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| − | '''Heinrich Damisch''' (* [[4. Dezember]] [[1872]] in [[Wien]]; † [[8. Juni]] [[1961]] in der [[Stadt Salzburg]]) war ein Journalist. | + | [[Professor]] '''Heinrich Damisch''' (* [[4. Dezember]] [[1872]] in [[Wien]]; † [[8. Juni]] [[1961]] in der [[Stadt Salzburg]]) war ein Journalist. |
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| | == Werdegang == | | == Werdegang == |
| − | Heinrich Damisch war einer der Wegbereiter und Mitbegründer der [[Salzburger Festspiele]]. Er gründete 1913 die Mozartgemeinde Wien, welche 1963 an seinem Wohnhaus in der [[Aigner Straße]] 43 eine Gedenktafel enthüllte. Am [[1. August]] [[1917]] gründete er gemeinsam mit [[Friedrich Gehmacher (Hofrat)|Friedrich Gehmacher]] den Verein [[Salzburger Festspielhaus-Gemeinde]]. Diese war zunächst Forum für Idealisten, die von einem Mozartfestspielhaus in Salzburg träumten, die in Kriegs- und Nachkriegszeit dafür Spenden auftrieben, die eine Zeitschrift herausgaben und erste Subventionen besorgten. Ab [[1920]] war sie Veranstalterin der Salzburger Festspiele. Das idealistische wie organisatorische Fundament dafür hatten Heinrich Damisch und Friedrich Gehmacher gelegt. Weil ihnen der Glamour der Künstler fehlte, werden sie nie als ''Gründerväter'' bezeichnet. Dieser Titel wird [[Max Reinhardt]], [[Hugo von Hofmannsthal]], [[Franz Schalk]] und [[Richard Strauss]] zuerkannt, obwohl diese erst ein bis drei Jahre nach Gründung der Festspielhausgemeinde in deren Organisation eingebunden wurden, nämlich als Mitglieder des Kunstrats. | + | Heinrich Damisch war einer der Wegbereiter und Mitbegründer der [[Salzburger Festspiele]]. Er war 1913 Gründungsvorstand der Akademischen Mozart-Gemeinde Wien, welche 1963 an seinem Wohnhaus in der [[Aigner Straße]] 43 eine Gedenktafel enthüllte. Am [[1. August]] [[1917]] gründete er gemeinsam mit [[Friedrich Gehmacher (Hofrat)|Friedrich Gehmacher]] den Verein [[Salzburger Festspielhaus-Gemeinde]]. Diese war zunächst Forum für Idealisten, die von einem Mozartfestspielhaus in Salzburg träumten, die in Kriegs- und Nachkriegszeit dafür Spenden auftrieben, die eine Zeitschrift herausgaben und erste Subventionen besorgten. Ab [[1920]] war sie Veranstalterin der Salzburger Festspiele. Das idealistische wie organisatorische Fundament dafür hatten Heinrich Damisch und Friedrich Gehmacher gelegt. Weil ihnen der Glamour der Künstler fehlte, werden sie nie als ''Gründerväter'' bezeichnet. Dieser Titel wird [[Max Reinhardt]], [[Hugo von Hofmannsthal]], [[Franz Schalk]] und [[Richard Strauss]] zuerkannt, obwohl diese erst ein bis drei Jahre nach Gründung der Festspielhausgemeinde in deren Organisation eingebunden wurden, nämlich als Mitglieder des Kunstrats. |
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| | In gewisser Hinsicht ist es lindernd, Heinrich Damisch zu vergessen. Denn er hat die Welt nicht nur in Richtung [[Wolfgang Amadé Mozart|Mozart]], Kunst und Festspiele gedreht, sondern er war auch frühes Mitglied der [[NSDAP]], hat für die „Deutsch-österreichische Tageszeitung“ (DÖTZ) geschrieben, die zunächst – sie erschien ab 1920 – deutschnational war, dann immer mehr zum Sprachrohr der österreichischen Nationalsozialisten mutierte und als solches [[1933]] verboten wurde. Der Historiker [[Gert Kerschbaumer]] bezeichnete im Buch ''Begnadet für das Schöne'' (verfasst mit Karl Müller, Wien, 1992) Heinrich Damisch als "ideologischen Wegbereiter des Anschlusses und des Judenpogroms, einen Antisemiten". Damisch publizierte ab 1938 Artikel wie "''Die Verjudung des österreichischen Musiklebens''", er forderte [[1938]] für [[Salzburg]] ein Westfestspielhaus mit Blick auf den [[Obersalzberg]], und Gauhauptmann [[Albert Reitter]] soll ihn für "seine nationalsozialistisch kämpferische Einstellung für die Reinhaltung deutscher