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| − | '''Johann Nepomuk Carl Mauracher''' (* [[26. Juli]] [[1818]] in Kapfing, [[Tirol]]; † [[20. November]] [[1884]] in [[Seekirchen]]) stammte aus der berühmten Orgelbauerfamilie [[Mauracher]] (Fügener Linie). Er führte die [[Orgelmacher|Orgelmacher-Tradition]] fort und wurde Nachfolger seines Vaters [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]]. | + | '''Johann Nepomuk Carl Mauracher''' (* [[26. Juli]] [[1818]] in Kapfing, [[Tirol]]; † [[20. November]] [[1884]] in [[Seekirchen]]) stammte aus der Fügener Linie der berühmten Orgelbauerfamilie [[Mauracher]]. Er führte die [[Orgelmacher]]-Tradition fort und wurde Nachfolger seines Vaters [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]]. |
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| | == Leben == | | == Leben == |
| − | Der meist nur Johann Mauracher genannte Sohn des Orgelbauers [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]] erlernte bei diesem das Orgelmacherhandwerk. Er heiratete am [[9. Jänner]] [[1843]] Walpurga [[Hintner]] (* 1820 in Hallein; † [[18. Oktober]] [[1876]] in Salzburg),<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-muelln/STB10/?pg=86 Sterbebuch der Pfarre Salzburg-Mülln, Band X, S. 83.]</ref> die zwei, später einigermaßen bekannte, Söhne auf die Welt brachte: [[Karl Mauracher|Karl]] (* 10. August 1847)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/oberoesterreich/braunau-am-inn/106%252F1847/?pg=5 Duplikat des Taufbuches der Pfarre Braunau am Inn für 1847, S. 5.]</ref> und [[Albert Mauracher|Albert Joseph]] (* 12. März 1858).<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/oberoesterreich/braunau-am-inn/106%252F1858/?pg=2 Duplikat des Taufbuches der Pfarre Braunau am Inn für 1858, S. 2.]</ref> Seine Tochter Juliana ist die Mutter des späteren Salzburger [[Landeshauptmann]]s [[Adolf Schemel]].<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-muelln/TFB11/?pg=192 Taufbuch der Pfarre Salzburg-Mülln, Band XI, S. 189.]</ref> Den Sitz seiner Orgelbauwerkstätte verlegte er zweimal, nämlich [[1845]] nach [[Braunau am Inn]] und [[1861]] in die [[Stadt Salzburg]]. | + | Der meist nur Johann Mauracher genannte Sohn des Orgelbauers Karl Mauracher erlernte bei diesem das Orgelmacherhandwerk. Er heiratete am [[9. Jänner]] [[1843]] Walpurga [[Hintner]] (* [[1820]] in [[Hallein]]; † [[18. Oktober]] [[1876]] in in der [[Stadt Salzburg]]),<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-muelln/STB10/?pg=86 Sterbebuch der Pfarre Salzburg-Mülln, Band X, S. 83.]</ref> die zwei, später einigermaßen bekannte, Söhne auf die Welt brachte: [[Karl Mauracher|Karl]] (* [[10. August]] [[1847]])<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/oberoesterreich/braunau-am-inn/106%252F1847/?pg=5 Duplikat des Taufbuches der Pfarre Braunau am Inn für 1847, S. 5.]</ref> und [[Albert Mauracher|Albert Joseph]] (* [[12. März]] [[1858]], † [[2. Juni]] [[1917]] in der Stadt Salzburg)).<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/oberoesterreich/braunau-am-inn/106%252F1858/?pg=2 Duplikat des Taufbuches der Pfarre Braunau am Inn für 1858, S. 2.]</ref> Seine Tochter Juliana ist die Mutter des späteren Salzburger [[Landeshauptmann]]s [[Adolf Schemel]].<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-muelln/TFB11/?pg=192 Taufbuch der Pfarre Salzburg-Mülln, Band XI, S. 189.]</ref> Den Sitz seiner Orgelbauwerkstätte verlegte er zweimal, nämlich [[1845]] nach [[Braunau am Inn]] und [[1861]] in die Stadt Salzburg. |
