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| | ==Allgemeines== | | ==Allgemeines== |
| − | Pfarrwerfen entwickelt sich stetig und umfasst 35 qkm mit den Ortsteilen [[Dorfwerfen]], [[Maier]], [[Schlaming]], [[Laubichl]], [[Grub]] und [[Pöham]]. Die Einwohnerzahl beträgt 2.200. Die Gemeinde ist verkehrsgünstig im nördlichen [[Salzachpongau]] zwischen den Nachbargemeinden [[Werfen]] und [[Bischofshofen]] am Fuße des [[Tennengebirge]]s, an drei Hauptverkehrswegen gelegen: der [[Tauernautobahn]] mit Halbabfahrt aus Richtung Süden und der Abfahrt Werfen aus dem Norden, der Bahn mit einwohnerfreundlichen Lärmschutzbauten und auch an der [[Salzachtal Bundesstraße]]. Die [[Werfenwenger Landesstraße]] umfährt den Ortsbereich großzügig und verläuft bis zum Gschwandtanger der Ortsgrenze zu [[Werfenweng]]. | + | Pfarrwerfen entwickelt sich stetig und umfasst 35 qkm mit den Ortsteilen Dorfwerfen, Maier, Schlaming, Laubichl, Grub und Pöham. Die Einwohnerzahl beträgt 2.200. Die Gemeinde ist verkehrsgünstig im nördlichen [[Salzachpongau]] zwischen den Nachbargemeinden [[Werfen]] und [[Bischofshofen]] am Fuße des [[Tennengebirge]]s, an drei Hauptverkehrswegen gelegen: der [[Tauernautobahn]] mit Halbabfahrt aus Richtung Süden und der Abfahrt Werfen aus dem Norden, der Bahn mit einwohnerfreundlichen Lärmschutzbauten und auch an der [[Salzachtal Bundesstraße]]. Die [[Werfenwenger Landesstraße]] umfährt den Ortsbereich großzügig und verläuft bis zum Gschwandtanger der Ortsgrenze zu [[Werfenweng]]. |
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| | Die [[Salzach]] bildet die natürliche Grenze zum Nachbarort [[Werfen]]. Der [[Fritzbach]] im Ortsteil Pöham verläuft an der Grenzen zwischen Pfarrwerfen und Bischofshofen und mündet bei der Kreuzbergmaut in die Salzach. | | Die [[Salzach]] bildet die natürliche Grenze zum Nachbarort [[Werfen]]. Der [[Fritzbach]] im Ortsteil Pöham verläuft an der Grenzen zwischen Pfarrwerfen und Bischofshofen und mündet bei der Kreuzbergmaut in die Salzach. |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Die Ortsgemeinde hat eigentlich viel aufzuweisen, wurde bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt, war aber schon bei den Römern als 'Vocario' bekannt. Beim Bau der Autobahn stieß man auf Römerwege. | + | Die Ortsgemeinde hat eigentlich viel aufzuweisen, wurde bereits im [[12. Jahrhundert]] urkundlich erwähnt, war aber schon bei den Römern als 'Vocario' bekannt. Beim Bau der Autobahn stieß man auf Römerwege. |
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| | ===Pfarrwerfen und das Mittelalter=== | | ===Pfarrwerfen und das Mittelalter=== |
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| | In verkehrsgünstigen Stellen entstanden damals nämlich Kirchensiedlungen. So entstand mit der wehrhaft ausgebauten Kirche der Ort. | | In verkehrsgünstigen Stellen entstanden damals nämlich Kirchensiedlungen. So entstand mit der wehrhaft ausgebauten Kirche der Ort. |
