Kobler-Spängler-Briefe: Unterschied zwischen den Versionen
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Großmutter Fanny, „Höllbräuin“ in Salzburg und Besitzerin des heutigen Gasthauses [[Höllbräu]] (heute [[Hotel Altstadt Radisson Blu]]), wechselt über viele Jahre hinweg Briefe mit ihrer Enkelin Fanni. In diesen Briefen ist viel von „Gesundheit“, „Tod im Kindbett“ usw. die Rede. Das ist nicht zufällig und nicht nur allgemeines Gesprächstema der Zeit, sondern auf die besondere Beziehung beider Frauen zueinander zurückzuführen. Zumeist geht es jedoch (später) um Alltagsdinge, um familiäre Nachrichten und um Grüße: | Großmutter Fanny, „Höllbräuin“ in Salzburg und Besitzerin des heutigen Gasthauses [[Höllbräu]] (heute [[Hotel Altstadt Radisson Blu]]), wechselt über viele Jahre hinweg Briefe mit ihrer Enkelin Fanni. In diesen Briefen ist viel von „Gesundheit“, „Tod im Kindbett“ usw. die Rede. Das ist nicht zufällig und nicht nur allgemeines Gesprächstema der Zeit, sondern auf die besondere Beziehung beider Frauen zueinander zurückzuführen. Zumeist geht es jedoch (später) um Alltagsdinge, um familiäre Nachrichten und um Grüße: | ||
==== Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | |||
Brief mit Prägestempel [englisches Staatswappen] | |||
:''„Salzburg 19. 4. 1872: Dank für Zeilen aus Kufstein, aber das sind wenig Nachrichten, von allen Seiten wird gefragt, „wo ihr seit, und wie es Euch geht“''. Die Großmutter beklagt sich über fehlende Nachrichten, „''es hat mich sehr geschmerzt, dein Mann zeigt dir alle Naturschönheiten, „ein ganz kleines Plätzchen in deinem Herzen gehört auch noch mir, so hab ich mir gedacht. [...] Seit mehreren Tagen rüstet sich alles zum Ball der Morgen stattfinden wird. Mina hat ein gelbes Seidenkleid mit weisen Oberkleid, die Lida [Guttenberg] ein Rosakleid. Es sind über 600 Personen geladen. [...] Die Arigler ([[Arrigler]]) Lina ist Braut von Hr. Hager der von Arigler das Geschäft gekauft hat. [...] Lebet wohl und vergnügt bis wir uns in Mödling treffen, Gott erhalten uns gesund, dieß ist der innigste Wunsch deiner dich liebenden Großmutter Fanni.''“ | :''„Salzburg 19. 4. 1872: Dank für Zeilen aus Kufstein, aber das sind wenig Nachrichten, von allen Seiten wird gefragt, „wo ihr seit, und wie es Euch geht“''. Die Großmutter beklagt sich über fehlende Nachrichten, „''es hat mich sehr geschmerzt, dein Mann zeigt dir alle Naturschönheiten, „ein ganz kleines Plätzchen in deinem Herzen gehört auch noch mir, so hab ich mir gedacht. [...] Seit mehreren Tagen rüstet sich alles zum Ball der Morgen stattfinden wird. Mina hat ein gelbes Seidenkleid mit weisen Oberkleid, die Lida [Guttenberg] ein Rosakleid. Es sind über 600 Personen geladen. [...] Die Arigler ([[Arrigler]]) Lina ist Braut von Hr. Hager der von Arigler das Geschäft gekauft hat. [...] Lebet wohl und vergnügt bis wir uns in Mödling treffen, Gott erhalten uns gesund, dieß ist der innigste Wunsch deiner dich liebenden Großmutter Fanni.''“ | ||
==== Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | |||
: „''Salzburg am 14te Dez: 1872. Liebe Fanni! Dießmal muß ich deinen Brief gleich beantworten, damit du nicht zweifeln darfst ob ich euch beherbergen werde. Wie, und warum du, daran auch nur einen Augenblick zweifeln konntest, weis ich nicht. Ich habe nur zu ein paar Bekante mich geäußert, das wenn ihr im Winter kommt es mir recht leid thut, weil ich euch zum schlafen kein geheiztes Zimmer geben kann, das hab ich auch zu Franzens Mutter gesagt. Wenn es die Geschäfte deines Mannes erlauben, o, so komt nur meine Lieben die alte Großmutter hat große Sensucht euch einmal wieder zu seh’n. – Die Feyertage werden ja doch keine Verhandlungen sein, und so gebe ich mich der Hoffnung hin, euch gewiß zu seh’n. Die Lida [Guttenberg; Freundin] hab ich nur einmal gesprochen, solang sie jetzt in Salzburg ist, jezt hat sie die Nani schon 8 Tage die Winterkleidung zusammenzurichten. Hast du dir ein schwarzes Tuchkleid gekauft, oder nur eine Ueberschosse [?] und eine Jage [Jacke]. Die meisten Mädchen bey uns, haben Ansetze von Sammt wenn es aber nicht ein schönes Sammt ist gefallen sie mir viel weniger als von Tuch. Der Walli ihre Hochzeit wird den 25.ten Januar sein. Erlach Robert ist Brautführer und Ida [Schlögelhofer] eine von die Kranzjungfraun. Die Schwester der Haßseck [?] die Mari hat den 20.te Hochzeit mit Herrn Mößer, der einmal die Schnerberger hat heurathen wollen, er ist Braumeister in Steuer [Steyr]; die [[Laschenzky|Laschenzki]] welche dich herzlich grüß, hat zwey Hochzeiten in einer Woche. Das deine Wirthschaft so gut geht freud mich sehr, aller Anfang ist schwer, besonders wenn man fremd ist, ich habe auch gar nicht gezweifelt, das es so werden wird, wenn du länger in Mödling bist. Was deine Geschwister betrift mußt du entweder jeden etwas geben, oder keinen nichts [!], ich glaube es [ist] nicht notwendig ihnen etwas zu geben. Die schönen Tage sind jetzt bey uns vorüber, 2 Tag haben wir Schnee und kalt. Wenn es zur Reise kommt wie ich hoffe, zieht euch ja recht warm an. Jedenfalls sey so gut ein paar Tage früher es mir wißen zu lassen wann ihr eintrefft. Lebe recht wohl, grüße deinen Mann von mir herzlich, es ist auch für ihn wohlthuent einige Tage [fehlt wohl: Ferien] zu mach’n. Erfreue bald mit einer angenehmen Antwort deine dich liebende Großmutter Fanni Kobler. – Alle Bekanten grüßen dich herzlich Deinen Brief hab ich erst den 12.te erhalten''“ | : „''Salzburg am 14te Dez: 1872. Liebe Fanni! Dießmal muß ich deinen Brief gleich beantworten, damit du nicht zweifeln darfst ob ich euch beherbergen werde. Wie, und warum du, daran auch nur einen Augenblick zweifeln konntest, weis ich nicht. Ich habe nur zu ein paar Bekante mich geäußert, das wenn ihr im Winter kommt es mir recht leid thut, weil ich euch zum schlafen kein geheiztes Zimmer geben kann, das hab ich auch zu Franzens Mutter gesagt. Wenn es die Geschäfte deines Mannes erlauben, o, so komt nur meine Lieben die alte Großmutter hat große Sensucht euch einmal wieder zu seh’n. – Die Feyertage werden ja doch keine Verhandlungen sein, und so gebe ich mich der Hoffnung hin, euch gewiß zu seh’n. Die Lida [Guttenberg; Freundin] hab ich nur einmal gesprochen, solang