Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
47 Bytes hinzugefügt ,  13:36, 6. Jan. 2021
K
Zeile 16: Zeile 16:  
Sie sei Witwe nach Georg Aigner, gewester Müller auf der Bindermühle, dieser sei [[1805]] verstorben. Die gewerblichen Mühlen im [[Gerichtsbezirk Saalfelden]] stünden inmitten einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Hier seien 30 Mautmühlen und etliche [[Gmachlmühle]]n in Betrieb, es gäbe jedoch nur vier Schwarzbäcker. Sie als Bindermüllerin habe derzeit nur drei feste Kunden. Die Bäcker würden hingegen von der Situation profitieren und ihre Monopolstellung weidlich ausnützen. Diesbezüglich bemängelt die Fixstainer die schlechte Qualität des „Saalfeldner Brotes“ und führt weiters an, dass ihr 20-jähriger Sohn bereit sei, eine Bäckerlehre zu machen. Sie erwähnt auch die neue Straße über den [[Hirschbichl]], welche eine erhöhte Anzahl an Einquartierungen zur Folge hätte, die Versorgung mit Backwaren jedoch insgesamt unzureichend sei, da [[Weißbach]] über keine Bäckerei verfüge, sodass Brot entweder aus [[Saalfelden]] oder gar von [[Salzburg]] angeliefert werden müsse.  
 
Sie sei Witwe nach Georg Aigner, gewester Müller auf der Bindermühle, dieser sei [[1805]] verstorben. Die gewerblichen Mühlen im [[Gerichtsbezirk Saalfelden]] stünden inmitten einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Hier seien 30 Mautmühlen und etliche [[Gmachlmühle]]n in Betrieb, es gäbe jedoch nur vier Schwarzbäcker. Sie als Bindermüllerin habe derzeit nur drei feste Kunden. Die Bäcker würden hingegen von der Situation profitieren und ihre Monopolstellung weidlich ausnützen. Diesbezüglich bemängelt die Fixstainer die schlechte Qualität des „Saalfeldner Brotes“ und führt weiters an, dass ihr 20-jähriger Sohn bereit sei, eine Bäckerlehre zu machen. Sie erwähnt auch die neue Straße über den [[Hirschbichl]], welche eine erhöhte Anzahl an Einquartierungen zur Folge hätte, die Versorgung mit Backwaren jedoch insgesamt unzureichend sei, da [[Weißbach]] über keine Bäckerei verfüge, sodass Brot entweder aus [[Saalfelden]] oder gar von [[Salzburg]] angeliefert werden müsse.  
   −
Weiters geht aus dem Ansuchen hervor, dass Maria Fixstainer selbst eine Bäckerstochter ist und  lange Zeit in der [[Bodnermühle]] in [[Saalfelden]], die auch über ein Backrecht verfüge, beschäftigt war. Die in der Bittschrift angeführten Begründungen sind daher nicht nur von ihrem aktuellen ökonomischen Interesse bestimmt, sondern beruhen auch auf ihrem Erfahrungshintergrund. In der erwähnten Bodnermühle war auch ihr verstorbener Mann, Georg Aigner, als Müllermeister beschäftigt. Am 25. Jänner [[1790]] heirateten sie, beide im Alter von bereits 48 Jahren und erwarben gemeinsam die Bindermühle in Weißbach bei [[Lofer]]. 15 Jahre später starb Georg Aigner am 24. Dezember 1805 an den Folgen eines Schlaganfalles. Die Witwe führte seither den Betrieb mit Unterstützung ihres Sohnes weiter. Ob sie die Konzession für eine Schwarzbäckerei erlangen konnte, ist nicht bekannt. Sie starb am 3. Jänner 1823.
+
Weiters geht aus dem Ansuchen hervor, dass Maria Fixstainer selbst eine Bäckerstochter ist und  lange Zeit in der [[Bodnermühle]] in [[Saalfelden]], die auch über ein Backrecht verfüge, beschäftigt war. Die in der Bittschrift angeführten Begründungen sind daher nicht nur von ihrem aktuellen ökonomischen Interesse bestimmt, sondern beruhen auch auf ihrem Erfahrungshintergrund. In der erwähnten Bodnermühle war auch ihr verstorbener Mann, Georg Aigner, als Müllermeister beschäftigt. Am 25. Jänner [[1790]] heirateten sie, beide im Alter von bereits 48 Jahren und erwarben gemeinsam die Bindermühle in Weißbach bei [[Lofer]]. 15 Jahre später starb Georg Aigner am 24. Dezember 1805 an den Folgen eines Schlaganfalles. Die Witwe führte seither den Betrieb mit Unterstützung ihres Sohnes weiter. Ob sie die Konzession für eine Schwarzbäckerei erlangen konnte, geht naturgemäß aus der Bittschrift nicht hervor. Maria Fixsteiner starb am 3. Jänner 1823.
    
