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| | Im Gegensatz zu den bäuerlichen [[Gmachlmühle]]n war sie eine gewerbliche Mautmühle mit der Lizenz gegen die Entrichtung einer Maut in Form von Geld oder Naturalien Getreide zu vermahlen. | | Im Gegensatz zu den bäuerlichen [[Gmachlmühle]]n war sie eine gewerbliche Mautmühle mit der Lizenz gegen die Entrichtung einer Maut in Form von Geld oder Naturalien Getreide zu vermahlen. |
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| − | Im [[20. Jahrhundert]] wurde die Bindermühle in ein Sägewerk umgebaut und knapp oberhalb der ehemaligen Mühle ein Kraftwerk errichtet, das heute noch in Betrieb steht und durch das Wasser des Weißbaches gespeist wird. | + | Im [[20. Jahrhundert]] wurde die Bindermühle in ein Sägewerk umgebaut und knapp oberhalb der ehemaligen Mühle ein Kraftwerk errichtet, das heute noch in Betrieb steht und durch das Wasser des Weißbaches gespeist wird. |
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| | + | ==Über die Nöte der Bindermüllerin Anfang des 19. Jahrhunderts== |
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| | + | Aus einer an die [[Salzburger Landesregierung]] gerichteten Bittschrift der Maria Fixstainer bezüglich einer Bäckerkonzession erfahren wir, dass diese [[1806]] Besitzerin der Bindermühle ist. Sie ersucht darin um die Erteilung einer Konzession zur Ausübung des Schwarzbäckergewerbes und begründet dies wie folgt: |
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| | + | Sie sei Witwe nach Georg Aigner, gewester Müller auf der Bindermühle, dieser sei [[1805]] verstorben. Die gewerblichen Mühlen im [[Gerichtsbezirk Saalfelden]] stünden inmitten einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Hier seien 30 Mautmühlen und etliche [[Gmachlmühle]]n in Betrieb, es gäbe jedoch nur vier Schwarzbäcker. Sie als Bindermüllerin habe derzeit nur drei feste Kunden. Die Bäcker würden hingegen von der Situation profitieren und ihre Monopolstellung weidlich ausnützen. Diesbezüglich bemängelt die Fixstainer die schlechte Qualität des „Saalfeldner Brotes“ und führt weiters an, dass ihr 20-jähriger Sohn bereit sei, eine Bäckerlehre zu machen. Sie erwähnt auch die neue Straße über den [[Hirschbichl]], welche eine erhöhte Anzahl an Einquartierungen zur Folge hätte, die Versorgung mit Backwaren jedoch insgesamt unzureichend sei, da [[Weißbach]] über keine Bäckerei verfüge, sodass Brot entweder aus [[Saalfelden]] oder gar von [[Salzburg]] angeliefert werden müsse. |
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| | + | Weiters geht aus dem Ansuchen hervor, dass Maria Fixstainer selbst eine Bäckerstochter ist und lange Zeit in der [[Bodnermühle Saalfelden]], die auch über ein Backrecht verfüge, beschäftigt war. Die in der Bittschrift angeführten Begründungen sind daher nicht nur von ihrem aktuellen ökonomischen Interesse bestimmt, sondern beruhen auch auf ihrem Erfahrungshintergrund. In der erwähnten Bodnermühle war auch ihr verstorbener Mann, Georg Aigner, als Müllermeister beschäftigt. Am 25. Jänner [[1790]] heirateten sie, beide im Alter von bereits 48 Jahren und erwarben gemeinsam die Bindermühle in Weißbach bei [[Lofer]]. 15 Jahre später starb Georg Aigner am 24. Dezember 1805 an den Folgen eines Schlaganfalles. Die Witwe führte seither den Betrieb mit Unterstützung ihres Sohnes weiter. Ob sie die Konzession für eine Schwarzbäckerei erlangen konnte, ist nicht bekannt. Sie starb am 3. Jänner 1823. |
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| | + | Erwähnenswert ist noch, dass der Schriftführer, der die Abschrift erstellte, den Namen der Bittstellerin Maria Fixstainer fälschlich mit Maria Fixthaler wieder gegeben hat. Es bedurfte daher einiger zusätzlicher Recherchen in den Matriken, um die richtigen Familiennamen der handelnden Personen erfolgreich ausfindig zu machen. |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | * Informationstafel im Eingangsbereich der Seisenbergklamm | | * Informationstafel im Eingangsbereich der Seisenbergklamm |
| | + | * Abschrift der Bittschrift, verfasst am 9. Juli 1906, im Archiv des [[Museum Schloss Ritzen]] in Saalfelden. |
| | + | * Transkription der Bittschrift und Information über den Inhalt und die Personen bezogenen Daten von Peter M. Kohlbacher, Saalfelden |
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| | [[Kategorie:Geschichte]] | | [[Kategorie:Geschichte]] |