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[[Datei:Rauriser Talmuseum 29.jpg|thumb|Im [[Rauriser Talmuseum]] im [[Lebensorghaus]] in [[Rauris]]. Unter einem Bild einer Schutzmantelmadonna sieht man ein [[Fatschenkindl]].]]
Ein '''Fatschenkind''', auch Fatschenkindl und andere Bezeichnungen, ist eine in Bändern gewickelte („gefatschten“) Darstellung eines Kindes, zumeist aus Wachs.

== Herleitung ==
Das Lukasevangelium beschreibt das Jesuskind in Windeln gewickelt (Lk 2,7 EU). Die seit dem [[3. Jahrhundert]] übliche Darstellung als Fatschenkind (von lat. ''fascia''‚ „Binde“, „Wickelband“) hingegen zeigt eine weit verbreitete Methode der Säuglingspflege. Dabei werden der gesamte Leib des Kindes und die Arme mit Bändern umwickelt. Das Fatschen der Säuglinge war im deutschsprachigen Raum bis in das [[19. Jahrhundert]] üblich. Entsprechend wurde auch das Jesuskind dargestellt.

== Brauch und Kunstgeschichte ==
Im [[Mittelalter]] war es üblich, Novizinnen Figuren des Jesuskindes zu schenken, auch fertigten Nonnen solche Figuren an. Kostbar gekleidet und zuweilen in Glaskästchen geschützt, sollten Fatschenkinder der persönlichen Frömmigkeit dienen. Aus der Verwendung als Andachtsbild in der Zelle ergab sich auch der Beiname „Trösterlein“.

Auch zu dem seit dem Mittelalter und bis ins 19. Jahrhundert belegten Brauch des Kindelwiegens gehörte ein Fatschenkind: In der Kirche war die Krippe aufgestellt, in der ein Fatschenkind lag. Kinder tanzten vor ihm und sangen Weihnachtslieder, das Jesuskind wurde dabei in der Krippe gewiegt oder wurde von Arm zu Arm gereicht. Besonders beliebt hierbei war das aus dem [[14. Jahrhundert]] stammende Lied "Joseph, lieber Joseph mein". Dieser Brauch sollte die Menschwerdung Christi besonders anschaulich verdeutlichen. Elsässische Votivgaben in Gestalt eines Fatschenkindes zeigten die Andeutung eines Skelettes oder wenigstens der Rippen.

Am Heiligabend wurde in den Häusern im [[Herrgottswinkel]] ein Fatschenkind aufgestellt. Es handelte sich um ein in Seide, Spitzen und Rüschen eingefatschtes Wachsfigürchen in einem kleinen gerahmten Holzkasten mit einer Glasscheibe an der Schauseite. Den Körper bildete meist eine flache Stoff- oder Papierwalze. Die Innenwände des Kästchens sind mit buntem Papier, manchmal mit bestickter Seide, Steinen und Perlen ausgekleidet. Diese Kästchen wurden meist in Klöstern gefertigt.

Auch als Backform für [[Gebildbrot]]e war die Darstellung des Fatschenkindes in Gebrauch.

== Quelle ==
* {{wikipedia-de}}

[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Kultur]]
[[Kategorie:Volkskultur]]
[[Kategorie:Brauch]]

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