sie jetzt in Salzburg ist, jezt hat sie die Nani schon 8 Tage die Winterkleidung zusammenzurichten. Hast du dir ein schwarzes Tuchkleid gekauft, oder nur eine Ueberschosse [?] und eine Jage [Jacke]. Die meisten Mädchen bey uns, haben Ansetze von Sammt wenn es aber nicht ein schönes Sammt ist gefallen sie mir viel weniger als von Tuch. Der Walli ihre Hochzeit wird den 25.ten Januar sein. Erlach Robert ist Brautführer und Ida [Schlögelhofer] eine von die Kranzjungfraun. Die Schwester der Haßseck [?] die Mari hat den 20.te Hochzeit mit Herrn Mößer, der einmal die Schnerberger hat heurathen wollen, er ist Braumeister in Steuer [Steyr]; die [[Laschenzky|Laschenzki]] welche dich herzlich grüß, hat zwey Hochzeiten in einer Woche. Das deine Wirthschaft so gut geht freud mich sehr, aller Anfang ist schwer, besonders wenn man fremd ist, ich habe auch gar nicht gezweifelt, das es so werden wird, wenn du länger in Mödling bist. Was deine Geschwister betrift mußt du entweder jeden etwas geben, oder keinen nichts [!], ich glaube es [ist] nicht notwendig ihnen etwas zu geben. Die schönen Tage sind jetzt bey uns vorüber, 2 Tag haben wir Schnee und kalt. Wenn es zur Reise kommt wie ich hoffe, zieht euch ja recht warm an. Jedenfalls sey so gut ein paar Tage früher es mir wißen zu lassen wann ihr eintrefft. Lebe recht wohl, grüße deinen Mann von mir herzlich, es ist auch für ihn wohlthuent einige Tage [fehlt wohl: Ferien] zu mach’n. Erfreue bald mit einer angenehmen Antwort deine dich liebende Großmutter Fanni Kobler. – Alle Bekanten grüßen dich herzlich Deinen Brief hab ich erst den 12.te erhalten''“ | ||
==== Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | |||
:„''27. 7. 1874 Liebe Fanni! Alle Bekanten grüßen euch. Hast du die Laurey [?] nie besucht? Weis dein Mann nicht wo er angestellt ist. – Ich sollte dich ein wenig auszanken, weil ich seyd den 14ten Juni keine Nachricht auf meine zwey Briefe erhalten habe, und mir gar kein Hinternüß denken konnte. Ich hätte so gerne die mir zugeschückten Kleider in Ordnung gebracht; weil der Vater vom K. Beringer könnt mit deinem Bruder Karl in Schweiz gehn wird, und ich weder hörte, das er Verschiedenes zu der Reise benötiget, besonders ein Beinkleid. Du kannst dir denken das die Mutter [und] der Karl über Euer Geschänck erfreud warn. Auch den Vater hat es gefreud das du an Karl gedacht hast. Das schwarze Beinkleid hab ich für Hinterholzer behalten. [...] besonders ist dein Vater wie ich entschieden dagegen das du die Zimmer bürsten thust, er sagt, solche Arbeiten muß man gewöhnt seyn, es könnte für dich üble Folgen haben, da deine Brust nicht so stark ist. In Mödling gibt es gewiß einen Zimmerputzer, wenn du alle 14 Tage einen kommen läßt, der dir auch zu gleich die Teppiche ausstaubt ist es oft genug, und diese Auslage wird schon zu bestreiten sein, um sich der Gefahr […] böse Folgen auszusetzen. Ich bitte dich, mich bald darüber zu beruhigen, das du dein Zimmer nicht mehr sebst bürsten wilst. So viel Geschück im Kleider machen hab ich dir fast nicht zugetraut das du dich auch über Männer Kleidungs-Stücke wagst. – Da muß dir dein Mann schon ein gutes Trinkgeld gegeben haben. – [...] und sträng dich nicht so sehr an. Dieß wünscht und erwarthet deine Großmutter Fanni.''“ | :„''27. 7. 1874 Liebe Fanni! Alle Bekanten grüßen euch. Hast du die Laurey [?] nie besucht? Weis dein Mann nicht wo er angestellt ist. – Ich sollte dich ein wenig auszanken, weil ich seyd den 14ten Juni keine Nachricht auf meine zwey Briefe erhalten habe, und mir gar kein Hinternüß denken konnte. Ich hätte so gerne die mir zugeschückten Kleider in Ordnung gebracht; weil der Vater vom K. Beringer könnt mit deinem Bruder Karl in Schweiz gehn wird, und ich weder hörte, das er Verschiedenes zu der Reise benötiget, besonders ein Beinkleid. Du kannst dir denken das die Mutter [und] der Karl über Euer Geschänck erfreud warn. Auch den Vater hat es gefreud das du an Karl gedacht hast. Das schwarze Beinkleid hab ich für Hinterholzer behalten. [...] besonders ist dein Vater wie ich entschieden dagegen das du die Zimmer bürsten thust, er sagt, solche Arbeiten muß man gewöhnt seyn, es könnte für dich üble Folgen haben, da deine Brust nicht so stark ist. In Mödling gibt es gewiß einen Zimmerputzer, wenn du alle 14 Tage einen kommen läßt, der dir auch zu gleich die Teppiche ausstaubt ist es oft genug, und diese Auslage wird schon zu bestreiten sein, um sich der Gefahr […] böse Folgen auszusetzen. Ich bitte dich, mich bald darüber zu beruhigen, das du dein Zimmer nicht mehr sebst bürsten wilst. So viel Geschück im Kleider machen hab ich dir fast nicht zugetraut das du dich auch über Männer Kleidungs-Stücke wagst. – Da muß dir dein Mann schon ein gutes Trinkgeld gegeben haben. – [...] und sträng dich nicht so sehr an. Dieß wünscht und erwarthet deine Großmutter Fanni.''“ | ||
==== Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | |||
:„''22. 12. 1875 Liebe Fanni! Es ist gerade 11 Uhr Mittag und ich habe das Kistl wo sich die kleine Ausstat[t]ung für euer kleines Kind befindet den Eillgut übergeben. Morgen wirst du es in Haus gestellt erhalten. ich hoffe das Christkind wird euch [erreichen] du kannst es glauben liebe Fanni es hat mir viele Mühe und Sorge gemach alles zusammen zu bringen. Ich habe es mit Freuden gethan. Wenn Gott mir die Gnade schänkt das kleine Wesen an mein Herz zu drücken und ihm den Urgroßmütterlichen Kuß zu geben, bin [ich] für alles belohnt. Du wirst sehn wie mit Mühe und Sorge für das kleine Wuzi wächst, nur meine ich immer es wird dir zu viel werden ohne Magd, weil dir dir schlaflosen Nächt oft Müdigkeit und Unwohlsein bereitet gemacht haben, und auch für das Geschäft deines Franzes beschwerlich ist. Doch wenn der liebe Gott dem ich täglich inig bitte Gesundheit schänkt, wirst du dich schon daran gewöhnen, die Lieb überwindet alles. Der Güttig Gott schänke dir an Geist und Korper ein gesunds Kind. Ich brauche dir nicht erst zu sagen wie gern ich dir in den Wochenbett zur Seite gestanden wäre und alles überwacht hätte. Doch ich weis ja die gute Mutter [Spängler, geb. Lürzer] bey dir die ja Sorgsam, lieb und gut ist, Gott möge ihrr Gesundheit schänken. Wie wird sich dein guter Mann freuen