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====Verdrängung des Bistums Passau aus Niederösterreich und Oberösterreich====
 
====Verdrängung des Bistums Passau aus Niederösterreich und Oberösterreich====
Noch mehr als am Wiener Neustädter Distrikt lag dem Kaiser an der Verdrängung des [[Passau#Bistum Passau|Bistums Passau]], zu dessen Diözesangebiet [[Oberösterreich]] und der Großteil Niederösterreichs gehörten (die Gebiete des Erzbistums Wien und des Bistums Wiener Neustadt waren recht klein) aus seinem Herrschaftsgebiet. Mit dem Tod des betagten Passauer Bischofs [[Leopold Ernst Graf von Firmian|Leopold Ernst]] [[Firmian|Grafen von Firmian]] (*1708, † 1783) ergab sich die erwartete Gelegenheit. Der Kaiser verfügte die Gründung der [[Diözese Linz]] und die Aufteilung Niederösterreichs auf die bestehenden Bistümer Wien und Wiener Neustadt. Diese Eigenmächtigkeit nahmen allerdings die kirchlichen Entscheidungsträger, besonders auch Papst Pius VI., nicht hin; der Kaiser sah sich bewogen, die Neuwahl des Bischofs von Passau abzuwarten und die Angelegenheit vertraglich zu regeln. In einem Vertrag vom 4. Juli 1784 verzichtete Bischof Joseph Franz Graf von Auersperg auf seine Diözesanrechte an österreichischem Gebiet. Danach errichtete der Papst die Bistümer Linz und St. Pölten und hob das Bistum Wiener Neustadt zugunsten des Erzbistums Wien auf. Auf diese Weise bekam der Kaiser seinen Willen und die Vorschriften des Kirchenrechts wurden eingehalten.
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Noch mehr als am Wiener Neustädter Distrikt lag dem Kaiser an der Verdrängung des [[Bistum Passau|Bistums Passau]], zu dessen Diözesangebiet [[Oberösterreich]] und der Großteil Niederösterreichs gehörten (die Gebiete des Erzbistums Wien und des Bistums Wiener Neustadt waren recht klein) aus seinem Herrschaftsgebiet. Mit dem Tod des betagten [[Bischof von Passau|Passauer Bischofs]] [[Leopold Ernst Graf von Firmian|Leopold Ernst]] [[Firmian|Graf von Firmian]] (* [[1708]], † [[1783]]) ergab sich die erwartete Gelegenheit. Der Kaiser verfügte die Gründung der [[Diözese Linz]] und die Aufteilung Niederösterreichs auf die bestehenden Bistümer Wien und Wiener Neustadt. Diese Eigenmächtigkeit nahmen allerdings die kirchlichen Entscheidungsträger, besonders auch Papst Pius VI., nicht hin; der Kaiser sah sich bewogen, die Neuwahl des Bischofs von Passau abzuwarten und die Angelegenheit vertraglich zu regeln. In einem Vertrag vom [[4. Juli]] [[1784]] verzichtete Bischof [[Joseph II. Franz Anton Graf Auersperg]] auf seine Diözesanrechte an österreichischem Gebiet. Danach errichtete der Papst die Bistümer Linz und St. Pölten und hob das Bistum Wiener Neustadt zugunsten des Erzbistums Wien auf. Auf diese Weise bekam der Kaiser seinen Willen und die Vorschriften des Kirchenrechts wurden eingehalten.
    
