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| − | [[Datei:Dekanatspfarrkirche Köstendorf, Innenansicht.jpg|thumb|Dekanatspfarrkirche Köstendorf "Zu unserer lieben Frau Geburt", Innenansicht]] | + | [[Datei:Dekanatskirche zu Unserer Lieben Frau Geburt 01.jpg|thumb|Blick in die Kirche am Vortrag des [[Erntedankfest]]es.]] |
| − | Die '''Dekanatskirche zu Unserer Lieben Frau Geburt''' in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[Köstendorf]] ist die [[Katholische Kirche|römisch-katholische]] Pfarrkirche der [[Pfarre Köstendorf]]. | + | [[Datei:Dekanatskirche zu Unserer Lieben Frau Geburt 07.jpg|thumb|Gesamtansicht der Dekanatskirche.]] |
| | + | [[Datei:Köstendorfkirche, Ansicht vom Dorfplatz aus.jpg|thumb|Ansicht vom [[Dorfplatz Köstendorf|Dorfplatz]] aus.]] |
| | + | [[Datei:Dekanatskirche zu Unserer Lieben Frau Geburt 04.jpg|thumb|Der Hauptaltar ist für die morgige [[Erntedankfest]] vorbereitet. Geschaffen wurde der Altar von Baumeister [[Wolfgang Hagenauer]], und sein Bruder, der Hofbildhauer [[Johann Baptist Hagenauer]]. Beide aus der Stadt Salzburg.]] |
| | + | [[Datei:Dekanatskirche zu Unserer Lieben Frau Geburt 02.jpg|thumb|Die [[Rokoko]]kanzel wurde [[1751]] von [[Johann Georg Hitzl]] angefertigt. Rechts eine Madonnenstatue, die 1910 von Josef Bachlehner aus Hall in Tirol angefertigt wurde. Maria wird als die Himmelskönigin dargestellt, von einem Strahlenkranz umgeben, Mondsichel und Schlange auf der Weltkugel zu ihren Füßen. Sie zertritt den Kopf der Schlange.]] |
| | + | [[Datei:Dekanatskirche zu Unserer Lieben Frau Geburt 03.jpg|thumb|Die Ölbilder an den Decken und Seitenwänden stammen von [[Josef Gold]], der diese biblischen Szenen von 1880 bis 1882 schuf. Die hier befindet sich im Eingangsbereich unter dem Chor.]] |
| | + | [[Datei:Dekanatskirche zu Unserer Lieben Frau Geburt 08.jpg|thumb|[[Sonnenuhr]] an der Dekanatskirche.]] |
| | + | Die '''Dekanatskirche zu Unserer Lieben Frau Geburt''' in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[Köstendorf]] ist die [[Katholische Kirche|römisch-katholische]] Pfarrkirche der [[Pfarre Köstendorf]]. Sie zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Köstendorf|denkmalgeschützten Objekten]] in der Gemeinde. |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Die erste Kirche des Ortes dürfte bereits im [[8. Jahrhundert]] entstanden sein. Sie besaß einen Hochaltar des Salzburger Bildhauers [[Jakob Gerold]] und war bis in das [[18. Jahrhundert]] eine viel besuchte Wallfahrtskirche. Im selben Jahrhundert folgte eine [[Barock]]isierung der im Jahr [[1500]] erbauten, im Kern [[Gotik|gotischen]] Kirche.
