| | ''Im Jahre [[1890]] erneuerte v. Arlt den Pachtverttag von Libesnitz nicht; er wollte ganz in die Rauris ziehen und kaufte den die Gemeinde Bucheben beherrschenden [[Grieswies-Schwarzkogel|Grieswiesschwarzkogel]] mit allen, bisher unter fünf Bauern verteilten Almen; den mächtigen Besitz faßte er in eine wirtschaftliche Einheit zusammen. In Kolm, seinem Lieblingsgebiet, baute sich Arlt ein kleines Häuschen. — Im Jahre 1891 starb Rojacher und nun übernahm v. Arlt allein die Sorge um das liebe Rauriser Tal. Mit Schmerz beobachtete er das sinnlose Vorgehen einer belgischen Gesellschaft, der Nachfolgerin Rotermunds, die, darangehend, die Goldminen auszubeuten, die Förderanlagen zerstörte und so den Bergsegen endgültig verschüttete. Um den durch dieses unverständliche Vorgehen brotlos gewordenen Bergknappen zu helfen, <span style="background:yellow">gründete er eine Art Bergführerschule</span> und tat alles, um den Fremdenverkehr zu fördern. Auch den Skilauf führte er im Rauriser Tale ein; er hielt selbst Skikurse ab und wirbt auch heute noch für die Tauernhäuser, um sie als Skihütten in den Winterverkehr einzugliedern. Hier ist einzufügen, daß Arlt in seinem reichen Bergsteigerleben viele große Touren unternahm. Noch als Achtziger besuchte er im Anschluß an eine Tageswanderung Rauris—[[Heiligenblut]] und zurück bei 30 Zentimeter Neuschnee den Sonnblick. | | ''Im Jahre [[1890]] erneuerte v. Arlt den Pachtverttag von Libesnitz nicht; er wollte ganz in die Rauris ziehen und kaufte den die Gemeinde Bucheben beherrschenden [[Grieswies-Schwarzkogel|Grieswiesschwarzkogel]] mit allen, bisher unter fünf Bauern verteilten Almen; den mächtigen Besitz faßte er in eine wirtschaftliche Einheit zusammen. In Kolm, seinem Lieblingsgebiet, baute sich Arlt ein kleines Häuschen. — Im Jahre 1891 starb Rojacher und nun übernahm v. Arlt allein die Sorge um das liebe Rauriser Tal. Mit Schmerz beobachtete er das sinnlose Vorgehen einer belgischen Gesellschaft, der Nachfolgerin Rotermunds, die, darangehend, die Goldminen auszubeuten, die Förderanlagen zerstörte und so den Bergsegen endgültig verschüttete. Um den durch dieses unverständliche Vorgehen brotlos gewordenen Bergknappen zu helfen, <span style="background:yellow">gründete er eine Art Bergführerschule</span> und tat alles, um den Fremdenverkehr zu fördern. Auch den Skilauf führte er im Rauriser Tale ein; er hielt selbst Skikurse ab und wirbt auch heute noch für die Tauernhäuser, um sie als Skihütten in den Winterverkehr einzugliedern. Hier ist einzufügen, daß Arlt in seinem reichen Bergsteigerleben viele große Touren unternahm. Noch als Achtziger besuchte er im Anschluß an eine Tageswanderung Rauris—[[Heiligenblut]] und zurück bei 30 Zentimeter Neuschnee den Sonnblick. |
| − | ''Um 1900 waren Kolm und der [[Hüttwinkltal|Hüttenwinkel]] in kräftigem Aufstrieb. v. Arlt übersiedelte nach Rauris und richtete im „Schernthaner" ein neuzeitliches Mustergut ein. Er hob Fisch- und Geflügelzucht, Obst- und Kartoffelbau, dem Tal zum Nutzen. Arlts Namen begegnet man im Raurisertale überall. Das prächtige Wasser, das er beim [[Bodenhaus]]e fassen ließ, heißt vielfach schon Arltguelle, einer der schönsten Aussichtspunkte bei Kolm wird der Arltblick genannt, und bald mag wohl der Ausdruck Artlgrat (Artlweg, Arltanstieg) in Literatur und Karten eingereiht werden. An Ehren hat es ihm, der der Sektion Salzburg des D. u. ü. Alpenvereins sein Häuschen im Hüttenwinkel übergab, nicht gefehlt. Ihren Höhepunkt werden sie erreichen, wenn im kommenden Jahre das Zittelhaus sein 50-jähriges Jubiläum feiert.''