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[[Datei:Gabrielskapelle außen und innen.jpg|thumb|400px|Gabrielskapelle außen und innen]]{{googlemapsort|Linzer+Gasse_41B+5020+Salzburg}}
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[[Datei:Gabrielskapelle außen und innen.jpg|thumb|400px|Gabrielskapelle außen und innen noch vor ihrer Restaurierung 2019 bis 2021.]]{{googlemapsort|Linzer+Gasse_41B+5020+Salzburg}}
 
[[Datei:Bunte Kacheln an der Innenwand der Kapelle.jpg|thumb|Bunte Kacheln an der Innenwand der Kapelle.]]
 
[[Datei:Bunte Kacheln an der Innenwand der Kapelle.jpg|thumb|Bunte Kacheln an der Innenwand der Kapelle.]]
 
[[Datei:Das Innere der Kuppel der Michaelskapelle.jpg|thumb|Das Innere der Kuppel der Gabrielskapelle.]]
 
[[Datei:Das Innere der Kuppel der Michaelskapelle.jpg|thumb|Das Innere der Kuppel der Gabrielskapelle.]]
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Dazwischen finden sich vier Felder mit ovalem Rahmen, in denen die vier Kardinaltugenden als farbige allegorische Frauenfiguren zu sehen sind:   
 
Dazwischen finden sich vier Felder mit ovalem Rahmen, in denen die vier Kardinaltugenden als farbige allegorische Frauenfiguren zu sehen sind:   
 
* die Gerechtigkeit (lat. ''iustitia'' mit den Attributen Waage und Schwert),  
 
* die Gerechtigkeit (lat. ''iustitia'' mit den Attributen Waage und Schwert),  
* die Mäßigung (lat. ''temperantia'' mit den Attributen Wasserkrug und Wasserschale),  
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* die M��ßigung (lat. ''temperantia'' mit den Attributen Wasserkrug und Wasserschale),  
 
* die Stärke (lat. ''fortitudo'' mit dem Attribut Säule) und  
 
* die Stärke (lat. ''fortitudo'' mit dem Attribut Säule) und  
 
* die Weisheit (lat. ''sapientia'' mit dem Attribut Spiegel).  
 
* die Weisheit (lat. ''sapientia'' mit dem Attribut Spiegel).  
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<blockquote>''Ist also besagter Wolf Dietrich 5 Jahr, 1 Monat und 25 Tag im hochfürstlichen Haubtschloss ein Gefangener gewest bis er entlich am Montag vor St. Vincenzen-Tag, den 16. January Anno 1617, Mittagzeit mit schöner christlicher Vorberaitung und Nüssung der hochheiligen Sacramenten Gott dem Allerhöchsten seinen Geist aufgeopfert hat. Als dan hat man ihn Erchstags, spatens Abents, aus dem Schloss herab gen St. Peter in St. Veiths Capellen getragen, daselbst in bischofflichen Habit mit einem weissen Infel und Creüz angethan aufpärt, kein Bischoff-Stab aber, dieweil er resigniert und die Regierung nit mehr haben kunt, ist ihme nit zuegeaignet worden. Aida hat ihn folgenden Tags, den 18. dito, menniglich, Jung und Alt, mit Augen sechen mögen. Darnach Abentszeit nach der Vesper ist er frei offen in gar schöner christlicher Ordnung mit der ganzen Cleresei und Prüesterschaft, auch Nachfolgung der dreien Orden, nemblich der Herrn Franviscaner-, Capucciner- und Augustiner-Mönch, auch deren Bruederschaften unser lieben Frauen und St. Monicä, so wol auch aller christglaubigen Seelen, in der Confraternität Corporis Christi, deme auch der Abbt von St. Peter, der Abbt von Peurn, alle Thumbherrn, so wol der ganze Adl sambt dem hochfürstlichen Cammer- und Hofrath mit sambt dem Stattrath beigewohnt, auch ein grosse Menig Volks baiderlai Man- und Weibsgeschlecht, sonderlich die Armen ihne mit Verguessung viller Zächer herzlich beklagt haben, gehn St. Sebastian in sein selbst erbaute und gestüfte Capellen, bei St. Gabriel genant, getragen und darein gestölt; folgents seiner selbst Verordnung nach zwischen 8 und 9 Uhren nachts in Beisein weniger Persohnen in sein ihme in Lebzeit seiner Regierung selbst geordnete Begräbnis bestattet. Es ist auch durch seinen Nachkömbling Marxen Sittich alle weltliche Freid wiewol es Fastnacht ward derohalben ab- und eingestött worden. Gott der allmächtig verleihe ihme und allen in Christo Abgeleibten an jenem Tag ein froliche Urständ zue dem ewigen Leben. Amen.''</blockquote>
 
