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== Kirchliches Wirken ==
 
== Kirchliches Wirken ==
Im Anschluss an das Priesterseminar war er von [[1864]] bis [[1866]] Kooperator in der Tiroler Gemeinde [[Erl]] tätig. Dort lernte er die Passionsspiele kennen und ließ sich von diesen zur Gründung einer Passionsspielgemeinde in [[Brixlegg]] animieren, die [[1868]] mit rund 300 Mitwirkenden ihre erste Aufführung abhielt. Darauf wurde er als Kooperator in [[Söll]] (1866), [[Pfarre Brixlegg|Brixlegg]] (1867) und [[Pfarre Mittersill|Mittersill]] (1867 bis 1870) eingesetzt. Dort gründete er den ersten katholisch-politischen Verein des [[Pinzgau]]s und engagierte sich gegen den herrschenden Liberalismus. Nach [[Pfarre Radstadt|Radstadt]] in den [[Pongau]] versetzt, wurde er [[1870]] bis [[1890]] Benefiziat zu „[[Radstadt#Maria_Loreto_ob_Lerchen|Maria Loreto ob Lerchen]]". Von [[1890]] bis [[1894]] war er als Pfarrer und Dechant von [[Pfarre Altenmarkt im Pongau|Altenmarkt im Pongau]] tätig.  
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Im Anschluss an das Priesterseminar war er von [[1864]] bis [[1866]] Kooperator in der [[Regionaldekanat Tiroler Teil|Tiroler Pfarre]] [[Pfarre Erl|Erl]] tätig. Dort lernte er die Passionsspiele kennen und ließ sich von diesen zur Gründung einer Passionsspielgemeinde in [[Brixlegg]] animieren, die [[1868]] mit rund 300 Mitwirkenden ihre erste Aufführung abhielt. Darauf wurde er als Kooperator in den [[Pfarren der Erzdiözese Salzburg|Pfarren]]  [Pfarre Söll|Söll]] (1866), [[Pfarre Brixlegg|Brixlegg]] (1867) und [[Pfarre Mittersill|Mittersill]] (1867 bis 1870) eingesetzt. In [[Mittersill]] gründete er den ersten katholisch-politischen Verein des [[Pinzgau]]s und engagierte sich gegen den herrschenden Liberalismus. Nach [[Pfarre Radstadt|Radstadt]] in den [[Pongau]] versetzt, wurde er [[1870]] bis [[1890]] Benefiziat zu „[[Radstadt#Maria_Loreto_ob_Lerchen|Maria Loreto ob Lerchen]]". Von [[1890]] bis [[1894]] war er als Pfarrer und Dechant von [[Pfarre Altenmarkt im Pongau|Altenmarkt im Pongau]] tätig.
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Am [[2. März]] [[1887]] übernahm Winkler zudem die Herausgeberschaft der katholischen [[Tageszeitungen|Tageszeitung]] [[Salzburger Chronik]], welche er bis zu seiner Wahl zum Landeshauptmann [[1897]] wahrnahm.
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Nach seiner Berufung in das [[Salzburger Domkapitel]] am [[1. November]] [[1894]] wurde er [[1908]] Domkustos, [[1911]] Domscholastikus und mit [[1. März]] [[1921]] infulierter [[Domdechant]]. [[1903]] erhielt er den Titel eines päpstlichen Hausprälaten. [[1923]] feierte er sein Diamantenes Priester-Jubiläum.
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Nach seiner Berufung in das [[Salzburger Domkapitel]] am [[1. November]] [[1894]] wurde er [[1908]] Domkustos, [[1911]] Domscholastikus und mit [[1. März]] [[1921]] infulierter [[Domdechant]]. Ab [[1903]] war er zudem päpstlicher Hausprälat. [[1923]] feierte er sein diamantenes Priester-Jubiläum.
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Am [[2. März]] [[1887]] übernahm Winkler zudem die Herausgeberschaft der katholischen [[Tageszeitungen|Tageszeitung]] [[Salzburger Chronik]], welche er bis zu seiner Wahl zum Landeshauptmann [[1897]] wahrnahm.
      