das kleine Püpchen auf seinen Arm zu tragen und auf seinen Knien zu schaukeln. Euer Leben wird jetzt ein ganz anderes sein. Eine Kinderlose Ehe wird mit den Jahren zu Monoton, es fehl dem Leben an Jntreße [Interesse]. Nun liebe Fanni hab ich einmal über das was uns beyde so sehr intresiert sprächen können nach dem ich mich schon lange gesähnt habe. Heute hab ich gerade die Lichte für meine Augen da ich mehr sehe als gewöhnlich. Ich füge daher dem besten Wunsch zum freudigen Christkind, dem aufrichtigen herzlichen Wunsch bey zum Neuenjahr bey, Gott wolle uns Gesundheit und ein Wiedersehn verleihn. – Meine Gesundheit hat sich viel gebessert, doch frey bin ich von meinen Magenklopfen nicht, aber ich darf doch wieder etwas mehr genießen, und es dauert nicht 4-5 Stunden lang. Ich danke dir für den Stoff den du mir hast färben lassen er gefählt mir gut, was daraus wird, weis ich noch nicht. Die Näherin ist im Spital bedenklich krank, wenn sie wieder besser wird, werden ihr die 3 fl [Taler] zur Erholung recht wohl thun. Ida welche dich vielmals grüßt, ist jetzt recht beschäftigt. sie geht in 3-4 Häuser wo sie Kleider macht, man ist mit ihr zufrieden, da muß von 4 ½ Uhr bis 7 ½ Uhr fleißig nähn, und kann nicht davon laufen. Gestern war sie den ganzen Tag bey mir, da haben wir die Kindswäsche geordnet und zusammen gebunden, es hat ihr Freude gemacht, es thun zu dürfen. Jetzt muß ich schlüßen eds wird schon dunkl die Augen versagen mir ihrn Dienst. Ich meine du sollst die Wäsche wenn du selbr gesehn hast in der Küste lassen, du darfst nur einen Tepich darunter legen, da kanst du sie in jeden Zimmer stehn lassen. Grüße die Rosi, ich hoffe das Mieder wird recht sein Lebe recht wohl es umarmt Euch beyde Euere Großmutter Fanni.''“ | :„''22. 12. 1875 Liebe Fanni! Es ist gerade 11 Uhr Mittag und ich habe das Kistl wo sich die kleine Ausstat[t]ung für euer kleines Kind befindet den Eillgut übergeben. Morgen wirst du es in Haus gestellt erhalten. ich hoffe das Christkind wird euch [erreichen] du kannst es glauben liebe Fanni es hat mir viele Mühe und Sorge gemach alles zusammen zu bringen. Ich habe es mit Freuden gethan. Wenn Gott mir die Gnade schänkt das kleine Wesen an mein Herz zu drücken und ihm den Urgroßmütterlichen Kuß zu geben, bin [ich] für alles belohnt. Du wirst sehn wie mit Mühe und Sorge für das kleine Wuzi wächst, nur meine ich immer es wird dir zu viel werden ohne Magd, weil dir dir schlaflosen Nächt oft Müdigkeit und Unwohlsein bereitet gemacht haben, und auch für das Geschäft deines Franzes beschwerlich ist. Doch wenn der liebe Gott dem ich täglich inig bitte Gesundheit schänkt, wirst du dich schon daran gewöhnen, die Lieb überwindet alles. Der Güttig Gott schänke dir an Geist und Korper ein gesunds Kind. Ich brauche dir nicht erst zu sagen wie gern ich dir in den Wochenbett zur Seite gestanden wäre und alles überwacht hätte. Doch ich weis ja die gute Mutter [Spängler, geb. Lürzer] bey dir die ja Sorgsam, lieb und gut ist, Gott möge ihrr Gesundheit schänken. Wie wird sich dein guter Mann freuen das kleine Püpchen auf seinen Arm zu tragen und auf seinen Knien zu schaukeln. Euer Leben wird jetzt ein ganz anderes sein. Eine Kinderlose Ehe wird mit den Jahren zu Monoton, es fehl dem Leben an Jntreße [Interesse]. Nun liebe Fanni hab ich einmal über das was uns beyde so sehr intresiert sprächen können nach dem ich mich schon lange gesähnt habe. Heute hab ich gerade die Lichte für meine Augen da ich mehr sehe als gewöhnlich. Ich füge daher dem besten Wunsch zum freudigen Christkind, dem aufrichtigen herzlichen Wunsch bey zum Neuenjahr bey, Gott wolle uns Gesundheit und ein Wiedersehn verleihn. – Meine Gesundheit hat sich viel gebessert, doch frey bin ich von meinen Magenklopfen nicht, aber ich darf doch wieder etwas mehr genießen, und es dauert nicht 4-5 Stunden lang. Ich danke dir für den Stoff den du mir hast färben lassen er gefählt mir gut, was daraus wird, weis ich noch nicht. Die Näherin ist im Spital bedenklich krank, wenn sie wieder besser wird, werden ihr die 3 fl [Taler] zur Erholung recht wohl thun. Ida welche dich vielmals grüßt, ist jetzt recht beschäftigt. sie geht in 3-4 Häuser wo sie Kleider macht, man ist mit ihr zufrieden, da muß von 4 ½ Uhr bis 7 ½ Uhr fleißig nähn, und kann nicht davon laufen. Gestern war sie den ganzen Tag bey mir, da haben wir die Kindswäsche geordnet und zusammen gebunden, es hat ihr Freude gemacht, es thun zu dürfen. Jetzt muß ich schlüßen eds wird schon dunkl die Augen versagen mir ihrn Dienst. Ich meine du sollst die Wäsche wenn du selbr gesehn hast in der Küste lassen, du darfst nur einen Tepich darunter legen, da kanst du sie in jeden Zimmer stehn lassen. Grüße die Rosi, ich hoffe das Mieder wird recht sein Lebe recht wohl es umarmt Euch beyde Euere Großmutter Fanni.''“ | ||
==== Ida Schlögelhofer und Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | |||
:„''Ida [eine Freundin von Fanni, verh. Schlögelhofer] und „Großmutter“, Fanny Kobler, an Fanni Spängler: Salzburg den 21/2 [1]876./ Liebe gute Fanni! Gestern war die Mutter bei der Großmutter wo sie ihr mitteilte, das sie am 29ten Feber [Februar] abreisen wird, um Euch alle außer Sorge zu bringen, wir wünschen nur das es alles recht glüklich vorüber geht, dieß bitten wir den lieben Gott innig, u. ich und Großmutter freuen uns ebenso auf dein Wuzi [Kind] wie du dich u. Franzl, u. wie sehr würde es Großm.[utter] freuen diesen kleinen Weltbürger in ihre Arme schließen zu können. Großm. lässt dich bitten wenn der große Akt vorüber ist ihr gleich zu telegrafieren // darüber mit Fannys Schrift: Dem Papi viele Grüße. Thomas grüßt Dich.