| + | Das heutige Gotteshaus stammt aus der Zeit der [[Gotik]] und besteht aus einer Saalkirche mit einem schmäleren, dreiseitig abgeschlossenen Chor sowie dem Nordturm mit einem Doppelzwiebelhelm. |
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| − | An der Ausgestaltung im 18. Jahrhundert wirkten u. a. die Bildhauer [[Paul Mödlhammer]] (Taufe-Jesu-Gruppe), [[Johann Georg Hitzl]] (Kanzel), [[Wolfgang Hagenauer|Wolfgang]] und [[Johann Baptist Hagenauer]] (Hochaltar), [[Matthias Wilhelm Weissenkirchner]] sowie andere Künstler mit. Die Fassung des Hochaltars stammt vom [[Neumarkt am Wallersee|Neumarkter]] Künstler [[Mathias Wichlhamer]]. | + | Die erste Kirche des Ortes dürfte bereits im [[8. Jahrhundert]] entstanden sein. Sie besaß einen Hochaltar des Salzburger Bildhauers [[Jakob Gerold]] und war bis in das [[18. Jahrhundert]] eine viel besuchte Wallfahrtskirche. Im selben Jahrhundert folgte eine [[Barock]]isierung der im Jahr [[1500]] erbauten, im Kern gotischen Kirche. |
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| | + | [[2011]] wurde der Turm und [[2012]] die Außenfassade komplett renoviert und neu gefärbelt. |
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| | + | ==== Wallfahrt ==== |
| | + | Das bekannte Marienlied "Wir ziehen zur Mutter der Gnade, zu ihrem hochheiligen Bild." (Gotteslob Nr. 959) weist auf die große Vergangenheit der Pfarrkirche als Wallfahrtskirche hin. Bis ins 18. Jahrhundert war die Wallfahrt nach Köstendorf von überregionale Bedeutung. Die Kirche galt als einer der drei großen Wallfahrtsorte des Flachgaus (die beiden anderen waren die [[Pfarr- und Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau|Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau]] in [[Großgmain]] und die [[Wallfahrtskirche Maria im Mösl]] in [[Arnsdorf]]. |
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| | + | Die Gnadenstätte wurde vor allem mit der Bitte um Heilung von Krankheit aufgesucht. Die ursprüngliche, vermutlich gotische Gnadenstatue ist nicht mehr vorhanden. Die war eine geschnitzte, stehende Marienstatue. Auf dem rechten Arm hielt sie das Jesuskind. Sie war seit der Barockzeit mit einem weit gespannten Brokatkleid gekleidet. |
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| | + | Aus dieser Zeit der großen Wallfahrten stammt auch die bis heute gepflegte Feier der drei ''Goldenen Samstage''. Es sind dies die ersten drei Samstagen im Oktober. An diesen Tagen wird bei einer eucharistischen Andacht um 14.00 Uhr das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt. |
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| | + | Nach dem Entstehen der [[Wallfahrtskirche Maria Plain]] in [[Bergheim]] setzte im späten 18. Jahrhundert ein allmähliches Versiegen des Wallfahrerstromes nach Köstendorf ein. |
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| | + | == Architektur == |
| | + | Langhaus und Chor der Kirche sind mit einem steilen Satteldach bedeckt. Der mächtige, 60 m hohe Turm besteht aus fünf Geschoßen. [[1739]] erhielt der Turm nach einem Brand die bis heute erhaltene Doppelzwiebelhaube, die nunmehr mit Kupfer eingedeckt ist. Um 1700 wurde in das einschiffige Langhaus ein flaches Tonnengewölbe eingezogen. Der an das Langhaus anschließende Chor - beide haben die gleiche Höhe und Gewölbeform - sind durch einen Triumphbogen voneinander getrennt. |
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| | + | == Innenausstattung == |