Erwähnenswert ist noch, dass der Schriftführer, der die Abschrift erstellte, den Namen der Bittstellerin Maria Fixstainer fälschlich mit Maria Fixthaler wieder gegeben hat. Es bedurfte daher einiger zusätzlicher Recherchen in den Matriken, um die richtigen Familiennamen der handelnden Personen erfolgreich ausfindig zu machen.
 
Erwähnenswert ist noch, dass der Schriftführer, der die Abschrift erstellte, den Namen der Bittstellerin Maria Fixstainer fälschlich mit Maria Fixthaler wieder gegeben hat. Es bedurfte daher einiger zusätzlicher Recherchen in den Matriken, um die richtigen Familiennamen der handelnden Personen erfolgreich ausfindig zu machen.
 +
 
==Ein Polizei-Bescheid in anderer Sache gibt Antwort auf offen gebliebene Fragen==
 
==Ein Polizei-Bescheid in anderer Sache gibt Antwort auf offen gebliebene Fragen==
 
Ein Georg Fischer aus Weißbach bei Lofer hatte um die Konzession für das Weißbäckergewerbe angesucht und sich dabei unter anderem auf Maria Viehsteiner – gemeint ist die hier schon bekannte Maria Fixsteiner -  welche seinerzeit in der Bindermühle in Weißbach dieses Gewerbe ausgeübt habe. (Anm.: Im Polizei-Bescheid wird das Ansuchen inhaltlich behandelt, das Ansuchen selbst liegt jedoch nicht vor.) Im Polizei-Bescheid heißt es (Zitat): ''Es ist falsch vorgegeben, dass Maria Viehsteinerin'' (sic) ''an der Bindermühle zu Weißbach eine Bäkerei hatte. Sie hatte nur das Schwarzbachersrecht, und dieses rentierte ihr so wenig, daß sie hievon die betreffende Steuer nicht zu zahlen vermochte, und deswegen das Recht wieder fahren ließ.''
 
Ein Georg Fischer aus Weißbach bei Lofer hatte um die Konzession für das Weißbäckergewerbe angesucht und sich dabei unter anderem auf Maria Viehsteiner – gemeint ist die hier schon bekannte Maria Fixsteiner -  welche seinerzeit in der Bindermühle in Weißbach dieses Gewerbe ausgeübt habe. (Anm.: Im Polizei-Bescheid wird das Ansuchen inhaltlich behandelt, das Ansuchen selbst liegt jedoch nicht vor.) Im Polizei-Bescheid heißt es (Zitat): ''Es ist falsch vorgegeben, dass Maria Viehsteinerin'' (sic) ''an der Bindermühle zu Weißbach eine Bäkerei hatte. Sie hatte nur das Schwarzbachersrecht, und dieses rentierte ihr so wenig, daß sie hievon die betreffende Steuer nicht zu zahlen vermochte, und deswegen das Recht wieder fahren ließ.''
28.595

Bearbeitungen

Navigationsmenü