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Einer der ältesten (auf dem Gräberfeld stehenden) und bemerkenswertesten Grabsteine des Salzburger [[Friedhof von St. Peter|Friedhofs von St. Peter]] ist der des '''Dominicus Oberlechner'''. Künstlerisch ist er unscheinbar, doch in seiner Umgebung ungewöhnlich durch die aus insgesamt sechs Sprachen zusammengesetzten Aufschriften.  
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Das '''Oberlechner-Grab''' ist einer der ältesten auf dem Gräberfeld stehenden und bemerkenswertesten Grabsteine des Salzburger [[Friedhof von St. Peter|Friedhofs von St. Peter]] des Dominicus Oberlechner. Künstlerisch ist er unscheinbar, doch in seiner Umgebung ungewöhnlich durch die aus insgesamt sechs Sprachen zusammengesetzten Aufschriften.  
    
==Beschreibung==
 
==Beschreibung==
Die Vorderseite des auf quadratischem Grundriss stehenden Grabsteines trägt die Widmung an den verstorbenen Sohn, die linke und die rechte Seitenfläche kurze Sinnsprüche in lateinischer, französischer, altgriechischer und englischer Sprache, die Rückseite ein italienisches Gedicht in Sonettform.
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Die Vorderseite des auf quadratischem Grundriss stehenden Grabsteines trägt die Widmung von [[Stadtärzte in Salzburg|Stadtphysikus]] Dr. [[Wolfgang Oberlechner]] an seinen verstorbenen Sohn, die linke und die rechte Seitenfläche kurze Sinnsprüche in lateinischer, französischer, altgriechischer und englischer Sprache, die Rückseite ein italienisches Gedicht in Sonettform.
    
===Vorderseite===
 
===Vorderseite===
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| ''der Beginn der Glückseligkeit des Hades.''
 
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| ''Nichts ist vernichtbar.''
 
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| ''Sogar Verwesung ist Übergang''
 
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===Linke Seitenfläche===
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=== Linke Seitenfläche ===
<small>Zwei Disticha von Hermannus Hugo (einem flämischen Jesuiten, der von 1588 bis 1629 lebte), aus „Pia desideria“ (Fromme Sehnsüchte), erschienen 1624 in Antwerpen. S. 382 und 390:</small>  
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<small>Zwei Disticha von Hermannus Hugo (einem flämischen [[Jesuiten]], der von 1588 bis 1629 lebte), aus "Pia desideria" (Fromme Sehnsüchte), erschienen 1624 in Antwerpen. S. 382 und 390:</small>  
    
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| ''krank nicht hält der Geist &nbsp; stand dem Begehren sein!''
 
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Es handelt sich um die vierte und letzte Strophe des Sonetts „La Rosa Morale“ von Bernardo Morando.<ref>Bernardo Morando (1589–1656), ein Ordensmann und Autor. Das Sonett ist dem in der Barockzeit auflagenstarken Roman „La Rosalinda“ (1. Aufl. Piacenza 1650), I, 72, entnommen. In dem Roman stoßen einem frommen katholischen (italienisch-englischen) Liebespaar so viele Widrigkeiten zu, dass es, daraus den Willen des Himmels erschließend, auf eine Heirat verzichtet: Er tritt in ein Mönchs-, sie in ein Nonnenkloster ein. Vgl dazu [http://www.emanuelearata.it/tesi/testo_disponibile.php Emanuele Arata: ''La resistibile ascesa di un narratore secentista: „La Rosalinda” di Bernardo Morando''] (1999/2000). Die im Artikel angesprochene melancholische Schönheit entspricht freilich nicht der Absicht des Autors, der vielmehr der irdischen Vergänglichkeit die Vorzugswürdigkeit der Weltentsagung gegenüberstellt.</ref>
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Es handelt sich dabei um die vierte und letzte Strophe des Sonetts "La Rosa Morale" von Bernardo Morando (* [[1589]]; † [[1656]]), einem Ordensmann und Autor. Das Sonett ist dem in der [[Barock]]zeit auflagenstarken Roman "La Rosalinda" (1. Auflage in Piacenza 1650), I, 72, entnommen. In dem Roman stoßen einem frommen katholischen (italienisch-englischen) Liebespaar so viele Widrigkeiten zu, dass es, daraus den Willen des Himmels erschließend, auf eine Heirat verzichtet: Er tritt in ein Mönchs-, sie in ein Nonnenkloster ein. Vgl. dazu Emanuele Arata: ''La resistibile ascesa di un narratore secentista: "La Rosalinda" di Bernardo Morando'' (1999/2000).  
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Die im Artikel angesprochene melancholische Schönheit entspricht freilich nicht der Absicht des Autors, der vielmehr der irdischen Vergänglichkeit die Vorzugswürdigkeit der Weltentsagung gegenüberstellt.
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==Anmerkungen==
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==Anmerkung==
Für einen im Jahr 1821 gesetzten Grabstein erscheint es als ungewöhnlich, dass er zwei Zitate (lateinisch und italienisch) aus der längst verblassten religiösen Barockliteratur trägt; dies verknüpft mit stoisch anmutenden Lobpreisungen des Todes.
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Für einen im Jahr [[1821]] gesetzten Grabstein erscheint es als ungewöhnlich, dass er zwei Zitate (lateinisch und italienisch) aus der längst verblassten religiösen Barockliteratur trägt; dies verknüpft mit stoisch anmutenden Lobpreisungen des Todes.
    
==Quellen==
 
==Quellen==
 
* Aufschriften des Grabsteins
 
* Aufschriften des Grabsteins
* Rest, insbesondere Übersetzungen ins Deutsche: Eigenarbeit des [[Benutzer:Karl_Irresberger|Artikel(erst)verfasser]]s
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* Rest, insbesondere Übersetzungen ins Deutsche: Eigenarbeit des [[Benutzer:Karl_Irresberger|Artikel(erst)verfassers Karl Irresberger]]
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== Einzelnachweise ==
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<references/>
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{{SORTIERUNG: Oberlechner-Grab am Friedhof von St. Peter}}
   
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
 
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
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[[Kategorie:Altstadt]]
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[[Kategorie:Erzabtei St. Peter]]
 
[[Kategorie:Salzburgs Schätze]]
 
[[Kategorie:Salzburgs Schätze]]
[[Kategorie:Architektur]]
   
[[Kategorie:Friedhof]]
 
[[Kategorie:Friedhof]]
 
[[Kategorie:Grab]]
 
[[Kategorie:Grab]]

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