// u. die ersten 9 Tage ih täglich durch Telegramm wißen zu laßen wie es Dir u. dem kleinen Wuzi geht, sei nur muthig liebe Fanni, der Allmächtige zur dem Deine Großmutter täglich bettet wird Dich gewiß wieder bald gesund hervorgehen laßen, u. Dir Dein kleines Wuzerl auch recht gesund erhalten./ Die Großm. wird die Rechnung schon bald in Ordnung bringen, du sollst nur bald schreiben, was du für Wien ausgelegt hast./ Also liebe Fanni ich schließe auch dem Briefe meinen herzlichsten Dank an für die Besorgung der Franzen, u. Großmutter wird Dir den Betrag durch die Mutter [Spängler] überschiken, dem ich ihr am 12te Febr. übergab, ich danke Dir noch vielmals dafür, das du mir so lange zugewartet hast. An Franzl von uns herzliche Grüße, u. Großm. läßt ihm sagen er soll nur recht standhaft sein, es ist Dir auch eine Erleichterung./ Nun lebe wol liebe Fanni nächstens ein ausfürlicherer Brief, sei herzlich geküßt u. gegrüßt, von Deiner Freundin Ida u. Großmutter. / [Fanny Koblers, 1796-1886, eigene Schrift:] Liebe Fanni! Wie mich das glüklich macht heute 8 Tag dich in Geselschaft der guten Mutter [Spängler] und erfahrene Frau zu wissen kann ich dir nicht beschreiben, nach dem dein Befinden Gott sey Dank immer so gut als es unter diesen Umständen seyn kann ist, so wird alles gut vorüber geh’n. Mein Befinden ist zimmlich gut, daher kannst du auch in dieser Beziehung ruhig sein. Laschanzki [Laschensky] seine Frau wird auch schon im März entbunden; es [geht] gut soviel ich von seiner Mutter höre welche dich vielmals grüßen läßt. Frau v: Bauernfeind [Paurnfeind] ist von Reumatischenschmerz im Fuß schon 8 Wochen im Bett. Wenn dein Wuzl Gethauft und eingewikelt ist, so [gib ihm] einen lan lange[n], lange[n] Kuß von mir, was würde ich darum geben wenn ich bey euch sein könnte. Lebe wohl liebe Fanni, grüße deinen Mann. Meine Augen erlauben mir nicht länger zu schreiben. Fanni.''“ | :„''Ida [eine Freundin von Fanni, verh. Schlögelhofer] und „Großmutter“, Fanny Kobler, an Fanni Spängler: Salzburg den 21/2 [1]876./ Liebe gute Fanni! Gestern war die Mutter bei der Großmutter wo sie ihr mitteilte, das sie am 29ten Feber [Februar] abreisen wird, um Euch alle außer Sorge zu bringen, wir wünschen nur das es alles recht glüklich vorüber geht, dieß bitten wir den lieben Gott innig, u. ich und Großmutter freuen uns ebenso auf dein Wuzi [Kind] wie du dich u. Franzl, u. wie sehr würde es Großm.[utter] freuen diesen kleinen Weltbürger in ihre Arme schließen zu können. Großm. lässt dich bitten wenn der große Akt vorüber ist ihr gleich zu telegrafieren // darüber mit Fannys Schrift: Dem Papi viele Grüße. Thomas grüßt Dich.// u. die ersten 9 Tage ih täglich durch Telegramm wißen zu laßen wie es Dir u. dem kleinen Wuzi geht, sei nur muthig liebe Fanni, der Allmächtige zur dem Deine Großmutter täglich bettet wird Dich gewiß wieder bald gesund hervorgehen laßen, u. Dir Dein kleines Wuzerl auch recht gesund erhalten./ Die Großm. wird die Rechnung schon bald in Ordnung bringen, du sollst nur bald schreiben, was du für Wien ausgelegt hast./ Also liebe Fanni ich schließe auch dem Briefe meinen herzlichsten Dank an für die Besorgung der Franzen, u. Großmutter wird Dir den Betrag durch die Mutter [Spängler] überschiken, dem ich ihr am 12te Febr. übergab, ich danke Dir noch vielmals dafür, das du mir so lange zugewartet hast. An Franzl von uns herzliche Grüße, u. Großm. läßt ihm sagen er soll nur recht standhaft sein, es ist Dir auch eine Erleichterung./ Nun lebe wol liebe Fanni nächstens ein ausfürlicherer Brief, sei herzlich geküßt u. gegrüßt, von Deiner Freundin Ida u. Großmutter. / [Fanny Koblers, 1796-1886, eigene Schrift:] Liebe Fanni! Wie mich das glüklich macht heute 8 Tag dich in Geselschaft der guten Mutter [Spängler] und erfahrene Frau zu wissen kann ich dir nicht beschreiben, nach dem dein Befinden Gott sey Dank immer so gut als es unter diesen Umständen seyn kann ist, so wird alles gut vorüber geh’n. Mein Befinden ist zimmlich gut, daher kannst du auch in dieser Beziehung ruhig sein. Laschanzki [Laschensky] seine Frau wird auch schon im März entbunden; es [geht] gut soviel ich von seiner Mutter höre welche dich vielmals grüßen läßt. Frau v: Bauernfeind [Paurnfeind] ist von Reumatischenschmerz im Fuß schon 8 Wochen im Bett. Wenn dein Wuzl Gethauft und eingewikelt ist, so [gib ihm] einen lan lange[n], lange[n] Kuß von mir, was würde ich darum geben wenn ich bey euch sein könnte. Lebe wohl liebe Fanni, grüße deinen Mann. Meine Augen erlauben mir nicht länger zu schreiben. Fanni.''“ | ||
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Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, 1871, über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen weniger die direkte Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so nahen) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen Nähe und Ferne, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des [[19. Jahrhundert]]s, liegt der Reiz dieser Briefe. | Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, 1871, über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen weniger die direkte Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so nahen) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen Nähe und Ferne, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des [[19. Jahrhundert]]s, liegt der Reiz dieser Briefe. | ||
== Eine weitere Auswahl an Kobler-Spängler-Briefe == | == Eine weitere Auswahl an Kobler-Spängler-Briefe == | ||
Diese Sammlung wurde von [[Benutzer:OttoChristianRupert|Otto Holzapfel]] aus Freiburg im Breisgau dem Salzburgwiki zur Verfügung gestellt. | Diese Sammlung wurde von [[Benutzer:OttoChristianRupert|Otto Holzapfel]] aus Freiburg im Breisgau dem Salzburgwiki zur Verfügung gestellt. | ||
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Salzburg war in dieser Zeit eine Stadt der Handelsleute, die auch zumeist das Bürgermeisteramt innehatten (vgl. Dopsch, 1996, S. 351). Nach 1830 hat die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen. Die Tochter Theresia Metzger (* 1764; † 1814) heiratet den Sohn des Franz Anton Spängler, nämlich [[Franz Josef Christian Spängler]] (* 1758; † 1819). Die [[Spängler]] gehören zu den ‚großen’ Salzburger Familien (vgl. Dopsch, 1996, S. 372). Für die Spängler-Hochzeit 1755 komponiert Vater [[Leopold Mozart[[ zehn Hochzeitsmenuette, genannt „Menuetti fatte per le Nozze del Signore Francesco Antonio Spangler dal Sig.re Leopoldo Mozart“. In der übernächsten Generation heiratet der Enkel Franz Xaver Spängler 1826 in Salzburg Antonia Lürzer von Zehendthal (* 1803; † 1882), von der in dem oben genannten Brief ihrer Mutter an Franz Xaver Spängler die Rede ist. – Von Franz Anton Spängler (* 1705; † 1784), „Franc. Ant. Spangler“ (so das eingeklebte Exlibris), stammt ein reich