</blockquote> | + | ''Um 1900 waren Kolm und der [[Hüttwinkltal|Hüttenwinkel]] in kräftigem Aufstrieb. v. Arlt übersiedelte nach Rauris und richtete im „Schernthaner" ein neuzeitliches Mustergut ein. Er hob Fisch- und Geflügelzucht, Obst- und Kartoffelbau, dem Tal zum Nutzen. Arlts Namen begegnet man im Raurisertale überall. Das prächtige Wasser, das er beim [[Alpengasthof Bodenhaus|Bodenhaus]]e fassen ließ, heißt vielfach schon Arltguelle, einer der schönsten Aussichtspunkte bei Kolm wird der Arltblick genannt, und bald mag wohl der Ausdruck Artlgrat (Artlweg, Arltanstieg) in Literatur und Karten eingereiht werden. An Ehren hat es ihm, der der Sektion Salzburg des D. u. ü. Alpenvereins sein Häuschen im Hüttenwinkel übergab, nicht gefehlt. Ihren Höhepunkt werden sie erreichen, wenn im kommenden Jahre das Zittelhaus sein 50-jähriges Jubiläum feiert.''</blockquote> |
| | Das ''Salzburger Volksblatt'' schreibt in seiner Ausgabe vom [[10. September]] [[1936]]:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19360910&query=%22Wilhelm+Ritter+von+Arlt%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 10. September 1936, Seite 8</ref><blockquote>''Aus Anlaß des Sonnblick-Jubiläums ist eine Erinnerung an Wilhelm v. Arlt zeitgemäß, der bei dieser Gelegenheit mit 83 Jahren in voller Rüstigkeit am [[30. August]] den Sonnblick bestiegen hat. v. Arlt ist im Jahre 1853 als Sohn des Augenarztes und Professors an der Wiener Universität, Dr. Ferdinand Ritter von Arlt geboren. Seine Jugend verlebte er in Wien, zu einer Zeit, wo das Glacis eingeebnet wurde und die ganzen Bauten der Ringstraße erst teils entworfen, teils begonnen wurden. Nach Gastein und Rauris kam er zum ersten Male als die [[Salzburg-Tiroler-Bahn|Bahn]] noch nicht bestand (vor 1876) und von [[Lend]] nach [[Badgastein]] noch die Postkutsche verkehrte. In diese Jahre fallen auch seine ersten Touren auf den Sonnblick und [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] sowie seine Bekanntschaft mit Ignaz Rojacher, der sich vom Hüterbuben zum Pächter des ärarischen Goldbergwerkes in Kolm-Saigurn aufgeschwungen hatte und dann der Käufer dieses Bergwerkes wurde. Auch später blieb Arlt mit Rauris in Verbindung. Im Jahre [[1893]] übersiedelte er mit seiner Familie in die [[Stadt Salzburg]]. Schon [[1889]] hatte er in der Umgebung von Salzburg gemeinsam mit Brandauer, Graf Lamberg, Kirchmayr, Schweitzer, Zwick und anderen die ersten Skilaufversuche unternommen. 1894, im Februar, erfolgte seine erste Skitour auf den Sonnblick. Rojacher war damals bereits gestorben (1891), die meteorologische Beobachtungsstation am Sonnblick (1886) schon erbaut; vor der Erbauung hatte Arlt als Erster und als Alleingänger zum ersten Male die Sonnblick-Nordwand erstiegen, um auch von dieser Seite des Berges her die Möglichkeiten der Telephonleitung zu erkunden. 