== Politisches Wirken ==
 
== Politisches Wirken ==
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Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] und dem Zusammenbruch der Monarchie half er die Not der Bevölkerung zu mildern und hinterließ bei seinen Zeitgenossen einen bleibenden Eindruck, als er [[1918]] im Alter von 80 Jahren die Ordnung im „Revolutionslandtag“ wieder herstellte. Seine sachliche Art brachte ihm die Anerkennung weiter Teile der Bevölkerung und auch seiner politischen Gegner.
 
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] und dem Zusammenbruch der Monarchie half er die Not der Bevölkerung zu mildern und hinterließ bei seinen Zeitgenossen einen bleibenden Eindruck, als er [[1918]] im Alter von 80 Jahren die Ordnung im „Revolutionslandtag“ wieder herstellte. Seine sachliche Art brachte ihm die Anerkennung weiter Teile der Bevölkerung und auch seiner politischen Gegner.
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Der Winter 1918 traf die Salzburger Bevölkerung wie ein Fallbeil. Der Krieg „''für Gott, Kaiser und Vaterland''“ war verloren, die Väter, Söhne und Brüder waren tot oder noch nicht heimgekehrt und das kleine [[Kronland Salzburg|Kronland]] nagte am Hungertuch. Dazu gesellten sich die Kälte und die so genannte [[Spanische Grippe]].
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Der Winter 1918 traf die Salzburger Bevölkerung wie ein Fallbeil. Der Krieg „''für Gott, Kaiser und Vaterland''“ war verloren, die Väter, Söhne und Brüder waren tot oder noch nicht heimgekehrt und das kleine ehemalige Kronland nagte am Hungertuch. Dazu gesellten sich die Kälte und die so genannte [[Spanische Grippe]].
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Schon Monate zuvor brachen immer wieder Demonstrationen, Streiks und Unruhen vom Zaun. Viele Frauen konnten ihre Familien nicht mehr ernähren. Die Menschen griffen zur Selbsthilfe. „''Brot wollen wir haben. Gebt unseren Kindern Brot. Wir müssen verhungern''“, schrie eine aufgebrachte Menge von 600 größtenteils Frauen am [[21. Juni]] [[1918]] vor dem [[Neue Residenz|Regierungsgebäude]] am [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]]. Am [[19. September]] 1918 entlud sich die von leeren Mägen entfesselte Wut auf die Obrigkeit in der großen Hungerdemonstration.
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Schon Monate zuvor waren immer wieder Demonstrationen, Streiks und Unruhen ausgebrochen. Viele Frauen konnten ihre Familien nicht mehr ernähren. Die Menschen griffen zur Selbsthilfe. „''Brot wollen wir haben. Gebt unseren Kindern Brot. Wir müssen verhungern''“, schrie eine aufgebrachte Menge von 600 größtenteils Frauen am [[21. Juni]] [[1918]] vor dem [[Neue Residenz|Regierungsgebäude]] am [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]]. Am [[19. September]] 1918 entlud sich die von leeren Mägen entfesselte Wut auf die Obrigkeit in der großen Hungerdemonstration.
    
Landeshauptmann Alois Winkler bewahrte Ruhe. Der Prälat verzichtete auf ein gewaltsames Einschreiten. Anders als in anderen Städten der sich auflösenden Habsburgermonarchie kam es nicht zu blutigen Ausschreitungen mit Toten. „''Er setzte nicht auf die bewaffnete Staatsmacht und verhinderte so eine Eskalation''“, sagt der Salzburger Historiker und Leiter des [[Salzburger Landesarchiv]]s, [[Oskar Dohle]]. Doch warum handelte der Salzburger Landeschef auf diese Weise und schlug nicht wie andere Autoritäten in anderen Landesteilen den Aufstand brutal nieder? Die Antwort ist in seiner Biografie zu suchen. Denn Salzburg hätte als Garnisonsstadt die militärische Stärke durchaus aufbringen können, wenn es auch um die Moral der Truppen zu jenem Zeitpunkt bereits schlecht bestellt war.
 