<blockquote>''Ist also besagter Wolf Dietrich 5 Jahr, 1 Monat und 25 Tag im hochfürstlichen Haubtschloss ein Gefangener gewest bis er entlich am Montag vor St. Vincenzen-Tag, den 16. January Anno 1617, Mittagzeit mit schöner christlicher Vorberaitung und Nüssung der hochheiligen Sacramenten Gott dem Allerhöchsten seinen Geist aufgeopfert hat. Als dan hat man ihn Erchstags, spatens Abents, aus dem Schloss herab gen St. Peter in St. Veiths Capellen getragen, daselbst in bischofflichen Habit mit einem weissen Infel und Creüz angethan aufpärt, kein Bischoff-Stab aber, dieweil er resigniert und die Regierung nit mehr haben kunt, ist ihme nit zuegeaignet worden. Aida hat ihn folgenden Tags, den 18. dito, menniglich, Jung und Alt, mit Augen sechen mögen. Darnach Abentszeit nach der Vesper ist er frei offen in gar schöner christlicher Ordnung mit der ganzen Cleresei und Prüesterschaft, auch Nachfolgung der dreien Orden, nemblich der Herrn Franviscaner-, Capucciner- und Augustiner-Mönch, auch deren Bruederschaften unser lieben Frauen und St. Monicä, so wol auch aller christglaubigen Seelen, in der Confraternität Corporis Christi, deme auch der Abbt von St. Peter, der Abbt von Peurn, alle Thumbherrn, so wol der ganze Adl sambt dem hochfürstlichen Cammer- und Hofrath mit sambt dem Stattrath beigewohnt, auch ein grosse Menig Volks baiderlai Man- und Weibsgeschlecht, sonderlich die Armen ihne mit Verguessung viller Zächer herzlich beklagt haben, gehn St. Sebastian in sein selbst erbaute und gestüfte Capellen, bei St. Gabriel genant, getragen und darein gestölt; folgents seiner selbst Verordnung nach zwischen 8 und 9 Uhren nachts in Beisein weniger Persohnen in sein ihme in Lebzeit seiner Regierung selbst geordnete Begräbnis bestattet. Es ist auch durch seinen Nachkömbling Marxen Sittich alle weltliche Freid wiewol es Fastnacht ward derohalben ab- und eingestött worden. Gott der allmächtig verleihe ihme und allen in Christo Abgeleibten an jenem Tag ein froliche Urständ zue dem ewigen Leben. Amen.''</blockquote>
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== Grabsteine an der Außenwand ==
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== Außenwände ==
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=== Grabsteine an der Außenwand ===
 
Links und rechts von der Tür befinden sich je eine graue Steinplatte mit Inschrift auf die [[Bischöfe von Chiemsee]] [[Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg]] († [[1814]]) und [[Ferdinand Christoph von Waldburg-Zeil]] († [[1786]]). Rechts davon graue Steinplatte, dreigeteilt. Oben ein Relief, zwei Wappen zwischen Draperie und Cherubsköpfchen, im unteren Teile Relief: Totenkopf, Grabscheite und andere Todesembleme ; in der Mitte Inschrift auf Johann Göppinger † [[1655]] und seine Gattin Johanna † [[1654]]. Weitere Grabsteine sind von Matthäus Janschitz † [[1605]]; renoviert [[1694]]; Carl Georg Hagenpuech † [[1643]] und seine Gattin Agathe, geb. Traberin, † [[1649]]; Andreas Uraster † [[1685]] und seine Frauen Agnes Mayrin † [[1669]] und Ursula Heelin (Datum nicht ausgefüllt); Andreas Gschwandtner † [[1714]] nachgetragen, Franziskus Joachim Antonius Weckherlin † [[1701]]; Thomas Perger, gesetzt von Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]] [[1641]] aus der [[Nikolaikirche|St. Niklaskirche]] im [[Kai]] stammend; Anna de Block, Gattin des Thomas Perger † [[1608]]; Johann Martin [[Weckherlin von Adelstetten|Weckerlin]] † [[1731]] und Gattin Clara Theresia † [[1719]]; Stadtkaplan Franz Gotthard Etty † [[1787]]; Christoph Hafenstainer, Kaplan † [[1693]] sowie Andrä Übelacker † [[1790]];
 
