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| − | '''Parornix finitimella''' (''Ornix finitimella'' Zeller, 1850) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Gracillariidae]]. | + | '''Parornix finitimella''' (''Ornix finitimella'' Zeller, 1850: 162) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). |
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| − | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie== | + | ==Diagnose== |
| | + | Lediglich gezüchtete Tiere, von denen auch die Jugendminen vorliegen (siehe unten) sind habituell eindeutig zu bestimmen. In allen anderen Fällen ist eine Genitaluntersuchung erforderlich. |
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| − | Bis vor kurzem war ''P. finitimella'' nur durch unsichere Funde von Fraßspuren der erwachsenen Raupen aus Salzburg für die Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]) und II ([[Nördliche Kalkalpen]]) vermutet worden (Embacher et al. 2011). Durch den Fund der Jugendminen der Raupen am Heuberg am 21.10.2018, die sich von den eher flachen Jugendminen der ''[[Parornix torquillella]]'' deutlich dadurch unterscheiden, dass sie das Blatt viel stärker zusammen ziehen, konnte nun aber der eindeutige Nachweis der Art für Salzburg erbracht werden (Embacher, Gros & Kurz 2019). Die Höhenverbreitung ist mit rund 430 bis 610 m sehr gering, die bisherigen Minenfunde lassen zwei Generatione pro Jahr vermuten (Minen im Juni und Oktober). Lebensraum der Art sind abwechslungsreich strukturierte, sonnige Waldränder (Kurz & Kurz 2021). | + | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== |
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| | + | Bis vor kurzem war ''P. finitimella'' nur durch unsichere Funde von Fraßspuren der erwachsenen Raupen aus [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] für die Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]) und II ([[Nördliche Kalkalpen]]) vermutet worden (Embacher et al. 2011). Durch den Fund der Jugendminen der Raupen am [[Heuberg]] am [[21. Oktober]] [[2018]], die sich von den eher flachen Jugendminen der ''[[Parornix torquillella]]'' deutlich dadurch unterscheiden, dass sie das Blatt viel stärker zusammenziehen, konnte nun aber der eindeutige Nachweis der Art für Salzburg erbracht werden (Embacher, Gros & Kurz 2020). Die Höhenverbreitung ist mit rund 430 bis 610 [[m ü. A.|m]] sehr gering, die bisherigen Minenfunde lassen zwei Generationen pro Jahr vermuten (Minen im Juni und Oktober). Lebensraum der Art sind abwechslungsreich strukturierte, sonnige [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>ränder (Embacher et al. 2024, [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). |
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| | + | ==Nachbarfaunen== |
| | + | Huemer (2013) gibt die Art aus allen österreichischen Bundesländern mit Ausnahme von [[Nordtirol]] an. Bei Klimesch (1990) scheint ''P. finitimella'' mit nur wenigen Fundnachweisen aus allen drei Landesteilen [[Oberösterreich]]s auf. Die Art kommt auch in [[Bayern]] in allen vier Naturräumen vor, im voralpinen Hügel- und Moorland ([[Alpenvorland]]) und den [[Alpen]] aber nur mit Nachweisen vor dem Jahr 2000 (Haslberger & Segerer 2016). |
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| | ==Biologie und Gefährdung== | | ==Biologie und Gefährdung== |
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| − | Die Imagines sind in Salzburg bisher nicht nachgewiesen, daher ist auch nichts über ihre Biologie bekannt. Die Raupen leben zunächst in stark zusammen gezogenen Blattminen an ''[[Prunus spinosa]]'' (bei Embacher, Gros & Kurz 2020 fälscherweise von ''[[Prunus domestica]]'' angegeben), später schlagen sie den Blattrand um und fressen bis zur Verpuppung darunter weiter. An denselben Nahrungspflanzen können auch mehrere Raupen der gleichen Art gefunden werden, aber auch die Minen von ''[[Stigmella plagicolella]]'', eine direkte gegenseitige Beeinflussung am selben Blatt konnte aber nicht beobachtet werden (Kurz & Kurz 2021). Da die Nahrungspflanze der Raupen, die Schlehe, in Salzburg nur in niedrigen Lagen verbreitet ist und oft der Landschaftsplege an Waldrändern zum Opfer fällt, wird ''P. finitimella'' vorbehaltlich weiterer Funde als potentiell bedroht angesehen. | + | Die [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines sind in Salzburg bisher nicht nachgewiesen, daher ist auch nichts über ihre Biologie bekannt. Die Raupen leben zunächst in stark zusammen gezogenen Blattminen an ''[[Prunus spinosa]]'' (deutsch: [[Schlehdorn]]; bei Embacher, Gros & Kurz 2020 ist fälscherweise ''[[Prunus domestica]]'', die [[Pflaume]], angegeben, die nach Literaturangaben aber ebenfalls als Nahrungspflanze in Betracht kommt), später schlagen sie den Blattrand um und fressen bis zur Verpuppung darunter weiter. An denselben Nahrungspflanzen können auch mehrere Raupen der gleichen Art gefunden werden, aber auch die Minen von ''[[Stigmella plagicolella]]'', eine direkte gegenseitige Beeinflussung am selben Blatt konnte aber nicht beobachtet werden (Kurz & Kurz 2025). Da die Nahrungspflanze der Raupen, die Schlehe, in Salzburg nur in niedrigen Lagen verbreitet ist und oft der Landschaftspflege an [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>rändern zum Opfer fällt, wird ''P. finitimella'' vorbehaltlich weiterer Funde als potentiell bedroht angesehen (Einstufung NT nach Embacher et al. 2024). |
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| | ==Weiterführende Informationen== | | ==Weiterführende Informationen== |
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| | {{NKIS | taxonid=1253}} | | {{NKIS | taxonid=1253}} |
| − | [[Salzburgwiki:Projekt_Fauna_und_Flora|Projekt: Fauna und Flora von Salzburg]]
| + | {{Fauna und Flora Projekt}} |
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| − | == Weitere Bilder == | + | == Bilder == |
| | {{Commonscat|Parornix finitimella}} | | {{Commonscat|Parornix finitimella}} |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | {{Quelle Embacher et al.}} | | {{Quelle Embacher et al.}} |
| − | *Embacher G., P. Gros & M. A. Kurz 2020. Sechster Nachtrag zu „Die Schmetterlinge des Landes Salzburg” (Insecta: Lepidoptera). Beiträge zur Entomofaunistik 21: 69-78. | + | *Embacher G., P. Gros & M. A. Kurz 2020. Sechster Nachtrag zu "Die Schmetterlinge des Landes Salzburg" (Insecta: Lepidoptera). Beiträge zur Entomofaunistik 21: 69-78. |
| − | *Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2021. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 13 Jänner 2021]. | + | {{Quelle Embacher et al. 2024}} |
| | + | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. |
| | + | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. |
| | + | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. |
| | + | *Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.05.23]. |
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| | + | == Einzelnachweis == |
| | + | <references/> |
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| | [[Kategorie:Wissenschaft]] | | [[Kategorie:Wissenschaft]] |