| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| | + | [[Datei:Salzstadl Altböckstein.jpg|thumb|Das denkmalgeschützte Gebäude des Montanmuseums]] |
| | [[Datei:Böckstein, Läufersteine und Hunt vor dem Montanmuseum.jpg|thumb|Läufersteine und Hunt, Montanmuseum Altböckstein]] | | [[Datei:Böckstein, Läufersteine und Hunt vor dem Montanmuseum.jpg|thumb|Läufersteine und Hunt, Montanmuseum Altböckstein]] |
| − | Das '''Montanmuseum Altböckstein''' wurde von Hofrat Peter Sika gegründet und befindet sich im Ort Böckstein. | + | Das '''Montanmuseum Altböckstein''' wurde vom "Leobner Arbeitskreis" mit [[Prof|Univ.-Prof.]] Dr. Gerhard Sperl, Dr. Egon Krajicek und [[Hofrat]] Peter Sika gegründet und befindet sich in der Ortschaft [[Böckstein]] im im Süden des Gemeindegebiet von [[Bad Gastein]]. |
| | | | |
| − | ===Lage und Beschreibung===
| + | ==Lage und Beschreibung== |
| − | Das Montanmuseum ist in den beiden Gebäuden "Salzstadl" und "Säumerstall" untergebracht, sie sind Teil einer in [[Böckstein]] stehenden geschlossenen, barocken Wohn- und Werkssiedlung aus dem frühen [[18. Jahrhundert]]. | + | Das Montanmuseum ist in den beiden denkmalgeschützten Gebäuden "Salzstadl" und "Säumerstall" untergebracht, sie sind Teil der [[Montansiedlung Altböckstein]], einer in Böckstein stehenden geschlossenen, barocken Wohn- und Werkssiedlung aus dem frühen [[18. Jahrhundert]]. Sie beherbergte einstmals die Aufbereitungsanlagen der im [[Radhausberg]]-Revier gewonnenen [[Goldbergbau|Gold-]] und [[Silbererzbergbau|Silbererze]]. |
| | | | |
| − | Sie beherbergte einstmals die Aufbereitungsanlagen der im [[Radhausberg-Revier]] gewonnenen Gold- und Silbererze.
| + | Am [[25. Juli]] [[1976]] hielt Dr. [[Fritz Gruber]] im [[Rotary Club Bad Gastein]] einen Vortrag über die Erhaltungswürdigkeit und die bestehende akute Gefährdung eines Komplett-Abrisses der gesamte historischen Montansiedlung. Durch Kontaktnahme mit den Leobner Montanarchäologen und durch ein Gutachten von Univ.-Prof. Dr. Manfred Wehdorn konnte bei Gefahr in Verzug eine vorläufige Schnellunterschutzstellung erreicht werden, der ein reguläres Unterschutzstellungsverfahren mit positivem Ergebnis folgte. [[1977]] konnte sie vor dem Abriss bewahrt werden und wurde völlig restauriert. Der baufällige "Salzstadl" wurde [[1979]]/[[1980]] vom [[Verein Montandenkmal Altböckstein]] und in der weiteren Folge auch der "Säumerstall" instandgesetzt und zu einem Bergbaumuseum umgestaltet. |
| − | | |
| − | [[1977]] konnte sie vor dem Abriss bewahrt werden und wurde völlig restauriert. | |
| − | Der baufällige "Salzstadl" wurde [[1979]]/[[1980]] vom Verein Montandenkmal | |
| − | Altböckstein instandgesetzt und zu einem Bergbaumuseum umgestaltet. | |
| − | | |
| − | ===Inhalt des Museum===
| |
| | | | |
| | + | ==Inhalt des Museums== |
| | * ein Schaustollen | | * ein Schaustollen |
| | * Arbeitsgeräte des Bergmanns | | * Arbeitsgeräte des Bergmanns |
| | * Bohrtechnik einst und jetzt | | * Bohrtechnik einst und jetzt |
| | * Lade- und Fördermittel | | * Lade- und Fördermittel |
| − | * Brauchtum und Tracht sowie zahlreiche Bilder und Karten über das bergmännische Geschehen in diesem Raum. | + | * Brauch und Tracht sowie zahlreiche Bilder und Karten über das bergmännische Geschehen in diesem Raum. |
| | + | [[Datei:Montanmuseum-Altböckstein 3274.jpg|thumb|Nachbau des Amalgamierwerkes]] |
| | + | Die Erzaufbereitungsanlage im umgebauten "Säumerstall" wurde im Herbst [[1993]] eröffnet. Mit Plänen die aus dem [[19. Jahrhundert]], wurde eine funktionstüchtige Anlage mit Wasserrad-Pocher-Stoßherd und Amalgamierwerk (Goldmühle) errichtet, sie soll vermitteln, wie einstmals in Altböckstein die Erze zerkleinert und konzentriert wurden. |
| | + | |