1899 erbaute er die Rojacherhütte, zirka dreihundert Meter unter dem Gipfel des Sonnblicks, als Zwischenstation für Bergsteiger; in diese Jahre fällt auch die Erwerbung des aus dem [[16. Jahrhundert]] stammenden Landrichterhauses in Rauris durch ihn. Bald danach hielt er einen der ersten Skikurse für Bergführer im Sonnblickgebiete ab (Einstocktechnik, Norwegerbindung). Er war und ist heute noch Radfahrer; auch bis nach [[Zell am See]] führen ihn seine Touren. In das Jahr [[1917]] fällt die Erwerbung des Gasthofes „Zur Post" durch Arlt; es ist dies das Besitztum und Sterbehaus von Ignaz Rojacher, an dem nunmehr am [[29. August]] eine Gedenktafel enthüllt wurde. Im Jahre 1935 wurde Arlt Ehrenbürger von Rauris und Bucheben und er hielt vom Alpenverein das Goldene Edelweiß für 50-jährige Zugehörigkeit.''</blockquote> | | Das ''Salzburger Volksblatt'' schreibt in seiner Ausgabe vom [[10. September]] [[1936]]:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19360910&query=%22Wilhelm+Ritter+von+Arlt%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 10. September 1936, Seite 8</ref><blockquote>''Aus Anlaß des Sonnblick-Jubiläums ist eine Erinnerung an Wilhelm v. Arlt zeitgemäß, der bei dieser Gelegenheit mit 83 Jahren in voller Rüstigkeit am [[30. August]] den Sonnblick bestiegen hat. v. Arlt ist im Jahre 1853 als Sohn des Augenarztes und Professors an der Wiener Universität, Dr. Ferdinand Ritter von Arlt geboren. Seine Jugend verlebte er in Wien, zu einer Zeit, wo das Glacis eingeebnet wurde und die ganzen Bauten der Ringstraße erst teils entworfen, teils begonnen wurden. Nach Gastein und Rauris kam er zum ersten Male als die [[Salzburg-Tiroler-Bahn|Bahn]] noch nicht bestand (vor 1876) und von [[Lend]] nach [[Badgastein]] noch die Postkutsche verkehrte. In diese Jahre fallen auch seine ersten Touren auf den Sonnblick und [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] sowie seine Bekanntschaft mit Ignaz Rojacher, der sich vom Hüterbuben zum Pächter des ärarischen Goldbergwerkes in Kolm-Saigurn aufgeschwungen hatte und dann der Käufer dieses Bergwerkes wurde. Auch später blieb Arlt mit Rauris in Verbindung. Im Jahre [[1893]] übersiedelte er mit seiner Familie in die [[Stadt Salzburg]]. Schon [[1889]] hatte er in der Umgebung von Salzburg gemeinsam mit Brandauer, Graf Lamberg, Kirchmayr, Schweitzer, Zwick und anderen die ersten Skilaufversuche unternommen. 1894, im Februar, erfolgte seine erste Skitour auf den Sonnblick. Rojacher war damals bereits gestorben (1891), die meteorologische Beobachtungsstation am Sonnblick (1886) schon erbaut; vor der Erbauung hatte Arlt als Erster und als Alleingänger zum ersten Male die Sonnblick-Nordwand erstiegen, um auch von dieser Seite des Berges her die Möglichkeiten der Telephonleitung zu erkunden. 1899 erbaute er die Rojacherhütte, zirka dreihundert Meter unter dem Gipfel des Sonnblicks, als Zwischenstation für Bergsteiger; in diese Jahre fällt auch die Erwerbung des aus dem [[16. Jahrhundert]] stammenden Landrichterhauses in Rauris durch ihn. Bald danach hielt er einen der ersten Skikurse für Bergführer im Sonnblickgebiete ab (Einstocktechnik, Norwegerbindung). Er war und ist heute noch Radfahrer; auch bis nach [[Zell am See]] führen ihn seine Touren. In das Jahr [[1917]] fällt die Erwerbung des Gasthofes „Zur Post" durch Arlt; es ist dies das Besitztum und Sterbehaus von Ignaz Rojacher, an dem nunmehr am [[29. August]] eine Gedenktafel enthüllt wurde. Im Jahre 1935 wurde Arlt Ehrenbürger von Rauris und Bucheben und er hielt vom Alpenverein das Goldene Edelweiß für 50-jährige Zugehörigkeit.''</blockquote> |