| | + | An der Ausgestaltung wirkten u. a. die Bildhauer [[Paul Mödlhammer]], [[Johann Georg Hitzl]] (Kanzel), [[Wolfgang Hagenauer|Wolfgang]] und [[Johann Baptist Hagenauer]] (Hochaltar), Matthias Wilhelm Weissenkirchner sowie andere Künstler mit. Die Fassung des Hochaltars stammt vom [[Neumarkt am Wallersee|Neumarkter]] Künstler [[Mathias Wichlhamer]]. |
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| | + | Von Paul Mödlhammer stammen folgende barocke Statuen: die Statue des Guten Hirten gegenüber der Kanzel, eine Pietà im rechten Seitenschiff, eine Ölberggruppe im linken Seitenschiff, der Gegeißelte Heiland, Mutter Anna mit Maria, Darstellung von Gottvater, ein großes Kreuz mit der Schmerzensmutter über dem Seiteneingang, der hl. Franz von Assisi, die [[Pest]]heiligen Rochus und Sebastian sowie die Taufe-Jesu-Gruppe beim Taufstein, ferner die hl. Maria Magdalena als Büßerin über dem Beichtstuhl. |
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| | Die Kreuzwegstationen und Bilder an der Empore stammen von [[Peter Paul Perwanger]]. | | Die Kreuzwegstationen und Bilder an der Empore stammen von [[Peter Paul Perwanger]]. |
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| − | == Bildergalerie == | + | Die zahlreichen Stuckaturen stammen aus der Zeit um [[1700]]. Sie zeigen üppiges Akanthusrankwerk, durchsetzt von Putten und Cherubsköpfen. Da früher viele Menschen weder lesen noch schreiben konnten, sollten ihnen die zahlreichen Bilder und Gemälde in der Pfarrkirche, die biblische Szenen darstellen, einen Zugang zur biblischen Geschichte geben. Die Ölbilder an den Decken und Seitenwänden stammen von [[Josef Gold]], der diese biblischen Szenen von [[1880]] bis [[1882]] schuf. |
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| − | Datei:Dechanthof mit Kirche R0025254.jpg|Dechanthof und Kirche
| + | === Hauptaltar === |
| − | Datei:Köstendorfkirche, Ansicht vom Dorfplatz aus.jpg|Kirche von Köstendorf, Ansicht vom Dorfplatz aus
| + | [[1766]] übernahmen der Leiter der fürsterzbischöflichen Baubehörde, [[Wolfgang Hagenauer]], und sein Bruder, der Hofbildhauer [[Johann Baptist Hagenauer]], die Errichtung des Hochaltars. Dazu griffen sie auf einen Entwurf des [[Passau]]er Meisters Josef Pergler zurück. Josef Doppler aus [[Himmelreich]] führte die Steinmetzarbeiten aus, vom Neumarkter Maler [[Johann Georg Mösle]] stammen die Fassarbeiten. |
| − | Datei:Köstendorf, Kirche mit Friedhof, Ostansicht.JPG|Köstendorf, Kirche mit Friedhof, Ostansicht
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| − | Datei:Mittelgang in der Pfarrkirche Köstendorf.jpg|Mittelgang in der Pfarrkirche Köstendorf
| + | Der durch seine kronenförmige Überdachung zum Throne Gottes gewordene Hauptaltar stellt folgendes dar: Gottvater, auf der Weltkugel sitzend, hält seinen toten Sohn auf dem Schoß, darunter der Heilige Geist in Gestalt einer Taube. Diese Darstellung der Heiligsten Dreifaltigkeit wird auch Gnadenstuhl genannt. Den göttlichen Thron umgeben beidseitig die Leidenswerkzeuge Jesu Christi: Geißel, Geißelsäule, Ruten, Stricke, Nägel, Dornenkrone, Hammer, Zange, Leibrock, Judasbeutel, Würfel, Hahn, Laterne und der Kelch des Leidens. Ein Engel auf der linken Seite hält das Kreuz und weist auf den toten Sohn Gottes hin, ein Engel auf der rechten Seite hält Lanze und Schwamm. (Zitiert nach Quelle) |
| − | Datei:Pfarrkirche Köstendorf, Nordwestseite.jpg|Pfarrkirche Köstendorf, Nordwestseite
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| + | === Weitere Details der Inneneinrichtung === |
