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| | == Einleitung == | | == Einleitung == |
| − | Ein gefundenes antik-römisches Gärtnermesser (Winzermesser??) vom Kajetanerplatz könnte als Hinweis auf einen römischen Weinbau in Salzburg gedeutet werden. Der Weinstock war in Salzburg selbst im Mittelalter stets eine schwer zu kultivierende Kulturpflanze. In der frühen Neuzeit erlosch der Weinanbau dann vollständig. Dieses Enmde des Weinbaues lässt sich mit der geänderten Speisekultur (die gepanschten und stark gewürzten Mittelalter-Weine wurden nicht mehr getrunken) ebenso deuten wie mit dem Beginn der Kleinene Eiszeit um 1600. | + | Ein gefundenes antik-römisches Gärtnermesser (Winzermesser??) vom Kajetanerplatz könnte als Hinweis auf einen römischen Weinbau in Salzburg gedeutet werden. Der Weinstock war in Salzburg selbst im Mittelalter stets eine schwer zu kultivierende Kulturpflanze. In der frühen Neuzeit erlosch der Weinanbau dann vollständig. Dieses Ende des Weinbaues lässt sich mit der geänderten Speisekultur (die gepanschten und stark gewürzten Mittelalter-Weine wurden nicht mehr getrunken) ebenso deuten wie mit dem Beginn der Kleinen Eiszeit um 1600. |
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| − | Bis heute ist er eine Ausnahmeerscheinung und nur selten anzutreffen. Uralte [[Flurname]]n belegen, dass im Mittelalter im Stadtgebiet wie in der Umgebung der [[Stadt Salzburg]] vereinzelt Weinbau betrieben wurde. Angenommen wird, dass am [[Haunsberg|Hauns]]-, [[Plainberg|Plain]]- und [[Gersberg]] auch zeitweise einzelne Weingärten lagen, weil dort [[Flurname|Flurbezeichnung]]en wie Weinanger, Weinleiten, Weinwiese, [[Weingarten]] anzutreffen sind. Einige Urkunden berichten ebenfalls über Weingärten. [[1139]] wurde eine Schenkung an das [[Domkapitel]] erwähnt<ref>[https://www.monasterium.net/mom/AT-SLA/Domkapitel/SLA_OU_1139/charter Urkunde auf monasterium.net]</ref>. [[1170]] schenkte dem Domkapitel ein Burggraf Meingatt „''Burg und Hof am [[Högl (Berg)|Högel]]''" mit Forst und 14 Weingärten (heute Bayern). [[Fürsterzbischof]] [[Matthäus Lang]] legte in [[Nonntal]] einen Weingarten an. Der Weinanbau fiel wesentlich wohl der Klimaverschlechterung in der frühen Neuzeit zum Opfer. Daher geriet der Anbau von ohnedies saurem und ohne Würzung und Nachsüßung kaum genussfähigem Wein ins Stocken. Man erinnert sich jedoch daran, dass hier neben der Weinrebe im Mittelalter vereinzelt auch der Maulbeerbaum gediehen ist und auch echte (Edel)Kastanienbäume.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19421107&query=%22Weingarten%22&seite=5 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 7. November 1942, Seite 5</ref> Mittlerweile ist jedoch wissenschaftlich bekannt, dass sich das Klima über die Jahrhunderte hinweg verändert hat. Auch haben Naturkatastrophen wie Vulkanausbruch des Tambora (1816 - Das Jahr ohne Sommer) in den folgenden Jahren zu einer weiteren Abkühlung in Europa geführt und bis in die Mitte des [[19. Jahrhundert]]s zum Anwachsen der [[Gletscher]] im [[Ostalpen]]raum geführt.
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| | + | Uralte [[Flurname]]n belegen, dass im Mittelalter im Stadtgebiet wie in der Umgebung der [[Stadt Salzburg]] vereinzelt Weinbau betrieben wurde. Angenommen wird, dass am [[Haunsberg|Hauns]]-, [[Plainberg|Plain]]- und [[Gersberg]] zeitweise einzelne Weingärten lagen, weil dort [[Flurname|Flurbezeichnung]]en wie Weinanger, Weinleiten, Weinwiese, [[Weingarten]] anzutreffen sind. Einige Urkunden berichten ebenfalls über Weingärten. [[1139]] wurde eine Schenkung an das [[Domkapitel]] erwähnt<ref>[https://www.monasterium.net/mom/AT-SLA/Domkapitel/SLA_OU_1139/charter Urkunde auf monasterium.net]</ref>. [[1170]] schenkte dem Domkapitel ein Burggraf Meingatt „''Burg und Hof am [[Högl (Berg)|Högel]]''" mit Forst und 14 Weingärten (heute Bayern). [[Fürsterzbischof]] [[Matthäus Lang]] legte in [[Nonntal]] einen Weingarten an. Der Weinanbau fiel wesentlich wohl der Klimaverschlechterung in der frühen Neuzeit zum Opfer. Daher geriet der Anbau von ohnedies saurem und ohne Würzung und Nachsüßung kaum genussfähigem Wein ins Stocken. Man erinnert sich jedoch daran, dass hier neben der Weinrebe im Mittelalter vereinzelt auch der Maulbeerbaum gediehen ist und auch echte (Edel)Kastanienbäume.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19421107&query=%22Weingarten%22&seite=5 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 7. November 1942, Seite 5</ref> Mittlerweile ist jedoch allgemein bekannt, dass sich das Klima über die Jahrhunderte hinweg verändert hat. Zusätzlich haben Naturkatastrophen wie der Vulkanausbruch des Tambora (1816 - Das Jahr ohne Sommer) in den folgenden Jahren zu einer weiteren Abkühlung in Europa geführt und bis in die Mitte des [[19. Jahrhundert]]s zum Anwachsen der [[Gletscher]] im [[Ostalpen]]raum geführt. |
