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Textersetzung - „Ersten Weltkrieg“ durch „Ersten Weltkrieg
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== Leben ==
 
== Leben ==
Ihr Vater ging manchmal "hamstern" bei Verwandten in Ungarn. Ihre Mutter stammte aus Böhmen und ihr Vater aus Ungarn. Johanna hatte das Schneiderhandwerk erlernt in der Schneiderwerkstatt ihrer Meisterin, die sich in deren Küche befand. Nach der Gesellenprüfung arbeitete die junge Frau in einem Modesalon in der Kaiserstraße in Wien zusammen mit 40 anderen Frauen. Zu den Kundinnen zählten die Damen aus dem verbliebenen Hochadel nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] und Unternehmerfrauen. Sie erinnert sich noch gut an Baronin Obenaus und daran, dass sie von den reichen Damen kaum Trinkgeld erhalten hatte.
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Ihr Vater ging manchmal "hamstern" bei Verwandten in Ungarn. Ihre Mutter stammte aus Böhmen und ihr Vater aus Ungarn. Johanna hatte das Schneiderhandwerk erlernt in der Schneiderwerkstatt ihrer Meisterin, die sich in deren Küche befand. Nach der Gesellenprüfung arbeitete die junge Frau in einem Modesalon in der Kaiserstraße in Wien zusammen mit 40 anderen Frauen. Zu den Kundinnen zählten die Damen aus dem verbliebenen Hochadel nach dem [[Ersten Weltkrieg]] und Unternehmerfrauen. Sie erinnert sich noch gut an Baronin Obenaus und daran, dass sie von den reichen Damen kaum Trinkgeld erhalten hatte.
    
1930 lernte sie ihren späteren Ehemann kennen, den sie 1933 geheiratet hat. Die beiden wohnten in einer winzigen Wohnung bestehend aus Küche und einem kleinen Kabinett, und wie damals üblich, mit Klo und Wasser am Gang. Das ersparte Geld wurde an Samstagen gezählt und als einziges Vergnügen gab es sonntags eine Fahrt mit der Tram hinaus in den Lainzer Tiergarten, die Schmalzbrote wurden von zu Hause mitgenommen. Obwohl ihr Mann Schuster war, fand er in den Jahren 1935 bis 1938 keine Arbeit. In dieser Zeit gab es nur mehr Polenta zu essen. Mit dem [[Anschluss]] an [[Adolf Hitler|Hitler]]-[[Deutschland]] fand auch er wieder Arbeit, als Reisezugschaffner bei der Bahn. Dort wurde er gebraucht und musste erst 1944 einrücken. Doch er hatte kein Glück. Erst kurz vor der Kapitulation im Mai 1945 erhielt er den Marschbefehl nach Prag. Dort waren bereits die Russen, die ihn festnahmen. Sie verschleppten ihn nach Odessa ans Schwarze Meer, wo er an Erschöpfung und Ruhr starb.  
 
1930 lernte sie ihren späteren Ehemann kennen, den sie 1933 geheiratet hat. Die beiden wohnten in einer winzigen Wohnung bestehend aus Küche und einem kleinen Kabinett, und wie damals üblich, mit Klo und Wasser am Gang. Das ersparte Geld wurde an Samstagen gezählt und als einziges Vergnügen gab es sonntags eine Fahrt mit der Tram hinaus in den Lainzer Tiergarten, die Schmalzbrote wurden von zu Hause mitgenommen. Obwohl ihr Mann Schuster war, fand er in den Jahren 1935 bis 1938 keine Arbeit. In dieser Zeit gab es nur mehr Polenta zu essen. Mit dem [[Anschluss]] an [[Adolf Hitler|Hitler]]-[[Deutschland]] fand auch er wieder Arbeit, als Reisezugschaffner bei der Bahn. Dort wurde er gebraucht und musste erst 1944 einrücken. Doch er hatte kein Glück. Erst kurz vor der Kapitulation im Mai 1945 erhielt er den Marschbefehl nach Prag. Dort waren bereits die Russen, die ihn festnahmen. Sie verschleppten ihn nach Odessa ans Schwarze Meer, wo er an Erschöpfung und Ruhr starb.  

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