Landeshauptmann Alois Winkler bewahrte Ruhe. Der Prälat verzichtete auf ein gewaltsames Einschreiten. Anders als in anderen Städten der sich auflösenden Habsburgermonarchie kam es nicht zu blutigen Ausschreitungen mit Toten. „''Er setzte nicht auf die bewaffnete Staatsmacht und verhinderte so eine Eskalation''“, sagt der Salzburger Historiker und Leiter des [[Salzburger Landesarchiv]]s, [[Oskar Dohle]]. Doch warum handelte der Salzburger Landeschef auf diese Weise und schlug nicht wie andere Autoritäten in anderen Landesteilen den Aufstand brutal nieder? Die Antwort ist in seiner Biografie zu suchen. Denn Salzburg hätte als Garnisonsstadt die militärische Stärke durchaus aufbringen können, wenn es auch um die Moral der Truppen zu jenem Zeitpunkt bereits schlecht bestellt war.
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== Sein Lebensende ==
 
== Sein Lebensende ==
Aufgrund seines hohen Alters und nicht zuletzt auch wegen der geänderten politischen Verhältnisse kandidierte Winkler bei der Landtagswahl im April 1919 nicht mehr. Er zog sich aus der aktiven Politik zurück und engagierte sich fortan nur mehr in katholischen Vereinen. 1925 starb der Landeshauptmann 87-jährig in Salzburg. Nach seinem Tod wurde er in der Domherrengruft am [[Salzburger Kommunalfriedhof]] beigesetzt.
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Aufgrund seines hohen Alters und nicht zuletzt auch wegen der geänderten politischen Verhältnisse kandidierte Winkler bei der [[Landtagswahl 1919|Landtagswahl]] im April 1919 nicht mehr. Er zog sich aus der aktiven Politik zurück und engagierte sich fortan nur mehr in katholischen Vereinen. 1925 starb der ehemalige Landeshauptmann 87-jährig in Salzburg. Nach seinem Tod wurde er in der Domherrengruft am [[Salzburger Kommunalfriedhof]] beigesetzt.
    
== Ehrungen ==
 
== Ehrungen ==
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* [[Oskar Dohle|Dohle, Oskar]]: [https://service.salzburg.gv.at/landversand/Landversand.sf/de_AT/?ObjectPath=/Shops/Landversand/Products/20004-landeshauptleute&ViewAction=ViewProductPrint ''150 Jahre Salzburger Landeshauptleute (1861–2011)''], Schriftenreihe des Salzburger Landesarchivs Nr. 17, Salzburg (Land Salzburg) 2011, S. 22  
 
* [[Oskar Dohle|Dohle, Oskar]]: [https://service.salzburg.gv.at/landversand/Landversand.sf/de_AT/?ObjectPath=/Shops/Landversand/Products/20004-landeshauptleute&ViewAction=ViewProductPrint ''150 Jahre Salzburger Landeshauptleute (1861–2011)''], Schriftenreihe des Salzburger Landesarchivs Nr. 17, Salzburg (Land Salzburg) 2011, S. 22  
 
* [[Max Effenberger|Effenberger, Max]]: ''Was Mittersiller Kooperatoren alles werden konnten. Anfängerjahre von Kirchenfürsten und Politikern.'' In: Forcher, Michael (Red.): Mittersill in Geschichte und Gegenwart. Mittersill 1985, S. 231f.
 
* [[Max Effenberger|Effenberger, Max]]: ''Was Mittersiller Kooperatoren alles werden konnten. Anfängerjahre von Kirchenfürsten und Politikern.'' In: Forcher, Michael (Red.): Mittersill in Geschichte und Gegenwart. Mittersill 1985, S. 231f.
* [https://res.icar-us.eu/index.php/Winkler,_Alois_(1838-1925) Regesta Ecclesiastica Salisburgensia] ([[RES]])
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* Regesta Ecclesiastica Salisburgensia ([[RES]]), Eintrag ''[https://res.icar-us.eu/index.php/Winkler,_Alois_(1838-1925) Winkler, Alois (1838-1925)]
    
==== Einzelnachweis ====
 
==== Einzelnachweis ====
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[[Kategorie:Nordtirol]]
 
[[Kategorie:Nordtirol]]
 
[[Kategorie:Geboren 1838]]
 
[[Kategorie:Geboren 1838]]
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[[Kategorie:Gestorben 1925]]

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