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| | {{Quellenangabe}}[[Datei:Soellheim 2010.jpg|thumb|die Antoniuskapelle und das Pfefferschiff in Söllheim]] | | {{Quellenangabe}}[[Datei:Soellheim 2010.jpg|thumb|die Antoniuskapelle und das Pfefferschiff in Söllheim]] |
| − | [[Image:Söllheim um 1920 (Martin Feichtinger).jpg|thumb|[[Pfefferschiff|Söllheimerwirt]] und Antoniuskapelle zu [[Söllheim]] um [[1920]]]]Die '''Antoniuskapelle zu Söllheim''' (Gemeinde [[Hallwang]]) ist auf der ganzen Welt bekannt. In früheren Zeiten war das Kirchlein sogar ein Konkurrent der Wallfahrtskirche von [[Maria Plain]]. | + | [[Image:Söllheim um 1920 (Martin Feichtinger).jpg|thumb|[[Pfefferschiff|Söllheimerwirt]] und Antoniuskapelle zu [[Söllheim]] um [[1920]]]] |
| | + | Die '''Kapelle zum Hl. Antonius''' befindet sich in [[Söllheim]] in der Gemeinde [[Hallwang]] und ist eine Wallfahrtskirche. In früheren Zeiten war das Kirchlein sogar ein Konkurrent der Wallfahrtskirche von [[Maria Plain]]. |
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| − | == Vorgeschichte == | + | == Geschichte == |
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| − | Um [[1680]] sollte schon längst ein Schiff, welches einigen [[Salzburg]]er Kaufleuten gehörte, im Hafen von Venedig eingetroffen sein. Es war wahrscheinlich voll beladen mit Gewürzen, doch es traf nicht im Hafen ein. Schließlich beschloss [[Johann Kaufmann|Johann Anton Kaufmann]], der damals Handelsgehilfe im [[Fuchs]]'schen Kontor zu Salzburg war, dass Schiff zu kaufen. Er betete zum Heiligen Antonius, seinem Namenspatron, und siehe da: Das Schiff traf bald im Hafen von Venedig ein! So war Johann Kaufmann nun ein reicher Handelsmann. Im Jahre [[1684]] kaufte er sich das [[Schloss Söllheim|Gut Söllheim]]. | + | Um [[1680]] sollte schon längst ein Schiff, welches einigen [[Salzburg]]er Kaufleuten gehörte, im Hafen von [[Venedig]] eingetroffen sein. Es war wahrscheinlich voll beladen mit Gewürzen, doch es traf nicht im Hafen ein. Schließlich beschloss [[Johann Kaufmann|Johann Anton Kaufmann]], der damals Handelsgehilfe im [[Fuchs]]'schen Kontor zu Salzburg war, das Schiff zu kaufen. Er betete zum Heiligen Antonius, seinem Namenspatron, und siehe da: Das Schiff traf bald im Hafen von Venedig ein! So war Johann Kaufmann nun ein reicher Handelsmann. Im Jahre [[1684]] kaufte er sich das [[Schloss Söllheim|Gut Söllheim]]. Als Dank an den Heiligen Antonius ließ Kaufmann die Kapelle in [[Söllheim]] erbauen |
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| − | Johann Anton Kaufmann baute den Wohnturm im Söllheimer Moor zum heutigen Barockschloss um und ließ auch das Meierhaus renovieren. Als Dank an den Heiligen Antonius ließ Kaufmann die Kapelle in [[Söllheim]] erbauen. Auch das heutige Gasthaus und Restaurant [[Pfefferschiff]] erbaute er. Es diente unter anderem auch als Gasthaus, Mesnerhaus und auch als Schulhaus.
| + | Die barocke Kuppel der Söllheimer Kapelle wurde vom erzbischöflichen Hofbaumeister [[Giovanni Gaspare Zuccalli]], der bereits in Salzburg die [[Kajetanerkirche]] und [[Pfarrkirche St. Erhard|St. Erhard]] erbaut hatte. Die Länge der Kuppel beträgt 17,44 Meter, die Breite 9,95 Meter und die Höhe 16,26 Meter mit einer 4,48 Meter hohen Laterne. Jedoch bereitete der [[Bergheim]]er Pfarrer Johann Müllauer beim Bau der Antoniuskapelle große Schwierigkeiten. Dank der Vermittlung des Präsidenten [[Joachim Albrecht Graf von Leiblfing]] kam es dann doch zum Bau. Am [[11. Juli]] [[1694]] wurde die Kapelle durch den [[Bistum Chiemsee|Bischof von Chiemsee]], Sigmund Ignaz Graf von [[Wolkenstein]], geweiht. |
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| − | Die barocke Kuppel der Söllheimer Kapelle wurde vom erzbischöflichen Hofbaumeister [[Giovanni Gaspare Zuccalli]], der bereits in Salzburg die [[Kajetanerkirche]] und [[Pfarrkirche St. Erhard|St. Erhard]] erbaut hatte. Die Länge der Kuppel betrug 17,44 Meter, die Breite 9,95 Meter und die Höhe 16,26 Meter mit einer 4,48 Meter hohen Laterne. | |
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| − | Jedoch bereitete der [[Bergheim]]er Pfarrer Johann Müllauer beim Bau der Antoniuskapelle große Schwierigkeiten. Doch dank der Vermittlung des Präsidenten Joachim Albrecht Graf von Leiblfing kam es dann doch zum Bau. Am [[11. Juli]] [[1694]] wurde die Kapelle durch den [[Bistum Chiemsee|Bischof von Chiemsee]], Sigmund Ignaz Graf von [[Wolkenstein]], geweiht. | |
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| − | == Geschichte ==
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| − | [[Edmund Sinnhuber|Abt Edmund]] von [[Erzstift St. Peter|St. Peter]] las am [[21. Juli]] [[1686]] die erste Heilige Messe in der Söllheimer Kapelle.