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| − | Bereits [[1847]] hatte er vorgehabt, seine Werkstätte nach Salzburg zu verlegen und suchte beim [[Magistrat der Stadt Salzburg|Magistrat]] um die Verleihung eines ''persönlichen Orgelbaubefugnißes'' an, da er ''in der Nähe zu [[Radstadt]], [[Neukirchen am Großvenediger|Neukirchen]] und dgl. Orgeln zu bauen'' hätte. Der Salzburger Magistrat bat daraufhin die beiden bereits tätigen Orgelbauer, [[Johann Dummel]] und [[Ludwig Mooser]], eine Stellungnahme abzugeben, die augenscheinlich berechnend schlecht ausfiel: "''Johann Mauracher bringt wohl mehrere Zeugniße bei, daß er einige Orgeln hergestellt habe. Indeßen bringt derselbe keinen ordentlichen Lehrbrief und keine legalen Zeugniße bei, daß er bei einem Orgelbauer längere Zeit gearbeitet habe'' […] ''Daß Johann Mauracher mehrere Orgeln gebaut hat, ist uns wohl bekannt, wenigstens wißen wir, daß er jene zu Altenmarkt selbständig hergestellt hat, alle übrigen Orgeln, worüber Zeugniße vorliegen, hat eigentlich deßen Vater gebaut, und sein Sohn Johann nur als Gehülfe mitgearbeitet. Wenn aber auch Johann Mauracher die Befähigung zum Orgelbau hätte, so würde er in Salzburg seine Nahrungsfähigkeit nicht begründen können, nachdem in diesem Orte früher nur ein einziger Orgelbauer bestanden hat'' (=v[[Joseph Konradt]])'', und dieser zu Grunde gegangen ist, gegenwärtig sich in Salzburg 2 Orgelbauer befinden, und aber weder in Salzburg noch in der weiten Concurrenz herum keine Orgelbauten vorfallen, welche beiden Orgelbauer von dieser Kunst ebenfalls nicht leben könnten, wenn sie sich nicht zugleich mit Herstellung von anderen Musikinstrumenten, namentlich mit dem Bau von Fortepianos befaßen würden.''"<ref>In: [[Salzburg Museum|SMCA]], Städtische Akten 99. Zitiert nach: [[Gerhard Walterskirchen]]: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 173f.</ref><br />Trotz der negativen Auskunft erhielt Mauracher am 5. Mai 1847 die Orgelbaubefugnis, blieb aber in Braunau.<ref>SMCA, Städtische Akten 99. Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 173f.</ref> | + | Bereits [[1847]] hatte er vorgehabt, seine Werkstätte nach Salzburg zu verlegen und suchte beim [[Magistrat der Stadt Salzburg|Magistrat]] um die Verleihung eines ''persönlichen Orgelbaubefugnißes'' an, da er ''in der Nähe zu [[Radstadt]], [[Neukirchen am Großvenediger|Neukirchen]] und dgl. Orgeln zu bauen'' hätte. Der Salzburger Magistrat bat daraufhin die beiden bereits tätigen Orgelbauer, [[Johann Dummel]] und [[Ludwig Mooser]], eine Stellungnahme abzugeben, die augenscheinlich berechnend schlecht ausfiel: ''Johann Mauracher bringt wohl mehrere Zeugniße bei, daß er einige Orgeln hergestellt habe. Indeßen bringt derselbe keinen ordentlichen Lehrbrief und keine legalen Zeugniße bei, daß er bei einem Orgelbauer längere Zeit gearbeitet habe'' […] ''Daß Johann Mauracher mehrere Orgeln gebaut hat, ist uns wohl bekannt, wenigstens wißen wir, daß er jene zu Altenmarkt selbständig hergestellt hat, alle übrigen Orgeln, worüber Zeugniße vorliegen, hat eigentlich deßen Vater gebaut, und sein Sohn Johann nur als Gehülfe mitgearbeitet. Wenn aber auch Johann Mauracher die Befähigung zum Orgelbau hätte, so würde er in Salzburg seine Nahrungsfähigkeit nicht begründen können, nachdem in diesem Orte früher nur ein einziger Orgelbauer bestanden hat,'' (= [[Joseph Konradt]]) ''und dieser zu Grunde gegangen ist, gegenwärtig sich in Salzburg 2 Orgelbauer befinden, und aber weder in Salzburg noch in der weiten Concurrenz herum keine Orgelbauten vorfallen, welche beiden Orgelbauer von dieser Kunst ebenfalls nicht leben könnten, wenn sie sich nicht zugleich mit Herstellung von anderen Musikinstrumenten, namentlich mit dem Bau von Fortepianos befaßen würden.''<ref>In: [[Salzburg Museum|SMCA]], Städtische Akten 99. Zitiert nach: [[Gerhard Walterskirchen]]: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 173f.</ref> Trotz der negativen Auskunft erhielt Mauracher am [[5. Mai]] [[1847]] die Orgelbaubefugnis, blieb aber in Braunau.<ref>SMCA, Städtische Akten 99. Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 173f.</ref> |