| | + | Wie die Erzgewinnung nach dem Verfahren der Schwimmaufbereitung (Flotation) funktioniert, zeigen zwei Flotationszellen. In den Vitrinen wird Anschauungsmaterial und bergbaubezogene Bodenfunde zur Geschichte des Gasteiner Bergbaus von [[1749]] bis [[1944]] geboten. Utensilien der Saumtierhaltung sind im Stiegenhaus aufgestellt. |
| | + | |
| | + | Außerdem gibt es eine über 1 000 Bände umfassende Museumsbibliothek, mit Büchern über Montangeschichte und Edelmetallbergbau. Eine Anschlussmöglickeit zum internationalen Leihverkehr ist gegeben. Der 5½-stündige "Peter-Sika-Weg" vom hinteren [[Naßfeld]] über [[Schiedeck]] und [[Hieronymus-Berghaus]] zur Mautstelle der [[Gasteiner Alpenstraße]], der vorbei an montanhistorischen Baulichkeiten verläuft wird vom Verein ebenso instandgehalten wie der neu erstellte [[Dr. Fritz Gruber Weg]]. Dieser führt vom Parkplatz in [[Sportgastein]] über neue und alte Mittelstation zum [[Knappenbeutelsee|Knappenbäuelsee]] und weiter zum Gipfel des [[Kreuzkogel]]s, der an bestimmten Tagen auch im Sommer mit der [[Goldbergbahn]] erreichbar ist. |
| | | | |
| − | Die Erzaufbereitungsanlage im umgebauten "Säumerstall" wurde im Herbst [[1993]] eröffnet.
| + | Zum Bestand des Montanmuseums gehört auch das [[Schaukraftwerk Nassfeld]], das vom Böcksteiner Museumsteam gestaltet und betreut wird. |
| − | Mit Plänen die aus dem [[19. Jahrhundert]], wurde eine funktionstüchtige Anlage mit Wasserrad - Pocher - Stoßherd und
| |
| − | Amalgamierwerk (Goldmühle) errichtet, sie soll vermitteln, wie einstmals in Altböckstein die Erze zerkleinert und konzentriert wurden.
| |
| − | Wie die Erzgewinnung nach dem Verfahren der Schwimmaufbereitung (Flotation) funktioniert, zeigen zwei Flotationszellen.
| |
| − | In den Vitrinen wird Anschauungsmaterial und bergbaubezogene Bodenfunde zur Geschichte des
| |
| − | Gasteiner Bergbaus von [[1749]]-[[1944]] geboten. Utensilien der Saumtierhaltung sind im Stiegenhaus aufgestellt.
| |
| | | | |
| − | Außerdem gibt es eine über 1000 Bände umfassende Museumsbibliothek, mit Büchern über Montangeschichte und Edelmetallbergbau.
| + | ==Auszeichnung == |
| − | Eine Anschlussmöglickeit zum internationalen Leihverkehr ist gegeben.
| + | Das Museum ist mit dem [[Österreichisches Museumsgütesiegel|Österreichischen Museumsgütesiegel]] ausgezeichnet. |
| − | Der 5½-stündige Peter-Sika-Weg vom hinteren Nassfeld über Schiedeck und Hieronymus-Haus zur Mautstelle der Gasteiner
| |
| − | Alpenstraße, der vorbei an montanhistorischen Baulichkeiten verläuft wird vom Verein instandgehalten.
| |
| | | | |
| − | ==Quelle== | + | == Bilder == |
| | + | {{Commonscat|Montanmuseum Böckstein|Montanmuseum Böckstein}} |
| | + | ==Quellen== |
| | * salzburg.gv.at | | * salzburg.gv.at |
| | + | * [[Fritz Gruber|Gruber, Fritz]]: "Altböckstein und die jüngere Geschichte der Tauerngoldproduktion", 2. stark erweiterte Auflage Böckstein 2005, Eigenverlag des Montanvereins Altböckstein |
| | + | * Gruber, Fritz: "[[Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung. Bergbau - Badewesen - Bauwerke - Ortsnamen - Biografien - Chronologie|Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung]]", Bad Gastein 2012, 528 Seiten, Eigenverlag des Rotary Clubs Bad Gastein |
| | + | * Gruber, Fritz: "Vom Gold zum Radon-Heilstollen. Niedergang und Neuanfang des Edelmetallbergbaus in den Hohen Tauern zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert", in: Der Anschnitt 68, Bochum 2016/H.1-2, S. 14-34. |
| | | | |
| | + | [[Kategorie:Pongau]] |
| | + | [[Kategorie:Gasteinertal]] |
| | + | [[Kategorie:Bad Gastein]] |
| | [[Kategorie:Museum]] | | [[Kategorie:Museum]] |
| − | [[Kategorie:Pongau]] | + | [[Kategorie:Montanmuseum]] |
| | [[Kategorie:Bergbau]] | | [[Kategorie:Bergbau]] |
| | [[Kategorie:Goldbergbau]] | | [[Kategorie:Goldbergbau]] |
| | + | [[Kategorie:Ausflugsziel]] |