illustrierter Handatlas, „Atlas Portalis Germanicus“ (Nürnberg 1733) [[Handatlas 1733]]. | Salzburg war in dieser Zeit eine Stadt der Handelsleute, die auch zumeist das Bürgermeisteramt innehatten (vgl. Dopsch, 1996, S. 351). Nach 1830 hat die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen. Die Tochter Theresia Metzger (* 1764; † 1814) heiratet den Sohn des Franz Anton Spängler, nämlich [[Franz Josef Christian Spängler]] (* 1758; † 1819). Die [[Spängler]] gehören zu den ‚großen’ Salzburger Familien (vgl. Dopsch, 1996, S. 372). Für die Spängler-Hochzeit 1755 komponiert Vater [[Leopold Mozart[[ zehn Hochzeitsmenuette, genannt „Menuetti fatte per le Nozze del Signore Francesco Antonio Spangler dal Sig.re Leopoldo Mozart“. In der übernächsten Generation heiratet der Enkel Franz Xaver Spängler 1826 in Salzburg Antonia Lürzer von Zehendthal (* 1803; † 1882), von der in dem oben genannten Brief ihrer Mutter an Franz Xaver Spängler die Rede ist. – Von Franz Anton Spängler (* 1705; † 1784), „Franc. Ant. Spangler“ (so das eingeklebte Exlibris), stammt ein reich illustrierter Handatlas, „Atlas Portalis Germanicus“ (Nürnberg 1733) [[Handatlas 1733]]. | ||
==== „Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co“ ==== | |||
Gertrude Maier schrieb 1973 eine Wiener Dissertation über die „Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co“. Sie weist darauf hin, dass die SPÄNGLER-BANK [[Spänglerbank]] die älteste, noch bestehende Privatbank in Österreich ist. Sie wächst nach einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs in Salzburg im 19. Jahrhundert heran. Napoleonische Truppen haben Salzburg 1809 besetzt; es gibt auch eine Einquartierung im Hause Spängler. Der Krieg bedingt einen erheblichen Rückgang des Handels (u. a. durch die Zollgrenze nach Bayern), und die Einwohnerzahlen sinken bis um 1830. Erst danach gibt es eine langsame Erholung, der dann auch den Fremdenverkehr einschließt, und z. B. ab 1842 gibt es jährliche Mozartfeste, welche auch von der Spängler-Bank gefördert werden. – Handelshäuser mit Bankgeschäften gibt es in Salzburg seit dem 17. Jahrhundert, genannt wird u.a. Matthias II. Gschnitzer [[Mathias Gschnitzer]] (* 1808; † 1884). Die Spängler fangen ab 1828 mit Bankgeschäften an, wobei man ein Handelshaus mit Tradition seit dem 14. Jahrhundert übernimmt (zuletzt Andre Mayr, dann 1827 J. A. Duregger; daneben ab 1810 „Spängler & Trauner“). Die Duregger-Handelsgesellschaft mit Bankgeschäften gibt es ab 1828, ab 1855 übernimmt das „Spängler & Trauner“. Ab 1870 hat [[Carl Spängler]] nur noch die Bank, die bis dahin das einzige große Geldinstitut in Stadt und Land Salzburg ist. – Die Familie Duregger besaß ein Haus in der Getreidegasse Nr. 3. Sie zieht 1855 um in ein ansehnliches Haus am Mozartplatz Nr. 4, und Leopoldine Duregger, verheiratet mit Carl Spängler, erbt dieses Haus, das im Familienbesitz bleibt. | Gertrude Maier schrieb 1973 eine Wiener Dissertation über die „Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co“. Sie weist darauf hin, dass die SPÄNGLER-BANK [[Spänglerbank]] die älteste, noch bestehende Privatbank in Österreich ist. Sie wächst nach einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs in Salzburg im 19. Jahrhundert heran. Napoleonische Truppen haben Salzburg 1809 besetzt; es gibt auch eine Einquartierung im Hause Spängler. Der Krieg bedingt einen erheblichen Rückgang des Handels (u. a. durch die Zollgrenze nach Bayern), und die Einwohnerzahlen sinken bis um 1830. Erst danach gibt es eine langsame Erholung, der dann auch den Fremdenverkehr einschließt, und z. B. ab 1842 gibt es jährliche Mozartfeste, welche auch von der Spängler-Bank gefördert werden. – Handelshäuser mit Bankgeschäften gibt es in Salzburg seit dem 17. Jahrhundert, genannt wird u.a. Matthias II. Gschnitzer [[Mathias Gschnitzer]] (* 1808; † 1884). Die Spängler fangen ab 1828 mit Bankgeschäften an, wobei man ein Handelshaus mit Tradition seit dem 14. Jahrhundert übernimmt (zuletzt Andre Mayr, dann 1827 J. A. Duregger; daneben ab 1810 „Spängler & Trauner“). Die Duregger-Handelsgesellschaft mit Bankgeschäften gibt es ab 1828, ab 1855 übernimmt das „Spängler & Trauner“. Ab 1870 hat [[Carl Spängler]] nur noch die Bank, die bis dahin das einzige große Geldinstitut in Stadt und Land Salzburg ist. – Die Familie Duregger besaß ein Haus in der Getreidegasse Nr. 3. Sie zieht 1855 um in ein ansehnliches Haus am Mozartplatz Nr. 4, und Leopoldine Duregger, verheiratet mit Carl Spängler, erbt dieses Haus, das im Familienbesitz bleibt. | ||
Der Ahnherr Franz Anton Spängler (Spangler) ist 1705 in Dietenheim bei Bruneck in Südtirol geboren; er ist seit 1729 in Salzburg (d. h. seit diesem Jahr gibt es Briefe an ihn nach Salzburg). Er erwirbt 1731 das Bürgerrecht und durch eine erste Heirat das Haus „Alter Markt Nr. 2“ (das „Gehmacherhaus“ [[Gehmacher]]; Handlung mit Teppichen und Tuchen). Durch eine zweite Heirat erwirbt er 1744 die „Lang’sche Bettenhandlung“, und ab 1748 hat er selbst einen Tuch- und Seidenhandel. – Der Enkel [[Alois Spängler]] ist 1800 geboren, er führt das Großhandelshaus (mit praktisch ‚allen’ Waren) und das Tuchgeschäft am Alten Markt (daraus wird dann ab 1832/33 eine Salzburger Sparkasse). Alois Spängler ist zudem Bürgermeister von Salzburg 1854 bis 1861; unter ihm werden die Bastionen und einengenden Befestigungsanlagen geschleift. | Der Ahnherr Franz Anton Spängler (Spangler) ist 1705 in Dietenheim bei Bruneck in Südtirol geboren; er ist seit 1729 in Salzburg (d. h. seit diesem Jahr gibt es Briefe an ihn nach Salzburg). Er erwirbt 1731 das Bürgerrecht und durch eine erste Heirat das Haus „Alter Markt Nr. 2“ (das „Gehmacherhaus“ [[Gehmacher]]; Handlung mit Teppichen und Tuchen). Durch eine zweite Heirat erwirbt er 1744 die „Lang’sche Bettenhandlung“, und ab 1748 hat er selbst einen Tuch- und Seidenhandel. – Der Enkel [[Alois Spängler]] ist 1800 geboren, er führt das Großhandelshaus (mit praktisch ‚allen’ Waren) und das Tuchgeschäft am Alten Markt (daraus wird dann ab 1832/33 eine Salzburger Sparkasse). Alois Spängler ist zudem Bürgermeister von Salzburg 1854 bis 1861; unter ihm werden die Bastionen und einengenden Befestigungsanlagen geschleift. | ||
==== Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz ==== | |||
Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, 1871, über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen nicht so sehr Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist [für mich] schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so ‚nahen’) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen ‚Nähe’ und ‚Ferne’, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des 19. Jahrhunderts, liegt m. E. der Reiz der Briefe. – An vielen Stellen werden wir nachdenklich, z. B. in Fragen der Erziehung der Kinder: Wie kann man etwa einem zögernden Mädchen von acht Jahren in der ersten Schwimmstunde ‚Feigheit’ vorwerfen und ernsthaft darüber diskutieren? Meine Großmutter, Johanna Spängler (*1882 ; † 1973), verheiratet mit Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), wohnte in Krems an der Donau und in Unterach am Attersee; sie ist bei einem der letzten der übertragenen Briefe, 1897, gerade fünfzehn Jahre alt. Gertraud Saska (*1917; † 2001), verheiratet mit Hellmut Saska (* 1911; † 2002), Krems, ist eine Tochter dieser Johanna Holzapfel und meine Tante. Von ihr und aus ihrem Nachlass habe ich diese Briefe. - Literatur: [nicht eingesehen:] H. Widmann, Geschichte Salzburgs, Bd. 1 - 3, 1907 ff.; H. Dopsch / H. Spatzenberger, Geschichte Salzburgs, 1981. - [früher eingesehen:] Franz V. Zillner, Geschichte der Stadt Salzburg, Bd. 1 - 2, Salzburg 1885 - 90. - [hier zitiert:] „Dopsch, 1996“: Heinz Dopsch - Robert Hoffmann, Geschichte der Stadt Salzburg, Salzburg - München 1996. | Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, 1871, über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen nicht so sehr Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist [für mich] schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so ‚nahen’) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen ‚Nähe’ und ‚Ferne’, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des 19. Jahrhunderts, liegt m. E. der Reiz der Briefe. – An vielen Stellen werden wir nachdenklich, z. B. in Fragen der Erziehung der Kinder: Wie kann man etwa einem zögernden Mädchen von acht Jahren in der ersten Schwimmstunde ‚Feigheit’ vorwerfen und ernsthaft darüber diskutieren? Meine Großmutter, Johanna Spängler (*1882 ; † 1973), verheiratet mit Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), wohnte in Krems an der Donau und in Unterach am Attersee; sie ist bei einem der letzten der übertragenen Briefe, 1897, gerade fünfzehn Jahre alt. Gertraud Saska (*1917; † 2001), verheiratet mit Hellmut Saska (* 1911; † 2002), Krems, ist eine Tochter dieser Johanna Holzapfel und meine Tante. Von ihr und aus ihrem Nachlass habe ich diese Briefe. - Literatur: [nicht eingesehen:] H. Widmann, Geschichte Salzburgs, Bd. 1 - 3, 1907 ff.; H. Dopsch / H. Spatzenberger, Geschichte Salzburgs, 1981. - [früher eingesehen:] Franz V. Zillner, Geschichte der Stadt Salzburg, Bd. 1 - 2, Salzburg 1885 - 90. - [hier zitiert:] „Dopsch, 1996“: Heinz Dopsch - Robert Hoffmann, Geschichte der Stadt Salzburg, Salzburg - München 1996. | ||
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Vgl. Otto Holzapfel, Rod: Familiengeschichte(n), [Privatdruck: Freiburg i. Br.] 1993, S. 12 f. (Spängler) und 28 f. (Lürzer von Zehendthal, Kobler, Schlegel) und darauf aufbauend das umfangreiche „Familienarchiv“ in mehreren Dateien. - Zur Zählung: Der Verfasser ist „Nr. 2“, sein Vater Rupert Holzapfel Nr. 4, der Großvater Rupert Holzapfel Nr. 8, dessen Frau Nr. 9 usw. Die geraden Zahlen ergeben direkte männliche Vorfahren, die entsprechenden ungeraden die Frauen dazu. Johann Spängler, 1627 in Taufers in Südtirol geboren, trägt so die Sosa-Nr. 576. Er ist Gastwirt in Sand in Taufers (heute das Hotel „Spanglerhof“). Später werden ein Mathias Spängler und ein Johannes Spängler als Kaufleute in Venedig genannt; Johannes Matthias Spängler, „mercator in Venetia“, ist 1758 Taufpate von Franz Josef Spängler, dem Vater von [Nr. 36] Franz Xaver Spängler. Die Handelsstraße zwischen Salzburg und Venedig hat bereits mittelalterliche Tradition (vgl. Dopsch, 1996, S. 228). | Vgl. Otto Holzapfel, Rod: Familiengeschichte(n), [Privatdruck: Freiburg i. Br.] 1993, S. 12 f. (Spängler) und 28 f. (Lürzer von Zehendthal, Kobler, Schlegel) und darauf aufbauend das umfangreiche „Familienarchiv“ in mehreren Dateien. - Zur Zählung: Der Verfasser ist „Nr. 2“, sein Vater Rupert Holzapfel Nr. 4, der Großvater Rupert Holzapfel Nr. 8, dessen Frau Nr. 9 usw. Die geraden Zahlen ergeben direkte männliche Vorfahren, die entsprechenden ungeraden die Frauen dazu. Johann Spängler, 1627 in Taufers in Südtirol geboren, trägt so die Sosa-Nr. 576. Er ist Gastwirt in Sand in Taufers (heute das Hotel „Spanglerhof“). Später werden ein Mathias Spängler und ein Johannes Spängler als Kaufleute in Venedig genannt; Johannes Matthias Spängler, „mercator in Venetia“, ist 1758 Taufpate von Franz Josef Spängler, dem Vater von [Nr. 36] Franz Xaver Spängler. Die Handelsstraße zwischen Salzburg und Venedig hat bereits mittelalterliche Tradition (vgl. Dopsch, 1996, S. 228). | ||
Runde Klammern ( ) sind aus den Briefen mitübernommen; eckige Klammern [ ] enthalten meine Zusätze. / Schrägstrich bedeutet zumeist Blattwechsel (nicht durchgehend markiert), manchmal (in diesem Zusammenhang) auch ‚Ersatz‘ für einen [fehlenden] Punkt. Durchstrichene Wörter und unterstrichene stehen so im Original, ebenso Kleindruck über einer Zeile. XX und XXX sind [für mich] unleserliche Stellen. – Natürlich wird eine derartige Datei nicht fehlerfrei sein; für entspr. Hinweise bin ich sehr dankbar. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Briefe eine gute Quelle für die weitere Arbeit an Salzburgwiki.at darstellt. Mein Dank gilt für die Aufnahme in deren Obhut. | Runde Klammern ( ) sind aus den Briefen mitübernommen; eckige Klammern [ ] enthalten meine Zusätze. / Schrägstrich bedeutet zumeist Blattwechsel (nicht durchgehend markiert), manchmal (in diesem Zusammenhang) auch ‚Ersatz‘ für einen [fehlenden] Punkt. Durchstrichene Wörter und unterstrichene stehen so im Original, ebenso Kleindruck über einer Zeile. XX und XXX sind [für mich] unleserliche Stellen. – Natürlich wird eine derartige Datei nicht fehlerfrei sein; für entspr. Hinweise bin ich sehr dankbar. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Briefe eine gute Quelle für die weitere Arbeit an Salzburgwiki.at darstellt. Mein Dank gilt für die Aufnahme in deren Obhut. | ||