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| − | Pfarrwerfen wurde erstmals [[1074]] in einem Schenkungsbrief des [[Erzbischofs Gebhard]] ([[1060]] - [[1088]]) an das von ihm gegründete Admont erwähnt. Damals als St. Cyrika, denn diesem Heiligen ist die Kirche geweiht. [[Erzbischof Gebhard]] schenkte damals alle zur Pfarre gehörenden Liegenschaften auf dem Atzperige (dem heutigen Schefferötz) und zudem Güter auf dem Buchberg an das Kloster Admont. Das gilt als Beweis, dass die Pfarre und die Kirche schon vor [[1074]] bestanden haben, da die geschenkten Güter von der Pfarre St. Cyrika abgetrennt wurden. | + | Pfarrwerfen wurde erstmals [[1074]] in einem Schenkungsbrief des Erzbischofs [[Gebhard von Helffenstein|Gebhard]] ([[1060]] - [[1088]]) an das von ihm gegründete Admont erwähnt. Damals als St. Cyrika, denn diesem Heiligen ist die Kirche geweiht. Erzbischof Gebhard schenkte damals alle zur Pfarre gehörenden Liegenschaften auf dem Atzperige (dem heutigen Schefferötz) und zudem Güter auf dem Buchberg an das Kloster Admont. Das gilt als Beweis, dass die Pfarre und die Kirche schon vor [[1074]] bestanden haben, da die geschenkten Güter von der Pfarre St. Cyrika abgetrennt wurden. |
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| − | Durch die Errichtung der [[Burg Hohenwerfen]], die [[Erzbischof Gebhard]] neben den Burgen [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]] und Friesach in Kärnten infolge des Investiturstreites im Jahre [[1077]] ausbauen ließ, erfolgte eine Verschiebung des Siedlungsschwerpunktes von der Pfarrkirche weg nach Norden auf die westliche Taltrerrasse des Schlossberges nach [[Werfen]]. Im Schutz dieser größten Befestigung im [[Pongau]] entwickelte sich [[Werfen]] im 12. Jahrhundert zu einem regelmäßig angelegten Straßenmarkt. [[Werfen]] wurde wichtiger politischer Mittelpunkt des Gaues, wo Pfleger und Urbarprobst wohnten. Trotz der politischen und wirtschaftlichen Aufwertung [[Werfen]]s lag die führende Rolle des nördlichen [[Pongau]]es bei der Mutterpfarre St. Cyriak im heutigen Pfarrwerfen. Pfarrhof und Kirche lassen die einstige Größe bis heute noch erahnen. | + | Durch die Errichtung der [[Burg Hohenwerfen]], die Erzbischof Gebhard neben den Burgen [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]] und Friesach in Kärnten infolge des Investiturstreites im Jahre [[1077]] ausbauen ließ, erfolgte eine Verschiebung des Siedlungsschwerpunktes von der Pfarrkirche weg nach Norden auf die westliche Taltrerrasse des Schlossberges nach [[Werfen. Im Schutz dieser größten Befestigung im [[Pongau]] entwickelte sich Werfen im [[12. Jahrhundert]] zu einem regelmäßig angelegten Straßenmarkt. [[Werfen]] wurde wichtiger politischer Mittelpunkt des Gaues, wo Pfleger und Urbarprobst wohnten. Trotz der politischen und wirtschaftlichen Aufwertung Werfens lag die führende Rolle des nördlichen Pongaues bei der Mutterpfarre St. Cyriak im heutigen Pfarrwerfen. Pfarrhof und Kirche lassen die einstige Größe bis heute noch erahnen. |
