die heutigen Regionen decken sich teilweise mit wohlbekannten historischen Landschaften, wie zB Bretagne, (Haute- und Basse-)Normandie, Picardie, Champagne(-Ardenne), Lothringen (Lorraine), Elsass (Alsace), Burgund (Bourgogne), Franche-Comté (Freigrafschaft Burgund), Aquitanien (Aquitaine, Hauptstadt Bordeaux), Auvergne, zum Teil erscheinen sie als künstliche Gebilde (Centre, Midi-Pyrénées, Pays de la Loire (Hauptstadt Nantes), Provence-Alpes-Côte d’Azur („PACA“, Hauptstadt Marseille), Rhône-Alpes (Hauptstadt Lyon); letztere Region umfasst auch die historische Region Savoyen (Départements Haute-Savoie und Savoie), die erst 1860 zu Frankreich kam (Vgl [[Italien#Das_Ende Österreichs_in_Italien|Italien, Geschichte]]).
    
== Größere Städte ==
 
== Größere Städte ==
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Und in Algerien, das als Teil des Mutterlandes galt, entbrannte der Freiheitskampf der FLN. Wieder einmal war der Retter in der Not Charles de Gaulle. Mit Sondervollmachten für 6 Monate ausgestattet, führte er 1958 per Volksabstimmung eine neue Verfassung ein und beendete 4 Jahre später den Krieg in Algerien. Die Fünfte Republik war geschaffen. Erster Präsident war Charles de Gaulle. Im Frühjahr 1968 brachen in Paris Studentenunruhen aus, Arbeiter schlossen sich an. De Gaulle setzte Neuwahlen an und gewann noch einmal. Doch zehn Monate später verlor er eine Vertrauensabstimmung und zog sich aus der Politik zurück. Er starb 1970.
 
Und in Algerien, das als Teil des Mutterlandes galt, entbrannte der Freiheitskampf der FLN. Wieder einmal war der Retter in der Not Charles de Gaulle. Mit Sondervollmachten für 6 Monate ausgestattet, führte er 1958 per Volksabstimmung eine neue Verfassung ein und beendete 4 Jahre später den Krieg in Algerien. Die Fünfte Republik war geschaffen. Erster Präsident war Charles de Gaulle. Im Frühjahr 1968 brachen in Paris Studentenunruhen aus, Arbeiter schlossen sich an. De Gaulle setzte Neuwahlen an und gewann noch einmal. Doch zehn Monate später verlor er eine Vertrauensabstimmung und zog sich aus der Politik zurück. Er starb 1970.
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De Gaulles Nachfolger Georges Pompidou und Valerie Giscard d'Estaing setzten seine Politik fort. Eine neue Ära brach 1981 mit der Wahl von Francoise Mitterand an. An der französischen Außenpolitik änderte Mitterand wenig. Im Inneren wurde jedoch ein ganzes Bündel von Reformen eingeleitet, zahlreiche Großbetriebe und Banken wurden verstaatlicht. Angesichts der zunehmend problematischen wirtschaftlichen Situation sah sich die Regierung jedoch bald zu einer Kehrtwende gezwungen, viele Betriebe wurden wieder privatisiert. Die 80er Jahre waren geprägt vom Aufstieg des Front national unter Jean-Marie Le Pen und von der Schrittweisen Dezentralisierung des Landes. Im Mai 1995 wurde Chirac Präsident. Es folgten unruhige Zeiten: Eine Serie von Terroranschlägen islamischer Fundamentalisten in Paris verunsicherte die Bevölkerung, lange dauernde Streiks zuerst der Staatsbediensteten, dann der Fernfahrer, legten fast das gesamte Land lahm und beeinträchtigten auch die Wirtschaft in den Nachbarländern. Chirac glaubte klug zu handeln, als er die Nationalversammlung auflöste und 1998 Neuwahlen ausschrieb; er wollte ein klares Mandat für seinen unliebsamen Sparkurs. Die Franzosen spielten nicht mit und wählten die Sozialisten, die mit ihren Ansichten denen von Chirac entgegenstanden.
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De Gaulles Nachfolger Georges Pompidou und Valerie Giscard d'Estaing setzten seine Politik fort. Eine neue Ära brach 1981 mit der Wahl von François Mitterand an. An der französischen Außenpolitik änderte Mitterand wenig. Im Inneren wurde jedoch ein ganzes Bündel von Reformen eingeleitet, zahlreiche Großbetriebe und Banken wurden verstaatlicht. Angesichts der zunehmend problematischen wirtschaftlichen Situation sah sich die Regierung jedoch bald zu einer Kehrtwende gezwungen, viele Betriebe wurden wieder privatisiert. Die 80er Jahre waren geprägt vom Aufstieg des ''Front national'' unter Jean-Marie Le Pen und von der Schrittweisen Dezentralisierung des Landes. Im Mai 1995 wurde Chirac Präsident. Es folgten unruhige Zeiten: Eine Serie von Terroranschlägen islamischer Fundamentalisten in Paris verunsicherte die Bevölkerung, lange dauernde Streiks zuerst der Staatsbediensteten, dann der Fernfahrer, legten fast das gesamte Land lahm und beeinträchtigten auch die Wirtschaft in den Nachbarländern. Chirac glaubte klug zu handeln, als er die Nationalversammlung auflöste und 1998 Neuwahlen ausschrieb; er wollte ein klares Mandat für seinen unliebsamen Sparkurs. Die Franzosen spielten nicht mit und wählten die Sozialisten, die mit ihren Ansichten denen von Chirac entgegenstanden.
    