====Verdrängung der Erzdiözese Salzburg aus Steiermark und Kärnten====
 
====Verdrängung der Erzdiözese Salzburg aus Steiermark und Kärnten====
Auch in der [[Steiermark]] und [[Kärnten]] erreichte der Kaiser im Wesentlichen sein Ziel. So wurden die 96 [[Kärnten|Kärntner]] Pfarren der [[Erzbistum Salzburg|Erzdiözese Salzburg]] dem Salzburger [[Suffraganbistum]] [[Bistum Gurk|Gurk]] zugeschlagen und wurde dessen Bischofssitz nach Klagenfurt verlegt. Die Erzdiözese Salzburg verlor 1786 durch die Gründung der neuen (bis 1859 bestehenden) [[Diözese Leoben]] die Ober[[steiermark]]. Betroffen waren auch das [[Salzburger Eigenbistum]] [[Bistum Lavant|Lavant]] und das Salzburger Eigenbistum [[Bistum Seckau|Seckau]], dessen Bischofssitz nach Graz verlegt wurde. All diese Bistümer blieben aber dem [[Erzbischof|Erzbischof von Salzburg]] unterstellt.
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Auch in der [[Steiermark]] und [[Kärnten]] erreichte der Kaiser im Wesentlichen sein Ziel. So wurden die 96 Kärntner Pfarren der [[Erzbistum Salzburg|Erzdiözese Salzburg]] dem Salzburger [[Suffraganbistum]] [[Bistum Gurk|Gurk]] zugeschlagen und wurde dessen Bischofssitz nach Klagenfurt verlegt. Die Erzdiözese Salzburg verlor 1786 durch die Gründung der neuen (bis 1859 bestehenden) [[Diözese Leoben]] die Ober[[steiermark]]. Betroffen waren auch das [[Salzburger Eigenbistum]] [[Bistum Lavant|Lavant]] und das Salzburger Eigenbistum [[Bistum Seckau|Seckau]], dessen Bischofssitz nach Graz verlegt wurde. All diese Bistümer blieben aber dem [[Erzbischof von Salzburg]] unterstellt.
    
===Erwerb des Innviertels und Haunsbergbesuch===
 
===Erwerb des Innviertels und Haunsbergbesuch===
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==Familie==
 
==Familie==
Joseph II. war zweimal verheiratet. Aus der Ehe (1760–1763) mit Isabella von Parma (* 1741; † 1763) gingen zwei Töchter hervor, die beide im Kindesalter starben. Die zweite Ehe (1765-1767) mit Maria Josepha von Bayern (* 1739; † 1767) blieb kinderlos.
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Joseph II. war zweimal verheiratet. Aus der Ehe ([[1760]]–[[1763]]) mit Isabella von Parma (* [[1741]]; † [[1763]]) gingen zwei Töchter hervor, die beide im Kindesalter starben. Die zweite Ehe ([[1765]]-[[1767]]) mit Maria Josepha von Bayern (* [[1739]]; † 1767) blieb kinderlos.
    
'''Ehefrauen'''
 
'''Ehefrauen'''
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| Isabella von Parma || [[31. Dezember]] [[1741]]|| [[27. November]] [[1763]]
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| Isabella von Parma || [[31. Dezember]] [[1741]]|| [[27. November]] 1763
 
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| Maria Josepha von Bayern || [[20. März]] [[1739]] || [[28. Mai]] [[1767]]
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'''Kinder'''
 
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| Maria Theresia || [[20. März]] [[1762]] || [[23. Jänner]] [[1770]]
 
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| Christina || [[22. November]] [[1763]] || [[22. November]] [[1763]]
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==Literatur==
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*[[Franz Martin]]: ''Kaiser Joseph II. auf dem Haunsberg'', in:  [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 92, 1952, S. 156-160.
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==Quellen==
 
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* [[Benutzer:Karl Irresberger|Eigenartikel Karl Irresberger]], gestützt insbesondere auf  
 
* [[Benutzer:Karl Irresberger|Eigenartikel Karl Irresberger]], gestützt insbesondere auf  
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** Weißensteiner, Johann: ''Die Diözesanregulierung Kaiser Josephs II. und das Erzbistum Wien ''. Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich [https://www.zobodat.at/pdf/Jb-Landeskde-Niederoesterreich_52_0270-0313.pdf 52, 270—313 (ZoBoDat)]
 
** Weißensteiner, Johann: ''Die Diözesanregulierung Kaiser Josephs II. und das Erzbistum Wien ''. Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich [https://www.zobodat.at/pdf/Jb-Landeskde-Niederoesterreich_52_0270-0313.pdf 52, 270—313 (ZoBoDat)]
 
*  Reifenscheid, Richard: ''Die Habsburger in Lebensbildern'', 2. Auflage, Wien u.a., 2007, Seite 248 und Seite 255
 
*  Reifenscheid, Richard: ''Die Habsburger in Lebensbildern'', 2. Auflage, Wien u.a., 2007, Seite 248 und Seite 255
==Literatur==
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*[[Franz Martin]]: ''Kaiser Joseph II. auf dem Haunsberg'', in:  [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 92, 1952, S. 156-160.
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{{Zeitfolge
 
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|AMT=Römischer Kaiser
 
|AMT=Römischer Kaiser