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| − | Am [[15. Oktober]] [[1689]] erhielt die Söllheimer Kapelle die Messerlaubnis. | + | [[Edmund Sinnhuber|Abt Edmund]] von [[Erzstift St. Peter|St. Peter]] las am [[21. Juli]] [[1686]] die erste Heilige Messe in der Söllheimer Kapelle. Am [[15. Oktober]] [[1689]] erhielt die Söllheimer Kapelle die Messerlaubnis. |
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| − | Früher hatte die Kapelle zu Söllheim, die eine Filialkirche der [[Pfarre Hallwang]] ist, sogar einen eigenen Pfarrer, der im Haus neben der Kapelle, im heutigen Gasthaus und Restaurant "Pfefferschiff", wohnte. Der erste Mesner war Lorenz Enzinger, Mesner und Lehrer in Söllheim, Knecht an der [[Reindlmühle]] in Söllheim-[[Unteresch]]. | + | Früher hatte die Kapelle, die eine Filialkirche der [[Pfarre Hallwang]] ist, sogar einen eigenen Pfarrer, der im Haus neben der Kapelle, im heutigen Gasthaus und Restaurant [[Pfefferschiff]], wohnte. Der erste Mesner war Lorenz Enzinger, Mesner und Lehrer in Söllheim, Knecht an der [[Reindlmühle]] in Söllheim-[[Unteresch]]. |
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| | Der Bau der Kapelle dürfte im Jahre [[1694]] vollkommen fertig gewesen sein, da die Kapelle ja am 11. Juli 1694 geweiht wurde. | | Der Bau der Kapelle dürfte im Jahre [[1694]] vollkommen fertig gewesen sein, da die Kapelle ja am 11. Juli 1694 geweiht wurde. |
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| − | Die Wallfahrtskirche zu Söllheim erfreute sich stets großen Zulaufes. Eine Schrift von Pater [[Petrus Martyr Haberleitner]] berichtet, dass von [[1686]] bis [[1704]] die hohe Zahl von 7582 Messen gelesen wurden. Es war sogar ein Erweiterungsbau des Kirchleins in Planung, jedoch wurde dieser nie durchgeführt. | + | Die Wallfahrtskirche erfreute sich stets großen Zulaufes. Eine Schrift von Pater [[Petrus Martyr Haberleitner]] berichtet, dass von 1686 bis [[1704]] die hohe Zahl von 7582 Messen gelesen wurden. Es war sogar ein Erweiterungsbau des Kirchleins in Planung, jedoch wurde dieser nie durchgeführt. |
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| | Am [[12. April]] [[1711]] verstarb Johann Kaufmann, der Erbauer der Kapelle, im 71. Lebensjahr. Er wurde in der Gruft der Kapelle bestattet. | | Am [[12. April]] [[1711]] verstarb Johann Kaufmann, der Erbauer der Kapelle, im 71. Lebensjahr. Er wurde in der Gruft der Kapelle bestattet. |
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| | == Ausstattung == | | == Ausstattung == |
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| − | Das Antonius-Kirchlein erhielt einen schönen Marmoraltar mit einem Altarbild vom Heiligen Antonius von Padua auf Kupfer gemalt, welches im Jahre [[1751]] in Nachahmung der Krönung der Mutter Gottes von Maria Plain mit zwei Silberkronen verziert wurde. | + | Das Antonius-Kirchlein erhielt einen schönen [[Marmor]]altar mit einem Altarbild vom Heiligen Antonius von Padua auf Kupfer gemalt, welches im Jahre [[1751]] in Nachahmung der Krönung der Mutter Gottes von Maria Plain mit zwei Silberkronen verziert wurde. |
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| | Im Laufe der Jahre wurde die Kapelle mit vielen wertvollen Messgewändern, Silberleuchtern, Kelchen, Kreuzen, Silbertassen (usw.) ausgestattet. Der ehemalige Seitenaltar des Heiligen Johann Nepomuk mit den Statuen der Heiligen und [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]]er Landespatrone [[Rupert]] und [[Virgil]] steht heute in der Sakristei, so wie auch das Ölgemälde der Muttergottes "Maria-Hilf". | | Im Laufe der Jahre wurde die Kapelle mit vielen wertvollen Messgewändern, Silberleuchtern, Kelchen, Kreuzen, Silbertassen (usw.) ausgestattet. Der ehemalige Seitenaltar des Heiligen Johann Nepomuk mit den Statuen der Heiligen und [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]]er Landespatrone [[Rupert]] und [[Virgil]] steht heute in der Sakristei, so wie auch das Ölgemälde der Muttergottes "Maria-Hilf". |