Freiburg i. Br., Dezember 2020 / Otto Holzapfel. | |||
=== Außerhalb des Briefwechsels === | === Außerhalb des Briefwechsels === | ||
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== Mehrfach-Anmerkungen == | == Mehrfach-Anmerkungen == | ||
* '''Angermayer''', vgl. Brief vom 14.2.1872: Maria Josepha Spängler (1832-1896) ist verh. mit Vinc. Angermayer (1815-1886), zuletzt Landesgerichtsrat in Wien. – Im Internet (2007) eine Angermayer & Co. GmbH. in Salzburg mit u.a. Agrarprodukten, Düngemitteln, Futtermitteln, Getreide, Hundefutter, Landesprodukte Salzburg und Vogelfutter. Vgl. [[Angermayer von Rebenberg]]. | |||
* '''Bolland''', siehe: Zeller | |||
* '''Duregger''', siehe: Spänglerbank | |||
* '''Maria Antonia (Antonia) Lürzer von Zehendthal''', geb. 1803, aus Hall in Tirol, heiratet am 14.11.1826 Franz Xaver Gregor Spängler, geb. 1793, der als Spediteur bei „Math. Gschnitzer“ in Salzburg arbeitet (im Brief vom 7.4.1826 „Scheztnerische Handlung“?). Im Trauungsregister von 1826 steht „Spediteur bei der Schastznerl. Handlung“. Die Familie Gschnitzer gehört zu den angesehenen Handelsfamilien in Salzburg; von 1847 bis 1850 ist Matthias Gschnitzer Bürgermeister (vgl. Dopsch, 1996, S. 641), von 1854 bis 1861 dann Alois Spängler. Die Briefschreiberin ist die Schwiegermutter von Franz Xaver Spängler [Nr.36], d.h. die Großmutter von Franz Spängler [Nr.18], geb. 1839. Eine „Gschnizer Clara“ taucht auch im Tagebuch des Franz Spängler 1861 auf. - Es liegt ein Partezettel vor für Anna von Reichel, geb. Gschnitzer, 84 Jahre alt, o.J. – Im Internet (2007) eine Firmengruppe Gschnitzer, bis 1975 in Salzburg, mit u.a. Kindermöbelproduktion, Konsumgüter Bekleidung und Raumausstattung insbesondere für Kinder, Spiel- und Sportartikel. Mathias Gschnitzer (Salzburg 1808-1884 Salzburg) war österreichischer Reichstagsabgeordneter, Bürgermeister der Stadt Salzburg und Mitbegründer der Internationalen Stiftung Mozarteum (Wikipedia). Vgl. [[Gschnitzer]] / [[Mathias Gschnitzer]], 1808-1884. | |||
* '''Guttenberg''': nach Visitenkarten „Emil Ritter von Guttenberg k.k.Rittmeister“ und „Minna von Guttenberg née de Launsperg“. Nach einem undatierten Foto sind Fanni Schlegel/Spängler und Lida Guttenberg, geb. Plachetka, die Schwiegertochter, enge Freundinnen; sie ist auch genannt in mehreren Briefen außer dem von 1860. - [1871] ohne nähere Zuordnung bei der Korrespondenz Visitenkarten von u.a. „Emil Ritter von Guttenberg k.k.Rittmeister“ (handschriftlich: Meine herzlichste Gratulation zur Verlobung! Dein getreuer Vetter“) und „Minna von Guttenberg née de Launsperg“ (Herzlichen Glückwunsch! durch Abwesenheit verspätet). - Mama Plachetka: Von der Familie Plachetka ist in den Briefen und im Tagebuch des Franz Spängler von 1860/61 öfters die Rede; die Schwester der Marie Plachetka, Lida [Guttenberg], ist auch eine gute Freundin von Fanni Schlegel, verh. Spängler. – Im Internet (2007): Gerda Guttenberg, geb. in Salzburg, ist Pianistin und seit 1986 Musikpädagogin am Mozarteum in Salzburg. – Mit dem Namen Plachetka gibt es u.a. ein Hotel und eine Steuerbearterfirma in Salzburg. – Bei den Stammbuchblättern für Nr.18 Franz Spängler = Josefine v. Guttenberg, Wien 1859, und die „Cousine“ Marie Guttenberg. - Bei den Stammbuchblättern für Nr.18 Franz Spängler = Muhme [Tante] Fanni Plachetka (Wien 1860, gest. 29.8.1865), Muhme [Tante] Ludmilla Plachetka (Wien 1865). – Vgl. [[Adolf Ritter von Guttenberg (Hofrat)]]. | |||
*Die '''Familie Harrer''' gehört zu den großen Familien in Salzburg (vgl. Dopsch, 1996, S. 492, 641); Ignaz Harrer ist Bürgermeister der Stadt 1872-1875. | |||
* Adressiert ist ein Brief von 1827 mit „abzugeben beim Höllbräuer“ an Franziska (Fanny) Kobler [Nr.79], geb. 1796 in Salzburg (gest. dort 1886 als „vormals Besitzerin des Höllbräuhauses“). Das Gasthaus „Zur Hölle“ (heute „Altstadthotel Radisson“) in der Judengasse 15 (1844 noch „Judengassen No 67“) steht auf dem Platz der alten Synagoge, die nach dem Progrom von 1404 verlassen werden musste (vgl. Dopsch, 1996, S. 161, 189 f., 243; oder bereits 1349, vgl. S. 177). Die „Höllbräuin“ Fanny Kobler ist auch die Schreiberin vieler weiterer Briefe in dieser Sammlung an ihre Enkelin Fanni Spängler. – Vgl. [[Franziska Kobler]]. | |||
* '''Langer''': Familie der Frau von Julius Spängler (1837-1903), verh. mit Bertha Langer. Julius (Wien) ist ein Cousin von Franz Spängler und Studienkamerad aus Graz. - Vgl. zum Brief vom 16.8.1885: „Ludwig und Julius Spängler“: jüngere Cousins. Ludwig, geb. 1828, ist verh. Muffat (in Wien); Julius, geb. 1837, ist verh. Langer. Von „Julius“ ist im Tagebuch des Franz Spängler von 1860/61 immer wieder die Rede; er studiert zusammen mit ihm in Graz, und dem Tagebuch nach waren sie ‘unzertrennlich’. Vgl. [[Spängler]]. | |||
*Die '''Familie [[Laschensky]]''' gehört zu den angesehenen Familien der Stadt Salzburg (vgl. Dopsch, 1996, S. 363). In dem Geburts- und Taufschein [Abschrift von 1939] von Zäzilia Amalia Kobler, geboren am 14.Mai 1821 in Salzburg, ist als Mutter eingetragen: „Franziska Kobler, des Franz Seraph. Kobler, Bierbrauers und der Franziska Hofmann, dessen Gattin, eheliche Tochter“. Als Pate erscheint: „Cäcilia Laschensky, bürgl. Baumeistersgattin“. Vgl. Partezettel für Cäcilia Laschensky, 84 Jahre alt, Salzburg 1877. - Mehrfach in den Briefen 1821 und 1872. – Im Internet (2007): in der Nähe von Salzburg gibt es das Hotel „Laschenskyhof“. Vgl. [[Laschensky]]. | |||
* '''Lorinser''': In dem Fotoalbum, das Fanni Spängler kurz vor der Hochzeit 1872 von einer Freundin bekommt, ist u.a. ein „Dr. Friedrich Lorinser“ (1866) abgebildet, der Vater einer Freundin, Minna Lorinser, aus der Salzburger Schulzeit. – Im Internet (2007): unter dem Namen Lorinser und Salzburg u.a. ein Autohandel, eine Pädagogin und einen Botaniker. | |||
* '''Lürzer''': Bei den Stammbuchblättern für Nr.18 Franz Spängler = Anetta de Lürzer, Vetter Ernst Lürzer, Onkel Franz von Lürzer (Salzburg 1858), Großmutter Lürzer gest. 7.8.1853, Tante Marie von Lürzer, Otto von Lürzer. – Vgl. [[Lürzer von Zechenthal]] | |||
