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[[File:Joseph Schaitberger.jpg|thumb|Joseph Schaitberger]]'''Joseph Schaitberger''', auch ''Joseph Schaitberger'' oder  ''Josef Schaitberger'' (* [[19. März]] [[1658]] in [[Bad Dürrnberg|Dürrnberg]]; † [[3. Oktober]] [[1733]] in Nürnberg, [[Bayern]]), war ein [[Erzstift Salzburg|Salzburg]]er [[Protestanten]]führer und Bergmann im [[Salzbergwerk Dürrnberg|Dürrnberger Salzbergbau]]. Er musste im Zuge der [[Protestantenvertreibung]] Salzburg verlassen.
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[[File:Joseph Schaitberger.jpg|thumb|Joseph Schaitberger]]'''Joseph Schaitberger''', auch ''Joseph Schaitberger'' oder  ''Josef Schaitberger'' (* [[19. März]] [[1658]] in [[Bad Dürrnberg|Dürrnberg]]; † [[3. Oktober]] [[1733]] in Nürnberg, [[Bayern]]), war ein [[Erzstift Salzburg|Salzburg]]er [[Protestanten]]führer und Bergmann im [[Salzbergwerk Dürrnberg|Dürrnberger Salzbergbau]]. Er wurde im Zuge der [[Protestantenvertreibung]] 1686 aus dem Land Salzburg ausgewiesen.
 
   
== Leben ==
 
== Leben ==
 
=== Schaitberger als junger Mann ===
 
=== Schaitberger als junger Mann ===
Bereits als junger Mann interessierte sich Schaitberger für die Reformationsschriften, vor allem für die, die Martin Luther verfasst hatte. Joseph Schaitberger war in [[Plaick]] am Dürrnberg wohnhaft. Unweit seines Wohnorts lag das [[Salzbergwerk Dürrnberg|Salzbergwerk]], in dem Schaitberger als Bergmann im [[Salzbergbau]] arbeitete.
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Bereits als junger Mann las Schaitberger verschiedene Reformationsschriften, vor allem für die, die Martin Luther verfasst hatte. Joseph Schaitberger war in [[Plaick]] am Dürrnberg wohnhaft. Unweit seines Wohnorts lag das [[Salzbergwerk Dürrnberg|Salzbergwerk]], in dem Schaitberger als Bergmann im [[Salzbergbau]] arbeitete.
    
Joseph Schaitberger war noch ein junger Mann, als unter dem [[Fürsterzbischof]] [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg|Gandolf von Kuenburg]] ein neuer Verfolgungssturm über die Protestanten hereinbrach. Jene Männer, welche die Protestanten in den Salzburgischen Gebieten anführten, bekamen den Hass des streng katholischen Landesfürsten am härtesten zu spüren. Zu diesen Männern zählte auch Joseph Schaitberger.
 
Joseph Schaitberger war noch ein junger Mann, als unter dem [[Fürsterzbischof]] [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg|Gandolf von Kuenburg]] ein neuer Verfolgungssturm über die Protestanten hereinbrach. Jene Männer, welche die Protestanten in den Salzburgischen Gebieten anführten, bekamen den Hass des streng katholischen Landesfürsten am härtesten zu spüren. Zu diesen Männern zählte auch Joseph Schaitberger.
    
=== Vorgeschichte zu den strengen Untersuchungen Max Gandolfs ===
 
=== Vorgeschichte zu den strengen Untersuchungen Max Gandolfs ===
Die Bergleute waren im Land Salzburg schon seit langer Zeit mehrheitlich protestantisch gewesen. Von [[1591]] bis [[1610]] duldete Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] in seinem Land außerhalb der Stadt z. T. noch ein Bekenntnis zur Augsburger Konfession, er leitete im Gegensatz zu den Bewohnern der Stadt jedenfalls keine Untersuchungen gegen diese Bergknappen ein. Da damals die allermeisten [[Gastein]]er und [[Rauris]]er Bergknappen protestantisch waren, vermied der Fürsterzbischof einen Konflikt, da die Bergleute für ihn sehr wichtig waren. Das aus dem Bergbau gewonnene Salz war eine der Haupteinnahmequellen des Landes.
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Die Bergleute waren im Land Salzburg schon seit langer Zeit mehrheitlich protestantisch gewesen. Von [[1591]] bis [[1610]] duldete Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] in seinem Land außerhalb der Stadt z. T. noch ein Bekenntnis zur Augsburger Konfession, er leitete im Gegensatz zu den Bewohnern der Stadt jedenfalls keine Untersuchungen gegen diese Bergknappen ein. Damals waren die allermeisten [[Gastein]]er und [[Rauris]]er Bergknappen protestantisch, trotzdem vermied der Fürsterzbischof einen Konflikt, da die Bergleute für ihn sehr wichtig waren. Das aus dem Bergbau gewonnene Salz war eine der Haupteinnahmequellen des Landes.
 
