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| | Die Wälder Europas waren einst wildreich und auch Lebensraum für Großraubtiere. Seit aber bis in abgelegene Gegenden großflächig Land gerodet wurde, verringerte sich der Lebensraum der Wildtiere drastisch. Insbesondere für die drei großen Wildtierarten Wolf, Luchs und Bär wurde der natürliche und ursprünglich belassene Lebensraum beginnend mit dem Mittelalter zunehmend kleiner. Zur Verengung des Lebensraumes durch die Rodungstätigkeit an sich kam noch ein ideologisches Anliegen: zeitgleich mit der Hexenverfolgung wurde der Wolf verstärkt dämonisiert. | | Die Wälder Europas waren einst wildreich und auch Lebensraum für Großraubtiere. Seit aber bis in abgelegene Gegenden großflächig Land gerodet wurde, verringerte sich der Lebensraum der Wildtiere drastisch. Insbesondere für die drei großen Wildtierarten Wolf, Luchs und Bär wurde der natürliche und ursprünglich belassene Lebensraum beginnend mit dem Mittelalter zunehmend kleiner. Zur Verengung des Lebensraumes durch die Rodungstätigkeit an sich kam noch ein ideologisches Anliegen: zeitgleich mit der Hexenverfolgung wurde der Wolf verstärkt dämonisiert. |
| | =====Werwölfe und Wolfshatz===== | | =====Werwölfe und Wolfshatz===== |
| − | Ein Mensch in Wolfsgestalt, Werwolf genannt, ursprünglich einer, der für einen bestimmten Zeitraum in die Wildnis ging und dort außerhalb menschlicher Konventionen stand, „wandelte sich vom Magier zum Teufelsbündner, der die „Herde“ der Christengemeinde dämonisch bedrohte.“ Hexen und Werwölfe wurden in einen Topf geworfen und im [[1489]] verfassten Hexenhammer finden sich Anleitungen, wie diese zu erkennen sind. [[Heinrich Institoris]], Lehrer, Theologe und Domprediger zu [[Salzburg]] meinte zum Werwolfglauben: | + | Ein Mensch in Wolfsgestalt, Werwolf genannt, ursprünglich einer, der für einen bestimmten Zeitraum in die Wildnis ging und dort außerhalb menschlicher Konventionen stand, „wandelte sich vom Magier zum Teufelsbündner, der die „Herde“ der Christengemeinde dämonisch bedrohte.“ Hexen und Werwölfe wurden in einen Topf geworfen und im [[1489]] verfassten Hexenhammer finden sich Anleitungen, wie diese zu erkennen sind. [[Heinrich Institoris]], Lehrer, Theologe und Domprediger zu [[Salzburg]], meinte zum Werwolfglauben: |
| − | „Die Frage, ob es wirkliche Wölfe sind oder Teufel in Wolfsgestalt, ist nur so zu beantworten, dass es sich um wirkliche Wölfe handelt, die jedoch vom Teufel besessen sind.“ (Innerhalb von zwei Jahren verurteilte ein einziger Richter im französischen Jura 600 angeblich zu Werwölfen verwandelte Menschen zum Feuertod.) | + | |
| | + | „Die Frage, ob es wirkliche Wölfe sind oder Teufel in Wolfsgestalt, ist nur so zu beantworten, dass es sich um wirkliche Wölfe handelt, die jedoch vom Teufel besessen sind.“ (Allein innerhalb von zwei Jahren verurteilte ein einziger Richter im französischen Jura 600 angeblich zu Werwölfen verwandelte Menschen zum Feuertod.) |
| | Über Jahrhunderte wurden ganze Dorfgemeinschaften zur Wolfshatz eingesetzt. Erst im [[18. Jahrhundert]] übernahm die Jägerschaft die Wolfsjagd. Diese Treibjagden auf Wölfe dienten nicht nur der Verfolgung und Tötung der Raubtiere, sondern auch der Unterscheidung zwischen Gut und Böse, Zivilisation und Wildnis, Christentum und Zauberei. Die Lungauer Sage von den vier Wölfen erinnert noch an diese Zeit. | | Über Jahrhunderte wurden ganze Dorfgemeinschaften zur Wolfshatz eingesetzt. Erst im [[18. Jahrhundert]] übernahm die Jägerschaft die Wolfsjagd. Diese Treibjagden auf Wölfe dienten nicht nur der Verfolgung und Tötung der Raubtiere, sondern auch der Unterscheidung zwischen Gut und Böse, Zivilisation und Wildnis, Christentum und Zauberei. Die Lungauer Sage von den vier Wölfen erinnert noch an diese Zeit. |
| | Im Gericht Mittersill wurden in den Jahren [[1627]] bis [[1645]] zwölf Bären, 40 Wölfe und 27 Luchse erlegt oder „zu Geräusch gebracht“, in diesem Fall hat man erst später den Kadaver gefunden. | | Im Gericht Mittersill wurden in den Jahren [[1627]] bis [[1645]] zwölf Bären, 40 Wölfe und 27 Luchse erlegt oder „zu Geräusch gebracht“, in diesem Fall hat man erst später den Kadaver gefunden. |