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| − | In Braunau erwarb er [[1850]] von Maurermeister Schreckeneder das alte Schulhaus,<ref>Franz Martin: ''Braunauer Häuserchronik''. Schriften zur Braunauer Heimatkunde, Heft 1. „Das Bergland-Buch“, Salzburg 1943, S. 30.</ref> ''die sog. Kantorei in der Scheibe ''[Kirchenplatz]'' Nr. 60'',<ref>siehe [http://digi.landesbibliothek.at/viewer/fulltext/AC08718610/177/] In: ''Die Stadtschule zu Braunau''. Die digitale Landesbibliothek, II. Theil, S. 172.</ref> heute Kirchenplatz 9, und richtete darin seine Orgelbauwerkstätte ein. | + | In Braunau erwarb er [[1850]] von Maurermeister Schreckeneder das alte Schulhaus,<ref>[[Franz Martin]]: ''Braunauer Häuserchronik''. Schriften zur Braunauer Heimatkunde, Heft 1, [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], Salzburg 1943, S. 30.</ref> ''die sog. Kantorei in der Scheibe ''[Kirchenplatz]'' Nr. 60'',<ref>siehe [http://digi.landesbibliothek.at/viewer/fulltext/AC08718610/177/] In: ''Die Stadtschule zu Braunau''. Die digitale Landesbibliothek, II. Theil, S. 172.</ref> heute Kirchenplatz 9, und richtete darin seine Orgelbauwerkstätte ein. |
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| − | Der [[1857]] zum [[Abt der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abt]] von [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] gewählte [[Franz de Paula Albert Eder|Franz Albert Eder]] war mütterlicherseits mit J.N.C. Maurachers Frau Walpurga, geb. Hintner, verwandt. Durch dieses Naheverhältnis konnte Mauracher in Salzburg Fuß fassen. So wurde es ihm ermöglicht, im [[Aiglhof#Aiglhof (Landsitz)|Aiglhof]] den oberen Stock zu mieten und dort Wohnung und Werkstätte einzurichten. Im Gewerberegister [[1866]] wird als Adresse [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]] angegeben, er scheint unter ''Johann Mauracher, Lehen 2'' auf.<ref>''Handels- und Gewerbe-Schematismus für das Herzogthum Salzburg'', Salzburg, Verlag Ludwig Taube 1866, S. 23.</ref> | + | Der [[1857]] zum [[Abt der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abt]] von [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] gewählte [[Franz de Paula Albert Eder|Franz Albert Eder]] war mütterlicherseits mit J.N.C. Maurachers Frau Walpurga, geborene Hintner, verwandt. Durch dieses Naheverhältnis konnte Mauracher in Salzburg Fuß fassen. So wurde es ihm ermöglicht, im [[Aiglhof#Aiglhof (Landsitz)|Aiglhof]] den oberen Stock zu mieten und dort Wohnung und Werkstätte einzurichten. Im Gewerberegister [[1866]] wird als Adresse [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]] angegeben, er scheint unter ''Johann Mauracher, Lehen 2'' auf.<ref>''Handels- und Gewerbe-Schematismus für das Herzogthum Salzburg'', Salzburg, Verlag Ludwig Taube 1866, S. 23.</ref> |
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| − | Dann erhielt er durch seine Vermittlung noch eine Reihe von Aufträgen, darunter den Neubau der großen Orgel der [[Stiftskirche St. Peter]]. Aber die Schwierigkeiten blieben nicht aus, denn er zerstritt sich mit dem [[Franziskanerorden|Franziskaner]]-Pater [[Peter Singer]] ([[OFM]]), der aufgrund seiner Autorität vorwiegend [[Matthäus Mauracher I.]] als Orgelbauer empfahl, und Johann Nepomuk Mauracher daher fast sieben Jahre leer ausging. Erst Aufträge aus [[Niederösterreich]] besserten seine Lage.<ref>Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 174.