| | + | Bis heute ist er eine Ausnahmeerscheinung und nur selten anzutreffen. |
| | == Stadt Salzburg == | | == Stadt Salzburg == |
| − | In der Stadt Salzburg gab es im Mittelalter d.h. vor Jahrhunderten etwa am Südabhang des [[Rainberg]]es und des [[Bürglstein]]es Weingärten. [[1391]] konnte das das Kloster St. Peter das Eigentum um den [[Roter Turm|Roten Turm]] auf dem [[Mönchsberg]] erweitern. Dabei wird auch ein Weingarten bei diesem Turm erwähnt.<ref>* [[Adolf Hahnl|Hahnl, Adolf]]: ''St. Peter und die Stadt Salzburg'', in: ''Das älteste Kloster im deutschen Sprachraum - St. Peter in Salzburg''. [[St. Peter in Salzburg|Katalog zur]] 3. [[Landesausstellung]] 15. Mai–26. Oktober 1982, Red.: [[Heinz Dopsch]] und [[Roswitha Juffinger]] (Salzburg 1982) S. 46.</ref> | + | In der Stadt Salzburg gab es im Mittelalter d.h. vor Jahrhunderten etwa am [[Rainberg]] und am [[Bürglstein]] Weingärten. [[1391]] konnte das das Kloster St. Peter das Eigentum um den [[Roter Turm|Roten Turm]] auf dem [[Mönchsberg]] erweitern. Dabei wird auch ein Weingarten bei diesem Turm erwähnt.<ref>* [[Adolf Hahnl|Hahnl, Adolf]]: ''St. Peter und die Stadt Salzburg'', in: ''Das älteste Kloster im deutschen Sprachraum - St. Peter in Salzburg''. [[St. Peter in Salzburg|Katalog zur]] 3. [[Landesausstellung]] 15. Mai–26. Oktober 1982, Red.: [[Heinz Dopsch]] und [[Roswitha Juffinger]] (Salzburg 1982) S. 46.</ref> |
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| | [[1842]] wurden im Gasthof Weingarten beim [[Daun-Schlössl]] in Kleinstmengen wieder Weinstöcke edler Sorte einzeln und in Partten angeboten. | | [[1842]] wurden im Gasthof Weingarten beim [[Daun-Schlössl]] in Kleinstmengen wieder Weinstöcke edler Sorte einzeln und in Partten angeboten. |
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| | Zu gleicher Zeit wie auf der Richterhöhe (2008) wurden von Schülern der [[Privathauptschule Michaelbeuern]] der [[Benediktinerabtei Michaelbeuern]] knapp 1 000 Rebstöcke unweit der Abtei auf der sogenannten ''Alm'' angepflanzt. Grüner Veltiner, Gelber Muskateller und Zweigelt reifen nun an den Hängen heran und sollen 2011 den ersten Wein von "[[Vinumburanum]]" bringen. Dann sollen noch weitere 3 000 Rebstöcke folgen, kündigten die Projektleiter Wolfgang Kaiser und Hannes Reichl an. Damit soll die mittelalterliche Tradition des Weinbaus dieser Abtei, die ins [[15. Jahrhundert]] zurück reicht, wieder aufgenommen werden. 2011 wurden je 100 Flaschen Zweigelt und Grüner Veltiner gekeltert. | | Zu gleicher Zeit wie auf der Richterhöhe (2008) wurden von Schülern der [[Privathauptschule Michaelbeuern]] der [[Benediktinerabtei Michaelbeuern]] knapp 1 000 Rebstöcke unweit der Abtei auf der sogenannten ''Alm'' angepflanzt. Grüner Veltiner, Gelber Muskateller und Zweigelt reifen nun an den Hängen heran und sollen 2011 den ersten Wein von "[[Vinumburanum]]" bringen. Dann sollen noch weitere 3 000 Rebstöcke folgen, kündigten die Projektleiter Wolfgang Kaiser und Hannes Reichl an. Damit soll die mittelalterliche Tradition des Weinbaus dieser Abtei, die ins [[15. Jahrhundert]] zurück reicht, wieder aufgenommen werden. 2011 wurden je 100 Flaschen Zweigelt und Grüner Veltiner gekeltert. |
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| − | Bio-Wein soll es ab [[2022]] am [[Wolfgangsee]] geben, der aus einer sonnigen Lage im Garten des [[Hotel Hollweger|Hotels Hollweger]] in [[St. Gilgen]] kommt. | + | Bio-Wein soll es ab [[2022]] am [[Wolfgangsee]] geben, der aus einer sonnig-warmen Lage im Garten des [[Hotel Hollweger|Hotels Hollweger]] in [[St. Gilgen]] kommt. |
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| | == Literatur == | | == Literatur == |