* '''Mertens''', zum Brief vom 27.9.1871 vgl. „gesammelte Todesanzeigen“ von u.a. Anna Edle von Mertens, geb. Steinbauer, Wien (1819-1906), Tochter: Anna Aigner. - [[Heinrich Ritter von Mertens]] ist kaiserl. Rat und Bürgermeister von Salzburg (1810-1872), Schwiegertochter: Camilla. Vgl. Brief vom 16.7.1876 mit Verweis auf ein undatiertes Foto von Fanni Schlegel (in Tracht mit Fächer) und Camilla Mertens (Goldhaube, weißes Kleid) vor Alpen-Kulisse beim Fotografen; dito mit zwei anderen; zum Schwiegervater Mertens vgl. auch Brief vom 27.9.1871. – Im Internet (2007), Wikipedia: Heinrich Ritter von Mertens (*28.4.1811 in Wien; †26.10.1872 in Salzburg) war von 1861 bis 1872 Bürgermeister der Stadt Salzburg; in seine Amtszeit fielen die Eröffnung der Salzburger Eisenbahnlinien und die kaiserliche Schenkung des Mirabellschlosses sowie der Festungsgründe an die Stadt Salzburg, die dadurch und auch wegen der Zusammenkünfte Kaiser Franz Josefs mit Napoléon III. und Wilhelm I. zu dieser Zeit einen großen Aufschwung erlebte. Nach ihm benannt ist die Mertensstraße in der Elisabeth-Vorstadt. Nach seinem Ableben fand er seine letzte Ruhestätte im Friedhof St.Peter. – Vgl. [[Heinrich Ritter von Mertens]]. | |||
* [[Mozartplatz 4]], siehe: [[Spänglerbank]] | |||
* '''Plachetka''', siehe: Guttenberg | |||
Lürzer: Bei den Stammbuchblättern für Nr.18 Franz Spängler = | * '''[[Sauter]]''' (Innsbruck), vgl. Brief vom 1.12.1870: [[Andreas Sauter]] (1802-1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine Lürzer von Zehendthal [Josephine v.Lürzer] (1800-1872) [Partezettel 1872]; vgl. in Wien den „Vetter“ [[Ludwig Sauter (Jurist)|Ludwig Sauter]]. Siehe auch Brief vom 2.10.1870: „Kobsa/Sauter“: Marie Steiner, geb. Kobsa, Ehefrau von Friedrich Steiner (1849-1901, Prag); offenbar gute Bekannte, vgl. „gesammelte Todesanzeigen“ von u.a. Philomena Bamberger, geb. Sauter, Wien (1836-1897), aus Innsbruck. - Anna Payr, geb. Sauter ( -1908) [u. a. Bruder: Eduard von Sauter, k.k.Vizepräsident] in Lans/Innsbruck. - Karl Payr, Univ.-Prof. Innsbruck (1835-1907) [Ehefrau: Anna Payr, geb. Sauter]. - Eduard Sauter Edler von Riedenegg, k.k.Vizepräsident [Finanzverwaltung] (1839-1910), Innsbruck. - Friedrich Steiner (1849-1901), Prag [Schwester: Tochter Payr]. - Vgl. Andreas Sauter (1802-1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine Lürzer von Zehendthal [Josephine v.Lürzer] (1800-1872) [Partezettel 1872]. - Bei den Stammbuchblättern für Nr.18 Franz Spängler = Cousine Ludmilla Sauter [?] (Hall 1856), Andreas Sauter (Hall 1856), Anna Sauter (Salzburg 1858), Cousin Eduard Sauter, Tante Josefine Sauter (Hall 1856), Cousine Josefine Kobsa, Vetter Anton Kobsa (Ort 1859). – Vgl. [[Sauter]]. | ||
* Zu [Nr. 38] '''[[Richard Schlegel]]''' (1811-1881) ist [Nr.76] der Vater Franz Schlegel, geb. 1769 in Leitmeritz in Böhmen, Wundarzt und Oberarzt beim Fürstl. Reuss Plauen Infanterie Regiment; der Sohn [Nr.38] Richard Franz Schlegel, ist 1811 in Theresienstadt geboren. Die Mutter ist [Nr.77] Maria Theresia Heygel, geb. 20.10.1783 in Böhmisch-Leipa. Vgl. Brief vom 11.10.1877 mit Notizen auf der Rückseite von der Hand von Franz Spängler?: Vater gest 1845 / Vinzenz Curator & Rich / Josef + Henriette u. Clara / Antonia + gest Leitmeriz 8/10 1872 / Blure [?] + Wien VIII 5/10 1854 / Therese + Wien Mazleinsd[orf] 9 Jul 1856 / Friedrich gest Olmüz 22/8 1850 BgHer Leiter [?]. Diese Namen und Daten sind offenbar aus der Familie Schlegel, die Geschwister von Richard und deren Nachkommen, deren Einzelheiten ich bisher (bis auf „Vater gest 1845“) nicht näher deuten kann. Vgl. auch zum Brief vom 11.3.1879: Die dort genannten Fritz [Friedrich] und Vincenz [Vinzenz] müssten demnach verstorbene Brüder von Richard Schlegel sein. – Im Internet (2007): Richard Schlegel war um 1934-36 wichtiger Stadtarchitekt in Salzburg. Vgl. [[Richard Franz Schlegel]]. | |||
Mozartplatz 4, | * Die Salzburger [[Spänglerbank]], „'''Bankhaus Carl Spängler & Co. Seit 1828'''“, entwickelt sich aus der Spängler-Handelsgesellschaft in Salzburg. Carl I.Spängler (1825-1902) ist kaiserlicher Rat und Bankier in Salzburg und übernimmt die Bank von der Familie Duregger (Wohnhaus am Mozartplatz 4). Die Duregger-Handelsgesellschaft gibt es ab 1828, ab 1855 übernimmt das „Spängler & Trauner“, 1870 „Carl Spängler“ die Bank. Die Familie Duregger besaß ein Haus in der Getreidegasse Nr.3. Sie zieht 1855 um in das ansehnliche Haus am Mozartplatz Nr.4, und Leopoldine Duregger, verh. mit Carl Spängler, erbt dieses Haus. Von Franz Spängler ist ein Cousin Dr.Rudolf Spängler, Apotheker, verh. mit Marie Spängler, geb. Weinwurm (1839-1911 Salzburg); dessen Bruder ist Carl Spängler sen. ist verheiratet mit Leopoldine Duregger. Der Vater Alois Spängler (1800-1875) im Großhandelshaus in Salzburg (Vorläufer der Spängler-Bank) ist Bürgermeister von Salzburg 1854-1861. Die Familie Duregger, Antonia Spängler, Mutter von Franz Spängler, und Otto Spängler, Bruder von Franz Spängler, wohnen in den Stockwerken übereinander im Dureggerhaus am Mozartplatz 4. – Internet (2007): Homepage der Spängler-Bank www.spaengler.co.at . - Bei den Stammbuchblättern für Nr.18 Franz Spängler = viele Spängler. – Vgl. [[Bankhaus Carl Spängler & Co. AG]]. | ||
* '''[[Zeller]]''', vgl. zum Brief vom 24.11.1871: Partezettel für Marie Zeller, geb. Bolland, Salzburg 1812-1873, und für Friedrich Zeller (Salzburg 1838-1862); an gleicher Stelle Visitenkarte für „Ludwig Zeller“; „Zeller“ und die „Zellerischen“ mehrfach in den Briefen. - Bolland: in dem Brief vom 13.2.1871 werden bei „Duregger“ genannt die Eltern der Bank-Linie der Spängler in Salzburg, Alois Duregger und Henriette Bolland (sie: 1810-1892; zu dem Bankhaus Duregger-Spängler vgl. Dopsch, 1996, S. 409, und hier: Spängler-Bank). – Das Landesarchiv Salzburg hat unter den Nachlässen einen Karton „Bolland-Zeller-Schumacher“ (Internet 2007). – Vgl. [[Zeller]] und [[Bolland]]. | |||
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* [[Benutzer:OttoChristianRupert]] | * [[Benutzer:OttoChristianRupert]] | ||
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