</ref> | + | Dann erhielt er durch Vermittlung von Franz Albert Eder noch eine Reihe von Aufträgen, darunter den Neubau der großen Orgel der [[Stiftskirche St. Peter]]. Aber die Schwierigkeiten blieben nicht aus, denn er zerstritt sich mit dem [[Franziskanerorden|Franziskaner]]-Pater [[Peter Singer]] ([[OFM]]), der aufgrund seiner Autorität vorwiegend [[Matthäus Mauracher I.]] als Orgelbauer empfahl, und Johann Nepomuk Mauracher daher fast sieben Jahre leer ausging. Erst Aufträge aus [[Niederösterreich]] besserten seine Lage.<ref>Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 174.</ref> |
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| − | Dann brach das nächste Unglück über ihn herein und er erkrankte an Gelenksrheumatismus, seine Frau an Wassersucht. Nach einer Kur im [[Marienbad]] besserte sich zwar sein Zustand, doch den Geschäftsbetrieb, den er inzwischen in den heutigen [[Literaturhaus Salzburg|''Eizenbergerhof'']] (damals ''Maßenhof'' mit der Anschrift Wallnergasse 8) verlegt hatte, konnte er nicht wieder aufnehmen. Nach dem Tod seiner Frau [[1876]] übersiedelte er [[1878]] in den ''[[Daghoferkapelle|Daghoferhof]]'' an der Aiglhofkreuzung, in der Nähe des [[Aiglhof]]es. Seine Lebensabend verbracht es bei seinem Sohn Karl Mauracher im [[Kollegiatstift Seekirchen]] und starb dort am 20. November 1884.<ref>Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 175.</ref> Sein Sohn [[Albert Mauracher|Albert]] (* 12. März 1858 in [[Braunau am Inn]]; † 2. Juni 1917 in Salzburg) führte die Werkstatt in Salzburg weiter. | + | Dann brach das nächste Unglück über ihn herein und er erkrankte an Gelenksrheumatismus, seine Frau an Wassersucht. Nach einer Kur im [[Marienbad]] besserte sich zwar sein Zustand, doch den Geschäftsbetrieb, den er inzwischen in den heutigen [[Literaturhaus Salzburg|''Eizenbergerhof'']] (damals ''Maßenhof'' mit der Anschrift Wallnergasse 8) verlegt hatte, konnte er nicht wieder aufnehmen. Nach dem Tod seiner Frau [[1876]] übersiedelte er [[1878]] in den ''[[Daghofergut|Daghoferhof]]'' an der [[Aiglhofkreuzung]], in der Nähe des Aiglhofes. Seine Lebensabend verbracht er bei seinem Sohn Karl Mauracher im [[Kollegiatstift Seekirchen]] und starb dort am 20. November 1884.<ref>Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 175.</ref> Sein Sohn Albert führte die Werkstatt in der Stadt Salzburg weiter. |
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| | == Orgeln == | | == Orgeln == |
| − | Auf der ''Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung'' in München [[1854]] wurde J.N.C. Mauracher für seine dort präsentierte zwölfregistrige Orgel gefeiert: ''Der weiche, volle Ton, der freundliche Baß, welcher in verhältnismäßiger Kraft den Diskant begleitet, das in Hinsicht der Mechanik leichte Spiel auf dem Manual und Pedal, die gefällige Ausstattung – alles zeugt von einer Meisterhand'' […].<ref>[[Salzburger Landeszeitung]] Nr. 233 ([[1854]]). Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 175.</ref> | + | Auf der ''Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung'' in [[München]] [[1854]] wurde J.N.C. Mauracher für seine dort präsentierte zwölfregistrige Orgel gefeiert: ''Der weiche, volle Ton, der freundliche Baß, welcher in verhältnismäßiger Kraft den Diskant begleitet, das in Hinsicht der Mechanik leichte Spiel auf dem Manual und Pedal, die gefällige Ausstattung – alles zeugt von einer Meisterhand'' […].<ref>[[Salzburger Landeszeitung]] Nr. 233 ([[1854]]). Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 175.</ref> |