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| − | 'St. Cyrika' hieß Pfarrwerfen bis in das 19. Jahrhundert und die Pfarre schloss Gebiete von [[Werfen]], [[Hüttau]] und Werfenweng ein. Erst [[1370]] wurde eine Kirche in [[Werfen]] nachgewiesen und [[1509]] die Kirche in [[Werfenweng]] geweiht. Der Kirchenbau von [[Hüttau]] erfolgte zwischen [[1472]] und [[1492]]. Und sie alle waren Filialkirchen der Pfarre St. Cyriak. Erst später wurden die einzelnen Seelsorgegebiete mittels Stiftungen zu Vikariaten und im 19. Jahrhundert zu selbständigen Pfarren erhoben. | + | 'St. Cyrika' hieß Pfarrwerfen bis in das 19. Jahrhundert und die Pfarre schloss Gebiete von Werfen, [[Hüttau]] und Werfenweng ein. Erst [[1370]] wurde eine Kirche in [[Werfen]] nachgewiesen und [[1509]] die Kirche in [[Werfenweng]] geweiht. Der Kirchenbau von [[Hüttau]] erfolgte zwischen [[1472]] und [[1492]]. Und sie alle waren Filialkirchen der Pfarre St. Cyriak. Erst später wurden die einzelnen Seelsorgegebiete mittels Stiftungen zu Vikariaten und im [[19. Jahrhundert]] zu selbständigen Pfarren erhoben. |
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| | [[Troadkasten]] (Getreidespeicher) und Pfarrhof lassen die Nähe zu den Pflegern und Probsten erahnen. Auch Eisen wurde abgebaut, wie heutigen Namen wie Eisenbrett noch verraten. Aber insgesamt hängt die Entstehung des Ortes unmittelbar mit der Bedeutung der Kirche zusammen. | | [[Troadkasten]] (Getreidespeicher) und Pfarrhof lassen die Nähe zu den Pflegern und Probsten erahnen. Auch Eisen wurde abgebaut, wie heutigen Namen wie Eisenbrett noch verraten. Aber insgesamt hängt die Entstehung des Ortes unmittelbar mit der Bedeutung der Kirche zusammen. |
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| | ====Die "Sieben Mühlen"==== | | ====Die "Sieben Mühlen"==== |
| − | Wasser spielt für Pfarrwerfen insgesamt eine besondere Rolle. Wobei Pfarrwerfen mit einem Wahrzeichen aus der Arbeitswelt in Verbindung mit Wasserkraft punkten kann: Die 'Sieben Mühlen', die jeder kennt und die man auch beim Vorbeifahren auf der Bundesstraße und Bahn schön sehen kann. Die 'Sieben Mühlen' sind heute als Freilichtmuseum vom Mai bis Oktober jedem zugänglich, mit Mühlentalern, die man beim örtlichen Bäcker erwerben kann. Die 'Sieben Mühlen' sind damit nicht nur ein Kulturdenkmal sondern auch eine touristische Attraktion. Sie sind als Erlebnis- und Lernmuseum für alle Generationen gestaltet, wobei auch ein Lifevermahlung die Arbeit der Bauern, die hier ihr Mühelenrecht hatten, dokumentiert. | + | Wasser spielt für Pfarrwerfen insgesamt eine besondere Rolle. Wobei Pfarrwerfen mit einem Wahrzeichen aus der Arbeitswelt in Verbindung mit Wasserkraft punkten kann: Die 'Sieben Mühlen', die jeder kennt und die man auch beim Vorbeifahren auf der Bundesstraße und Bahn schön sehen kann. Die 'Sieben Mühlen' sind heute als Freilichtmuseum vom Mai bis Oktober jedem zugänglich, mit Mühlentalern, die man beim örtlichen Bäcker erwerben kann. Die ''Sieben Mühlen'' sind damit nicht nur ein Kulturdenkmal sondern auch eine touristische Attraktion. Sie sind als Erlebnis- und Lernmuseum für alle Generationen gestaltet, wobei auch ein Lifevermahlung die Arbeit der Bauern, die hier ihr Mühelenrecht hatten, dokumentiert. |
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| | Jetzt will man auch den [[Wengergraben]] wieder touristisch erschließen und historische Kleinkraftwerke wieder rekonstruieren. | | Jetzt will man auch den [[Wengergraben]] wieder touristisch erschließen und historische Kleinkraftwerke wieder rekonstruieren. |