==Historische Salzburgbezüge==
 
==Historische Salzburgbezüge==
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* Ähnlich war das Schicksal Salzburgs, das jetzt ein weltliches [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] war, im Dritten Koalitionskrieg ([[1805]]). Auf ihrem Vormarsch Richtung Wien besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz musste das Kaisertum Österreich große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt aber das [[Herzogtum Salzburg]]. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten.
 
* Ähnlich war das Schicksal Salzburgs, das jetzt ein weltliches [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] war, im Dritten Koalitionskrieg ([[1805]]). Auf ihrem Vormarsch Richtung Wien besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz musste das Kaisertum Österreich große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt aber das [[Herzogtum Salzburg]]. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten.
 
* Noch schlimmer kam es im [[General-Landesadministration#Historischer Hintergrund|Fünften Koalitionskrieg]] ([[1809]]): Am [[29. April]] wurde die Stadt von [[Bayern|Bayrisch]]-französischen Truppen unter Marschall [[François-Josephe Lefebvre]] besetzt. Napoleon ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französische Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), einem Kontributionseinheber und Intendant ([[Camille Périer]]) wurde eine [[General-Landesadministration]] (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksam darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5,300.000 [[Gulden]] – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven [[Befreiungskrieg 1809|Befreiungskämpfer]] niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten Kapuzinerpaters [[Joachim Haspinger]], eines Gefährten des Tiroler Bauernführers [[Andreas Hofer]], hatten auch die Salzburger zu den Waffen. In den Kämpfen um den [[Pass Lueg]] zeichneten sich [[Joseph Struber]], der Wirt vom [[Stegenwald]], [[Anton Wallner]] aus [[Krimml]] und [[Johann Panzl]] aus [[Mühlbach im Pinzgau]] mit ihren Schützen besonders aus. Auch der [[Pass Strub]] war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste [[Kaiser Franz I.]] das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von [[Italien]] und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters ua. Ober[[Kärnten|kärnten]] als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs, Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen: Im Zuge des angestrebten französisch/italienisch-bayrischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne [[Matrei]] – an Bayern, das endlich am [[30. September]] [[1810]] die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich.
 
* Noch schlimmer kam es im [[General-Landesadministration#Historischer Hintergrund|Fünften Koalitionskrieg]] ([[1809]]): Am [[29. April]] wurde die Stadt von [[Bayern|Bayrisch]]-französischen Truppen unter Marschall [[François-Josephe Lefebvre]] besetzt. Napoleon ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französische Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), einem Kontributionseinheber und Intendant ([[Camille Périer]]) wurde eine [[General-Landesadministration]] (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksam darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5,300.000 [[Gulden]] – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven [[Befreiungskrieg 1809|Befreiungskämpfer]] niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten Kapuzinerpaters [[Joachim Haspinger]], eines Gefährten des Tiroler Bauernführers [[Andreas Hofer]], hatten auch die Salzburger zu den Waffen. In den Kämpfen um den [[Pass Lueg]] zeichneten sich [[Joseph Struber]], der Wirt vom [[Stegenwald]], [[Anton Wallner]] aus [[Krimml]] und [[Johann Panzl]] aus [[Mühlbach im Pinzgau]] mit ihren Schützen besonders aus. Auch der [[Pass Strub]] war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste [[Kaiser Franz I.]] das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von [[Italien]] und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters ua. Ober[[Kärnten|kärnten]] als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs, Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen: Im Zuge des angestrebten französisch/italienisch-bayrischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne [[Matrei]] – an Bayern, das endlich am [[30. September]] [[1810]] die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich.
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==Weitere Salzburgbezüge==
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===Personen===
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* Invasoren und Besatzer der napoleonischen Zeit:
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** [[François-Josephe Lefebvre]] (* 1755, † 1820), Marschall
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** [[Georges Kister]] (* 1755, † 1832), Militärgouverneur
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** [[Jules Anglès]] (* 1778, † 1828), Intendant
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** [[Camille Josephe Périer]] (*1781, † 1844), Intendant
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** Chevalier Thomas, Intendant
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* Sonstige
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** [[http://www.salzburg.com/wiki/index.php/Caf%C3%A9_Tomaselli#Die_Geburtsstunde|Jean Fontaine]] (* 16.., † 17.., Cafétier)
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** [[Georg Muffat]] (*1653, † 1704), Hoforganist
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** [[Léopold Sédar Senghor]] (*1906, † 2001), Präsident des Senegal
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** [[Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (die "Hundsgräfin")]], Geliebte [[Napoleon]]s
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** [[Geneviève Geffray]] (* 1945), Leiterin der [[Bibliotheca Mozartiana]] der [[Stiftung Mozarteum]]
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** [[Nicolas Marchand]] (* 1980), Salzburger Autor, Schauspieler und Regisseur mit Frankreichbezug
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===Sonstige===
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* Reims, Salzburgs Partnerstadt in Frankreich, Namensgeberin der [[Reimsstraße]] in [[Itzling]]
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* [[Fernstreckenrennen Paris - Wien]] [[1902]]
    
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