| | + | * Die Mitte des Altarraumes steht eine Madonnenstatue, die [[1910]] von Josef Bachlehner aus Hall in [[Tirol]] angefertigt wurde. Maria wird als die Himmelskönigin dargestellt, von einem Strahlenkranz umgeben, Mondsichel und Schlange auf der Weltkugel zu ihren Füßen. Sie zertritt den Kopf der Schlange. |
| | + | * Der Tabernakel des Hochaltars hat die Form eines halbrunden Kuppelbaus. Er wird bekrönt durch das apokalyptische Lamm, von dem sieben Gnadenströme ausgehen. Sie werden als Zeichen für die sieben Sakramente gedeutet. |
| | + | * Links und rechts befinden sich je ein Putto mit den eucharistischen Symbolen Traube bzw. Ährenbündel. |
| | + | * Die Statuen am rechten und linken Rand des Altaraufbaus zeigen die beiden Diözesanpatrone [[Rupert von Worms|Rupert]] (mit dem [[Salzfass]]) und [[Virgil]] (mit der [[Salzburger Dom|Domkirche]]). |
| | + | * Die beeindruckende [[Rokoko]]<nowiki>kanzel</nowiki> wurde [[1751]] von [[Johann Georg Hitzl]] angefertigt. |
| | + | * Die beiden Seitenaltäre sind älter als der Hochaltar und wie dieser aus [[Marmor]]. |
| | + | * Einige Details stammen von heute nicht mehr vorhandenen Altären. |
| | + | * An den Pfeilern der Kommunionbank, die [[1734]] vom Steinmetzmeister Johann Högler aus der [[Stadt Salzburg]] angefertigt wurde, befinden sich die beiden farbig gefassten Holzstatuen der Apostelfürsten Petrus und Paulus, die vom Hochaltar des Jakob Gerolt ([[1664]]-[[1665]]) stammen. |
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| | + | == Orgel == |
| | + | Die im Jahr [[1862]] angeschaffte Orgel war in die Jahre gekommen. Eine Gesamtrestaurierung schien unangebracht schien. Daher wurde [[2007]] von der Orgelbaufirma Kögler in St. Florian in [[Oberösterreich]] eine neue Orgel mit 1 264 Orgelpfeifen und 20 Registern gebaut. Sie wurde am [[23. September]] 2007 geweiht. |
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| | + | == Glocken == |
| | + | Die Dekanatspfarrkirche Köstendorf hat ein sehr schönes, fünfstimmiges Geläute im Gesamtgewicht von 6 400 kg, welches nach dem Zweiten Weltkrieg angeschafft worden ist. |
| | + | * Christkönigsglocke: 3 000 kg (Ton B) |
| | + | * Marienglocke: 1 500 kg (Ton D) |
| | + | * Josefsglocke: 870 kg (Ton F) |
| | + | * Armenseelenglocke: 650 kg (Ton G) |
| | + | * Schutzengelglocke: 380 kg (Ton b) |
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| | + | == Bilder == |
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| | + | == Quelle == |
| | + | * [https://www.kirchen-fuehrer.info/de/kirchen/detail.asp?id=63&tit=Gr%C3%BC%C3%9F+Gott+und+herzlich+willkommen+in+der+Dekanatspfarrkirche+K%C3%B6stendorf www.kirchen-fuehrer.info] Kirchenführer des [[Verlag St. Peter|Verlags St. Peter]], Stand Herbst 2021 |
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| − | == Quellen ==
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| − | * [http://www.kirchen-fuehrer.info/die-kirchen-von-koestendorf.html www.kirchen-fuehrer.info], Die Kirchen von Köstendorf
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| − | * [http://www.koestendorf.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=218528465&detailonr=143640 www.koestendorf.at]
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| | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] | | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] |
| | [[Kategorie:Architektur]] | | [[Kategorie:Architektur]] |
| | + | [[Kategorie:Denkmalschutz]] |
| | + | [[Kategorie:Denkmalschutz (Köstendorf)]] |
| | [[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]] | | [[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]] |
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