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[[1323]] wird erstmals in einer von [[Erzbischof]] [[Friedrich III. von Leibnitz]] in [[Saalfelden]] erstellten Ablassurkunde eine Kirche in [[Leogang]] erwähnt. Sehr häufig waren derartige Urkunden im Zusammenhang mit einem kirchlichen Baugeschehen verbunden. Von den sieben Hilfspriestern, welche im Spätmittelalter im Saalfeldner Pfarrhof wohnten, war auch einer für Leogang zuständig. Der "Lewganger" wird in der Mess-Stiftungsurkunde der Herren von [[Hunt]] aus dem Jahre [[1491]] eigens angeführt. Zu festgelegten Zeiten ritt dieser nach Leogang, um dort Gottesdienst zu halten. Neben verschiedenen anderen Einkünften stand ihm auch Futter für sein Pferd zu, wofür die Leoganger aufzukommen hatten. Bis ins 20. Jahrhundert brachten Bauern Hafer in den Dechantshof zu Saalfelden.
 
[[1323]] wird erstmals in einer von [[Erzbischof]] [[Friedrich III. von Leibnitz]] in [[Saalfelden]] erstellten Ablassurkunde eine Kirche in [[Leogang]] erwähnt. Sehr häufig waren derartige Urkunden im Zusammenhang mit einem kirchlichen Baugeschehen verbunden. Von den sieben Hilfspriestern, welche im Spätmittelalter im Saalfeldner Pfarrhof wohnten, war auch einer für Leogang zuständig. Der "Lewganger" wird in der Mess-Stiftungsurkunde der Herren von [[Hunt]] aus dem Jahre [[1491]] eigens angeführt. Zu festgelegten Zeiten ritt dieser nach Leogang, um dort Gottesdienst zu halten. Neben verschiedenen anderen Einkünften stand ihm auch Futter für sein Pferd zu, wofür die Leoganger aufzukommen hatten. Bis ins 20. Jahrhundert brachten Bauern Hafer in den Dechantshof zu Saalfelden.
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Die „Gesellpriester" waren in allen seelsorglichen Belangen, vor allem aber in der Einhaltung der Gottesdienstzeiten, dem Pfarrer von Saalfelden verantwortlich. Nur er hatte das Recht Änderungen vorzunehmen. Die Gläubigen mussten in allen wichtigen pfarrlichen Angelegenheiten zu ihm kommen. Davon zeugt auch eine Urkunde des Saalfeldener Pfarrers Nikolaus von Hunt. Dieser stammte aus dem Geschlecht der Herren von Hunt, welche in [[Dorfheim]] bei Saalfelden ihren Stammsitz hatten. In der Chronik Saalfelden wird er als verdienstvoller Seelsorger bezeichnet, der auch gegen zeitgenössische abergläubische Praktiken vorging und die Wallfahrt in Maria Alm förderte. Während seines Wirkens stellte Papst Eugen IV. [[1435]] eine Ablassurkunde für die Erhaltung und Renovierung der [[Dekanatspfarrkirche Saalfelden am Steinernen Meer|Pfarrkirche Saalfelden]] aus.  
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Die „Gesellpriester" waren in allen seelsorglichen Belangen, vor allem aber in der Einhaltung der Gottesdienstzeiten, dem Pfarrer von Saalfelden verantwortlich. Nur er hatte das Recht Änderungen vorzunehmen. Die Gläubigen mussten in allen wichtigen pfarrlichen Angelegenheiten zu ihm kommen. Davon zeugt auch eine Urkunde des Saalfeldener Pfarrers Nikolaus von Hunt. Dieser stammte aus dem Geschlecht der Herren von Hunt, welche in [[Schloss Dorfheim|Dorfheim]] bei Saalfelden ihren Stammsitz hatten. In der Chronik Saalfelden wird er als verdienstvoller Seelsorger bezeichnet, der auch gegen zeitgenössische abergläubische Praktiken vorging und die Wallfahrt in Maria Alm förderte. Während seines Wirkens stellte Papst Eugen IV. [[1435]] eine Ablassurkunde für die Erhaltung und Renovierung der [[Dekanatspfarrkirche Saalfelden am Steinernen Meer|Pfarrkirche Saalfelden]] aus.  
    
Die Gläubigen in Leogang scheinen sich an die von ihm gehandhabte Gottesdienstordnung gewöhnt zu haben, denn Nikolaus Hunt war bereits seit 1393 als Pfarrer in Saalfelden tätig. Die ursprünglich schriftlich festgelegte Gottesdienstordnung ist, wie aus der Urkunde hervorgeht, einem Brand zum Opfer gefallen. Damit sie aber nach dem Ableben des alten Pfarrers weiterhin gültig bleibt, wandten sich die Leoganger an ihn - mit der Bitte um Bestätigung derselben. Im Dekanatsarchiv Saalfelden findet sich die Urkunde, in der Nikolaus Hunt am Peter-und-Paul¬Tag 1444 dem Wunsch der Leoganger nachgekommen ist. In der Einleitung erwähnt er, dass er diese Urkunde abgefasst hat im Wissen um seine Gebrechlichkeit und sein zu erwartenden Ablebens († 1448).  
 
Die Gläubigen in Leogang scheinen sich an die von ihm gehandhabte Gottesdienstordnung gewöhnt zu haben, denn Nikolaus Hunt war bereits seit 1393 als Pfarrer in Saalfelden tätig. Die ursprünglich schriftlich festgelegte Gottesdienstordnung ist, wie aus der Urkunde hervorgeht, einem Brand zum Opfer gefallen. Damit sie aber nach dem Ableben des alten Pfarrers weiterhin gültig bleibt, wandten sich die Leoganger an ihn - mit der Bitte um Bestätigung derselben. Im Dekanatsarchiv Saalfelden findet sich die Urkunde, in der Nikolaus Hunt am Peter-und-Paul¬Tag 1444 dem Wunsch der Leoganger nachgekommen ist. In der Einleitung erwähnt er, dass er diese Urkunde abgefasst hat im Wissen um seine Gebrechlichkeit und sein zu erwartenden Ablebens († 1448).  
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