Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
125 Bytes hinzugefügt ,  13:08, 14. Sep. 2021
keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:  
[[File:Bundesarchiv Bild 101I-146-1547-17, Hellmuth Stieff.jpg|thumb|Bundesarchiv Bild 101I-146-1547-17, Hellmuth Stieff]]
 
[[File:Bundesarchiv Bild 101I-146-1547-17, Hellmuth Stieff.jpg|thumb|Bundesarchiv Bild 101I-146-1547-17, Hellmuth Stieff]]
'''Hellmuth Stieff''' (* [[6. Juni]] [[1901]] in Deutsch Eylau, Preußen; † hingerichtet am [[8. August]] [[1944]] in Berlin-Plötzensee) war in der [[Deutsche Wehrmacht|Deutschen Wehrmacht]] Generalmajor und wurde ein Opfer des [[Nationalsozialismus]].
+
'''Hellmuth Stieff''' (* [[6. Juni]] [[1901]] in Deutsch Eylau, [[Deutschland|Preußen]]; † am [[8. August]] [[1944]] in Berlin-[[Justizvollzugsanstalt Plötzensee|Plötzensee]] hingerichtet) war in der [[Deutsche Wehrmacht|Deutschen Wehrmacht]] Generalmajor und wurde ein Opfer des [[Nationalsozialismus]].
    
== Leben ==
 
== Leben ==
 
Wegen der Vorkommnisse im Ostfeldzug wurde er zum Widerstandskämpfer, der sich am Anschlag vom 20. Juli 1944 auf [[Adolf Hitler]] beteiligte.
 
Wegen der Vorkommnisse im Ostfeldzug wurde er zum Widerstandskämpfer, der sich am Anschlag vom 20. Juli 1944 auf [[Adolf Hitler]] beteiligte.
   −
Seine Witwe Ili wohnte bis 1980 in der [[Nicolaus Gaertner|Gaertner]]-Villa ([[Villa Amönenburg]]) in [[Thalgau]].
+
Seine Witwe Ili (* [[1902]]; † [[19. Juli]] [[1980]]) wohnte bis 1980 in der [[Nicolaus Gaertner|Gaertner]]-Villa ([[Villa Amönenburg]]) in [[Thalgau]].
    
Im Jahre 2005 wurde in Thalgau eine Gedenktafel an jener Stelle errichtet, wo sich Hellmuth Stieff von seiner Gattin Ili verabschiedete, bevor er zur Teilnahme am Attentat gegen Adolf Hitler fuhr.  
 
Im Jahre 2005 wurde in Thalgau eine Gedenktafel an jener Stelle errichtet, wo sich Hellmuth Stieff von seiner Gattin Ili verabschiedete, bevor er zur Teilnahme am Attentat gegen Adolf Hitler fuhr.  
Zeile 14: Zeile 14:  
Das Schicksal des Ehepaars Stieff ist außerhalb von Thalgau nur wenigen bekannt. [[Bernhard Iglhauser]], der Leiter des [[Thalgauer Bildungswerk]]s, wollte das ändern: Seit Mai 2019 zeigte das Museum in der [[Hundsmarktmühle]] eine eigene Ausstellung über die beiden.
 
Das Schicksal des Ehepaars Stieff ist außerhalb von Thalgau nur wenigen bekannt. [[Bernhard Iglhauser]], der Leiter des [[Thalgauer Bildungswerk]]s, wollte das ändern: Seit Mai 2019 zeigte das Museum in der [[Hundsmarktmühle]] eine eigene Ausstellung über die beiden.
   −
Ili und Hellmuth Stieff heirateten [[1929]]. In den [[1940er]]-Jahren wurde Hellmuth Stieff Generalmajor in der [[Wehrmacht]]. Schon zu Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Kriegs]] erkannte er die Grausamkeit von Hitlers Regime. Er überlegte lange, sich der Widerstandsbewegung rund um Stauffenberg anzuschließen. Seine Frau antwortete ihm stets: "''Tu es!''" Letztlich tat er es auch. Er wurde Teil des Widerstands, der am [[20. Juli]] [[1944]] in der "Wolfsschanze" für eine Explosion sorgte. Der Ausgang ist bekannt: Das Attentat scheiterte, Adolf Hitler blieb am Leben. Er ließ Stauffenberg und alle Mithelfer hinrichten. Hellmuth Stieff wurde am 8. August vor 75 Jahren erhängt. Seine Frau fuhr nach Berlin, um noch ein letztes Mal in der Nähe ihres Mannes sein zu können. Nur sieben Tage danach, am [[14. August]], wurde auch Ili Stieff verhaftet. Sie war monatelang im Untersuchungsgefängnis, wurde stundenlang verhört. Sie rechnete schon mit ihrer Hinrichtung, wurde aber im Oktober 1944 freigelassen. Danach hielt sie sich versteckt und kehrte nach dem Einmarsch der Amerikaner in die Familienvilla nach Thalgau zurück. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1980 lebte Ili Stieff dort relativ zurückgezogen.
+
Ili und Hellmuth Stieff heirateten [[1929]]. In den [[1940er]]-Jahren wurde Hellmuth Stieff Generalmajor der [[Wehrmacht]]. Schon zu Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Kriegs]] erkannte er die Grausamkeit von Hitlers Regime. Er überlegte lange, sich der Widerstandsbewegung rund um Stauffenberg anzuschließen. Seine Frau antwortete ihm stets: "''Tu es!''" Letztlich tat er es auch. Er wurde Teil des Widerstands, der am [[20. Juli]] [[1944]] in der "Wolfsschanze" für eine Explosion sorgte. Der Ausgang ist bekannt: Das Attentat scheiterte, Adolf Hitler blieb am Leben. Er ließ Stauffenberg und alle Mithelfer hinrichten. Hellmuth Stieff wurde am 8. August vor 75 Jahren erhängt. Seine Frau fuhr nach Berlin, um noch ein letztes Mal in der Nähe ihres Mannes sein zu können. Nur sieben Tage danach, am [[14. August]], wurde auch Ili Stieff verhaftet. Sie war monatelang im Untersuchungsgefängnis, wurde stundenlang verhört. Sie rechnete schon mit ihrer Hinrichtung, wurde aber im Oktober 1944 freigelassen. Danach hielt sie sich versteckt und kehrte nach dem Einmarsch der [[Vereinigte Staaten von Amerika|Amerikaner]] in die Familienvilla nach Thalgau zurück. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1980 lebte Ili Stieff dort relativ zurückgezogen.
    
"''Den Tod ihres Mannes hat sie nie ganz verkraftet''", sagt Bernhard Iglhauser. Im Zuge der Recherche arbeitete Iglhauser eng mit der Familie von Ili Stieff zusammen. Stieffs Neffe Peter Gaertner stellte Kopien von Originalbriefen zur Verfügung. Die Schriftstücke führen dem Besucher die Tragik des Schicksals der Stieffs vor Augen.
 
"''Den Tod ihres Mannes hat sie nie ganz verkraftet''", sagt Bernhard Iglhauser. Im Zuge der Recherche arbeitete Iglhauser eng mit der Familie von Ili Stieff zusammen. Stieffs Neffe Peter Gaertner stellte Kopien von Originalbriefen zur Verfügung. Die Schriftstücke führen dem Besucher die Tragik des Schicksals der Stieffs vor Augen.
63.246

Bearbeitungen

Navigationsmenü