Links und rechts von der Tür befinden sich je eine graue Steinplatte mit Inschrift auf die [[Bischöfe von Chiemsee]] [[Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg]] († [[1814]]) und [[Ferdinand Christoph von Waldburg-Zeil]] († [[1786]]). Rechts davon graue Steinplatte, dreigeteilt. Oben ein Relief, zwei Wappen zwischen Draperie und Cherubsköpfchen, im unteren Teile Relief: Totenkopf, Grabscheite und andere Todesembleme ; in der Mitte Inschrift auf Johann Göppinger † [[1655]] und seine Gattin Johanna † [[1654]]. Weitere Grabsteine sind von Matthäus Janschitz † [[1605]]; renoviert [[1694]]; Carl Georg Hagenpuech † [[1643]] und seine Gattin Agathe, geb. Traberin, † [[1649]]; Andreas Uraster † [[1685]] und seine Frauen Agnes Mayrin † [[1669]] und Ursula Heelin (Datum nicht ausgefüllt); Andreas Gschwandtner † [[1714]] nachgetragen, Franziskus Joachim Antonius Weckherlin † [[1701]]; Thomas Perger, gesetzt von Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]] [[1641]] aus der [[Nikolaikirche|St. Niklaskirche]] im [[Kai]] stammend; Anna de Block, Gattin des Thomas Perger † [[1608]]; Johann Martin [[Weckherlin von Adelstetten|Weckerlin]] † [[1731]] und Gattin Clara Theresia † [[1719]]; Stadtkaplan Franz Gotthard Etty † [[1787]]; Christoph Hafenstainer, Kaplan † [[1693]] sowie Andrä Übelacker † [[1790]];
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=== Freigelegte Fresken ===
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Bei Restuarierungsarbeiten wurde [[2019]] an der Südostfassade der Grabkapelle, versteckt unter fünf Putz- und Farbschichten ein Fresko entdeckt worden. Es war im Lauf der Jahrhunderte aus dem Bewusstsein verschwunden und in Vergessenheit geraten. Sie zeigt einen Baldachin aus Brokatstoff als höfisches Motiv. Die detailreichen Ornamente und der Faltenwurf seien gut zu erkennen. Die Malerei ist nur in Fragmenten erhalten, das Hauptwerk unterhalb des Baldachins ist verloren. 250 Stunden lang hat die auf Wandmalereien spezialisierte Restauratorin Elisa Jäger die Fragmente mit dem Skalpell freigelegt. Die Malerei war über und über mit Hackspitzlöchern übersät. Drei Monate lang war die 28-Jährige beschäftigt. Für ihre Masterarbeit hat sie ein Restaurierungskonzept für die Wandmalerei erstellt. 
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Sehenswert ist nach der Restaurierung die gesamte Fassade. Sie war zuletzt seit den 1980er-Jahren ockergelb und durch Feuchtigkeit arg in Mitleidenschaft gezogen. Wie zur Erbauungszeit ist sie nun weiß. Restauriert wurde außerdem das Portal. Insgesamt ist nun die Ästhetik dieses Kulturdenkmals aus der Hochrenaissance wieder sichtbar und erlebbar. Das geschwungene Kuppeldach aus Kupfer aus 1693 - es ist eines der ältesten in Österreich - wird 2022 restauriert.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/kultur/wandmalerei-schlummerte-300-jahre-im-verborgenen-109747153 www.sn.at], 20. September 2021</ref>
    
== Besichtigungen ==
 
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=== weitere Bilder ===
 
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== Weblink ==
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* [https://www.traunsteiner-tagblatt.de/das-traunsteiner-tagblatt/chiemgau-blaetter/chiemgau-blaetter-2019_ausgabe,-ein-imposantes-mausoleum-in-salzburg-_chid,1064.html www.traunsteiner-tagblatt.de] Julius Bittmann: ''Ein imposantes Mausoleum in Salzburg'', April 2012
 
* [https://www.traunsteiner-tagblatt.de/das-traunsteiner-tagblatt/chiemgau-blaetter/chiemgau-blaetter-2019_ausgabe,-ein-imposantes-mausoleum-in-salzburg-_chid,1064.html www.traunsteiner-tagblatt.de] Julius Bittmann: ''Ein imposantes Mausoleum in Salzburg'', April 2012
  

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