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Im selben Jahr wurde auf dem Sonnblick, auf 3 106 [[m ü. A.|Meter Höhe]], die noch heute bestehende [[Observatorium Sonnblick|Wetterwarte]] erbaut. Der Bau konnte nur durch die Tatkraft Rojachers und seiner Bergarbeiter vollzogen werden. Rojacher konnte auch hier mit der Hilfe seines Freundes Wilhelm Ritter von Arlt rechnen. Dieser durchstieg als [[Erstbesteigungen von Bergen im Land Salzburg#Erstbegehungen|Erstbegeher]] im Sommer [[1887]] die Sonnblick-Nordwand, um eine Trasse für eine Telefonleitung zum Sonnblick zu finden. Diese Erstbesteigung beschreibt Arlt im Sonnblick-Jahresbericht 1926.
 
Im selben Jahr wurde auf dem Sonnblick, auf 3 106 [[m ü. A.|Meter Höhe]], die noch heute bestehende [[Observatorium Sonnblick|Wetterwarte]] erbaut. Der Bau konnte nur durch die Tatkraft Rojachers und seiner Bergarbeiter vollzogen werden. Rojacher konnte auch hier mit der Hilfe seines Freundes Wilhelm Ritter von Arlt rechnen. Dieser durchstieg als [[Erstbesteigungen von Bergen im Land Salzburg#Erstbegehungen|Erstbegeher]] im Sommer [[1887]] die Sonnblick-Nordwand, um eine Trasse für eine Telefonleitung zum Sonnblick zu finden. Diese Erstbesteigung beschreibt Arlt im Sonnblick-Jahresbericht 1926.
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Arlt hatte also 1886 die Skier in Schweden kennengelernt, er versuchte danach autodidaktisch, sich die Beherrschung dieser Geräte auf den Hängen des Sonnblicks beizubringen. Zu dieser Zeit war das „[[Knappenross]]“ das beliebteste Wintersportgerät im Rauriser Tal. Dieses ähnelte in seiner Gestalt ein wenig dem heutigen Snowboard, aber man saß darauf. Mündlich überliefert ist die Geschichte von einer Wettfahrt zwischen Rojacher auf dem Knappenross und Arlt mit Skiern. Der geübte Knappenrossfahrer konnte den noch relativ unerfahrenen Skifahrer schlagen. Arlt freundete sich mit den Skiern aber immer mehr an und am [[5. Februar]] [[1894]] gelang es ihm, damit vom Sonnblick nach Kolm-Saigurn in 32 Minuten abzufahren. Ein Jahr später benötigte er für dieselbe Strecke nur mehr 15 Minuten. Wilhelm Ritter von Arlt ist damit wahrscheinlich der Erste, der mit Skiern in Österreich von einem Dreitausender abfuhr. Zu bedenken ist dabei, dass die Skier damals keine Kanten hatten und man trug Lederschuhe mit Riemenbindung. [[1937]] organisierte er das erste [[Skirennen am Hohen Sonnblick]].  
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Arlt hatte also 1886 die Skier in Schweden kennengelernt, er versuchte danach autodidaktisch, sich die Beherrschung dieser Geräte auf den Hängen des Sonnblicks beizubringen. Zu dieser Zeit war das „[[Knappenross]]“ das beliebteste Wintersportgerät im Rauriser Tal. Dieses ähnelte in seiner Gestalt ein wenig dem heutigen Snowboard, aber man saß darauf. Mündlich überliefert ist die Geschichte von einer Wettfahrt zwischen Rojacher auf dem Knappenross und Arlt mit Skiern. Der geübte Knappenrossfahrer konnte den noch relativ unerfahrenen Skifahrer schlagen. Arlt freundete sich mit den Skiern aber immer mehr an und am [[5. Februar]] [[1894]] gelang es ihm, damit vom Sonnblick nach Kolm-Saigurn in 32 Minuten abzufahren.  
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Das [[Salzburger Volksblatt]] schreibt ein seiner Ausgabe vom [[4. Jänner]] [[1930]]:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19300104&query=%22Knappenross%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 4. Jänner 1930, Seite 5</ref><blockquote>''Arlt setzte seinen ganzen Ehrgeiz ein, um Sieger zu werden, an steileren Stellen schlüpfte er sogar aus der Bindung und fuhr auf den Skiern sitzend drauf los, doch vergebens, das flinke Knappenroß gewann das Rennen. Arlt ließ sich jedoch durch diesen Fehlschlag nicht entmutigen und übte unentwegt weiter. Bald gelang es ihm nun, auch steilere Hänge stehend zu bezwingen. Am [[17. April]] [[1895]] durchfuhr er bereits die Strecke Sonnblickgipfel—Kolm-Saigurn in der staunenswert kurzen Zeit von 32 Minuten.''
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''Nun wagte sich der Unermüdliche auch auf weitere Ziele und bestieg [[Schareck]], [[Herzog-Ernst-Spitze|Herzog Ernst]] und [[Hocharn]], später dann [[Wiesbachhorn]], [[Bratschenköpfe]], [[Vorderer Bärenkopf|Bärenköpfe]] und [[Johannisberg]]. Die Abfahrten über das [[Karlingerkees]] sowie nach [[Heiligenblut]] gingen glatt vonstatten. Alle diese Fahrten sind von Arlt als Erstlingsskitouren in Anspruch zu nehmen. Seine zähe Energie, hohe Begeisterung und sein großer Mut müssen noch jetzt unsere Bewunderung erregen.''
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''Arlt ging nun über Aufforderung des Alpenvereines daran, seine primitive Stocktechnik auch andern zu übermitteln. <u>Erster Salzburger Skikurs in Rauris</u>. Bergführer und Forstleute als Schüler. Adam Waggerl half dabei wacker mit sowie er auch später im [[Gasteinertal]] sich um die Einführung  des Skilaufes große Verdienste schuf.''</blockquote>Ein Jahr später benötigte er für dieselbe Strecke nur mehr 15 Minuten. Wilhelm Ritter von Arlt ist damit wahrscheinlich der Erste, der mit Skiern in Österreich von einem Dreitausender abfuhr. Zu bedenken ist dabei, dass die Skier damals keine Kanten hatten und man trug Lederschuhe mit Riemenbindung. [[1937]] organisierte er das erste [[Skirennen am Hohen Sonnblick]].  
    
In den Folgejahren führte Arlt viele Skitouren auf die Dreitausender der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] durch ([[Schareck]], [[Hocharn]], [[Johannisberg]], [[Großes Wiesbachhorn]] u. a.).
 
In den Folgejahren führte Arlt viele Skitouren auf die Dreitausender der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] durch ([[Schareck]], [[Hocharn]], [[Johannisberg]], [[Großes Wiesbachhorn]] u. a.).

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