Kunst" gelobt haben. | | In gewisser Hinsicht ist es lindernd, Heinrich Damisch zu vergessen. Denn er hat die Welt nicht nur in Richtung [[Wolfgang Amadé Mozart|Mozart]], Kunst und Festspiele gedreht, sondern er war auch frühes Mitglied der [[NSDAP]], hat für die „Deutsch-österreichische Tageszeitung“ (DÖTZ) geschrieben, die zunächst – sie erschien ab 1920 – deutschnational war, dann immer mehr zum Sprachrohr der österreichischen Nationalsozialisten mutierte und als solches [[1933]] verboten wurde. Der Historiker [[Gert Kerschbaumer]] bezeichnete im Buch ''Begnadet für das Schöne'' (verfasst mit Karl Müller, Wien, 1992) Heinrich Damisch als "ideologischen Wegbereiter des Anschlusses und des Judenpogroms, einen Antisemiten". Damisch publizierte ab 1938 Artikel wie "''Die Verjudung des österreichischen Musiklebens''", er forderte [[1938]] für [[Salzburg]] ein Westfestspielhaus mit Blick auf den [[Obersalzberg]], und Gauhauptmann [[Albert Reitter]] soll ihn für "seine nationalsozialistisch kämpferische Einstellung für die Reinhaltung deutscher Kunst" gelobt haben. |
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| | Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde über Damisch kein Beschäftigungsverbot verhängt, im Zuge der Entnazifizierung wurde er als ''minderbelastet'' eingestuft. Nach 1945 war er in der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] aktiv. Vor allem setzte er sich dafür ein, dass die nach einem Bombenangriff übrig gebliebene Hälfte von [[Mozarts Wohnhaus]] nicht abgerissen wurde. | | Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde über Damisch kein Beschäftigungsverbot verhängt, im Zuge der Entnazifizierung wurde er als ''minderbelastet'' eingestuft. Nach 1945 war er in der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] aktiv. Vor allem setzte er sich dafür ein, dass die nach einem Bombenangriff übrig gebliebene Hälfte von [[Mozarts Wohnhaus]] nicht abgerissen wurde. |
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| − | == Ehrung == | + | == Ehrungen == |
| − | [[1956]] wurde Heinrich Damisch die [[Ehrenzeichen|Goldene Medaille der Stadt Salzburg]] verliehen. | + | Die [[Internationale Stiftung Mozarteum]] verlieh Heinrich Damisch am [[23. März]] [[1950]] die Silberne [[Mozart-Medaille]].<ref>[[Rudolph Angermüller|Angermüller, Rudolph]] und [[Geza Rech|Rech, Géza]]: ''Hundert Jahre Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg 1880–1980. Eine Chronik''. Kassel (Bärenreiter) 1980, Seite 144.</ref> |
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| − | ==Straßenwidmung==
| + | [[1956]] wurde ihm die [[Ehrenzeichen|Goldene Medaille der Stadt Salzburg]] verliehen. |
| − | Der Schriftsteller gilt als Namensgeber der [[Heinrich-Damisch-Straße]] im [[Salzburg]]er Stadtteil [[Parsch]].
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| − | ==Literatur== | + | Die [[Heinrich-Damisch-Straße]] im [[Salzburg]]er Stadtteil [[Parsch]] wurde nach ihm benannt. |
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| | + | == Literatur == |
| | * [[Robert Hoffmann]]: ''Wer war Heinrich Damisch? Versuch einer biographischen Annäherung.'' In: Cornelia ''Szabó-Knotik'', Barbara Boisits (Hg.): Musicologica Austriaca 27 (2008). Jahresschrift der Österreichischen Gesellschaft für Musikwissenschaft 2009, S. 181 – 209. | | * [[Robert Hoffmann]]: ''Wer war Heinrich Damisch? Versuch einer biographischen Annäherung.'' In: Cornelia ''Szabó-Knotik'', Barbara Boisits (Hg.): Musicologica Austriaca 27 (2008). Jahresschrift der Österreichischen Gesellschaft für Musikwissenschaft 2009, S. 181 – 209. |
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| | * [[Salzburger Nachrichten]], ein Beitrag von [[Hedwig Kainberger]] | | * [[Salzburger Nachrichten]], ein Beitrag von [[Hedwig Kainberger]] |
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