[[Datei:Abstwald_Predigtstuhl.jpg|thumb|Der Predigtstuhl im Abstwald am Dürrnberg]]
 
[[Datei:Abstwald_Predigtstuhl.jpg|thumb|Der Predigtstuhl im Abstwald am Dürrnberg]]
 
Zur Zeit Schaitbergers wurde in Salzburg erneut bekannt, dass der Großteil der Bergknappen vom Dürrnberg nicht mehr an der katholischen Messe teilnahmen und sich heimlich im [[Abtswald]] auf dem [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]] zu geheimen lutherischen Gottesdiensten versammelten und von einem Felsen aus, dem so genannten "''Predigtstuhl''", Andacht hielten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er die "''Salzburger Bergwerks-Protestanten''" wenigstens noch halbwegs in Ruhe gelassen, doch jetzt ließ er eine sehr strenge Untersuchung einleiten.
 
Zur Zeit Schaitbergers wurde in Salzburg erneut bekannt, dass der Großteil der Bergknappen vom Dürrnberg nicht mehr an der katholischen Messe teilnahmen und sich heimlich im [[Abtswald]] auf dem [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]] zu geheimen lutherischen Gottesdiensten versammelten und von einem Felsen aus, dem so genannten "''Predigtstuhl''", Andacht hielten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er die "''Salzburger Bergwerks-Protestanten''" wenigstens noch halbwegs in Ruhe gelassen, doch jetzt ließ er eine sehr strenge Untersuchung einleiten.
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Als der Fürsterzbischof Max Gandolf sah, dass auch viele Kinder seines Landes wegen solcher Grausamkeit heimlich Hab und Gut verließen und über die Grenze flüchteten, bot er allen "Gnade" an, jedoch forderte er erneut, dass alle Landesbürger katholisch werden müssten. Joseph Schaitberger machte sich nach Verbüßung der Strafhaft zu seinen evangelischen Glaubensbrüdern auf und stärkte sie im Glauben. Weitere, die ihren protestantischen Glauben nicht leugneten und den Eid nicht ablegten, verließen heimlich das Land und der gewaltsamen Ausweisung zuvorzukommen. Viele jedoch wurden auch - entgegen aller rechtlicher Bestimmungen - nach Beraubung all ihrer Gütern und ihrer Kinder gewaltsam über die Grenze geschafft, so auch Joseph Schaitberger.
 
