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| | Das Uhrwerk wurde im Jahre [[1687]] vom Salzburger Groß- und Kleinuhrmacher [[Jeremias Sauter]] erbaut, der im Jahr [[1683]] die neue Uhr für den [[Salzburger Dom]] baute und [[1707]] das Werk des [[Salzburger Glockenspiel]]s fertigstellte – in seiner Werkstatt im [[Michaelstor]], heute am [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]]. | | Das Uhrwerk wurde im Jahre [[1687]] vom Salzburger Groß- und Kleinuhrmacher [[Jeremias Sauter]] erbaut, der im Jahr [[1683]] die neue Uhr für den [[Salzburger Dom]] baute und [[1707]] das Werk des [[Salzburger Glockenspiel]]s fertigstellte – in seiner Werkstatt im [[Michaelstor]], heute am [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]]. |
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| − | [[1762]] wurde das Arnsdorfer Werk vom [[Laufen an der Salzach|Laufener]] Schlossermeister Joseph Schnöller das erste Mal repariert, es gab kleinere Änderungen. Der Salzburger Großuhrmacher [[Johann Bentele senior]] überarbeitete [[1781]] das Uhrwerk und fügte unter anderem einen „englischen Perpendickel, 4 neue Räder, 3 Drieb, Angger samt Spindel und Gabel und auch etliche Klöben und Gabeln“ dazu oder machte diese neu, so „dass solche noch sehr lang dauern und recht gute Dienste machen würde“. Es war also der Umbau von der Spindelhemmung auf den vorhandenen Ankergang. | + | [[1762]] wurde das Arnsdorfer Werk vom [[Laufen an der Salzach|Laufener]] Schlossermeister Joseph Schnöller das erste Mal repariert, es gab kleinere Änderungen. Der Salzburger Großuhrmacher [[Johann Pentele senior]] überarbeitete [[1781]] das Uhrwerk und fügte unter anderem einen „englischen Perpendickel, 4 neue Räder, 3 Drieb, Angger samt Spindel und Gabel und auch etliche Klöben und Gabeln“ dazu oder machte diese neu, so „dass solche noch sehr lang dauern und recht gute Dienste machen würde“. Es war also der Umbau von der Spindelhemmung auf den vorhandenen Ankergang. |
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| | [[1890]] wurde das Uhrwerk schließlich von Jakob Fischer, einem örtlichen „Mechanicer“, noch einmal repariert. Er erneuerte vor allem die Aufzüge für das Gehwerk und die beiden Schlagwerke. | | [[1890]] wurde das Uhrwerk schließlich von Jakob Fischer, einem örtlichen „Mechanicer“, noch einmal repariert. Er erneuerte vor allem die Aufzüge für das Gehwerk und die beiden Schlagwerke. |
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| | Das Werk machte zeigte die Zeit optisch mit vier Zifferblättern (drei am Turm und eines im Orgelprospekt) und akustisch mit Schlägen auf zwei Glocken an, bis es vermutlich 1968 von einer elektrischen Uhr abgelöst wurde. | | Das Werk machte zeigte die Zeit optisch mit vier Zifferblättern (drei am Turm und eines im Orgelprospekt) und akustisch mit Schlägen auf zwei Glocken an, bis es vermutlich 1968 von einer elektrischen Uhr abgelöst wurde. |
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| − | Auf dem Uhrwerk thront seit [[1687]] ein Löwe, ein Markenzeichen von Sauter, der auch das Antriebswerk des Salzburger Glockenspiels gebaut hat, das [[1707]] fertiggestellt wurde. Dieser Löwe ist auch in [[Mühldorf am Inn]] und in [[Seeham]] zu finden. Johann Bentele baute die Ankerhemmung mit langem Pendel („Englischer Perpentikel“) ein, die noch erhalten ist. Jakob Fischer ersetzte dann die alten Aufzüge durch neue in Schmiede- und Gusseisen. | + | Auf dem Uhrwerk thront seit [[1687]] ein Löwe, ein Markenzeichen von Sauter, der auch das Antriebswerk des Salzburger Glockenspiels gebaut hat, das [[1707]] fertiggestellt wurde. Dieser Löwe ist auch in [[Mühldorf am Inn]] und in [[Seeham]] zu finden. Johann Pentele baute die Ankerhemmung mit langem Pendel („Englischer Perpentikel“) ein, die noch erhalten ist. Jakob Fischer ersetzte dann die alten Aufzüge durch neue in Schmiede- und Gusseisen. |
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| | Der monumentale Zeitmesser mit 140 cm Breite, 42 cm Tiefe und 75,5 cm Höhe musste von [[Franz Xaver Gruber]], der von [[1807]] bis [[1829]] Lehrer, Organist und Mesner in Arnsdorf war, täglich aufgezogen werden: Er wird dazu den Turm insgesamt etwa 8 000 mal bestiegen und die (erhaltene) Kurbel etwa 3,5 Millionen Mal gedreht haben. Der Aufstieg und das Aufziehen der drei ca. 60 kg schweren Gewichte waren ein tägliches Konditionstraining, bis Gruber [[1829]] mit 42 Jahren samt Familie nach [[Berndorf bei Salzburg]] wechselte. | | Der monumentale Zeitmesser mit 140 cm Breite, 42 cm Tiefe und 75,5 cm Höhe musste von [[Franz Xaver Gruber]], der von [[1807]] bis [[1829]] Lehrer, Organist und Mesner in Arnsdorf war, täglich aufgezogen werden: Er wird dazu den Turm insgesamt etwa 8 000 mal bestiegen und die (erhaltene) Kurbel etwa 3,5 Millionen Mal gedreht haben. Der Aufstieg und das Aufziehen der drei ca. 60 kg schweren Gewichte waren ein tägliches Konditionstraining, bis Gruber [[1829]] mit 42 Jahren samt Familie nach [[Berndorf bei Salzburg]] wechselte. |
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