| − | Seine späten Werke für Tulln ([[1873]]), Langenlois ([[1874]]) und Krems ([[1875]]) sind als ''Bruckner-Orgeln'' in die Geschichte eingegangen, da sie von ihm kollaudiert wurden. Bruckner lobte z. B. in Langenlois Maurachers Werk, ''welches durch vortrefflichen Klang, Charakter, Verhältniß der einzelnen Stimmen zu einander und durch imposante Kraftenfaltung und Schönheit des Tones in pleno sich auszeichnet. Die entsprechende Disposition und zweckmäßige Anlage, sowie die Vorzüglichkeit des Mechanismus und Gebläses verdienen die vollste Anerkennung.''<ref>Salzburger Kirchenblatt Nr. 27 ([[1874]]). Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 176.</ref> In späteren Jahren bzw. bei anderen Fachleuten galt er allerdings als altmodisch, da er nicht gewillt war, das System der Schleiflade zugunsten der Kegellade aufzugeben. | + | Seine späten Werke für Tulln ([[1873]]), Langenlois ([[1874]]) und Krems ([[1875]]), alle in Niederösterreich, sind als ''Bruckner-Orgeln'' in die Geschichte eingegangen, da sie von ihm kollaudiert wurden. Bruckner lobte z. B. in Langenlois Maurachers Werk ''welches durch vortrefflichen Klang, Charakter, Verhältniß der einzelnen Stimmen zu einander und durch imposante Kraftenfaltung und Schönheit des Tones in pleno sich auszeichnet. Die entsprechende Disposition und zweckmäßige Anlage, sowie die Vorzüglichkeit des Mechanismus und Gebläses verdienen die vollste Anerkennung.''<ref>[[Salzburger Kirchenblatt]] Nr. 27 ([[1874]]). Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 176.</ref> In späteren Jahren bzw. bei anderen Fachleuten galt er allerdings als altmodisch, da er nicht gewillt war, das System der Schleiflade zugunsten der Kegellade aufzugeben. |
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| − | Johann Nepomuk Carl Mauracher errichtete mehr als 60 Orgeln, darunter in Uttendorf im Innviertel ([[1844]]), [[Forstau]] ([[1845]]), [[Altenmarkt im Pongau|Altenmarkt]] (um [[1847]]), St. Peter am Hart ([[1848]]), [[Pfarrkirche zum hl. Blasius|Abtenau]] ([[1858]]), [[Dekanatspfarrkirche Saalfelden am Steinernen Meer|Saalfelden]] ([[1859]]), [[Pfarr- und Dekanatskirche zum hl. Georg|Bergheim]] ([[1859]]), [[Pfarrkirche Mariae Geburt|Puch]] ([[1859]]), auf Betreiben seines Freundes [[Franz Xaver Gruber (Autor)|Franz Gruber]] am [[Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt|Dürrnberg]] ([[1860]]), [[Krankenhauskirche St. Johannes|Johannesspitalskirche]] ([[1860]]), [[Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt und hl. Michael|Gnigl]] ([[1861]]), in der Stiftskirche St. Peter ([[1863]]), [[Pfarrkirche Bad Vigaun zum hl. Dionysius|Vigaun]] ([[1865]]), [[Kirche zum hl. Kreuz und zur hl. Elisabeth|Guggenthal]] ([[1865]]), im [[Sacellum]] ([[1866]]), im [[Stiftskirche Nonnberg|Stift Nonnberg]] ([[1867]]), [[Pfarrkirche St. Leonhard (Plainfeld)|Plainfeld]] ([[1868]]), [[Pfarrkirche St. Anna (Annaberg)|Annaberg]] ([[1869]]), [[Pfarrkirche zum hl. Vitus (Henndorf am Wallersee)|Henndorf]] (um [[1870]]), [[Pfarrkirche zu den Hll. Stephanus und Laurentius|Adnet]] (1871, beim [[Dorfbrand Adnet]] 1890 verbrannt), [[Pfarrkirche Hll. Primus und Felizian|Bad Gastein]] (um [[1871]]), Schörfling am Attersee (1873), [[Filialkirche hl. Emmeram|Filialkirche Untereching]] (1877) und andere. | + | Johann Nepomuk Carl Mauracher errichtete mehr als 60 Orgeln, darunter in Uttendorf im [[Innviertel]] ([[1844]]), [[Forstau]] ([[1845]]), [[Altenmarkt im Pongau|Altenmarkt]] (um [[1847]]), St. Peter am Hart ([[1848]]), [[Pfarrkirche zum hl. Blasius|Abtenau]] ([[1858]]), [[Dekanatspfarrkirche Saalfelden am Steinernen Meer|Saalfelden]] ([[1859]]), [[Pfarr- und Dekanatskirche zum hl. Georg|Bergheim]] (1859), [[Pfarrkirche Mariae Geburt|Puch]] (1859), auf Betreiben seines Freundes [[Franz Xaver Gruber (Autor)|Franz Gruber]] auf dem [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]] in