Als der Fürsterzbischof Max Gandolf sah, dass auch viele Kinder seines Landes wegen solcher Grausamkeit heimlich Hab und Gut verließen und über die Grenze flüchteten, bot er allen "Gnade" an, jedoch forderte er erneut, dass alle Landesbürger katholisch werden müssten. Joseph Schaitberger machte sich nach Verbüßung der Strafhaft zu seinen evangelischen Glaubensbrüdern auf und stärkte sie im Glauben. Weitere, die ihren protestantischen Glauben nicht leugneten und den Eid nicht ablegten, verließen heimlich das Land und der gewaltsamen Ausweisung zuvorzukommen. Viele jedoch wurden auch - entgegen aller rechtlicher Bestimmungen - nach Beraubung all ihrer Gütern und ihrer Kinder gewaltsam über die Grenze geschafft, so auch Joseph Schaitberger.
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Zu dieser Zeit mussten ungefähr 70 protestantische Familien vom Dürrnberg das Land verlassen. Allen Kindern unter 14 Jahren jedoch wurden (entgegen den Bestimmungen im Westfälischen Frieden) den Eltern entrissen, sie sollten katholisch erzogen  werden. Auch das Ehepaar Schaitberger durfte [[1686]] die beiden kleinen Töchter Magdalena (getauft [[1684]]) und Anna (getauft 1685) nicht mitnehmen. Als etliche Jahre später die Erlaubnis zur Übernahme der Kinder doch erteilt wurde, wollten die nun anders erzogenen beiden Kinder nicht mehr mitkommen. Aus dem Jahr [[1701]] ist ein Schreiben von Joseph Schaitberger erhalten, in welchem er von Nürnberg aus seine Kinder bittet, auf jeden Fall dem evangelischen Glauben treu zu bleiben. Die meisten aus Salzburg vertriebenen Protestanten konnten letztendlich als Knappen im sächsischen Erzgebirge neue Arbeit und eine neue Heimat finden.
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Zu dieser Zeit mussten ungefähr 70 protestantische Familien vom Dürrnberg das Land verlassen. Allen Kindern unter 14 Jahren jedoch wurden - entgegen den Bestimmungen des Westfälischen Friedens - den Eltern entrissen, sie sollten katholisch erzogen  werden. Auch das Ehepaar Schaitberger durfte [[1686]] die beiden kleinen Töchter Magdalena (getauft [[1684]]) und Anna (getauft 1685) nicht mitnehmen. Als etliche Jahre später die Erlaubnis zur Übernahme der Kinder doch erteilt wurde, wollten die nun anders erzogenen beiden Kinder nicht mehr mitkommen. Aus dem Jahr [[1701]] ist ein Schreiben von Joseph Schaitberger erhalten, in welchem er von Nürnberg aus seine Kinder bittet, auf jeden Fall dem evangelischen Glauben treu zu bleiben. Die meisten aus Salzburg vertriebenen Protestanten konnten letztendlich als Knappen im sächsischen Erzgebirge neue Arbeit und eine neue Heimat finden.
    
== Schaitberger in Nürnberg ==
 
== Schaitberger in Nürnberg ==
Joseph Schaitberger, der [[1686]] vertrieben wurde, fand in der Stadt Nürnberg in [[Bayern]] eine neue Heimat. Zuerst war er dort Dienstmann und Gepäckträger, dann arbeitete er in einer Silberdrahtzieherei. Es gibt zahlreiche Briefe, die Joseph Schaitberger in Nürnberg verfasste und an seine Glaubensbrüder in die Salzburger Heimat schickte. Schaitberger reiste sogar dreimal von Nürnberg nach Salzburg und begab sich dadurch in größte Lebensgefahr. Dort besuchte er seine Glaubensbrüder, die in größter Drangsal lebten. Er tröstete sie und ermahnte sie zur Standhaftigkeit. Im Jahre 1733 konnte Joseph Schaitberger in Nürnberg noch seine vertriebenen Landsleute begrüßen, die während der [[Die Egmigration der Salzburger Protestanten von 1731/1732|Emigration aus Salzburg]] ([[1731]] und [[1732]]) durch Nürnberg zogen. Schaitberger wurde von ihnen mit großer Ehrfurcht betrachtet. In der Nacht zum 3. Oktober 1733 starb Joseph Schaitberger im Alter von 75 Jahren in Ruhe und Frieden in Nürnberg und wurde auf dem dortigen Friedhof St. Rochus bestattet.
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Joseph Schaitberger, der [[1686]] vertrieben wurde, fand in der Stadt Nürnberg in [[Bayern]] eine neue Heimat. Zuerst war er dort Dienstmann und Gepäckträger, dann arbeitete er in einer Silberdrahtzieherei. Es gibt zahlreiche Briefe, die Joseph Schaitberger in Nürnberg verfasste und an seine Glaubensbrüder in die Salzburger Heimat schickte. Schaitberger reiste sogar dreimal von Nürnberg nach Salzburg und begab sich dadurch in größte Lebensgefahr. Dort besuchte er seine Glaubensbrüder, die in größter Drangsal lebten. Er tröstete sie und ermahnte sie zur Standhaftigkeit. Im Jahre 1733 konnte Joseph Schaitberger in Nürnberg noch seine vertriebenen Landsleute begrüßen, die während der [[Die Emigration der Salzburger Protestanten von 1731/1732|Emigration aus Salzburg]] ([[1731]] und [[1732]]) durch Nürnberg zogen. Schaitberger wurde von ihnen mit großer Ehrfurcht betrachtet. In der Nacht zum 3. Oktober 1733 starb Joseph Schaitberger im Alter von 75 Jahren in Ruhe und Frieden in Nürnberg und wurde auf dem dortigen Friedhof St. Rochus bestattet.
    
== Die Familie Schaitbergers ==
 
== Die Familie Schaitbergers ==
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