der [[Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt]] ([[1860]]), [[Krankenhauskirche St. Johannes|Johannesspitalskirche]] ([[1860]]), [[Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt und hl. Michael|Gnigl]] ([[1861]]), in der Stiftskirche St. Peter ([[1863]]), [[Pfarrkirche Bad Vigaun zum hl. Dionysius|Vigaun]] ([[1865]]), [[Kirche zum hl. Kreuz und zur hl. Elisabeth|Guggenthal]] (1865), im [[Sacellum]] ([[1866]]), im [[Stiftskirche Nonnberg|Stift Nonnberg]] ([[1867]]), [[Pfarrkirche St. Leonhard (Plainfeld)|Plainfeld]] ([[1868]]), [[Pfarrkirche St. Anna (Annaberg)|Annaberg]] ([[1869]]), [[Pfarrkirche zum hl. Vitus (Henndorf am Wallersee)|Henndorf]] (um [[1870]]), [[Pfarrkirche zu den Hll. Stephanus und Laurentius|Adnet]] ([[1871]], beim [[Dorfbrand Adnet]] [[1890]] verbrannt), [[Pfarrkirche Hll. Primus und Felizian|Bad Gastein]] (um 1871), Schörfling am [[Attersee]] ([[1873]]), [[Filialkirche hl. Emmeram|Filialkirche Untereching]] ([[1877]]) und andere. |
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| | | Das Instrument wurde auf Betreiben [[Joseph Messner]]s 1939 abgerissen und durch eines von [[Dreher & Flamm]] ersetzt. | | | Das Instrument wurde auf Betreiben [[Joseph Messner]]s 1939 abgerissen und durch eines von [[Dreher & Flamm]] ersetzt. |
| − | → Mauracher-Orgel: [http://salzburg-geschichte-kultur.at/prospekt-der-alten-orgel-in-der-pfarrkirche-abtenau/#more-408 Digitalisat] | + | → Mauracher-Orgel<ref>[http://salzburg-geschichte-kultur.at/prospekt-der-alten-orgel-in-der-pfarrkirche-abtenau/#more-408 Digitalisat]</ref> |
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| − | |Im Zuge der aufwändigen Re-Romanisierung der [[Dekanatspfarrkirche Saalfelden am Steinernen Meer|Saalfeldener Kirche]] hatte Johann Nepomuk Carl Mauracher den Auftrag erhalten, dort die Orgel seines Vaters [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]] umzubauen und in einem neuromanischen Gehäuse aufzustellen. Das alte Gehäuse kam auf den [[Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt|Dürrnberg]], s.u. | + | |Im Zuge der aufwändigen Re-Romanisierung der [[Dekanatspfarrkirche Saalfelden am Steinernen Meer|Saalfeldener Kirche]] hatte Johann Nepomuk Carl Mauracher den Auftrag erhalten, dort die Orgel seines Vaters [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]] umzubauen und in einem neuromanischen Gehäuse aufzustellen. Das alte Gehäuse kam in die [[Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt]] auf dem Dürrnberg, s.u. |
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| − | |Er verwendete für den Bau der Orgel am Dürrnberg einerseits die 15 Register der gerade von ihm abgebrochenen [[Salzburger Dommusik#2. Chor mit Heilig Geist-Orgel|Heilig Geist-Orgel]] von der Nord-Ost-Empore des [[Salzburger Dom]]s, andererseits das von seinem Vater Karl Mauracher stammende, 1832 im nachbarocken Stil angefertigte Gehäuse der Saalfeldener Orgel.<ref>Roman Matthias Schmeißner: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg'', Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 22–47.</ref> | + | |Er verwendete für den Bau der Orgel auf dem Dürrnberg einerseits die 15 Register der gerade von ihm abgebrochenen [[Salzburger Dommusik#2. Chor mit Heilig Geist-Orgel|Heilig Geist-Orgel]] von der Nord-Ost-Empore des [[Salzburger Dom]]s, andererseits das von seinem Vater Karl Mauracher stammende, 1832 im nach[[barock]]en Stil angefertigte Gehäuse der Saalfeldener Orgel.<ref>[[Roman Matthias Schmeißner]]: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg'', Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 22–47.</ref> |
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